Kategorie: Wörterbuch-Roman

B | Ein biographisches Wörterbuch

Wenn ich die Fähigkeit dazu besäße, würde ich ein biographisches Wörterbuch herausgeben, und etwa in alphabetischer Ordnung zunächst alle die zusammenstellen, welche keinen Bart tragen. Der Kürze wegen könnten die Lebensbeschreibungen der Gelehrten, Literaten, Künstler, ausgezeichneten Krieger und Staatsmänner, – überhaupt all der Menschen, welche vom allgemeinen Interesse in Anspruch genommen werden, wegfallen; ihr Leben ist einförmig, langweilig; Erfolge, Talente, Verfolgungen, Beifall, ein Leben im oder außer dem Hause, der Tod auf halbem Wege, Armut im Alter – das alles gehört nicht dem Betreffenden, sondern seiner Zeit. Darum vermeide ich keineswegs biographische Abschweifungen: sie offenbaren den ganzen Reichtum der Schöpfung.

Wer Lust hat, mag daher diese Episoden überschlagen, aber damit überschlägt er auch zugleich die Erzählung selbst. | Aus Alexander Herzens: Wer ist schuld?

***

Alexander Herzen porträtiert von Nikolai Nikolajewitsch Ge, ca. 1867

Alexander Iwanowitsch Herzen (Pseudonym Iskander; * 25. Märzjul./ 6. April 1812greg. in Moskau; † 9. Januarjul./ 21. Januar 1870greg. in Paris) war ein russischer Philosoph, Schriftsteller und Publizist.

Wenn das -a- zum Marker wird

ist das welt a im wort?
ist a das welt im wort?
ist das welt im a wort?
a ist das welt im wort?
ist das a welt im wort?
ist das welt im wort a?

das ist welt a im wort.
das ist welt im wort.
das ist welt im a wort.
a das ist welt im wort.
das ist a welt im wort.
das ist welt im wort a.

Das a als Marker für die Betonung und damit für Sinn-Variationen innerhalb des Fragen-Antwort-Reigens und legt schließlich eine gewisse Beliebigkeit bei der Beantwortung der Frage nahe, denn wo ein a ist muss doch auch ein b, ein c sein, oder?

Inspiriert von Ernst Jandl.
Titelbild: Das japanische Kana A

M wie Mond

Erinnerungslücken zur Nacht | Gewohnt, die Dinge zu nehmen wie sie kamen, war sein Leben so ein gleichmäßiges, arbeitsreiches gewesen, so ein völlig traumloses, wie auch ein guter, gesunder Schlaf traumlos sein muss. Er hatte ganz ohne Rührseligkeiten gelebt, ganz ohne Sehnsucht & Liebesdinge.

S wie Selbst-Laute

Der Symbolist Arthur Rimbaud [1854 – 1891] stellt in seinem Gedicht Selbst-Laute seine Assoziationen zu Klang und Aussehen der Vokale zusammen.

Gedanken 1 | Wie mögen die Assoziationen aussehen, wenn die Schrift verändert wird, z.B. bei Verwendung der Unziale oder Minuskel?

Wappen

Gedanken 2 | Eine Stadt nur aus Vokalen: Ii – Ort in NordFinnland, nahe Oulu. 9685 Einwohnern/2016
Normalerweise sind finnische Worte eher lang & reich an Vokalen. Die nordfinnische Gemeinde „Ii“ besteht dafür zu 100% aus Vokalen. Aus dem Samischen „iddja“ oder „ijje“ abgeleitet, bedeutet der Namen „Nacht“.

Das erste von zwei Bahnhofsgebäuden in der Gemeinde Kuivaniemi, zu der auch Ii gehört. Entstanden 1904, als Station auf der Oulu–Kemi-Linie. Das Gebäude liegt heute im Stadtzentrum. Die neue Bahntrasse liegt außerhalb des Ortes. Heute wird das Haus privat bewohnt.

Stadtwappen seit 2007. Entworfen 1967 von Kaj Kajander.

Das alte Bahngebäude in Ii aus dem Jahre 1904

Z wie Zwielicht

Gemälde | Karl Wilhelm Diefenbach (1851–1913) | Frage an die Sterne | 1901  — Erster Gedanke: hier fehlt das Zwielicht.

***

Ich muss aufhören. Meine Gedanken verlieren sich in die dichte Nacht einer freudlosen Zukunft; die hellsten Stellen sind ein mattes Zwielicht, in dem ich die Gesichter des Vaters und meines erkenne. Wie strahlend war die Aussicht durch das offene Tor, an dem der Todesengel Wache hält! Und die Ruhe breitete sich gleich dem grellen weißen Licht aus.

Der Wecker zerfetzte die Szenerie mit seinem schrillen Tönen. Endlich. [gefunden bei Paul Heyse]

Zwielicht entstammt dem Niederdeutschen: mittelniederdeutsch twēlicht // eigentlich: halbes, gespaltenes Licht | Kein Teelicht.

