Kategorie: Umwelt-Natur-Technik

Warum ich Jäger bin – ein Weidmann erzählt

Franz von Defregger - Jäger - um 1900
Franz von Defregger – Jäger – um 1900

Ich bin als Junge schon immer viel im Wald gewesen, damals nannte man das noch einfach „Kind im Wald“… Viele natur- und tierkundliche Bücher habe ich damals verschlungen, Froschlaich umgesiedelt, Nisthilfen gebaut, im Wald biwakiert, mehrere Biotope mit angelegt und oft mit meinem Opa (Jäger) lehrreiche Zeit im Wald verbracht.

Später kamen dann noch Bücher von Jo Bentfeld, Nehberg und Buzek als Erstanschaffungen in meine eigene kleine Bibliothek, so dass ich von einem Selbstversorgerleben träumte. Damals schon reifte in mir der Gedanke, später Jäger zu werden, und zwar noch ohne, dass ich bis dahin überhaupt mal eine Waffe in der Hand hatte. Ich fand nur das Drumherum (Hege, Wissen über die Naturzusammenhänge, geschärfter Beobachtungssinn,…) so faszinierend. Beutetrieb hatte ich auch noch keinen. Es ging mir einzig um das Wissen und die Fertigkeiten. Das Beutemachen kam erst, als ich den Jagdschein bereits hatte, dann kam auch erst der Ernährungsaspekt. Den Jagdschein habe ich auch wegen eines längeren Auslandsaufenthaltes gemacht, was sich im Nachhinein als sehr richtig herausstellte.

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Wenn Spinnen spucken

Speispinne - Scytodes thoracica - Foto: Piet Marsfeld
Speispinne – Scytodes thoracica – Foto: Piet Marsfeld

Es gibt Spinnen, die haben die gleichen schlechten Manieren wie Kamele, denen von Kindheit an ihre Mütter zu spucken erlauben, deren Mütter sogar selbst spucken. Es sind dies die Speispinnen. Sie leben in Häusern. Vermutlich auch in Ihrem. Bei Tage bekommt man sie allerdings nicht zu Gesicht, nur in der Dämmerung kriechen sie aus allen möglichen Ritzen hervor.  Netze weben sie nicht, sondern sie jagen wie Wölfe.

Sie marschieren gemächlich an der Decke über Ihnen oder an der Wand entlang, die Vorderbeine nach vorn gestreckt. Hat eine Spinne eine schlafende Fliege entdeckt, nähert sie sich ihr bis auf etwa sechs Millimeter Entfernung. Aus diesem Abstand gibt sie ihren wohlgezielten Schuss ab. Sie bespuckt das Opfer mit einem klebrigen Saft, so dass alle sechs Fliegenbeine und die Flügel fest am Untergrund haften bleiben. Die von der Spinne ausgespiene Flüssigkeit erstarrt, sobald sie die Fliege getroffen hat, und fesselt diese wie ein Strick an Beinen und Flügeln.
Bei einer in Sri Lanka beheimateten Spinnenart ist die ausgespiene Substanz nicht nur klebrig, sondern auch noch giftig. Trifft sie damit eine Fliege, wird diese nicht nur dadurch gefesselt sondern auch getötet!
Mit dem Verspritzen von Leim kühlt die Speispinne auch die Angriffslust feindlicher Artgenossen. Sie ist also eine Spinne, die sich mit ihrer Spucke wehrt.

Der Baum – Buche

Der Buchenwald
Der Buchenwald – Foto: Piet Marsfeld

Ein eindrucksvoller, feierlicher, gründämmernder Dom ist der Buchenwald. Gleich mächtigen Säulen ragen die starken, silbergrauen Stämme empor. Zu einem dichten Gewölbe schließen sich die Wipfel. Nur wenig Licht und Sonne erreicht den mit vergilbtem Laub bedeckten Boden, der deshalb auch arm an Unterholz, an Zwergsträuchern und Büschen ist. Ein rechter Märchenwald ist es, den die Buchen bilden. Nicht umsonst tragen allein in Deutschland über anderthalbtausend Ortschaften den Namen dieses Baumes. Es gibt bei uns zu Lande nur wenige Gebiete ohne Buchenwälder, obwohl viele der Axt zum Opfer gefallen sind und nur wenige wieder angepflanzt werden. Und dabei ist kaum ein anderer Baum so geeignet, uns die Majestät der Waldriesen eindrucksvoll vor Augen zu führen wie die Buche.

Schauen wir einmal hinauf in den Wipfel einer hundertjährigen Buche! Lassen wir unseren Blick über den drehrunden und glattborkigen Stamm bis zu den gleich gespannten Muskelträgern ausladenden Ästen gleiten! Ermessen wir staunend den Umfang der breitschattenden Krone, die Tausende und Abertausende grüner Blattspreiten ins Licht hebt! Denken wir daran, daß der Baum diese unzähligen Blätter zu einem riesigen „Lichtfangnetz“ zusammenfügt, so daß kein Sonnenstrahl ungenützt bleibt, solange die Sonne über den Himmel rollt! Stellen wir uns vor, wie viele hundert Liter Wasser alltäglich und unaufhörlich durch diesen Pflanzenleib kreisen!

Überblicken wir mit dem Auge der Phantasie auch das weitverzweigte Wurzelgeflecht des Baumes im dunklen Erdreich — wie da von der senkrechten

Buchenwurzeln - Foto: Piet Marsfeld
Buchenwurzeln – Foto: Piet Marsfeld

Pfahlwurzel aus die hundert flachstreichenden Wurzeln in waagerechter Richtung ausstrahlen, und von jeder dieser hundert Seitenwurzeln wiederum mindestens hundert kleinere Wurzeln abzweigen, wie schließlich von jeder einzelnen dieser zehntausend Nebenwurzeln in sechzehnfacher (!) Folge nochmals hundert und wieder hundert Würzelchen ausgehen 1 Kaum vermag man sich dieses unentwirrbare Geflecht auszudenken und auszumalen. So weit der Wipfel sich breitet, durchziehen die Wurzeln das Erdreich. Und das alles ist gewachsen ganz aus eigener Kraft, im ununterbrochenen Kampf um Licht und Lebensraum, im gnadenlosen Ringen mit den Wettergewalten, mit abertausend

Schädlingen, die Wurzel wie Rlatt, Zweige wie Stamm befallen. Dreihundert Jahre alt kann eine Buche werden. Langsam nur wächst sie im Anfang. Im zwanzigsten Lebensjahr erreicht sie knapp eine Höhe von sechs Metern. Im Alter von hundert Jahren aber ist sie 25 bis 30 Meter hoch und hat einen Stammdurchmesser von fast einem Meter.Und immer noch ist die Borke glatt und rein, lediglich gezeichnet vom schwärzlichen Regenwasserband, das aus der großen Wipfeltraufe kommt und am Stamm hinunterläuft — oder aber von den Schnitzkünsten törichter Menschen, die da glauben, sich in der Rinde der Bäume mit ihrem Namen verewigen zu müssen.

