Cat’s Couch: Zeugen falscher Versprechungen

Cat's Kolumne - Foto: Katherina Ibeling
Cat’s Kolumne – Foto: Katherina Ibeling

Es gibt viele Gründe, warum Frauen das Bad oftmals mit mehr Shampooflaschen, Haarsprays und Schminksachen vollstellen, als sich ihre Männer logisch erklären können. Die gute Nachricht ist: Es existiert für die meisten „Regalhüter“ eine logische Erklärung. Die schlechte allerdings gleich hinterher – bis das „Woman Spreading“ im Badezimmer der Vergangenheit angehört, kann es noch lange dauern.

Das „Man Spreading“, also eine nicht gerade Platz sparende Sitzhaltung von Männern in öffentlichen Verkehrsmitteln, ist derzeit in aller Munde. Eher als selbstverständlich nimmt man aber hin, dass auch wir Frauen gerne mal mehr Platz einnehmen, als wir nach logischen Gesichtspunkten bräuchten – „Woman Spreading“ also. Das gilt vor allem für das heimische Badezimmer, und ja, da müssen sich viele von uns (natürlich mit Augenzwinkern) auch an die eigenen gepuderten Nasen fassen. Wer sich mit einer schönheits- und stylingbewussten Frau das Bad teilen muss, oder gleich mit mehreren, hat es nämlich überhaupt nicht leicht. Pragmatisch betrachtet haben viele von uns Frauen nämlich von allem zu viel – von Augen-Make-up bis hin zu Waxing-Streifen. Aber warum machen wir das eigentlich? Aus meiner Sicht als Frau gibt es dafür drei Hauptgründe.

1. Im Dutzend billiger

Vielleicht ist es bei uns mit dem Lieblingsshampoo wie beim Heimwerker mit dem Nagelset (das aus dem Baumarkt, versteht sich). Selbst, wenn es eigentlich sinnlos ist und Platz wegnimmt, gleich einen ganzen Vorrat an etwas zu kaufen, bringt es einen Vorteil. Nämlich, dass man (oder frau) erst nach Monaten wieder losziehen müsste, um neues Shampoo oder neue Bodylotion zu besorgen. Außerdem ist der einzelne Artikel im Mehrfachset oftmals billiger, weswegen Sammlerinnen und Schnäppchenjägerinnen gerne zuschlagen. An sich ist das nicht doof, wenn nur die ewige Verführung nicht wäre – denn bei der nächsten Rabattaktion geht es so mancher vermutlich wieder genauso, und so füllen sich die Reserven mehr auf, als sie müssten. Tipp: Erinnert uns hin und wieder daran, dass wir die Special Edition unserer Lieblingsartikel nicht auch noch ein drittes Mal kaufen müssen.

2. Verloren im Strom von Reizen

Wenn man es einmal nüchtern betrachtet, geht es immer nur um eines: konsumieren. Irgendwie ist es schon eine besondere Art der Prostitution, wenn alles einen auf Leuchtplakaten und Rabattschildern anschaut und in unser Unterbewusstsein ruft: „Na los, kauf mich. Einmalige Chance!“ Sprich, an jeder Ecke finden sich Appelle, doch endlich mal wieder etwas zu konsumieren – das beginnt beim morgendlichen Gang zur Bushaltestelle beim H&M-Plakat und endet mit der Fernsehwerbung für Maybelline, die sagenhafte fünf Male oder mehr während einer einzigen Episode von GNTM ausgestrahlt wird. Fünfmal der gleiche Spot! Kein Wunder, dass es unser Bewusstsein schwer damit hat, diesem ständigen Strom von Reizen zu widerstehen. Das Resultat: Viel zu viele Tuben, Tiegel und Fläschchen, die unser Unterbewusstsein für „notwendig“ hielt, die im aber dann im Endeffekt doch einfach nur rumstehen.

3. Retuschiert und weichgespült

Es verleitet aber nicht nur die Häufigkeit von Werbung dazu, viel Kram zu kaufen, der sich dann doch als nutzloser Staubfänger erweist; auch die Werbeversprechen tun ihren Teil dazu. Bevor ihr, liebe Männer, uns nun auslacht („Seid ihr doof, dass ihr der Werbung glaubt …“), geht einen Moment in euch. Fühlt ihr nicht auch bei einem Spot über den neuesten, heißesten Sportwagen kurz das Bedürfnis, diesen besitzen zu wollen? Oder beneidet ihr nicht auch einen Momeng lang den Typen, der mit dem neuen Axe-Deo plötzlich die schönsten Frauen bekommt? Also, noch Fragen? Let’s face it: Es gibt für jeden von uns Werbelügen, die wir gerne glauben, oder zumindest glauben wollen. Produkte, die uns auf einfache Art ein jugendliches Aussehen und strahlende Schönheit versprechen, stehen dabei eben bei einem Großteil des weiblichen Geschlechts ebenso hoch im Kurs wie die neueste Musikanlage für einen Autotuner.

Man(n) kann davon halten, was man will – vermutlich wird es dauern, bis unsereine sich nicht mehr nach Schönheitsidealen richtet und sich nicht mehr vom oberflächlichen Glanz der Werbeplakate blenden lässt. Also, habt ein wenig Geduld, wie wir sie auch mit euch haben wollen! Welche Beautyprodukte übrigens zu den häufigsten „Regalhütern“ gehören, verrate ich euch gerne – in einer der nächsten Episoden von Cat’s Couch.

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