Dämmerlicht, bei dem die Umrisse von entfernten Objekten nicht mehr genau zu erkennen sind.
Unangenehme, schwache Lichtverhältnisse, die durch zwei verschiedenartige Lichtquellen erzeugt werden.
Ein Gedicht Joseph von Eichendorffs (Zwielicht). Von Robert Schumann vertont | Liederkreis op. 39 (Schumann)
Verdächtige Gestalt // dubiose Handlung.

K wie Kopfkino mit Coco

Chanel, Strawinsky, Caillebotte  & Paris

“Wo sollte eine Frau ihr Parfum auftragen?” fragte mich eine junge Frau.
Meine Antwort an sie: “Wo immer sie geküsst werden möchten.”…
Coco Chanel

Igor Stravinsky | Le Sacre du printems  | Notenblätter

***

Gemälde | Gustave Caillebotte [1848-1894} Dächer von Paris

J wie Januskopf

…Denn nun schlugen die Strudel wilder, ungezügelter Phantasien über ihm zusammen. Ein Januskopf mit drei Gesichtern drehte sich auf einer Windmühle. Ein kleines Ferkelschwein mit gelben Kinderschuhen an den Füßen saß auf dem Schoß des Jankel Navratil und trank aus einer Saugflasche. Dann kam ein Hermelin mit weichem Fell und legte sich schmeichelnd an die Brust seines Wärters. Und Innocenz streichelte es, bis die Bestie auffuhr und ihm in die Kehle biss. Da schrie er auf in seiner Not, wollte entfliehen, schlug mit den Händen gegen die Schiffswand und schrie wieder, schrie, dass die Wände gellten und die Schiffsbemannung zusammenlief….

Aus: Adam Karrillon –  O Domina mea – 1920

Zum Janusdruck: Don Bernard de Montfaucon (* 16. Januar 1655 im Schloss Soulatgé in der Languedoc, Frankreich; † 21. Dezember 1741 in Paris) war französischer Gelehrter und Paläograph. Mit „L’Antiquité expliquée et représentée en figures“ (1719) kommentierte er 1120 Bildtafeln von antiken Monumenten.

Wörterbuch: L wie Luft

An dem Geländer der Terrasse, von der aus man einen Blick in den Park hatte, blühten üppige Büsche von Flieder und Akazien; schräge Sonnenstrahlen zuckten durch das dichte Laub und durchwebten die Luft mit seinen, goldenen Bändern. Phantastische Schattenbilder huschten auf dem Tische, der mit Delikatessen ländlicher Kochkunst bedeckt war. Die Luft war durchdrungen von dem Duft der feuchten, sonnendurchwärmten Erde, von Lindenblüten und Flieder. Im Park zwitscherten laut die Vögel; hie und da flog eine Bremse oder eine Biene heran und summte emsig besorgt um den Tisch; dann schlug die Frau mit ihrer Serviette in die Luft und verscheuchte die Kühne in den Park hinaus.

Wörterbuch: Q wie Burg Querfurt & Gebhard XIV.

Flodiho = Florian Hoffmann - Eigenes Werk Grabtumba Gebhards XIV. von Querfurt in der Burgkirche der Burg Querfurt
c Flodiho = Florian Hoffmann – Grabtumba Gebhards XIV. von Querfurt in der Burgkirche der Burg Querfurt – CC BY 3.0 – Quelle: wikipedia

 

Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch

Zu Querfurt saß ein Graf des Namens Gebhard, dessen Bruder war der heilige Bruno, der Apostel der heidnischen Preußen nächst dem heiligen Adalbert. Graf Gebhard war ein strenger und ernster Herr, starren Kopfes und raschen Handelns. Da er nun einmal eine Zeitlang aus seiner Herrschaft abwesend war, gebar ihm seine Gemahlin, eine edle Sachsin, auf dem Hause Querfurt auf einmal neun Kindlein. Über so reichen Segen erschraken sie und ihre Frauen nicht wenig und getrösteten sich von dem Grafen und Herrn nichts Guten, denn er war gar wunderlich und hatte schon zum öftern sich ungünstig über Frauen geäußert, die mehr als ein Kind, etwa zwei oder drei, zugleich geboren, nun vollends dreimal drei, das dürfte ihm schier allzu viel dünken und nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheinen. Wurden daher untereinander Rates, eines der Kindlein, das erste und stärkste, zu behalten und die acht übrigen beiseitezuschaffen, und ward einer der dienenden Frauen befohlen, die acht Kindlein in einem Kessel hinwegzutragen und den Kessel, mit Steinen beschwert, in den nahen Schloßteich zu senken. Dieser Trägerin begegnete der heilige Bruno, welcher damals in Querfurt lebte und in früher Morgenstunde bei einem schönen Quellbrunnen auf- und abwandelte und sein Gebet sprach, und da er ein Kindlein winseln hörte, fragte er, was sie trüge. Das Weib erschrak und sprach: Junge Welflin (Hündchen) – und wollte rasch vorübereilen, allein Bruno nötigte sie, den Mantel von dem Kessel aufzurücken, und sah die acht Kindlein und zwang der Frau das Geständnis ab, wem sie gehörten, die ihm nun auch die ganze Wahrheit sagte. Bruno legte ihr tiefes Schweigen auf, selbst gegen die Mutter, taufte in dem kupfernen Kessel, darin die Kindlein lagen, dieselben an dem Quellbrunnen und nannte sie insgesamt Bruno nach sich selbst, dann brachte er sie unter bei guten treuen Leuten zur Pflege und Auferziehung und hielt alles tief geheim, bis die Zeit kam, da er wieder gen Preußen zu ziehen gedachte. Der aufbehaltene neunte Knabe wurde Burkhart genannt und ward Hernachmals der Großvater Kaiser Lothars. Da nun Bruno aus dem Lande zu ziehen im Begriff stand, offenbarte er seinem Bruder das Geheimnis und nahm ihm das Versprechen ab, seiner Gemahlin jene frevelnde Tat nicht entgelten zu lassen, die nichts anderes wisse, als daß die Kindlein tot seien, und die Jahre her stets tiefe Reue und schmerzliche Betrübnis darob empfunden. Dann ließ er die acht Knäblein, eines gekleidet wie das andere, in das Schloß bringen und stellte sie den Eltern vor, da sahen sie wohl an Gestalt und Gebärden, daß sie des neunten rechte Brüderlein, und war Leid und Freud beieinander. Doch ließ Graf Gebhard seine Gemahlin nicht ganz ohne Strafe. Er ließ ihr ein Paar neue Schuhe machen, nicht von Leder, sondern von Eisen, und dieses Eisen ließ er glühend machen, und solche rote Schuhe mußte die Frau Gräfin auf eine Zeit anziehen, darum, daß sie in den kindermörderischen Rat eingewilligt. Selbige Schuhe, wie jenen Taufkessel zeigt man noch in der Kirche zu Querfurt, der Quellbrunnen wird noch heute der Brunsborn genannt, und der Teich, dahinein die Welflin gesenkt werden sollten, heißt noch bis diesen Tag der Wölfenteich.

In der Lauterburg bei Querfurt geht noch ein Spuk um, das Schlüsselweibchen genannt.

trennlinie2Gebhard XIV. von Querfurt (* zwischen 1310 und 1320; † 1383) war der Sohn von Bruno III. von Querfurt (* 1280) und Mathilde von Honstein (* 1285). Gebhard XIV. war Burgherr von Querfurt von 1356 bis 1383. Zusammen mit seinem Sohn Bruno V. von Querfurt übereignete er dem Kloster Reihnsdorf zahlreiche Einkünfte.

Die Tumba (Grabmal) des Gebhard XIV. von Querfurt

Das Grabmal des Gebhard XIV. findet sich in der Grabkapelle (aus dem 14. Jh.) der Burgkirche auf Burg Querfurt. Als skulpturales Meisterwerk wurde die Tumba im späten 14. Jahrhundert von böhmisch geprägten Bildhauern gearbeitet. Die Inschrift auf der Deckplatte der Tumba lautet:

Anno domini m. ccc. LXXXIII in nocte S. Katerinae obiit gebeard nobilis Dominus in quernfurt cuius anima requiescat in pace / Amen. Qui augmentavit Dominium Quernfurdensium cum munitionibus & castris Supra Scriptis: / Primo cum castro & oppido Quernfurt; quod / fuerat alienatum a Dominio Quernfurdensi Pluribus annis. Quod reobtinavit cum filia Domini Burckardti Domini de Mansfeldt tandem eruit Castra subscipta Karsdorff, Alstedt, Scheidingen, Carpenaw, Steinburg, Voxstedt cum eorum / attinentiis. Insuper eruit multa alia bona Villas, Census, Decimas, dotavit Altaria, & dilexit Pacem tenens. Ideo eius Anima / requiescat cum Christo in coelis / Amen.

Wörterbuch: O wie Orkan

river-1028779_1280_McLac2000trennlinie2Erinnerst du dich, wie ich dich in furchtbaren Stürmen durch den Urwald trug? Der Himmel schien auf uns niederzustürzen – um uns tanzten grüne Reifen von Blitzen, mächtige Äste der Kokospalmen barsten mit dem Krachen und Schreck einfallender Gewölbe und verlegten uns den Weg mit einer immer höher anwachsenden Mauer, ab und zu zerspaltete der Blitz einen tausendjährigen Stamm, so daß die Scheite um den Wurzelboden sich rings neigten und zu Boden fielen wie riesige Blätter von dem Kelch einer welkenden Blume. Der Orkan warf uns hoch und wieder zu Boden, wir stolperten, fielen, schlugen uns wund an den Bäumen, aber ich riß mich wieder auf, fiel, kroch auf den Knien weiter, kletterte über die Haufen gebrochener Äste, über die toten Leiber der Urbäume, aber ich ging, denn ich trug dich auf meinen Armen, und das Gewitter des Verlangens, das in mir tobte, war stärker als alle Gewitter, die jungfräuliche Urwälder vom Boden wegfegen.

Sie antwortete nichts.

