Cats Gedankenwelt: Monday Mania

It’s just another manic Monday …“, trällern die Bangles aus dem Radio; man spricht von „Montagsarbeit“, wenn etwas bei der Produktion gründlich schiefgegangen ist und überhaupt scheint das Wort „Montag“ eine wahre Depressionswelle auszulösen. Dabei vergessen wir oft, dass Glück keine Frage des Wochentags ist.

Wenn ich am Sonntagabend oder Montagmorgen meinen Facebook-Account öffne, springen mir gleich die neuesten Negativmeldungen entgegen. Grund dafür sind nicht etwa die europaweite Finanzmisere, der Syrienkrieg, die aktuelle Flüchtlingswelle oder der Klimawandel. Wobei, in gewisser Weise ändert sich das „Klima“ innerhalb der sozialen Medien schon. Findet man am Sonntagmittag noch typische Wochenendbeiträge und -Fotos wie das Picknick am Badesee oder Bilder aus dem Freizeitpark, alle mit Emojis wie „freudig“, „wunderbar“ oder „verliebt“ versehen.

"Arbeiten? Das habe ich doch letzte Woche erst gemacht ..."
„Arbeiten? Das habe ich doch letzte Woche erst gemacht …“

Das Online-Klima ändert sich, sobald der gefürchtete Wochenanfang, der Montag, Stunde um Stunde näher rückt. Auf einmal heißt es: „Wochenende! Komm zurück!“, „Monday sucks“ oder „Mist, schon wieder Montag“. Auch die Emojis zeigen einen Stimmungsumschwung zu „enttäuscht“, „frustriert“ oder „traurig“. Mir scheint, einmal in der Woche schwappt eine Montagsdepressionswelle über Deutschland. Auch wenn es mich selbst hin und wieder nervt, wenn ein entspannendes Wochenende wieder in eine neue (Arbeits-)Woche übergeht, gilt für mich jedoch die Devise: Montag ist, was du draus machst! Hier also ein paar positive Mantras gegen den „Montagsfluch“.

Montag ist auch nur ein Tag.

Rein faktisch und realistisch betrachtet ist der Montag einfach nur der Auftakt zu einem neuen Sieben-Tage-Rhythmus und einer von 365 Tagen im Jahr – gerechnet nach dem gregorianischen Kalender. Das ist erst einmal eine neutrale Faktenlage – das „Alle-hassen-Montag“-Phänomen hat also Ursachen, die meist in uns selbst und unseren sonstigen Lebensumständen liegen.

Alles auf Anfang!

montag
„Was die neue Woche wohl bringt?“

Ich komme montags immer so schlecht wieder in die Arbeit rein“, höre ich viele Menschen aus meiner Umgebung klagen und ich muss gestehen, dass es mir auch manchmal so geht. Auch mir kommt das Wochenende oft zu kurz vor und Montag bedeutet eben: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Andersherum betrachtet kann ich an keinem anderen Tag so erholt in die Woche starten wie an einem Montag – immerhin liegen zwei erholsame Tage gerade erst hinter einem, wenn man denn ein reguläres Wochenende und keine Wochenendschichten hat. Mein „lahmer Tag“ ist eher Mittwoch oder Donnerstag; da sind schon viele Kraftreserven aufgebraucht und das Wochenende steht noch nicht direkt vor der Tür.

Es gibt immer Gründe, sich zu freuen.

Das Leben ist schön und wertvoll – auch an einem Montag. Die Crux ist nur: Wer kategorisch im „Montags-Blues“ verharrt, sieht diese kleinen Signale nur nicht. Ohne den Wiedereinstieg in die Arbeit am Montag hätten wir keine Gelegenheit, uns im Büro mit Kollegen über neue Projekte oder das Wochenende auszutauschen. An einem Sonntag kann man zwar gut entspannen, aber die einzige Einkaufsmöglichkeit ist der Kiosk und Kinder sehen endlich ihre Schulkameraden wieder.

Neue Woche, neues Glück!

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Manche Chancen kommen nur einmal – pack sie dir!

Jede Woche beginnt nach unserem Kalender mit einem Montag, also ist jeder (Arbeits-) Montag auch eine neue Chance für Freundschaften, prickelnde Momente in der Liebe oder ein Lob vom Vorgesetzten für eine besonders gelungene Aufgabe bei der Arbeit. All diejenigen, für die die Vorwoche eher eine Nullnnummer als ein Highlight war, können sich jetzt sagen: Diese Woche wird alles besser. Oder auch: Ab jetzt kann es nur noch bergauf gehen.

Eine Sache der Einstellung

Wer ständig mit dem „Montagsblues“ kämpft, sollte sich einmal bewusst fragen, warum ein simpler Wochentag (der theoretisch auch ander heißen könnte) ihn derart umtreibt. Die Ursachen sind mannigfaltig. Unzufrieden im Job? Nicht genug Erholung und zu viele (fremdbestimmte) Termine am Wochenende? Einfach von Grund auf überlastet? Die wöchentliche Routine wird langweilig? Hier lohnt es sich, sich selbst zu hinterfragen und die tieferen Gründe zu analysieren. Für mich ist es zum Beispiel manchmal belastend, dass mir sonntags ein Ortswechsel bevorsteht – von meiner „Herzensheimat“ mit Mann und Katzen zu meinem „Arbeitsstandort“ 300 Kilometer entfernt. Das Einschlafen allein fällt schwer; Einsamkeit kommt hinzu und dazu Bedenken, auf der Arbeit nicht alles schultern zu können. Voilà, da ist es, das Montagstief. Sie kennen den Grund für Ihre Unzufriedenheit? Zeit, an Lösungen zu arbeiten. Indem ich diesen Artikel schreibe, schreibe ich es mir von der Seele – eine große Hilfe, um mit einem Lächeln ins Büro zu kommen und die Herausforderungen einer neuen Woche anzunehmen.

Das Leben ist bunt

Das Leben ist manchmal ein buntes Chaos - besonders montags?
Das Leben ist manchmal ein buntes Chaos – besonders montags?

Ich habe zwar auch diese Socken, die nach Wochentagen benannt sind – aber an die Reihenfolge halte ich mich seltenst. Was ich damit sagen will? Das Leben ist überraschend, vielfältig und lässt sich nicht in Schubladen stecken. Man kann einen ätzenden Samstag mit Liebeskummer haben; einen schmerzerfüllten Sonntag mit Zahnschmerzen; einen müden Mittwoch mit Regenwetter. Aber eben auch einen sonnigen Montag , den man abends mit Freunden im Biergarten ausklingen lässt. Es bleibt die Gewissheit: Jeden Tag gibt es nur einmal – und er wird vorbeigehen. Egal, wie wir ihn benennen.

Montag ist, was wir draus machen

Unser Selbstwertgefühl sollte nicht fremdbestimmt werden – erst recht nicht von so etwas Banalem und beinah Zufälligem wie einem Kalender! Es hilft, sich selbst zu ermutigen: „Ich mache das Beste aus diesem Tag!“ Egal, um welchen es sich dabei handelt. Gemäß einem Spruch, den ich mal an anderer Stelle gelesen habe: „Gib jedem Tag die Chance, der Beste in deinem Leben zu werden!“ Wer ein typischer „Montagsmuffel aus Leidenschaft“ ist, vergibt sich dabei schon ein Siebtel seiner Chancen. Rein rechnerisch betrachtet, natürlich. Wer weiß, vielleicht passiert mir oder Ihnen an diesem Montag etwas ganz Tolles? Vielleicht. Und wenn nicht – das Leben geht weiter.

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