Von ihrem 60. Lebensjahr an blüht und fruchtet die Buche und liefert dann etwa alle fünf bis acht Jahre eine reiche Ölfruchtmast. Die im September oder Oktober aufspringenden, verholzten, gelbbraunen Fruchtbecher haben vier bepelzte Klappen und enthalten zwei dreikantige, glänzend rotbraune Samen, die Bucheckern oder Buchein.

Außer am glatten, grauen Stamm erkennen wir die „Rotbuche’leicht an ihren maiengrünen, spitz eiförmigen, schwach gezähnten Blättern, die sich im April bis Mai entfalten und in den ersten Wochen an den Rändern wie an den Rippen der Unterseite seidig behaart sind und im Lichte schimmern. Später verlieren die Blätter diesen haarigen Verdunstungsschutz, bekommen eine glänzend dunkelgrüne Oberseite und eine helle Unterseite.

Hainbuche - Foto: Piet Marsfeld
Hainbuche – Foto: Piet Marsfeld

Die Rotbuche liebt kalkreichen Boden und hält nicht viel von nassen Füßen. Im Auwald fühlt sie sich nicht wohl. Dort läßt sie sich lieber von der H a i n b u c h e vertreten, die trotz des gleichen Namens keine Verwandte von ihr ist, sondern der Hasel nahesteht. Auch die Hainbuche lebt gern im geschlossenen Waldverband.  Sie hat ebenfalls eine helle, glatte, graue Rinde, die aber im Alter bald längsrissig aufklafft und dann leicht von der Rotbuchenborke zu unterscheiden ist. Ihre Blätter sind deutlich doppelt gesägt, länglich eiförmig und gefaltet.

Die Hainbuche wird höchstens 150 Jahre alt und nur 20 Meter hoch. Zu fruchten beginnt sie bereits im zwanzigsten Lebensjahr. Ihre kleinen Nüßchen reifen erst nach dem Laubfall und werden von einem großen, dreizackigen Deckblatt wie von einem eigenen Sonderflugzeug davongetragen.

Rotbuche
Rotbuche – Foto: Piet Marssfeld

Das sehr harte, gelblichweiße Holz wird gern für Handwerkszeuge, Holzschuhe, Holzleisten, Holznägel und Holzschrauben verwendet. Die Rotbuche dagegen liefert uns Holzpflaster, Treppenstufen, Eisenbahnschwellen, Brückenbelag, gute Möbelbretter und Zellwolle.

Der Baum – Eschen

branch-739943_1920_Esche_SilberfuchsIn den vom Kienspan flackerig erleuchteten Hütten unserer Vorfahren raunte die Sage von der „Weltesche“, einem gewaltigen Baum, der das ganze weite All zusammenhalte. Sein rauschender Wipfel reiche hinauf bis zum sonnendurchstrahlten Himmelssaal der Götter, seine Wurzeln durchwuchsen das düstere Reich der Unterwelt, seine Zweige breiteten sich über alle Erdteile und Meere. An seinen drei mächtigen Hauptwurzeln aber liege der ewige Quell des Lebens. Und an diesem Quell säßen drei dunkle Schicksalsgöttinnen, spönnen die Lebensfäden der Menschen und besprengten den Baum mit dem lebenspendenden Wasser.

So dachten sich die germanischen Völker den Bau der Welt. Im höchsten Wipfel der Weltesche Iggdrasill sollte sich nach altgermanischer Sage ein Menschenpaar geborgen haben, als die große Sintflut die Erde überschwemmte und der rasende Weltenbrand alles verheerte.  Aus dem Eschenholz, das von weißgelber Farbe und überaus zäh und doch elastisch ist, schnitten sich unsere Vorväter ihre Bogen und Speere, aus ihm fertigten sie die Scheiben der Wagenräder und die Feuerräder, die sie von den Bergen ins Tal rollen ließen. Die Esche war auch ihr Festbaum, den sie zur Zeit der Wintersonnenwende mit bunten Bändern und Früchten schmückten. Und mächtige Eschenblöcke glimmten Tag und Nacht im Herdfeuer.

Gemeine Esche - Foto: Piet Marsfeld

Die Esche ist ein überaus schöner und prachtvoller Baum, besonders wenn sie frei steht und sich ungehemmt entfalten kann. Dann erreicht sie eine Höhe von gut dreißig Metern, einen Stammdurchmesser von reichlich anderthalb Metern und wird 200 bis 250 Jahre alt.

In der Jugend hat sie eine glatte und bräunliche Rinde, im Alter eine rissige, hellgraue Borke. Die starken Äste bauen eine lockere und sehr tief angesetzte Krone auf. Ende April bis Anfang Mai beginnt sie bereits zu blühen. Dann brechen aus ihren knolligen, schwarzbraunen bis schwarzen Knospen die kurzen, dunkelpurpurroten oder violetten Blütenbüschel; man könnte fast sagen, sie „spritzen“ hervor und wachsen sich dann allmählich zu hängenden Träubchen aus. Erst nach der Blüte belaubt sich die Esche mit ihren schönen, großen, gefiederten Blättern, die sie von allen anderen Laubbäumen unterscheiden und die sie im Herbst noch grün abwirft. Bei der Esche gibt es also keine herbstliche Laubverfärbung.