 

 

Wörterbuch: H wie Holz Ω Verwirrspiel um Cockboat – Kamel und das Boot des Mannes

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Er verleugnete schamlos den Genossen seines Mißgeschicks und stieß vom algerischen Boden ab. Das Kamel beschnupperte das Wasser, dann streckte es seinen Hals weit aus, reckte und dehnte sich und sprang hinter der Barke ins Wasser und schwamm wie ein Beiboot auf den »Zuaven« zu. Sein Höcker glich einem im Wasser treibenden Flaschenkürbis und der lange Hals einem Schiffsschnabel.
Textfragment von Alphonse Daudet

Wörterbuch: F wie Fetisch

Fe̱·tisch

Mögliche Definition: [heiliger] Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, subjektiv besondere Bedeutung beigemessen wird; Götzenbild

trennlinie2Brainstorming – evtl. auch ein !ich-wünsch-mir-was!

Dagobert Ducks Glückstaler  – Bücher (zumindest manche) – Lyonel Feinigers Seebilder – Musikintrumente – espresso orakel – Skulpturen (u.a. Alberto Giacometti) – Holzrinde – der Körper einer Frau, die sich in ihrem Körper wohlfühlt [eine Frau ist kein Gegenstand…. – aber diese Magie] – Plattenspieler / HighEnd – Edelsteine/Kristalle (geht das unter Gegenstand?) – Glas – tbc

 

Wörterbuch: J wie Jazz ‡ e.s.t.

„Wir sind eine Pop-Band, die Jazz spielt.“ – Esbjörn Svensson in einem Interview in der WELT, 2005

Die Titel der Songs vom e.s.t. (esbjörn svensson trio) sind oftmals  wundersam und enthalten Reime, Alliterationen, Zungenbrecher oder Wortspiele. Sie wurden vom Schlagzeuger der Band – Magnus Öström – erschaffen und sollten möglichst offen sein für Interpretationen. Teilweise enthalten sie sogar eine diskrete politische Botschaft, da das Trio  die Musik stets in den Vordergrund stellte.dance-145110_1280

LeucocyteTuesday WonderlandViaticum Wegzehrung ‡ Seven Days of FallingStrange Place for SnowSomewhere Else BeforeGood Morning Susie SohoFrom Gagarin’s Point of ViewWinter in VeniceWhen Everyone Has Gone

‡ Wahres Kopfkino ‡

***

Auch wenn der Tod von Esbjörn Svensson bereits 7 Jahre zurückliegt – er trifft mich immernoch. Keine andere Band hat mich jemals so berührt – selbst wenn mich einige Stücke befremden.

Wörterbuch: P wie Phantasie – Die carta marina von 1539 – Ein Wunderwerk

Carta_Marina_1539_Olaus Magnus

Carta marina, eine Landkarte Nordeuropas von Olaus Magnus. Die Überschrift lautet: Seekarte und Beschreibung der nördlichen Lande und der dort vorkommenden wunderlichen Dinge, höchst sorgfältig gezeichnet in Venedig im Jahre 1539 mit großzügiger Unterstützung des Patriarchen von Venedig, des höchst ehrenwerten Herrn Geronimo Querini.

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Die „Seekarte und Beschreibung der nordischen Länder und deren Wunder, sorgfältig ausgeführt im Jahr 1539″ – Im Original: Carta marina et descriptio septemtrionalium terrarum ac mirabilium rerum in eis contentarum diligentissime eleborata anno dni 1539 – ist die früheste (und nach heutigem Standard einigermaßen korrekte) Landkarte Nordeuropas, die zahlreiche Details und Ortsangaben enthält.
Die Karte hat die Maße 1,70 m Breite × 1,25 m Höhe und wurde von dem schwedischen Bischof Olaus Magnus in zwölf Jahren Arbeit angefertigt. Die ersten Kopien wurden 1539 in Venedig hergestellt. Es gab lediglich neun Kopien, und da Papst Paul III. die Karte mit einer Art frühem, zehn Jahre währenden Copyright belegte, das die Weiterverbreitung verhinderte, geriet sie in Vergessenheit, nachdem sie 1574 von Josias Simler letztmals erwähnt wurde.

Erst 1886 entdeckte der Historiker Oscar Brenner eine Ausgabe der Karte in der Münchner Hof- und Staatsbibliothek. Eine zweite Karte wurde 1961 in der Schweiz entdeckt und 1962 in die Sammlung Carolina Rediviva der schwedischen Universität Uppsala eingegliedert.

Die ebenfalls von Olaus Magnus verfasste Historia de gentibus septentrionalibus stellt eine Landesbeschreibung Skandinaviens dar und entstand als Kommentarwerk zur Karte. Die Karte ist hierzu in 9 Felder eingeteilt, die die Buchstaben A bis I tragen.

Es sind nur wenige Karten Skandinaviens früheren Datums bekannt, wie die des Claudius Claussön Swart um 1427, und die des Jacob Ziegler aus dem Jahre 1532.

