Cats Gedankenwelt: Sonntagsgedanken – update v1.2

Bus-435584_1280_MampuEin Blick aus dem Fenster des Busses.
Ich bewege mich fort, fort von allem, was mir gerade noch nah war, von unserer Wohnung, von vertrauten Gerüchen, dem wohligen Schnurren unserer Katzen, von dem Gefühl warmer Haut auf meiner, den Geräuschen in unserem Haus.Fort von dir und deiner Nähe.
Du nicht mehr allein sein, sagtest du zu mir.
Du brauchst jemanden zum Reden, zum Quatschmachen, Gesellschaft um dich herum.
Jemanden, der dein Leben teilt, anstatt immer wieder zu kommen und zu gehen. Fast hätten wir uns gestritten, und auch jetzt gehe ich mit einem schlechten Gefühl.
So, als würde ich dich im Stich lassen, uns nicht würdigen.
Ich kann nicht anders.
Jobs liegen nicht auf der Straße, habe ich dir gesagt, man muss Kompromisse machen.
Du weißt selbst, wie es war, mir eine Stelle zu erkämpfen.
Hoffnungen, Warten, nochmal Hoffnung, und immer wieder Absagen. Dann endlich gute Nachrichten, Umzug inklusive, neue Stadt, neues Umfeld.
Es gab keine Absagen mehr, keine besorgten Nachfragen, keine Suche. Dafür immer wieder Abschied.

employment-agency-771154_1280_succoWir schaffen das schon, hast du mir versichert, wir sind stark.
An den ersten Sonntagen bin ich durch die Hölle gegangen.
Ich musste mich beherrschen, beim Umsteigen im Zug nicht sofort umzukehren. Ich musste wegsehen, wenn ich glückliche Paare im Abteil gesehen habe. Fühlte mit denen, die ich bei ihrem Abschied beobachtete. Sie waren Geschwister im Geiste.
Inzwischen geben sich Abschied und Wiedersehen die Hand.
Mir ist klar, dass ich dir damit wehtun muss – so wie mir selbst.
Ich weiß, das ist nicht das, was wir uns einst gewünscht hatten.
Es wiegt schwer, nicht da sein zu können, wenn du einen schlechten Tag hast, jemand dich enttäuscht oder etwas dich wütend gemacht hat, oder um glückliche Momente mit dir zu teilen.
Selbst die beste Technik kann keine Berührung ersetzen.
Ich vermisse deine Wärme neben mir im Bett, ein sanftes Streicheln im Haar, das Treteln und Schnurren an unseren Fußenden.

alone-21279_1280Ich weiß, dass es dir genau so geht, dass das Alleinsein dich traurig macht.
Wir wussten, dass es irgendwann so sein würde, waren darauf vorbereitet – und doch ist es hart.
Es könnte schlimmer sein, noch weiter entfernt, quasi unerreichbar.
So steinig und ermüdend, dass wir den Weg nicht weitergehen könnten. Manchmal habe ich Angst, dass an irgendeinem Sonntag zu viel zerbricht.
Dass einer von uns einen weiteren Abschied nicht übersteht. Aber dann weiß ich: Es sind nur fünf Tage und fünf Nächte. Es ist immer bald wieder Freitag.
Wenn ich gleich aus dem Bus steige, beginnt ein weiterer Zyklus – ein Zyklus aus Abschied, Sehnsucht, Vorfreude und Wiedersehen.

Aus Arbeit und abendlichen Anrufen und Alltagspflichten, die nun jeder für sich erledigen muss. Bei all der knappen Zeit und den Stunden allein, vergiss eines nicht:

Jedes Wiedersehen ist ein Grund zur Freude.

embrace-1056924_1280_Mariekekoenne

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