Eschenfrüchte - Foto: Piet Marsfeld Die Eschenfrüchte sind kleine, schmale Nüßchen, die alle von der Natur ihren Propeller in Gestalt eines zungenförmigen Flügels mitbekommen, damit sie der Wind weit genug durchs Land wirbeln kann. Sie hängen lange am mütterlichen Baum.

Am Liebsten hat es die Esche fußfeucht. Sie gedeiht prächtig in Auwäldern, auf nassen Wiesengründen und an Bachufern. In den Alpen klettert sie mit dem Bergahorn an den Bachrändern und auf den feuchten Matten bis in eine Höhe von 1300 Metern. Aus ihrem Holz werden Sportgeräte hergestellt, wie Skibretter, Schlitten, Schläger, Keulen, Kegelkugeln, Bogen, Barren und Speere. Eschenholz wird auch viel im Waggon- und Brückenbau sowie in der Möbelindustrie und in den Stellmacherwerkstätten verarbeitet. Gar nicht verwandt mit der Esche, aber in den Blättern ihr doch ähnlich, ist die E b e r e s c h e , der besungene „Vogelbeerbaum“ der Erzgebirgler. Der Name hat auch nichts mit dem Eber, dem männlichen Schwein, zu tun, sondern entstand aus „Aberesche“, was soviel wie falsche Esche bedeutete.
Die Eberesche begleitet als Alleebaum vor allem die Straßen in den Mittelgebirgen und steigt im Bergrevier bis über die Waldgrenze hinaus. Sie ist viel zäher und anspruchsloser als ihre große Namensschwester, kommt eigentlich auf jedem Boden fort, sie braucht nur viel Licht und Sauerstoff. Sie wächst auch rascher, wird allerdings meistens nur zehn, höchstens sechzehn Meter hoch und selten älter als achtzig Jahre.

Aus ihren großen, dunkelvioletten und filzig behaarten Knospen brechen Ende April die gefiederten Blätter, die zierlicher als die der Esche sind. Im Mai, spätestens im Juni, entfalten sich an den Zweigenden die großen, gewölbten Schirmdolden, die aus zahlreichen, kleinen, weißen, unangenehm riechenden Blüten bestehen. Im Herbst aber verwandeln sich diese aufrecht stehenden Blüten in hängende Fruchtdolden mit leuchtend korallenroten, fast

Esche - Beeren - Foto: Piet Marsfeld

erbsengroßen Beeren. Sie haben gelblichrotes Fleisch, schmecken herb und bitter, enthalten aber viel Zucker, Fruchtsäure und besonders das wertvolle Vitamin C. Die Hausfrauen haben gelernt, das Fleisch der Marmelade aus anderen Früchten beizugeben, den Saft auszupressen und als Vitaminspender auf den Tisch zu bringen. Seit Jahrhunderten schon wird Schnaps aus den Ebereschenbeeren gebrannt. Viel früher als die Menschen sind die Vögel auf den Geschmack dieser wertvollen Früchte gekommen, die Drosseln und alle die geflügelten Wintergäste aus dem hohen Norden, für die im Gezweig der Vogelbeerbäume der Tisch gedeckt ist.

Der Baum – Eichen

Bei unseren Vorfahren, den Germanen, war die Eiche ein heiliger Baum, dem gewaltigen Donar, dem Gott des Donners und des Blitzes, geweiht. Unter alten Eichen wurde öffentlich Recht gesprochen. In heiligen Eichenhainen walteten die weisen Frauen und Priesterinnen ihres Amtes, und kein Unberufener durfte diese Stätten betreten. Wer sich an den Eichen verging, erlitt einem langen und qualvollen Tod. 

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Heute sind die Eichenhaine in Deutschland zu zählen. Sie starben mit den Auwäldern, die bei der Begradigung der Flüsse und Ströme der Axt zum Opfer fielen. Denn die Eiche, vor allem die Stieleiche, die auch Sommereiche genannt wird, hat es gern feucht und liebt reichen, guten Wurzelgrund. Sie schätzt weder das Hügelland noch die windgekämmten Höhen, sondern die Flußwiesen und die ebenen Tiefländer. Hier bohrt sie ihre starke Pfahlwurzel bis zu 2 Meter tief in die Erde und entwickelt erst ziemlich spät die teils schief abwärts gerichteten, teils ziemlich flachstreichenden Seitenwurzeln, die gleichsam eine unterirdische Krone bilden und mindestens die Weite des Wipfels haben.

StieleicheTrotz des guten Nährbodens wächst die Stieleiche nur langsam.  Erst zwischen dem 120. bis 200. Lebensjahr erreicht sie ihre ganze Größe von zwanzig bis fünfunddreißig Metern.  In der Jugend ist ihre Rinde grünlichgrau und glänzend, im Alter tiefrissig, dick, graubraun bis schwärzlich. Die starken, gekrümmten, knorrigen Äste laden weit aus und bauen eine tief angesetzte, stockwerkartige, gelockerte Krone auf. Im Durchschnitt wird die Stieleiche 500 bis 600 Jahre alt, in Ausnahmefällen sogar tausend Jahre und weit darüber. Ihr Stammdurchmesser beträgt im Normalfall zwei bis drei Meter.

Spät erst beginnt die Eiche zu blühen und zu fruchten. Im geschlossenen Waldverband wird sie erst zwischen dem 70. bis 80. Lebensjahr „mannbar“, im Freistand oft schon zwanzig Jahre eher. Alle drei bis sieben Jahre trägt sie jetzt reiche Eichelmast.  Die männlichen Blutenkätzchen, die sich Ende April oder Anfang Mai öffnen, bilden eigenartige, hängende, hellgrüne Klunkertroddeln, die weiblichen Blüten sind sehr kleine, bräunliche, kugelige Knospengebilde, aus denen ein Büschelchen rötlicher Narben lugt. Die Eicheln sitzen meist einzeln, höchstens zu zweit oder dritt an einem langen Stiel (Stieleiche), wachsen Ende Juni aus ihrem Näpfchen, reifen Ende Oktober und sind durch hellbraune Farbe und grünlichgraue Längsstreifen gekennzeichnet. Die Belaubung erfolgt — gleichzeitig mit der Blüte — immer nur an den äußersten Zweigenden, wo die kurzstieligen und gebuchteten Blätter in dichten Büscheln hervorsprießen.