Quelle: wikipedia

Wörterbuch: J wie ♠ Emil, mir juckt ’se ♠

Emil, mir juckt ’se

Ein süßes Kind, ’ne hübsche Puppe
nennt mich mein Emil jeden Tag.
Doch ab und zu hab‘ ich auch Mucken,
das ist für ihn dann eine Plag;
denn ich bin mächtig abergläubisch,
und hab‘ ich nachts einmal geträumt,
so will ich wissen gleich einstweilig
von ihm die Deutung ungesäumt.
Und wenn mir’s juckt mal in der Hand,
dann komm‘ ich gleich gerannt –
und ist’s die Linke noch dazu,
quäl‘ ich ihn ohne Ruh:

„Emil, mir juckt se,
jetzt diesen Augenblick!
Emil, mir juckt se,
ja – das bedeutet Glück!
Emil, mir juckt se,
was kann denn das bloß sein?
Ich glaub‘ mir schenkt heut‘ einer was,
ach Emil, das wär‘ fein!“

Doch nicht nur Links fühl‘ ich das Jucken,
auch Rechts spür‘ ich zu mancher Zeit:
Die rechte Hand tut mir dann jucken,
wenn ich mal komm‘ in einen Streit.
Erst kürzlich war ich im Gezeter,
mein Emil der kam später zu.
Da sprach ich: „Schau‘ mal an, da steht er,
der Kerl läßt mich nicht in Ruh –
spricht mich hier auf der Straße an,
an den, da geh‘ ich ran!“
Mein Emil sprach: „Sein ruhig bloß!“
doch ich geh‘ auf ihn los:

„Emil, mir juckt se,
der Kerl kriegt was ab!
Emil, mir juckt se,
der kriegt was, nicht zu knapp!
Emil, mir juckt se,
bei dem hilft Wichse nur!
Haust du ihn nicht, dann tue ich’s:
Dem komm ick auf die Spur!

Wir schwärmen beide für das Grüne,
und kommt die schöne Sommerszeit,
dann singt das Vöglein, summt die Biene,
da freu’n wir uns an Flur und Heid‘.
Doch können wir uns nie erquicken,
denn hinter mir sind – wie gebannt –
stets immer die verflixten Mücken,
zerstechen mir die ganze Hand!
Erst jüngst war’n wir im Wald allein,
es war so still und traut.
Wir küßten uns im Mondenschein,
da rief ich plötzlich laut:
„Auuu!

Emil! Mir juckt se!
O weh! Ein Mückenstich!
Emil! Mir juckt se!
Ist das nicht fürchterlich?
Emil! Mir juckt se!
Wie scheußlich ich das find‘!
Und gerade muß mir das passier’n,
wenn wir im Walde sind!“

trennlinie2Interpretiert u.a.Grete Wiedecke

Berliner Couplet anno 1908 – Text: R. Seel

Wörterbuch: D wie Dorf der Stille

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Dorf der Stille – Aushalten – leblos – drei Affen; einer bricht die Regel – Miteinanderlos – Stille gibt es nicht – Friedhof – gefangen – Ort des Handels – verantwortungslos – niemals Gewitter – welche Farben? – Navi ohne Karte – blind & taub ist ein Sinnesraub – Dunkelkammer – Kutten Kerzen Gelübde – kinderlos – 3faltigkeit Vergangenheit Jetzt Vergangenheit – Standbild – Rückzug – Erlösungspanne – Liebesleben alter Menschen – Hella von Sinnen – Prozession – Marktplatz leergefegt – Voglenetze als Stadtmauer – brüllende Bäume.

 

Wörterbuch: P wie Panikraum

Dieses innere schmunzeln bei der Vorstellung wie ein properer „Dotcom-Millionär“ versuchte, sich der Verhaftung in seinem Hause zu entziehen. Bei dem Kraftakt der Polizei verschanzte er sich schlussendlich im Panikraum seines Hauses. Wie gern wäre ich mit der versteckten Kamera dabei gewesen, als aus ganz groß ein ganz klein wurde. – Marianne Weishaupt

Dr. Kurt Ganser | Ein Wörterbuch-Roman

Dr-Kurt-GanserDr. Kurt Ganser, Jahrgang 1964, ist Richter an einem Gericht im Norddeutschen. Dr. Ganser schreibt regelmäßig im Online-Magazin „der blaue ritter“. Er beschäftigt sich privat mit unserer Geschichte (Schwerpunkt Neuere Geschichte) und seit vielen Jahren mit Marie-Luise Kaschnitz. Kurt Ganser betreut das „Wörterbuch-Projekt“. Es ist sein erstes Buchprojekt. Privat liebt Dr. Ganser es, in „seiner“ Donnerstagsrunde am Stammtisch eines Bistros mit Gleichgesinnten über aktuelle Entwicklungen, Literatur und Musik zu philosophieren. Sein Lieblingsgetränk im Sommer: Weißweinschorle – im Winter Tee.

Wörterbuch: Z wie Zoologischer Garten

Nachher gehe ich in den Zoologischen Garten, um mich zu erholen.
Es ist ein schöner Zoologischer Garten. Sie haben da einen jungen afrikanischen Elefanten, ein nobles Tier, das stolz und einsam auf und ab geht, in Gedanken versunken. Dieser Elefant ist in Gumaiza am Bahr el Gebel vor vier Jahren gefangen worden in einer Fallgrube. – Victor Auburtin/Feuilletons

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Was für eine merkwürdige Wahrnehmung eines Tieres in Gefangenschaft.  Was wären wohl das wohl für Gedanken?!

