Cats Couch: Vater werden ist (doch) schwer!

Viele Änderungen, mehr Verantwortung: Vater werden ist ein Abenteuer
Viele Änderungen, mehr Verantwortung: Vater werden ist ein Abenteuer

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“- ein bewährtes Sprichwort, das viele Männer aus dem Wortschatz ihrer eigenen Eltern und Großeltern kennen. Aber stimmt das in allen Fällen? Wohl kaum – werdende Väter müssen ebenso wie ihre Partnerinnen eine Menge mitmachen und ihr Anteil an der Schwangerschaftszeit und an den ersten Monaten mit Baby wird häufig unterschätzt.

Überall liest man in den sozialen Medien massenhaft über Schwangerschaft, Geburt und Stillen – als reine Frauenthemen. Das kann sehr praktisch sein, wenn man sich einfach über den derzeitigen Status Quo des Ungeborenen während der Schwangerschaft, eventuelle Schwierigkeiten und Lösungen und Erfahrungen anderer Mütter informieren möchte. Besonders, seit mein Mann und ich selbst ein Kind erwarten, bemerke ich immer wieder, wie sehr der Fokus meiner Umwelt sich auch auf die kleine Maus richtet, die da bisher unbehelligt in ihrer Fruchtblase heranwächst. Bis zu einem bestimmten Grad an Privatsphäre genieße ich das, denn es zeigt mir, dass ihnen allen etwas an „uns“ liegt. Manchmal fühle ich mich als werdende Mutter allerdings geradezu erschlagen von all den Ratschläge, Ideen und Fakten rund um diese Zeit voller neuer Herausforderungen und Überraschungen. Und ich vermisse gerade im medialen Kontext häufig eines: die Einbeziehung des Vaters, der ja in der Regel alles andere als unbeteiligt am „Projekt Kind“ ist.

Mehr als nur Erzeuger

Auch Väter machen sich ihre Gedanken um die Zukunft
Auch Väter machen sich ihre Gedanken um die Zukunft

Zugegeben, es gibt nicht wenige Fälle, in denen sich die Rolle des werdenden Vaters wirklich auf die eines Erzeugers und „Samenspenders“ beschränkt und wir Frauen für alles Weitere komplett allein verantwortlich sind. Zum Beispiel, wenn, abgesehen von finanzieller Unterstützung nach der Geburt, von Seiten des männlichen Partners absolut das Interesse am eigenen Kind fehlt. Oder wenn ein Kind „anonym“ durch eine Samenbank entsteht und „Mama in spe“ aus Prinzip keine Elternbeziehung mit dem Spender eingehen, sondern es allein erziehen möchte. Dennoch sollte den Männern, die sich vomn Beginn an als Väter einbringen, mehr Aufmerksamkeit und Respekt entgegengebracht werden. Denn häufig wird bei aller Konzentration auf Mutter und Kind vergessen, was eigentlich ihr Partner bei Schwangerschaft, Geburt und in der Zeit an Unterstützungsarbeit leistet. Ganz nach dem Motto: „An der Seite jeder entspannten Mutter steht ein engagierter Mann“ (oder in lesbischen Beziehungen eben eine zweite Frau – was ebenso viel Respekt verdient). Auch wenn die Verantwortung für ein neues Leben im Mutterleib, die Geburt und eventuell auch das erste Bonding nach wie vor weitgehend „Mamasache“ sind, tun unsere Partner dennoch eine ganze Menge, um uns all dies zu erleichtern!

Wofür wir dankbar sein können …

Mächtig unausstehlich: In der Schwangerschaft können Frauen zu Diven werden
Mächtig launisch: In der Schwangerschaft können Frauen zu Diven werden

Der Fels in der Brandung. Auch, wenn ich mich selbst eher zu den rationalen und „unkomplizierten“ Schwangeren zählen möchte, weiß ich, dass diese Zeit für andere Frauen eine sehr emotionsgeladene mit zahlreichen überschäumenden Gefühlen ist. Dabei wird oft und gerne vergessen, dass auch der Partner sicherlich seine ganz eigenen Unsicherheiten, Zweifel und Ängste hegt und die werdende Mutter damit nur nicht belasten will. Dabei sind diese sicherlich ebenso relevant und ernst zu nehmen wie die jeder hormonbelasteten Schwangeren – es lohnt sich also, über den eigenen Babybauch hinaus zu schauen und sich damit auseinanderzusetzen.

Wunder sind gratis und Unmögliches wird sofort erledigt. Während manche Zeitgenossin der Geburt und der ersten Zeit mit Baby eher gelassen und geplant entgegensieht, kann manch andere Schwangere, ohne es zu wollen, zu einem wahren Hausdrachen werden. Sie zufriedenstellen? Eine „Mission Impossible“, an der jeder Actionheld verzweifeln würde. Übrigens genießen die Partner jener Frauen, die unter dem Einfluss von Hormonen zu wahren „Mamamonstern“ mutieren, mein volles Mitgefühl und meinen Respekt für ihre Nervenstärle bei einem solchen Drahtseilakt. Es ist sicherlich nicht einfach, sich ständig mit Heulkrämpfen, „ich will aber Erdbeeren“-Trotzmomenten und Wutanfällen aus dem Nichts herumzuschlagen und dabei noch ein gelassener, liebevoller Freund oder Ehemann zu bleiben.

Auch mein Msnn und ich freuen uns schon auf unser "Kätzchen"
Auch mein Mann und ich freuen uns schon auf unser „Kätzchen“

Neue Aufgaben – höherer Einsatz. Je weiter Kind und Vorfreude wachsen, desto eingeschränkter werden wir werdenden Mütter in dem, was uns körperlich noch möglich ist. Dies bedeutet auch eine Menge mehr Einsatz für den Partner, denn zum Beispiel das Heben schwerer Gegenstände (auch Einkaufstüten) über fünf bis zehn Kilogramm, manche Haushaltstätigkeit, die mit Bücken oder Strecken verbunden ist oder längere Fußwege und Treppensteigen ohne Verschnaufpause sind irgendwann einfach nicht mehr drin. Außerdem übernimmt mancher Mann für seine Herzensdame, sollte sie wegen ihres Hormonspiegels etwas vergesslich geworden sein, auch gerne mal die „Managerrolle“. Auch in den ersten Wochen nach der Geburt winkt oft noch „Extraeinsatz“ in Form von Aufgaben, die in der Regenerationsphase einfach sonst ständig ebenso wie die frisch gebrackene Mutter liegen bleiben würden.

Teamwork ist gefragt

Etwas differenzierter betrachtet ist Vater werden also doch schwer, nicht erst, wenn der kleine Wirbelwind erst einmal auf der Welt ist. Dies soll die Verantwortung und Belastungen, die eine Frau buchstäblich „herumträgt“, keinesfalls schmälern oder herabsetzen. Im Endeffekt geht es darum, sich von einem funktionierenden Paar zu einem eingespielten Elternteam zu werden und das erfordert immer einen gemeinsamen Einsatz sowie eine Menge Zugeständnisse. Gerade in einer Zeit, wo Väter immer mehr und bereitwilliger Verantwortung im Familienalltag übernehmen und auch zum Teil ihre eigene berufliche Laufbahn für längere Erziehungszeiten unterbrechen – beides positive Signale dafür, dass sich etwas bewegt im morschen, konventionellen Rollengefüge. Ob als Versorger oder als ständig anwesender Ansprechpartner für seine Kinder: Väter sind wichtig. Damit „Papas in spe“ sich aber auch als gleichwertige Partner beim Abenteuer Familienplanung fühlen können, muss man auch einfach einmal sagen: Danke für alles!

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