Traubeneiche - Baum des Jahres 2014 - Foto: Piet MarsfeldDie Traubeneiche (Baum des Jahres 2014), die man auch Steineiche oder Wintereiche nennt, blüht erst im Mai, hat langgestielte, oberseits glänzend dunkelgrüne Blätter. Sie braucht nicht so guten Nährboden wie ihre Schwester, meidet die Auen und Ebenen und steigt ziemlich hoch in die Mittelgebirge hinauf. Sie erreicht das gleiche Alter und fast die gleiche Höhe und Stärke wie die Stieleiche, hat aber eine hellere, mehr schuppige und nicht so tiefrissige Rinde. Ihr Stamm strebt fast geradlinig bis zur Wipfelspitze empor; die Astkrone ist ganz geschlossen. Die Eicheln sitzen dichtgedrängt und sehr kurzstielig in den Blattachseln und sind kürzer als die der Stieleiche.

Das harte, zähe und gerbstoffreiche Eichenholz verwendet man mit Vorliebe im Eisenbahn-, Schiffs-, Brücken- und Möbelbau. Es widersteht selbst im Wasser jahrhundertelang der Fäulnis. Aus den Eicheln, die reich an Stärke, Eiweiß und Fett sind, wird Kraftfutter für Pferde, Kühe und Schweine hergestellt. Geröstet ergeben sie den Eichelkaffee, mit Schokolade- oder Kakaopulver gemischt, den in der Hausmedizin gern benutzten Eichelkakao. Die Industrie stellt aus dem Stärkemehl der Eicheln allerlei Klebemittel her und gewinnt aus ihnen Spiritus. Für die Tiere des Waldes sind die Eicheln ein prachtvolles Mastfutter, das sie für den Winter widerstandsfähig macht. Die junge Eichenrinde liefert Gerbstoffe.

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Schon lange ist die Nachfrage nach Eichenholz viel größer als das einheimische Angebot und führte — vor allem nach dem letzten Weltkrieg — zu einem unverantwortlichen Raubbau an den letzten Eichenbeständen. Um dem Eigennutz zu steuern, wurden alle alten Eichen unter Naturschutz gestellt. Der Baum, der mehr als jeder andere in früheren Zeiten unserer Heimat das Gepräge gegeben hat, wird damit hoffentlich vor der gänzlichen Ausrottung bewahrt bleiben.

Der Baum – Von tausendjährigen und jüngeren Riesen

Flußperlmuschel (Margaritifera margaritifera) - Foto: Piet Marsfeld
Flußperlmuschel (Margaritifera margaritifera) – Foto: Piet Marsfeld

Ganz selten erreicht der Mensch ein Alter von einhundert Jahren. In alten Büchern kann man lesen, dass die Flussperlmuschel angeblich sogar einhundertfünfzig, der Elefant bis zu zweihundert und die Riesenschildkröte bis zu dreihundert Jahre alt werden sollen. Diese Lebensdauer wird von Forschern unserer Zeit jedoch ins Reich der Fabel verwiesen. Wenn nun aber einer daher käme und behaupten, würde, dass es heute noch Lebewesen gäbe, die schon vor unserer Zeitrechnung, also vor über zweitausend Jahren, gelebt haben, würden wir ihn sehr kritisch anschauen. Ja, und wenn er sich dann versteifen würde und behauptete, dass er sich noch sehr vorsichtig ausgedrückt habe, daß es sogar drei- bis viertausend Jahre sein könnten, die diese Geschöpfe überdauerten — nun, dann würden wir sicher sein, dass er einem Phantasten auf den Leim gegangen sei.

Denn dieses sagenhafte Geschöpf, das müsste ja noch die Gründung von Rom erlebt haben, das müsste dabei gewesen sein, als sie den Herrn ans Kreuz schlugen, das müsste die Weltstädte Paris, London und Berlin als Fischerdörfer gesehen haben! Und doch gibt es Lebewesen, die dieses Alter erreichen . . .

Es sind die — Bäume!

Drachenbaum Teneriffa Foto: Jens LeiboldtAuf der Insel Teneriffa an der westafrikanischen Küste stand noch vor gar nicht langer Zeit ein Drachenbaum, der nach den vorsichtigsten Schätzungen sage und schreibe fünftausend Jahre alt war! Aber selbst dieser Baum war keine Ausnahme, denn auch die Affenbrotbäume und die Mammutbäume können ein solch ehrwürdiges Alter erreichen. Es wurden Platanen mit viertausend Jahresringen und Zypressen und Eiben mit dreitausend Jahresringen gefüllt.

Auf dem Friedhof von Santa Maria de Tule steht eine Sumpfzypresse, die auf viertausend Jahre geschätzt wird. Auf dem Friedhof der englischen Stadt York pflegt man mit Sorgfalt eine Eibe, die dreitausend Jahre alt ist. Und in den Mammutbaumhainen von Kalifornien stehen Riesen, die auf ein vier tausendjähriges Dasein zurückblicken. Man stelle sich nur einmal vor, was diese Bäume alles erlebt haben, wer alles unter ihren Wipfeln saß.

Während sie still und stetig gen Himmel strebten, zerfielen Riesenreiche der Menschen, sind volkreiche Großstädte mehrmals unter die Erde gesunken und wieder auferstanden, wurden Riesenbauten von Wind und Wetter geschleift, veränderten sich die Küsten der Länder, verlandeten Seen und Moore, versandeten Flüsse und Ströme und wiederholte sich hunderte Male der bunte Reigen der Tier- und Menschengenerationen. Wahrhaftig, gewaltige Lebewesen sind diese Bäume! Und wir können es unseren heidnischen Vorfahren und den Naturvölkern der Gegenwart nachfühlen, daß sie mit ehrfürchtigem Schaudern und in großer Verehrung zu den Bäumen aufschauten und noch aufblicken; daß sie im Rauschen der Wipfel ihre Gottheiten hörten und es als einen Frevel ansahen, die Hand an solche Baumriesen zu legen.

