Cat’s Couch: Furien, Miesepetras und Gewitterhexen

Foto: Privat
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Die meiste Zeit über gelten wir Frauen als das ausgeglichenere und weniger aggressive Geschlecht. Auch, wenn das im Einzelfall sicher unterschiedlich ist, bemühen sich die meisten von uns im Alltag um Selbstbeherrschung und Harmonie. Ziehen dann doch einmal dunkle Wolken auf und die Laune schlägt um, wissen Männer nicht immer, wie sie damit umgehen sollen. Hier ein paar Tipps, was (oft) funktioniert – und was man(n) gegenüber einer schlecht gelaunten Frau besser sein lässt …

An manchen Tagen wünscht man sich, sie gingen einfach schneller vorbei. Am besten schon kurz nach dem Aufstehen. Aufwachen – kurz ins Bad, dann in die Küche, einen Schluck Wasser trinken – und dann wieder einschlafen bis zum nächsten Morgen. Leider kündigen sich Ärger, Stress und Pech nicht frühzeitig an und „et kütt, wat kütt“ (wie der Kölner sagen würde). So kann es sein, dass wir (wie ein Mann auch) morgens gut gelaunt das Haus verlassen und abends in einer Stimmung nach Hause kommen, bei der ein Piekser zum Platzen reicht. Wie bei einem überladenen Luftballon. Oder es ist einfach ein latenter Missmut, ein eher deprimierter Zustand, der sich über eine Weile eingeschlichen hat. Doch auch, wenn es so aussieht – wir werden nicht zu Furien, Miesepetras oder Gewitterhexen. Zumindest nicht auf Dauer. Hier sind ein paar Dinge, die ihr über den Umgang mit schlecht gelaunten Frauen wissen solltet …

Was die Wogen glätten kann

Fragen, was uns bedrückt. Fragen kostet nichts – und es liegt bei vielen von uns Frauen in Charakter und Prägung, dass wir gerne auch über unseren emotionalen Zu- oder Missstand reden. Einfach, um es einmal loszuwerden.

Zeit und Geduld. Wer nachfragt, muss sich auch Zeit für die Antwort nehmen. Wenn ihr unsere Gefühle ergründen wollt, müsst ihr euch auch voll darauf konzentrieren. Und nicht daran denken, dass in zehn Minuten Anpfiff bei der Fußballübertragung ist.

Streicheln oder in den Arm nehmen. Eine Berührung sagt mehr als die schönsten Worte, sie kann dabei auch mehr ausdrücken, dass wir für euch wertvoll und wichtig sind.

Erstmal in Ruhe lassen. Wenn eine Frau signalisiert, dass sie erst einmal etwas Zeit für sich braucht, dann lasst ihr diese Zeit. Oftmals hat unser Ärger gar nichts mit euch zu tun und wir wollen ihn deshalb nicht an euch auslassen. Oder wir müssen selbst erst einmal unsere Gefühle ordnen.

Schokolade, Eis oder etwas anderes zu knabbern anbieten. Ein Frustsnack, zum Beispiel ein Riegel Trostschokolade, ist etwas, das (meistens) schnell Wirkung zeigt und überreizte Nerven beruhigt.
Eine Unternehmung vorschlagen. Auch Ablenkung, wie ihre absolute Lieblingsserie zusammen anschauen oder einen Spaziergang mit anschließendem Bier- oder Cocktailtrinken kann Wunder bewirken.

Wenn gar nichts hilft, die Sache jemandem überlassen, der sich auskennt. Zum Beispiel der besten oder einer sehr guten Freundin. Sie ist selbst eine Frau und versteht selbst Dinge, die einem männlichen Zeitgenossen in Bezug auf das weibliche Gefühlsleben als ungelöstes Rätsel erscheinen.

Was das Fass zum Überlaufen bringt

Ängste und Sorgen herunterspielen. Wirklich, das geht gar nicht. Wenn sie sich dem Menschen anvertraut, den sie liebt, will sie sicherlich nicht hören „Du übertreibst doch!“ oder „Ist doch halb so wild …“. Nein, für uns ist das Ärgernis im Alltag eben doch belastend und es bringt unsere emotionales Gleichgewicht durcheinander. Deswegen wollen wir ernst genommen werden.

Mit praktischen Ratschlägen um sich werfen. Wenn wir traurig, frustriert oder unzufrieden sind, wollen wir vor allem erst einmal eines – verstanden und in unserer Emotionalität angenommen werden. Wir wollen Trost und Liebe erfahren, egal, wie klein das Problem euch erscheint. Sprich: Frauen wünschen sich oft ein Gegenüber, das sie rückhaltlos auf Gefühlsebene versteht, während (zumindest manche) Männer in einer Frustsituation lieber gleich Lösungen entwickeln. Tipp: Mit praktischen Lösungsvorschlägen warten, bis die emotionale Notlage überstanden ist.

Öl ins Feuer gießen. Wer zum Beispiel bei Ärger mit dem Vorgesetzten gleich verlauten lässt, in welchen Punkten der „Gegenspieler“ recht hat, schlägt sich im ersten Moment der Wut auf die gegnerische Seite. Eine Geste, die Vertrauen nimmt und den Partner als unloyal erscheinen lässt. Natürlich lassen sich später, wenn wir aus dem „schwarzen Loch“ wieder hervorgekommen sind, auch wieder sachliche Diskussionen über das Thema an sich führen.

Ungeduld und Eile. Wenn ein Mann reden will, gehen wir davon aus, dass er auch wirklich reden will. Dass ihn unsere Gefühlswelt interessiert und dass er ein ernsthaftes Interesse daran hat, uns zu verstehen – nicht nur auf Sachebene. Ein Großteil der Kommunikation verläuft nämlich über eine reine Beziehungsebene.

Auf Antworten drängen. Umgekehrt gilt: Man kann niemanden zum Gespräch zwingen. Sobald wir unser Gedankenkarussell aus eigener Kraft verlangsamen oder stoppen konnten, werden wir schon von allein wieder auf euch zukommen.

Sex als Universallösung. Das funktioniert … nicht. Für viele Frauen hängt das emotionale Gleichgewicht mit der Libido zusammen und ein Punkt ist ohne den anderen nicht denkbar.

Natürlich ist jede(r) anders und geht auch unterschiedlich mit negativen Gefühlen um. Das Beste wird es wohl sein, darauf zu vertrauen, dass auch die eigene Miesepetra, Gewitterhexe oder heimische Furie sich dabei oft am besten kennt und weiß, was ihr gut tut.

1 Kommentar zu “Cat’s Couch: Furien, Miesepetras und Gewitterhexen

  1. Allen Punkten kann ich 100%ig zustimmen. So sind wir, und wir stehen dazu, dass wir so sind, und genau deshalb sind wir so liebenswert.

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