Cats Gedankenwelt: First things first!

Das Fest der Liebe und Besinnlichkeit kommt mit großen Schritten näher. Von Besinnlichkeit ist aber nicht viel zu spüren, wenn man sich im Alltag so umguckt. Der Arbeitsplatz und andere teils schöne, teils lästige Pflichten nehmen uns voll in Beschlag – und da sind ja noch die ganzen Geschenke, die man noch nicht hat … Höchste Zeit für einen guten Plan und vor allem klare Prioritäten!

Man kennt diese Tage, die hektisch mit einem kreischend lauten Weckerklingeln beginnen, stressig weitergehen und bei denen man es gar nicht eilig genug haben kann, dass sie endlich vorbeigehen. Die Art von Tag, die man am liebsten unter „ferner liefen“ verbucht und auf die man irgendwann im Bett mit dem Fazit „Tonne auf, Tag rein, Tonne zu“ zurückblickt, bevor der innere Akku einen Nullstand erreicht und der Schlaf einen einhüllt. Bei einigen sind solche Tage und Phasen in der Minderheit, bei anderen in der Mehrheit, doch das typische Gefühl, in einem Zeitkorsett eingeschnürt zu sein, kennen wohl die meisten Menschen. Besonders kurz vor besonderen Anlässen – wie eben zur Adventszeit. 

Es gibt ja so viel zu tun! Wenn eine Firma zum Beispiel über Weihnachten zumacht oder die meisten Angestellten dann Urlaub nehmen wollen, gilt es, vorher möglichst alles Wichtige zu erledigen. Das bedeutet einen Haufen Arbeit und Stress. Manchmal auch Land unter und das Gefühl, in einem Hamsterrad zu sein. Egal, ob man – wie ich – in einem Medienunternehmen mit periodisch erscheinenden Publikationen, in einer Fabrik mit Hochdruckproduktion zur Festtagssaison oder in einem Warenhaus arbeitet, wo die Menschen schließlich ihre Weihnachtseinkäufe erledigen.

A propos Weihnachtsshopping: Schon alle Geschenke beisammen, oder nur den Angstschweiß auf der Stirn, wie und wann man die nur alle besorgen soll? Und schon die Wohnung so dekoriert, dass dort eine vorweihnachtliche Atmosphäre herrscht und Besinnlichkeit einkehrt? Schon etwas Besonderes für die kleinen und großen Kinder zum Nikolaustag vorbereitet? Die Mehrheit von uns hat ihre ganz eigene To-do-Liste, die sie zum „Fest der Feste“ dringend abgearbeitet haben möchte. Schließlich soll alles feierlich, harmonisch und voller Freude sein – ja, geradezu perfekt. Aber sind diese Bemühungen um „die perfekte Weihnachtsfeier“ (klingt beinah wie eine RTL-Kochshow) nicht einfach eine Fortsetzung dessen, was uns ständig im Alltag begleitet: viel Arbeit, Pflicht und natürlich … ja, eine Menge Stress?

Ich gebe es nun einmal offen zu: Ich habe noch kein Geschenk, kein einziges, und ich schäme mich ein wenig dafür – doch irgendetwas wird mir schon einfallen. Beziehungsweise, derzeit ist das Zeitkorsett einfach zu eng, um vom Hauch der Muse ergriffen zu werden. Dazu müsste man erstmal ein paar Momente zum Durchatmen finden. Und dann?

Ich denke inzwischen, dass der Grundsatz „Prioritäten setzen“ ungemein hilfreich sein kann, wenn man vor lauter Brettern vorm Kopf und Tannenbäumen im Wald nicht mehr recht geradeaus schauen kann. Was ist wirklich noch nötig, um ein bestimmtes Ziel im Job zu erreichen? Mit wem und wie möchte ich wirklich meine Festtage verbringen? Was stresst mich derzeit am meisten, und wie kann ich die Situation entzerren? Und wie wichtig ist mir überhaupt, bei allem, was sonst so dringlich und wichtig ist, das perfekte Geschenk am perfekten Weihnachtsbaum? Möchte ich meine Wohnung wirklich aufwendig dekorieren, wenn ich vor lauter Arbeit nur sporadisch nach Hause komme?

Vermutlich bringt eine einfache Kosten-Nutzen-Zeitrechnung all diese Fragen auf den Punkt: Was lohnt sich eigentlich für mich und meine Liebsten – und was nicht? Oder, um es auf einen noch einfacheren Nenner zu bringen: First things first – nicht alles, was dringlich erscheint, ist auch von höchster Wichtigkeit. Das heißt nicht, dass ich nun aufhören werde, Familie und Freunde zu beschenken oder mich bei der Arbeit anzustrengen. Es bedeutet nur, dass einige Dinge dann eben unter „Tonne auf – Verpflichtung rein – Tonne zu“ laufen werden und auch müssen. Zum Beispiel die Dekoration eines WG-Zimmers, das ich nur abends und und wochentags sehe.

First things first bedeutet für mich, nachzudenken und ehrlich zu mir selbst und anderen zu sein. Für mich gibt es nicht das perfekte Geschenk beim perfekten Dinner. Vor allem wünsche ich mir zu Weihnachten und im neuen Jahr drei Dinge: Zeit, die zu meiner freien Verfügung steht; Inspiration, um sie mit dem zu füllen, was mich und die Menschen um mich herum begeistert; und schließlich Liebe, ganz viel Liebe, um gemeinsam mit denen, die mir am Herzen liegen, neue Erinnerungen zu schaffen. Solche Erinnerungen, von denen ich zehren kann, wenn mal wieder „Land unter ist“. Nicht zu vergessen, als vierten Wunsch, die Kraft, an jeder Herausforderung zu wachsen.

Da mir über die Feiertage in einigen Wochen kaum Zeit bleiben wird, einen tiefsinnigen Text über Besinnlichkeit, gute Vorsätze und Prioritäten zu schreiben, wünsche ich damit allen Lesern des „Blauen Ritters“ schon an dieser Stelle eine erfolgreiche und entspannte Weihnachtszeit zu wünschen.

0 Kommentare zu “Cats Gedankenwelt: First things first!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!