Eibe Krombach - Foto: unbekannt
Eibe Krombach – Foto: unbekannt

Und wenn wir darüber nachdenken, welches Unheil über die Welt gekommen ist, weil die Menschen die Ehrfurcht vor den Bäumen verloren haben, wie ehemals fruchtbare Länder verödeten und verkarsteten, wie trostlose Wüsten rings auf der Erde entstanden, wie verheerende Sandstürme und ungeheure Überschwemmungen im Gefolge des Frevels am Wald auftraten, dann begreifen wir, welch wichtige Rolle die Bäume spielen. In unserer engeren Heimat stehen Wald und Baum schon lange unter streng gehandhabtem Schutz, und die belaubten Riesen der Vorzeit werden als Naturdenkmäler gehegt und gepflegt. Der älteste deutsche Baum ist wohl die zweitausendjährige Eibe bei Krombach an der sächsisch-böhmischen Grenze. Es gibt Fichten und Edeltannen von mehr als hundert Jahren, Linden von 1000 Jahren, Lärchen und Kiefern von 500 Jahren und Silberpappeln von 400 Jahren. Dagegen bringen es Ulme, Ahorn und Birnbaum „nur“ auf 350 Jahre, Buchen und Rosenstöcke auf höchstens 300 Jahre, Eschen auf 250 Jahre, Birken und Apfelbäume auf 200 Jahre und Zitterpappeln, Silberweiden und Buchsbäume auf knappe 150 Jahre.

Dem Alter, das manche Bäume erreichen, entspricht auch ihr Höhen- und Umfangwachstum. Der australische Eukalyptusbaum erreicht eine Höhe von 156 Metern. Zum Vergleich: Der Kölner Dom ist 151 Meter und das Ulmer Münster 167 Meter hoch. Der Mammutbaum wird 142 Meter hoch, unsere Tanne 75 Meter, die Fichte 60 Meter, die Kiefer fast 50 Meter, die Eiche 35 Meter, die Eibe aber „nur“ 15 Meter. Der Stammdurchmesser beträgt im Höchstfalle bei den Edelkastanien 20 Meter, den Platanen 15 Meter, den Mammutbäumen 11 Meter, den Eichen 7 Meter, den Eiben 5 Meter, den Ulmen und Tannen 2 bis 3 Meter. Das heißt also, eine Kastanie und eine Platane können den Umfang eines Einfamilienhauses haben, und durch einen Mammutbaum könnten wir ein Tor schlagen, durch das ein Lastwagen fahren kann.

Welch geheimnisvolle Kräfte sind am Werk, um diesen Riesen Kraft und Bestand zu geben? Wie vollziehen sich Geburt, Wachstum und Tod der belaubten Giganten? In  den nachfolgenden Artikeln wollen wir die Lebensgesetze der Laubbäume unserer Heimat betrachten, von ihrem Äußeren, ihren Erkennungsmerkmalen, ihrer Wesensart und ihren Besonderheiten hören…

Weitere Artikel finden Sie hier: Der Baum

Klapperschlangen – das Wattebäuschchen und eine gelähmte Zunge

Mojave Klapperschlange Man kann einer Klapperschlange die Augen verbinden, ihre lange züngelnde Zunge lähmen, ihr die Nüstern mit Wattebäuschchen verschließen, braucht dann aber nur die Hand auf etwa dreißig Zentimeter an ihren Kopf heranzuführen, und man kann sicher sein, dass die Schlange einen blitzartigen zielgerichteten Satz macht! Da kann man dann nur noch bereuen, sich auf Experimente mit den Sinnesorganen von Klapperschlangen überhaupt eingelassen zu haben.

Wissenschaftler sind vorsichtiger zu Werke gegangen. Sie haben dem aggressiven Reptil nicht die Hand, sondern eine Lampe hingehalten, die zuerst nicht ans Netz angeschlossen war, danach aber unter Strom stand. Sie meinten, diese zwei Varianten müssten die Schlange eigentlich »kaltlassen«, doch das Gegenteil war der Fall, und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf die ans Netz angeschlossene, warme Lampe stürzte sich die Klapperschlange jedesmal wie auf eine echte Beute, die erloschene, kalte Lampe dagegen interessierte sie gar nicht. Also besitzen Klapperschlangen spezielle Rezeptoren, die Wärme registrieren — eine Art Wärmeorter. Obwohl im Experiment aller uns vertrauten Sinnesorgane beraubt, bringen es viele Giftschlangen zuwege, ihre Beute trotzdem zu erlangen, als sei nichts geschehen.

Kopf der Klapperschlange Illustration: Maike Voss

So wurde 1937 das Geheimnis um die seltsamen Vertiefungen auf dem Maul von Grubenottern enträtselt. Diese Einbuchtungen an ihrem Kopf haben mit keinem der uns bekannten Sinnesorgane zu tun. Jede (es ist ein Paar) besteht aus einer äußeren und einer inneren Kammer, getrennt durch eine äußerst dünne, nur 0,025 Millimeter starke Membran. Um den vorderen Augenwinkel
herum kann man auf dem Maul von Schlangen ein winziges Löchlein bemerken. Es mündet in einen engen Kanal, der bis zur inneren Kammer reicht. Das Löchlein kann sich weiten und verengen, wenn die Schlange die ringförmige Schließmuskulatur betätigt. Die äußere Kammer öffnet sich als breite Öffnung zwischen Nasenloch und Auge. Diese Öffnung ähnelt einem weiteren Nasenloch, deshalb sehen einige Grubenottern aus, als hätten sie vier Nasenlöcher.
Ähnliche Organe gibt es auch bei nichtgiftigen Schlangen, etwa bei Boas und Pythons, doch befinden sie sich an anderen Stellen, meistens auf den Oberlippenschilden. Die Fähigkeit von Schlangen, Wärme zu orten, ist geradezu
phänomenal! Die Tiere registrieren selbst Temperaturdifferenzen von nur 0,003 Grad auf der äußeren und inneren Fläche der Membran des Wärmesinnesorgans. (Zum Vergleich: Die Schwelle der Temperaturempfindlichkeit beim Menschen liegt bei ein bis zwei Grad.) Das reicht aus, daß selbst blinde und taubstumme Schlangen treffsicher ihre Beute schlagen. Wie funktioniert so ein Lokator? Die Forscher neigen zu der Annahme, die Schlange operiere nach dem Boyle-Mariotteschen Gesetz und betätige den Schließmuskel der Eingangsöffnung zur inneren Kammer, wodurch diese von der Außenwelt isoliert werde.
Die Erwärmung der Vorderwand der Membran führe dann zu einer Erhöhung der Lufttemperatur in der inneren Kammer. Die Luft dehne sich aus und drücke auf die Zwischenwand, wo sich die Luftdruckrezeptoren befinden. Hat die Schlange den Druck auf die Membranen beider Gruben ausgeglichen, wendet sie den Kopf dem warmen Objekt zu und peilt das Opfer exakt nach dem Winkel an, der sich aus den Richtungen (von den beiden Gruben zum Opfer hin) ergibt.

