Cats Gedankenwelt: Über die Dankbarkeit

P1020509Dankbarkeit ist eine Tugend, die sich durch das ganze Leben zieht oder es zumindest sollte. Schon als Kinder lernen wir, immer „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Manchmal vergessen wir es trotzdem – und müssen uns wieder bewusst daran erinnern.

„Ich komme mir vor, als sei alles, was ich tue, selbstverständlich.“ Diese Aussage führt oftmals zu einem Konflikt in der Ehe, in der Beziehung, in der Familie oder auch in einer Freundschaft. Denn sie drückt in wenigen Worten ein Ungleichgewicht aus, emotional und vielleicht auch von den Pflichten. Als ich also letztens hörte: „Das ist wohl alles selbstverständlich für dich“, habe ich mich kurz über mich selbst erschrocken, und gemerkt, dass ich die Dankbarkeit auch in kleinen Dingen wiederentdecken musste. Es gibt da tatsächlich einige Menschen und Wesen, bei denen ich mich lange nicht bedankt habe.

Ernst H. Graeser - Der verlorene Sohn / Der Schweinehirt - 1934
Ernst H. Graeser – Der verlorene Sohn / Der Schweinehirt – 1934

Der Partner. Es ist einfach, seinen Partner nach Jahren als „Inventar“ zu sehen, als Vertrauten, der mehr ein Teil des eigenen Selbst zu sein scheint. Selbstverständlichkeit kann beruhigen; sie kann aber auch ein schleichendes Gift sein. Oft merken wir diesen Prozess nicht einmal, er läuft automatisch ab, zwischen Katzentoiletten, Wochenendplanungen und Rechnungen. Dabei bin ich eigentlich aus zutiefst dankbar, dass mein Freund den Stress einer Wochenendbeziehung mitmacht, trotz der wenigen Zeit und vieler Verpflichtungen ohne mich immer noch jeden Freitag auf mich wartet und eine gemeinsame Zukunft plant. Auch wenn ich es selten sage, weil ich irgendwie zu erschöpft oder im Alltag eingefangen bin: Danke, dass es dich gibt und dass du an meiner Seite auch mal gegen den Strom schwimmst.

Die Familie: „Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen.“ So lautet zumindest ein Sprichwort, das viele Eltern sofort so unterschreiben würden. Ich weiß, dass es nie ganz ohne Ärger und Konflikte geht, dass man sich womöglich in manchen Dingen nie komplett einig sein wird. Trotzdem: Danke, dass ihr mich zu dem Menschen gemacht habt, der ich bin – und für die vielen Glücksmomente.

Alte und neue Freunde: „Friends will be friends“ singt Queen – und auch wenn nicht alle Freundschaften ein Leben lang halten, so prägen sie einen für immer. Man wächst an und mit seinen Freunden – selbst wenn sich manche Gabelung auf dem Weg auftut, wo die Karten neu gemischt werden. An meine Freunde der Jetzt-Zeit also: Danke, dass ihr nie den Kontakt abgebrochen habt und dass ich mit euch schon so viel erleben durfte. Auch bei allen Freunden, zu denen der Kontaktfaden abgerissen ist, möchte ich mich bedanken, für die tolle und erfahrungsreiche Zeit, die wir hatten.

Die Kollegen: Wer es schon einmal erlebt hat, wie es ist, in einem Klima der Feindseligkeit und des Misstrauens zu arbeiten, weiß den freundlichen Umgang im Büro oder in der Fabrik zu schätzen. Danke also, liebe Kollegen, dass jeder von euch es mir leicht macht, mich an meinem Arbeitsplatz wohlzufühlen und selbst montags gerne dahin zurückzukehren.

Bekanntschaften im Alltag: Die ältere Dame, die mich im Drogeriemarkt an der Kasse vorlässt, weil mein Zug gleich kommt; der Kellner, der einen Extrakorb Brot holt und der Junge, der meinen heruntergefallenen Schirm aufhebt … Auch diese Menschen verdienen mindestens ein Lächeln und ein ehrliches „Danke schön“.

Hund, Katze, Hamster & Co: Neben meinem Freund freue ich mich bei jeder Heimfahrt am meisten auf unsere beiden Katzen. Es gibt meinem Leben einen Zugewinn, mich um die Samtpfoten zu kümmern, wenn ich am Wochenende heimkomme. Es tut gut, ihre Freude zu sehen, wenn sie auf mich zulaufen und das Schnurren auf meinem Schoß zu spüren. Zwar können sie das nicht lesen, aber ich bin sicher, sie spüren, wie dankbar ich für ihre Zuwendung bin.

Danke, dass es euch alle gibt – und dass ihr mein Leben reicher macht! Es wird zu oft vergessen, „danke“ zu sagen, gehen wir mit gutem Beispiel voran. Auch an dich, lieber Leser, schicke ich so ein Dankeschön im Voraus – vielleicht teilst du diesen Beitrag ja und machst die Welt selbst ein wenig dankbarer.

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