Das Mondtal – Meine Geschichte zum Buch von Jack London

Jack_London_Mondtal1976 – wir wohnten damals in einer westfälischen Kleinstadt gewohnt. Im Nirgendwo zwischen Dortmund und Paderborn. Meine Eltern hatte eine Bekannte, die uns hin und wieder besuchte. Ihren Nachnamen werde ich wohl nie vergessen; ein Gesicht dazu habe ich nicht mehr. Sie hieß DelNardo.  An diesem Abend brachte sie zwei Geschenke mit: einen frisch geschossenen Fasan und ein Buch für mich: Das Mondtal von Jack London. Bis dahin kannte ich vornehmlich Bücher von Enid Blyton und vom „Autorenkollektiv“ Die Drei Fragezeichen und natürlich Walt Disney. 

Ich fühlte mich fast erwachsen. Das war mal eine ganz andere Welt. Abenteuer und die Welt der Großen. In diesem Buch geht es um den ehemaligen Boxer Billy Roberts und seine Frau Saxon. Sie leben in einer kalifornischen Kleinstadt und spielt zu einer Zeit als es noch Pferdekutscher gab. Billy wird in Handgreiflichkeiten mit Streikbrechern verwickelt und landet im Gefängnis. Zu allem Unglück verliert seine Frau das ungeborene Kind. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird, beschließen die beiden  die Stätte aus Not und Gewalt zu verlassen.  Als Ziel schwebt ihnen ein Tal vor, das sie in einem Film gesehen hatten und dessen Schönheit sie nicht mehr losließ: das Mondtal.

Stolz wie Oskar nahm ich das Buch und ging damit in mein Zimmer. Als der Besuch gegangen war, kam meine Mutter zu mir und nahm das Buch. Dies sei nichts für mich und drückte mir ein Mickey Mouse-Heft in die Hand. Das Buch habe ich nie wieder gesehen. Kurze Zeit späte rief sich mich ins Badezimmer und zeigte mir, wie man einen Fasan rupft. Damit war ich die nächsten Stunden beschäftigt. Er schmeckte grässlich, denn der Vogel war mit Schrotkugeln gespickt. Seither habe ich Fasan nur noch auf den Feldern gesehen. Lebendig.

Als ich erwachsen war, fand ich das Buch in der Grabbelkiste eines Flohmarktes. Inzwischen habe ich es gelesen und bin mir sicher, dass ich den Stoff auch damals verkraftet hätte. Das Buch ist ok; kein Knüller aber gut lesbar.

Übrigens: genauso fühlte ich mich Jahre später, als mir meine Eltern die Playboy-Hefte wegnahmen, mich maßregelten, um sie dann in ihrem Schlafzimmer selbst zu lesen.

Text: Rafael Martens

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