Zitteraal - Foto: Jens FischerDer Zitteraal – Einen eigenen »sechsten« Sinn haben auch viele in südamerikanischen Flüssen verbreitete Nacktaale (der Zitteraal ist einer von ihnen). Sie sind mit elektrischen Organen ausgestattet, mit deren Hilfe sie sich sowohl in der normalen Umwelt als auch gegenüber Feinden orientieren können. Bei diesen Fischen liegen alle lebenswichtigen Organe im ersten Viertel des Rumpfes, selbst der After hat seine Öffnung zum Halsbereich hin. Im Schwanz aber ist das elektrische Organ untergebracht. Die »Batterie« der Nacktaale befindet sich unter der als Isolator wirkenden Haut. Es sind einige wurstförmige Körper mit orangeroter Gallertstruktur, die durch Zwischenwände in kleine »Zellen« unterteilt ist. Die Stromentladungen erfolgen in einer Serie kurzer Niederspannungsimpulse (dreißig bis eintausend in der Sekunde). Im Ergebniss dessen entsteht um den Fisch herum ein elektromagnetisches Feld. Gegenstände mit einer anderen Stromleitfähigkeit als der von Wasser, die in dieses Feld geraten, verzerren dessen elektrische Eigenschaften. Die Verzerrungen werden von speziellen Elektrorezeptoren des Seitenlinienorganswahrgenommen (beim Aal liegen sie im Kopfbereich), das sozusagen dem Gehirn signalisiert: »Achtung! Nebenan ist irgend etwas!« Dieses »irgend etwas« kann eine Wasserpflanze, ein Stein, ein begehrtes Futter, aber auch ein potentieller Feind sein. Der »Elektrofisch« erkennt diese Gegenstände an deren andersartiger elektrischer Leitfähigkeit und handelt den konkreten Umständen entsprechend.

Hochzeitspaläste und ihre Erbauer

Nicht weniger tüchtige Architekten sind auch die australischen Laubenvögel. Ihren Namen verdanken sie ihrer ungewöhnlichen Fähigkeit, aus herumliegenden Gegenständen unterschiedlich gestaltete bizarre laubenartige Bauten zu errichten. Im Vergleich zu ihnen nehmen sich die Großfußhühner wie armselige Stümper aus. Die Laubenvögel sind Vögel mit Geschmack. Ihre Bauten sind, wie man heute sagen würde, individuell projektiert und dazu noch mit verschiedenen Extras versehen.

Das Baugeschehen geht folgendermaßen vor sich : Inmitten niedriger Büsche, auf Lichtungen und an anderen den Vögeln geeignet erscheinenden Stellen legen die Laubenvogelmännchen Fundamente aus kleinen Gerten. In Abständen von ungefähr einem halben Meter stecken sie (oder befestigen sie irgendwie anders) weitere, etwas längere Stöckchen in die Erde. Die oberen Enden biegen sie aufeinander zu, so dass eine Art Laube mit Satteldach entsteht. Zum Abschluss wird die hübsche Behausung mit Moos, Blumen, Blättern, Pilzen, Muschelschalen und anderen Dingen geschmückt, die wohl das Auge des Laubenvogels erfreuen.

Laubenvogel posierend
Laubenvogel posierend
Foto: Brett Donald - Weiblicher Seidenlaubenvogel (Ptilonorhynchus violaceus)
Foto: Brett Donald – Weiblicher Seidenlaubenvogel (Ptilonorhynchus violaceus)

Geschildert ist das alles hier übrigens schnell und einfach: die Vertreter mancher Arten arbeiten aber unermüdlich jahrelang an so einer Laube, und man muss zugeben, überaus produktiv! Einzelne solche Türmchen und Lauben erreichen drei Meter Höhe. Als Europäer zum ersten Mal auf derartige Bauten stießen, vermuteten sie daher, diese seien das Werk von Ureinwohnern, der »Aborigens«.  Die Männchen einiger Arten bringen es zu Fertigkeiten, die die anderer noch übertreffen. So streut der Hüttengärtner vor seiner Laube einen Teppich aus wilden Rosen aus und bestückt ihn mit bunten Früchten. Der Seidenlaubenvogel trägt blaue und gelbe Blüten herbei und streicht anschließend die Laube von innen mit einer Paste eigener Produktion an. Das Rezept ist folgendes: Man nehme etwas Holzkohle, zerkleinere sie mit dem Schnabel, vermische sie mit Speichel, füge das Fleisch einer Frucht zu und streiche mit der blauschwarzen Masse die Innenwände der Laube.

Einige Laubenvogelarten bringen es gar zuwege, bunte Bänder, Zahnbürsten, Messer, Gabeln, Kaffeekännchen und andere  glänzende Gegenstände, bis hin zu Schmuckgegenständen zu stehlen und sie vor der Hütte zu verstreuen. Wie diebische Elstern schleppen sie von überallher alles mögliche heran.

Eryngium campestre – aka – Mannstreu

Der blaue Ritter – Mannstreu

Pflanzliche  Familie: Apiaceae (Umbelliferae) – Doldenbluetler
Andere Namen:  Feldmannstreu, Mann(e)streu, Brachdistel, Ziegenbart, Rabendistel, blauer ritter

Inhaltsstoffe: Saponine, Kalisalze, Spuren von ätherischen Ölen, Phytosterine.

