Das kleine Wörtchen „ob“ – und damit sind keine Tampons gemeint

Wie häufig nutzen Sie das Wörtchen „ob“? Wissen Sie welche Vor- bzw. Nachteile die Nutzung dieses Wortes hat? Im ersten Moment mag dies eine banale, überflüssige Frage sein. Nur: wir sind wie wir uns ausdrücken. Es sagt viel über unsere Gefühle und Gedanken aus. Selbst wenn jemand versucht zu „manipulieren“. Und oft sind es die kleinen, scheinbar unwichtigen Wort die wir benutzen. Wie in diesem Fall, denn meist geht es besser ohne dieses Wort „ob“. Warum? Hier die Gründe:
Das Wörtchen „ob“ ist selbstverständlich nicht überflüssig. Es kann durchaus nützlich sein, dort wo man vom anderen eine klare Entscheidung einfordert: „ob“ oder „ob nicht“. Zudem um eine eindeutige Information zu erhalten: „ja“ oder „nein“. Dies ist bedeutsam um ein Zu- oder Absage zu erhalten: „ich möchte gern wissen, ob Sie ob Sie zu meiner Veranstaltung kommen. ….ob ich auf Sie zählen kann.“ Vermutlich hat dieses Wörtchen für viele Menschen die größte Bedeutung in der Frage: „Ich möchte wissen, ob Du mich heiraten willst.“„Ob“ führt zu einer geschlossenen Frage und somit zu einer Antwort, die sehr wenig weiteren Spielraum bietet. Außerdem: werden mehrere Fragen so gestellt, dass der Gesprächspartner mit „Nein“ antwortet, wird eine negative Wand aufgebaut, die schwer zu durchbrechen ist. Es gibt zahlreiche Untersuchungen die belegen, dass ein Mensch dazu neigt „Nein“ zu sagen, wenn er es bereits 3 Mal gesagt hat.
Eine Möglichkeit wäre also, Fragen so zu gestalten, dass ein „Ja“ wahrscheinlich ist. Nur entsteht dadurch noch längst kein Dialog.
Wenn Sie jemanden z.B. fragen ob er oder sie sich bereits Gedanken über eine Sache gemacht hat, geht es Ihnen wahrscheinlich weniger um das „Ja“ oder „Nein“, sondern darum zu erfahren WELCHE Gedanken sich diese Person gemacht hat. Nur das hilft Ihnen weiter und führt zu einem Dialog. Alternative Formulierungen sind also:
„Ich wüsste gern, welche Gedanken…“
„Ich wüsste gern, was Sie über …. denken.“
„Ich wüsste gern, wie Ihrer Meinung nach…“

Schön ist es, wenn Sie die Gelegenheit nutzen, die Fragen konkret auf positive Dinge lenken:
„… welche Vorteile Sie…“
„… wie Sie zukünftig …“
„…was Ihnen helfen könnte…“

Um noch einmal auf die Frage nach der Hochzeit zu kommen; wie wäre es mit dieser Frage: „Sag mir doch bitte, was ich tun kann, damit Du mich heiratest?“ Daraus können ein wunderbarer Dialog und ein gemeinsames „Projekt“ werden.

 Foto: Freia Willems-Theisen  / pixelio.de

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