Cat’s Couch: Tretminen im Geschenke-Dschungel

Ein süßes Geschenk - Illustration: !so?
Ein süßes Geschenk – Illustration: !so?

Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen.

Viele Männer fragen sich: Was kann ich meiner Freundin oder Frau eigentlich schenken, worüber sie sich wirklich freut? Das ist eine berechtigte und auch wichtige Frage – gerade dann, wenn Weihnachten in wenigen Wochen bevorsteht und die ersten Early-Bird-Shopper schon ihre Geschenkelisten abzuhaken beginnen. Doch auch vor Geburtstagen, Hochzeitstagen und Valentinstag (insofern man ihn denn feiert) kommt die gleiche nervige Frage auf. Natürlich und leider habe ich dafür auch kein Patentrezept, aber ich möchte euch hier ein paar Ideen aufzählen, die meiner Erfahrung nach einfach Bombe sind und andere, die eher im negativen Sinn für eine Bombenstimmung sorgen können. Sprich, Tretminen im Geschenkedschungel, Fallen, wo man(n) doch mal arglos hineintappen kann …

Foto: Joan Green
Foto: Joan Green

Zuerst ein Tipp im Voraus: Wenn ihr euch nicht sicher seid, beobachtet sie oder fragt notfalls, was sie sich wünscht. Manche Frauen sind – aus welchen Gründen auch immer – nicht dafür bekannt, ihre Wünsche direkt und offen zu äußern, was es euch nicht gerade leichter macht. Eine beliebte Praxis stattdessen: Auf etwas im Schaufenster oder in einem Onlineshop zeigen und es „sooooo schön, süß, sexy … (bitte Adjektiv einsetzen)“ zu finden. Persönlich bin ich da eher der direkte Typ, aber wie man in Kölle sagen würde: Jeder Jeck ist anders.

Was immer geht:

Erinnerungen wecken: Viele von uns Frauen – ich eingeschlossen – lieben alles, das gemeinsame Erinnerungen dokumentiert. Also ein gerahmtes Foto, ein Video mit Urlaubsbildern, eine Collage … Kreativität geht vor Einkaufspreis und ist sogar (fast) kostenlos. Außerdem ist es viiiiel romantischer, zu sehen, dass der Partner sich wirkliche eigene Mühe gemacht hat, anstatt einfach in einen Laden zu gehen.

A propos romantisch …

Gemeinsame Unternehmungen: Anstatt der Nostalgie nachzuhängen, kann man(n) natürlich auch neue denkwürdige Momente schaffen. Das könnte ein Besuch im Theater, eine prickelnde Nacht im fremden Hotelbett oder ein tolles Picknick bei Sonnenuntergang mit Wein und Kerzen sein. Viele Frauen mögen auch Unternehmungen, die mit Wellness zu tun haben – zum Beispiel in der nächstgelegenen Therme …

Wenn einem in Stress- und Zeitnotphasen einfach mal die Fantasie abhanden kommt, was normal und verständlich ist, kann man auch ruhig einfach die „Faulenvariante“ nehmen und in einen Laden gehen. Ja, Onlineshop gilt auch …

Dinge, die sie gebrauchen kann: Das muss nun nicht unbedingt eine Kiste Mineralwasser sein oder ein neues Badregal, aber man kann durchaus das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Ein schönes Portemonnaie mit viel Platz für Krankenkassen-, Kunden- und EC-Karten zum Beispiel, oder einen Schal, damit SIE sich nicht bei der nächsten Gelegenheit eine dicke Grippe holt.

Dinge, die zu ihren Hobbies gehören: SIE hat eine Lieblingsserie? Kaufe sie ihr auf DVD und schaue sie mit ihr zusammen bei einem gemütlichen Fernsehabend. Sie mag Bauchtanz? Ein schöner Schleier oder Kopfschmuck kommen sicher gut an ….

Dinge, von denen sie selbst schon oft gesprochen hat oder dir gezeigt hat: Da waren doch diese tollen Stiefel, die sie sich nie getraut hat zu kaufen, weil sie das aktuelle Budget zu sprengen schienen. Oder die Perlenohrringe im Schaufenster des Juweliers, das Batiktuch aus dem Eine-Welt-Laden … Aktiviere deine Erinnerung daran – siehe „Beobachten“.