Vorkommen: Hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa verbreitet. Bevorzugt in heißen Gegenden, wo er auf trockenen Feldern, Felslandschaften und Straßenändern wächst.

Allgemeines: Es herrscht die verbreitete Meinung, dass der Genuss des Feldmannstreu die Milchproduktion der Ammen zum Versiegen bringt. In der Heilpflanzenkunde kennt man diese Pflanze wegen ihrer harntreibenden und leicht schmerzstillenden Wirkung. Daher wird sie gerne bei Fettleibigkeit, Wassersucht, Herzkrankheiten sowie zur Bekämpfung der Cellulitis verwendet.
Außerdem übt sie einen positiven Einfluss auf die Verdauungsprozesse aus.

Droge: Die Wurzel.

Sammelzeit: Europa.
Die Wurzel wird im September/Oktober, wenn die Pflanze völlig vertrocknet ist, ausgegraben. Trockene Blatt- und Stengelreste werden entfernt und die Seitenwurzeln weggeschnitten. Größere Exemplare werden halbiert.

Aufbewahrung: Die Wurzelstücke an der Sonne oder im Ofen bei niederer Temperatur (40 ° C) trocknen und dann in Papier- oder Stoffsäckchen aufbewahren.

Wirkungen:

  • harntreibend
  • schweisstreibend
  • gegen Ödeme
  • leicht schmerzstillend

Dosierung:
Innere Anwendung:
die Wurzeln – – –  Harn- und schweißtreibend.
Dekokt –  3g auf 100ml Wasser. Zwei bis drei kleine Tassen am Tag (nicht unmittelbar vor oder nach den Mahlzeiten).

Verdauungsfördernd:
Tinktur – 20g auf 100ml 60%igen Alkohol (10 Tage lang ansetzen). 20 bis 30 Tropfen nach den Hauptmahlzeiten in gezuckerten Wasser oder auf einem Stück Zucker.
Weintinktur – 3g auf 100ml Wein (10 Tage lang ansetzen). Zwei Gläschen am Tag.

Welches kleine Tier schlägt selbst Löwen und Elefanten in die Flucht?

Freie Illustration !so?
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Es ist die Treiber- oder Wanderameise! Diese Ameisen haben keinen festen Lebensraum, die meiste Zeit ihres Lebens wandern sie umher, gewöhnlich unter dem Schutz der Nacht oder der Dämmerung. Bei manchen Arten ist die Front ihrer Marschkolonnen Hunderte von Metern, bisweilen sogar einen Kilometer breit.
Diesen Ameisen zu entkommen ist nicht leicht. Sie verschlingen auf ihrem Wege buchstäblich alles, was da kreucht und fleucht.  Die »Soldaten« der Wanderameisen haben messerscharfe Kiefer, mit denen sie aus den Leibern ihrer Opfer Fleischstückchen herausschneiden. Selbst ein großes Tier, das in ihre Umzingelung gerät, ist in wenigen Minuten bis auf die Knochen abgenagt. »Wenn man bestimmten Meldungen glauben kann«, schreibt der amerikanische Wissenschaftler Osmond Breland, »so ist sogar einmal ein Elefant, dem die Flucht nicht rechtzeitig gelang, wie eine Maus oder Raupe umgekommen.«

Einmal haben Wanderameisen sogar einen eingesperrten Leoparden »aufgefressen« ebenso wie einen Python, der nach reichlichem Mahl nicht schnell genug war. Bis auf die Knochen verspeisen sie angebundene und vergessene Hunde, in Ställe gesperrte Schweine, Ziegen und Hühner. Einen Verbrecher, den die davongelaufene Wache in einem Gefängnis zurückgelassen hatte, bissen die Ameisen zu Tode.
Im übrigen wird in vielen Geschichten die Gefahr, der sich  Menschen bei Begegnungen mit Wanderameisenarmeen aussetzen, gewöhnlich übertrieben.
Bei einem Angriff von Wanderameisen auf Dörfer verlassen  deren Bewohner in aller Seelenruhe ihre Häuser und begeben  sich, die Angriffsfront der Ameisen umgehend, auf die Felder.  Sämtliches Hausvieh, überhaupt alle Haustiere nehmen sie natürlich mit, wobei es allerdings nicht ohne Verluste abgeht. Dafür vernichten die Ameisen in den Häusern alle Parasiten, Skorpione, Ratten, und das ist schon viel wert.

Können Fische Ball spielen?

Bisher ist nur ein Fisch bekannt, der das kann: der Nilhecht (oder auch Elefantenrüsselfisch) Gnathonemus petersii, der heute zu einem gefragten Bewohner von Aquarien geworden ist. Wirft man einen kleinen Schaumstoffball ins Aquarium, schwimmt der Fisch sofort zu ihm hin und spielt scheinbar mit Vergnügen mit dem Ball, wobei er ihn mit dem Kopf hoch stößt, dann wegschwimmt und sich von neuem auf sein Spielzeug stürzt.

J. Jury - Proceedings of the Zoological Society of London (vol. 1864, plate II)
J. Jury – Proceedings of the Zoological Society of London (vol. 1864, plate II)

Dieser vorwiegend nachtaktive Fisch stammt aus Zentralafrika, wo er vonNigera bis Zaire vor allem weichgründige Flussläufe besiedelt. Im Aquarium sollte er in Gruppen gehalten werden. Entsprechend muss das Becken eine Länge von über 180 cm aufweisen. Kleinere Becken mit einer Länge von 120 cm sind nur für Einzeltiere geeignet. Während der Eingewöhnung sind die Tiere sehr scheu und brauchen Verstecke. Eine dichte Bepflanzung, eine Schwimmpflanzendecke und ein weicher Bodengrund erhöhen das Wohlbefinden. Gegenüber Nicht-Artgenossen sind diese Nilhechte friedlich. Hält man aber nur zwei oder drei Exemplare zusammen, dann wird ein Tier sich zum Tyrannen aufschwingen und die Artgenossen unterdrücken. Elefantenrüsselfische gehören zu den Arten mit elektrischem Organ. Dieses ist relativ schwach und wird nur zur Ortung und zur Verständigung verwendet. Das Becken sollte mit weichem Bodengrund ausgestattet werden, damit das Maul der Tiere nicht verletzt werden kann, wenn sie nach Futter wühlen.

