Cat’s Couch: Die (un)heimlichen Freuden des Winters

Caspar David Friedrich: Winterlandschaft (1811)
Caspar David Friedrich: Winterlandschaft (1811)

Sobald es draußen kälter und dunkler wird, scheint es, dass die Stimmung mit den Temperaturen sínkt. Vor allem bei den Wetterfühligen unter uns Frauen. Trotzdem gibt es einige Aspekte, über die sich viele Angehörige des weiblichen Geschlechts wohl freuen dürften – und es zum Teil auch (un)heimlich tun …

„Was für ein tristes Wetter“, „Da fühlt man sich wie im Kühlschrank“, „Ich glaube, ich wander aus“ … Wenn es um das Wetter geht, gibt es derzeit eine Menge zu meckern. Dunkel, kalt, nass, ungemütlich … einfach deprimierend. Ich bin selbst auch eher ein bekennender glühender Fan des Sommers, doch es gibt, wenn man darüber nachdenkt, einiges, was für den Winter spricht. Ein „Best of“ hier.

Sexiness ist Nebensache

Wintersachen müssen vor allem eines sein – warm. Das ist exakt das Kriterium, das zählt. Ob das dann noch schick oder gar sexy aussieht, wird zur Marginalie. Sieht man im Sommer massenweise nackte (und oftmals beneidenswert gebräunte) Haut, sorgt die Kälte doch für eine Art „Körperdemokratie“. Keine Frau will frieren, ob Model-Verschnitt oder Frau Müller von nebenan. Also rein in die dicken Winterstiefel und die Daunenjacke! Auch die Männer haben so endlich mal wieder etwas anderes zu tun, als knackigen Hintern in Hotpants hinterherzuschauen; die frieren nämlich selbst und können viel zügiger und zielorientierter durch die Weltgeschichte spazieren.

Problemzonen? Wo?

Foto: Marianne Stehle - Illustration: !so?
Foto: Marianne Stehle – Illustration: !so?

Die Sommersaison beschenkt uns Frauen mit einer Menge Endorphinen, leckerem Eis und luftiger Mode, doch das Licht des riesigen glühenden Planeten in Verbindung mit dem (gefühlten) Zwang, wegen der Hitze die meisten Hüllen fallenzulassen, kann eine Menge Unwohlsein mit sich bringen. Dann zum Beispiel, wenn man eben nicht aussieht wie die Damen auf den Bikiniwerbeplakaten. Sprich: Echte oder eingebildete „Problemzonen“, sie wohl jede Frau kennt, sind offen für Hinz und Kunz sichtbar, machen verwundbar, anfällig für negative Gedanken, die den schönsten Sommertag trüben können. Sonnenlicht kann grausam sein. Jetzt heißt es wieder: „Frauen, packt eure Brüste ein … Liebe Frauen, zieht euch bitte etwas an“ (um hier mal mit Fettes Brot zu sprechen). Wer jetzt (eigene oder fremde) Problemzonen mit dem bloßen Auge sucht, muss sich diese nun unter mindestens drei Lagen Kleidung vorstellen. Also ziemlich unpräzise, quasi eine Einbildung.

Zeit für Kitsch und Romantik

Wer in den vergangenen Monaten Romantik und Highlights der Zweisamkeit in der Beziehung vermisst hat, weil er sich offenbar einen wahren Romantikmuffel geangelt hat, hat genau jetzt alle Trümpfe in der Hand. Zu Weihnachten und Silvester hat nämlich selbst der größte Gegner von Kerzenschein und Küssen bei Feuerwerk keine Ausrede mehr. Auch, einen Kuss unter dem Mistelzweig zu verweigern, gilt vielerorts als Traditionsbruch. Außerdem ist es ja nun viel gemütlicher, vor dem prasselnden Kamin oder an der warmen Heizung zu kuscheln, als sich Freunden in der Kneipe zu treffen, oder? Es gibt wohl auch kaum andere Anlässe und Jahreszeiten, zu denen man auch den größten Action-Liebhaber zu Liebesschnulzen und Disneyfilmen überredet bekommt.

Süßes und Fettiges, soweit das Auge reicht …

Manche Frau mag beim Genuss leckerer Kalorienbomben im Sommer und Frühherbst ja noch ein schlechtes Gewissen gehabt haben ( „Wie seh ich denn dann in meinem Sommerkleid aus …“), jetzt im Winter macht es aber wirklich jeder – naschen und schlemmen. Besonders die anstehende Weihnachtszeit hebelt viele Bedenken aus, denn Anlässe und Varianten gibt es genug, vom Adventskaffee bei Oma und Opa bis zum Weihnachtsmarkt. Also: Genießen wir ohne „Reue“, der nächste Sommer mit seinem erbarmungslosen Flutlicht auf Marskrater und Haarstoppeln kommt sowieso – später.

Ab in den Schnee – oder in den Flieger!

Über die Feiertage machen viele Firmen Betriebsurlaub, Semesterferien fallen auch großzügig genug aus, um eine oder zwei Wochen Urlaub einzuplanen. Ob man sich doch den Sommer wiederholt und sich in den Flieger gen Süden setzt, eine Städtereise mit der Bahn macht oder auf Skiern und Snowboard den Berg oder auch nur den Idiotenhügel heruntersaust, ist dabei sekundär. Um die Feiertage herum sind viele Chefs bereit, vielleicht etwas großzügiger Urlaub zu geben als sonst.

0 Kommentare zu “Cat’s Couch: Die (un)heimlichen Freuden des Winters

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!