 

 

Wörterbuch: U wie Urteil ◊ Max Frisch & Ernst Ludwig Kirchner

Kein Tag vergeht, ohne dass ich urteile, bald so, bald anders; es reißt einen hin und her, und was noch mühsamer ist, es bleibt eine Art von schlechtem Gewissen, das sich selber nicht klar wird, Unbehagen der Verschonten, das uns seit Jahren begleitet und oft so wunderliche Blüten treibt: Man macht sich Vorwürfe, dass man überhaupt urteilt. – Max Frisch

Kirchner_-_Das_Urteil_des_Paris - 1912
Ernst Ludwig Kirchner – Das Urteil des Paris – 1912

Wörterbuch: A wie angenagelt – Giordano Heimat Liebesleid

Ich bin angenagelt an dieses Land. – Ralph Giordano

Germania *oil on cotton *482 x 320 cm *1848

Buchtitel von Ralph Giordano. Ein genialer Titel, der zahlreiche Assoziationen auslösen kann.
Mich würde interessieren, wie diese Aussage jeweils interpretiert wird.

Es kommen Fragen hoch. Darf man die stellen? Öffentlich?
Wenn ein Mann wie Giordano das Leben unter den Nazionalsolzialisten bleibt und überlebt – was veranlässt einen Flüchtling (im Allgemeinen) anders zu denken und zu handeln? Darf man das überhaupt vergleichen? – Keine Unterstellung, reines Fragen.

Wie kann man in dieser Form behaupten, dass es keine Optionen gibt? ⇔ Wer kann sich solch einen Nagel schon selbst entfernen? Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen. – Martin Luther.

Angenagelt – wo ist die positive Assoziation? Ist Heimatliebe immer auch ein Leid? Schmerz inklusive?
Angenagelt – ein rein passiver Standpunkt?
Angenagelt – was soll das Kreuz hier?
Angenagelt sein. Eine Voraussetzung für Bindungen?

Mein Vater sagte sagte immer: Keine Freiheit ohne Disziplin. Der Nagel.

 

 

 

 

Wörterbuch: S wie Sehnsucht

Caspar David Friedrich - Mondaufgang am Meer - 1822trennlinie2
Sehnsucht

Es beginnt immer mit Sehnsucht.
Seele streicheln.
Ein Urlaub wäre,
gäbe es ein paar Tage lang nur gute Nachrichten.
Und das Bauchgefühl,
das würde sich von selbst wieder einstellen.
Ist es doch so wichtig gerade.
Stattdessen lähmen mich schlechte Nachrichten zunehmend.
Ganze Tage lang. Gestern ein verlorener Tag,
heute ein verlorener Tag.
Beide haben nichts miteinander zu tun.
Seit Wochen befinde ich mich in einem Strudel
aus guten Nachrichten und schlechten Nachrichten,
aus Lachen und Tränen, aus Angst und Zuversicht.
Ich wünsche mir ein paar Tage Ruhe.

Sehnsucht.

Wörterbuch: Z wie Zerstörung

Die Welt ist durch ein zerstörendes Prinzip entstanden – Dr. Joah Martelli

Anatomie des Herzens - Da VinciR

trennlinie2Die Welt ist nicht durch ein ursprünglich schaffendes, sondern zerstörendes Prinzip entstanden

Die wichtigste Entdeckung der neuern Philosophie besteht unstreitig in der dialektischen Methode, ja man kann sagen, daß mit ihr die Philosophie sich eigentlich selbst erst entdeckt hat. Aber so hoch sie es auch mittelst dieser Methode gebracht hat, hoffe ich doch, alle bisher dadurch gemachten Entdeckungen durch den Beweis vorstehenden Satzes zu krönen und hiemit die Philosophie selbst noch eine Stufe über ihren gegenwärtigen Standpunkt zu erheben.

Zuvor aber will ich versuchen, den noch Uneingeweihten einen kurzen Begriff von der dialektischen Methode und den Vorteilen derselben zu geben.Weiterlesen

Wörterbuch: E wie Endlos

Ferdinand Hodler - Der Blick ins Unendliche - Version 3 - 1903/04

trennlinie2Manchmal müsste man einfach ein Ende setzen.

EndeOhne Punkt, Komma, Wenn und Aber.
Keine Zeitung lesen, keine Mails abfragen, keine Internet-Seiten aufrufen, nicht mehr ans Telefon gehen. Radio aus, Kopf aus.

Ende

Ein Köfferchen packen, ganz klein nur und unnötig. Weil: Ende ist kein Ziel, an dem man einen Pullover für kalte Nächte braucht oder gar eine Unterhose zum Wechseln.
Ein Köfferchen als Alibi, damit man auf dem Weg zum Ende nicht aufgehalten wird. „Jaja, ich verreise, ein Pullover, für kalte Nächte, Sie wissen schon.“ – „Na, dann bis demnächst.“

Demnächst. Ich glaube, das liegt auch so kurz vor Ende.