Eine kleine Episode dazu aus dem „Nähkästchen“: Mein Vater kann sich manchmal unheimlich schlecht merken, was andere sich zu Weihnachten wünschen – speziell seine eigene Frau, die so eben meine Mutter ist. Letztes Jahr wollte sie unbedingt ein bestimmtes Parfum haben, aus einer ganz bestimmten Parfümerie. Ich erinnere mich, dass mein Vater mich, als sie gerade weggeschaut hat, kurz zur Seite nahm und mir zuflüsterte: „Geh doch mal eben da rein und mach mit deinem Handy ein Foto, dann schick es mir per Mail.“ Nunja, die Verkäuferin musste schmunzeln, als ich ihr mein Anliegen erklärte. Nobody’s perfect – aber zu irgendwas muss es ja gut sein, wenn der Nachwuchs ein Smartphone besitzt.

Leider kann man(n) auch in viele explosive Fettnäpfe bei der Geschenkauswahl treten …

Kleidung oder Dessous, wenn man sich bei Größe nicht sicher ist: Das kann nur schiefgehen, Jungs. Ehrlich. Der Idealfall: Alles passt und sie wird euer Augenmaß bewundern. Worst-Case-Szenario 1: Es ist zu eng oder kurz … Sie fühlt sich fett, hässlich und unansehnlich darin – ein echter Dämpfer für das weibliche Ego! Worst-Case-Szenario 2: Das gekaufte Teil ist viiiiel zu weit und sieht aus wie ein Sack, und eure Partnerin wird sich fragen: Oh Gott, sehe sich in anderer Kleidung wirklich so breit aus?

Sex- und Fetischspielzeug: Es ist super und macht Spaß, miteinander seine sexuellen Fantasien und die, die es vielleicht mal werden könnten, auszutesten. Aber: Vor allem bei extremeren Toys oder oder Utensilien sollte man(n) doch vorher abklären, ob die Partnerin die eigene Vorstellung überhaupt teilt oder sich vorstellen kann. Gleiches gilt übrigens für Erwachsenenfilmchen und sehr spezielle Dessous. Hier hilft, wie so oft, die gewünschte Erkenntnis vorher durch so etwas wie „darüber Reden“ zu erlangen.

Urlaub auf Verdacht buchen: Urlaub und Reisen sind toll – sie vertreiben für eine Weile die Routine aus dem Alltag. Selbstverständlich ist es auch super, wenn der Partner einen zu etwas einlädt. Es könnten sich nur einfach einige praktische Probleme ergeben. Beispiele gefällig? Du buchst über Silvester heimlich ein gemütliches Skihotel mit Skipass. Der Haken ist nur, dass deine Freundin eine Heidenpanik davor hat, auf wackligen Brettern über Pisten zu rutschen. Oder du reservierst ein Zimmer in Venedig für einige Tage, Gondelfahrt inklusive. Leider hätte sie ihren Urlaub Wochen bis Monate vorher anmelden müssen und gerade dann ist die Kollegin schon auf Ibiza. Die Lösung des Problems könnten – so blöd das klingt – liebevoll gebastelte Gutscheine sein. Dann könnt ihr das zusammen entscheiden.

Dinge, die so gar nicht ihren Interessen entsprechen: Einem Deko-Muffel eine teure Glasvase schenken oder einer Krimileserin ein Kochbuch? Um beim Kochtopf zu bleiben … Erinnert ihr euch noch ans Topfschlagen, wenn alle anderen Kinder riefen: „Kalt, kalt, kaaaaaalt …“

Unternehmungen, die du magst, aber sie nicht: Du liebst Bergwandern, sie will aber lieber ans Meer und in der warmen Sonne Cocktails schlürfen? Oder: Du willst mit ihr mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug springen, sie hat aber höllische Höhenangst? Zuletzt: Du schenkst ihr ein tolles Fotoshooting, aber sie findet sich gar nicht fotogen? Das alles sind Dinge, die Kompromisse erfordern – sich aber garantiert nicht als Geschenk eignen.

Ihr habt eigene Ideen, Anregungen und No-Gos? Dann bin ich gespannt darauf, diese in euren Kommentaren zu lesen!
PS: Wir Frauen haben genau die gleichen Fragen und Probleme übrigens auch – und sind über eure Tipps aus Männersicht dankbar …

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