Also schnappe ich mein Köfferchen und will los laufen, Richtung Ende. Dann stelle ich fest, dass ich gar nicht weiß, wo Ende denn genau ist. Und weil diese blöde Hure Hoffnung an meinen Haaren zerrt und mich zurückzieht, bleibe ich wo ich bin.
Bis das Ende sich zu mir setzt. Oder bis das Leben die Hoffnung kaputt gefickt hat.

Ende

Wörterbuch: Z wie Zeugung [Hildegard von Bingen]

Albin Egger-Lienz - Zeugung - Entwurf 1913/14 - Realismus, Symbolismus - Sammlung Luis Trenker
Albin Egger-Lienz – Zeugung – Entwurf 1913/14 – Realismus, Symbolismus – Sammlung Luis Trenker

Die Zeit der Zeugung

Denn zur rechten Zeit der Wärme und Kälte wirft der Mensch das Saatkorn aus, und dieses geht zur Frucht auf. Wer wäre denn so thöricht, bei zu grosser Sommerhitze oder Winterkälte zu säen? Und die Saat würde verderben und nicht aufgehen. So geht es mit den Menschen, die nicht die Reife ihres Lebensalters und die Zeit des Mondes in Betracht ziehen, sondern zu einer beliebigen Zeit nach ihrer Willkür zeugen wollen. Deswegen gehen ihre Kinder unter vielen Schmerzen körperlich ein. Aber wie sehr sie auch am Leibe schwach sind, Gott sammelt doch seine Edelsteine zu sich. Daher soll der Mann die Reife seines Körpers erwarten und nach den rechten Mondzeiten mit solchem Fleiss forschen, wie einer, der seine Gebete rein darbringt; auf dass er zur rechten Zeit einen Sohn zeuge und seine Kinder nicht elendiglich verkommen. Er soll nicht sein wie ein Mensch, der die Speise in sich schlingt, ein Vielfrass, der nach der rechten Essenszeit nicht fragt – sondern wie einer, der die rechte Zeit innehält, dass er nicht gierig sei. So muss es der Mensch halten und die richtige Zeit der Zeugung wahrnehmen. Der Mann suche das Weib nicht auf, wenn es noch ein Kind ist, sondern eine Jungfrau, weil sie dann reif ist; und er soll ein Weib erst berühren, wenn er einen Bart hat, weil er dann erst reif ist, einen Sprössling zu zeugen. Denn wer in Fressen und Saufen aufgeht, der wird oft in seinen Gliedern aussätzig und gebrestenhaft; wer aber mässig isst und trinkt, hat gutes Blut und gesunden Leib. So verstreut Jener, der immer wollüstig ist und in der Geilheit seines Körpers seinen Lüsten nachgeht, in dem Sturm seiner Zeugungslust unnütz seinen Samen und geht oft selbst mit seinem Samen zu Grunde. Wer aber seinen Samen richtig ergiesst, bringt es zur richtigen Zeugung.

Wörterbuch: B wie Bewegung [Hildegard von Bingen]

Von körperlicher Bewegung

Egon Schiele - Maennlicher Akt mit rotem Tuch
Egon Schiele – Maennlicher Akt mit rotem Tuch

Wenn ein körperlich gesunder Mann lange umhergeht oder aufrecht steht, schadet ihm das nicht viel, weil er sich körperlich bewegt, vorausgesetzt, dass er nicht zu viel geht oder steht. Wer aber schwach ist, muss sitzen, weil er davon Schaden nähme, wenn er ginge oder stände. Das Weib aber – denn es ist gebrechlicher als der Mann und hat einen andern Schädel – muss mehr sitzen als umhergehen, damit es keinen Schaden nimmt. Wer aber reitet, nimmt keinen grossen Schaden, wenn er auch davon müde wird, weil er sich in frischer Luft aufhält; aber er muss Füsse und Schenkel dadurch pflegen, dass er sie zuweilen bewegt und ausstreckt.

Wörterbuch: Q wie Quadratschrift [Das hebräische Alphabet]

QuadratschriftDie ersten vier Buchstaben (aleph, beit, gimmel, dalet) des hebräischen Alphabets.

Die Quadratschrift ‏כְּתָב מְרֻבָּע‎ (ketav merubba) ist die heute übliche Variante des hebräischen Alphabets, deren Ursprünge etwa ab 500 v. Chr. nachweisbar sind und aus dem phönikischen Konsonantenalphabet über die aramäische Schrift abgeleitet wurden. Die andere Bezeichnung ‏כְּתָב אַשּׁוּרִית‎ (ketav aschschurit), also assyrische oder chaldäische Schrift weist auf die Ursprünge im Exil hin, von wo sich allmählich die neue Schrift ausgebreitet hat. Erste Beispiele entstammen der Zeit der Makkabäer (167-161 v. Chr.). Die erste datierte Handschrift stammt aus dem Jahr 896 n. Chr. Den Namen Quadratschrift hat diese Schrift, weil jedes Zeichen genau in ein Quadrat oder in ein halbes Quadrat passt und sich die Linienführung der Buchstaben mit hauptsächlich waagerechten und senkrechten Strichen in den meisten Fällen am Quadrat orientiert.

Zur Vokalisation wurde die Quadratschrift mit Punkten und Strichen ergänzt. Die Punktierung der Masoretischen Vokalisation nennt sich Nikkud. Hinzu kommen die Teamim genannten Artikulationszeichen, die den musikalischen Vortrag im jüdischen Gottesdienst festlegen. – Quelle: wikipedia

Wörterbuch: Q wie Quadrupelkonzert [Concerto in B minor, RV 580 – Antonio Vivaldi]

Komposition für 4 Soloinstrumente und Orchester.

Ein Beispiel:
Concerto in B Moll, RV 580 – Antonio Vivaldi

I. Allegro
 
Künstlerseite: Stefan Landon Smith (viola) 31.12.2011

Verlagsinfo: Stefan L. Smith
Urheberrecht: Creative Commons Attribution Non-commercial 3.0Weiterlesen

Wörterbuch – C wie Chemie und das MINT-Problem

Illustration: Stefan Otte
Anna Karina – Illustration: Stefan Otte

…diese Faszination, die diese schöne, blonde, offene, frohe Frau im Gespräch auf mich ausübte.
Diese Faszination, die ganz plötzlich, und zwar genau in dem Moment, in dem sie sagte, sie studiere Chemie, erlosch, und dies bestimmt nur deshalb, weil Chemie ein Fach ist, das mich in der Schule immer fürchterlich frustriert hat.

Wörterbuch: K wie Kavalier – Marek Hlasko

Marek Hlasko - Illustration: Stefan Otte
Marek Hlasko – Illustration: Stefan Otte

„Amor kam nicht heute abend“ – Titel einer Erzählung des polnischen Autors Marek Hlasko

Zitat aus dieser Erzählung: „Wenn ihr euch schon was angelt, dann seid vernünftig, Kerls. Voriges Jahr diente bei uns hier so ein Bursche, der hat sich im Laufe dieses einen Jahres achtmal den Tripper geholt, so dass wir ihn zum Schluss den >Kavalier zum goldenen Stern< getauft haben. …“


Marek Hłasko (* 14. Januar 1934 in Warschau; † 14. Juni 1969 in Wiesbaden) war ein polnischer Schriftsteller. 

Wörterbuch – M wie Mühe

American Progress - John Gast (1872), - eine Allegorie der "Manifest Destiny": Columbia, die Verkörperung der USA , führt die Zivilisation an der Spitze der Siedler nach Westen, indem sie Telegraphenlinien anlegt und dabei wilde Tiere und Indianer in die Flucht treibt.
American Progress – John Gast (1872), – eine Allegorie der „Manifest Destiny“: Columbia, die Verkörperung der USA , führt die Zivilisation an der Spitze der Siedler nach Westen, indem sie Telegraphenlinien anlegt und dabei wilde Tiere und Indianer in die Flucht treibt.

Beginne kein Werk, ohne Dich zu fragen: was will ich eigentlich erreichen, werde ich meinen Schritt nicht bereuen? Noch eine kurze Zeit, und ich werde sterben, alles wird für mich aufhören. Es lohnt die Mühe, sich nurmehr um das zu sorgen, ob ich im gegebenen Augenblick ein gutes Werk vollbringe, würdig eines vernunftbegabten Wesens, das dazu da ist, nach Gottes Gesetz mit dem menschen in Frieden zu leben.

Nach Marc Aurel

Wörterbuch: S wie Satans Kartenpiel

Hans Holbein der Jüngere - 1538 - Tanz des Todes
Hans Holbein der Jüngere – 1538 – Tanz des Todes

In Satans Kartenspiel liegen die Karten des Fluchs und der Zerstörung Kante an Kante der Vollendung. Nur die Liebe fehlt.  – Versteht er, dass er darum vielen Menschen zum Schicksal wurde? Für den einen wurde er zum Gottersatz. Für den anderen stellte er eine verpflichtende Beziehung.

O.Simon

Wörterbuch – G wie: Nachdenken über meinen Glauben

Henry Irving (1838-1905) as Mephistopheles in Faust, watercolour on paper, London, England, about 1885. © Victoria & Albert Museum, London
Henry Irving (1838-1905) as Mephistopheles in Faust, watercolour on paper, London, England, about 1885. © Victoria & Albert Museum, London

Jesu Inkonsequenz: er saß mit Zöllnern und Sündern zu Tisch und ging mit Huren um. Tat er es, um wenigstens ihre Stimmen zu gewinnen? Glaubte er etwa, sie zu bekehren durch solches Gebaren?

Oder tat er es, weil seine Menschlichkeit tief und reich genug war, um auch in ihnen die Beziehung zu stiften zu dem Gemeinsamen, Unzerstörbaren, worauf eine Zukunft gebaut werden muss?

Wie kann ich Jesu als asexuell betrachten, wenn ich dies bei keiner anderen Führungsfigur erkennen kann?