Wer trinkt Wasser mit dem Schwanz?

babuin_3Bei Babuin-Pavianen hat man folgendes beobachtet: Wenn sie weder mit den Händen noch mit dem Mund ans Wasser gelangen, »schöpfen« sie es—mit dem Schwanz. Sie krallen sich mit den Vorderpfoten an einem Vorsprung der Uferböschung, an einer Wurzel oder einem Ast fest und bemühen sich nach Kräften, mit dem Schwanzende das Wasser zu erreichen. Hat der Pavian das geschafft, klettert er flink ans Ufer und lutscht das Schwanzende schnellstens ab, ehe es in der afrikanischen Hitze wieder getrocknet ist. Danach holt er sich auf die gleiche Weise eine neue Portion Wasser, bis er sich satt getrunken hat. Babuine kommen allerdings mit wenig Wasser aus, mit drei bis vier Gläsern am Tag. Deshalb schaffen sie es durchaus, in der beschriebenen Art ihren Durst zu stillen. Müssen sie aber nicht auf Abhängen herumklettern, um ans Wasser zu gelangen, trinken sie wie alle anderen Tiere mit dem Maul.

Die Eiche als 5-Sterne-Hotel mit Vollpension

cork-228449_1280_Ben_Kerckx_KorkeicheEine ausgewachsene, bis zu dreißig Meter hohe Eiche bietet mehr Tieren Unterschlupf und Nahrung als jeder andere europäische Baum. So wurden auf einem Exemplar dreißig verschiedene Vogel-, fünfundvierzig Wanzen- und über zweihundert Falterarten gezählt. Dabei hat jeder Teil des Baumes seine besonderen Untermieter. Zwischen den Wurzeln lebende Blatthorn- und Schnellkäferlarven; winzige Falter, viele mit einer Flügelspannweite von nur zwei Zentimetern, verstecken sich tagsüber in den Rindenspalten und fliegen des Nachts zwischen den Ästen umher, und unter der Borke hausen Käfer und hinterlassen dort unzählige verzweigte Gänge.
Die weichen, saftigen Blätter der Eiche werden von ausgewachsenen Blatthornkäfern und von zahlreichen Schmetterlingsraupen gefressen. Dabei verleiben sich die größeren von ihnen ganze Blattstücke ein, während die kleineren lediglich Gänge in das weichere Blattinnere bohren. Rüsselkäfer, wie die Eichelblattroller, benutzen die Blätter dagegen als Behausung für ihre Nachkommen. Sie beißen ein Blatt zuerst von der einen und dann von der anderen Seite bis zur Blattrippe durch, falten die beiden Hälften zusammen und rollen sie zu einer Röhre, in die später die Eier gelegt werden.

Traubeneiche - Baum des Jahres 2014 - Foto: Piet Marsfeld
Traubeneiche – Baum des Jahres 2014 – Foto: Piet Marsfeld

Viele Blätter bilden zur Abwehr Gallen, deren Vielfalt sich aus den verschiedenen Namen ablesen lässt, die ihnen die Forstleute gegeben haben, beispielsweise Gallapfel, Eichenrose, Napfgalle, Linsengalle und Schlafapfel. Anlass für die Gallenbildung sind immer kleine Insekten, etwa Mücken, Falter oder kleine, weniger als einen halben Zentimeter große Wespen. Sie alle legen ihre Eier in Blätter, die darauf mit verstärktem Zellwachstum reagieren. In dieser Wucherung entwickeln sich dann die Insektenlarven, die oftmals sogar dann noch dort bleiben, wenn das Blatt bereits abgefallen ist, um es erst im folgenden Frühjahr als fertige Insekten zu verlassen. In kleinen Gallen sitzt zumeist nur eine Larve, während sich in größeren bis zu dreißig Exemplare aufhalten.
Die nahrhaften Eicheln, von denen ein einziger Baum jährlich bis zu neunzigtausend hervorbringen kann — während eines langen Eichenlebens also viele Millionen —, dienen als Futter für ungezählte Tiere. Das schadet dem Baum nicht, denn es genügt in jedem Jahrhundert eine einzige Eichel, die tatsächlich zu einem Baum auswächst, um die Eichenpopulation zu sichern, so dass ein ungeheurer Überschuss entsteht. Krähen und Häher pflücken die Eicheln von den Ästen, kaum daß sie reif sind; die gefräßigen Ringeltauben schleppen oft bis zu siebzig Früchte gleichzeitig in ihrem Kropf fort, und Rüsselkäfer bohren mit ihren verlängerten Mundwerkzeugen Löcher in die Früchte der Eiche, um dort ihre Eier abzulegen. Aber selbst wenn eine Eichel von all diesen Angriffen verschont bleibt, fällt sie irgendwann auf den Boden, wo bereits hungrige Mäuse, Eichhörnchen, Rehe oder Wildschweine auf die willkommene Mahlzeit warten.
Viele der Insekten, die sich etwa von den Eichelblättern ernähren, werden wiederum von anderen Tieren gefressen. Wespen, Spinnen und Marienkäferlarven machen Jagd auf Raupen, und auch viele Vögel brauchen für ihre Brut tierische Nahrung. Buntspechte und Baumläufer picken die Insekten aus den Rindenspalten; Kohlmeisen ziehen ihre Jungen genau dann auf, wenn besonders viele Raupen auf den Eichenblättern zu finden sind, wobei einige Vogelarten jeden Tag bis zu dreihundert Raupen benötigen, um ihre hungrigen Jungen satt zu bekommen, und auch viele Zugvögel, etwa Grasmücken oder Nachtigallen, beteiligen sich in den Sommermonaten an der Suche nach Kerbtieren. Und wenn die Eiche älter geworden ist und sich Höhlen und größere Spalten im Stamm auftun, ziehen dort Eulen und Fledermäuse ein, und zwischen den knorrigen Wurzeln graben sich Füchse oder Dachse ihren Bau.

Stieleiche - Foto: Piet Marsfeld
Stieleiche – Foto: Piet Marsfeld

Eichen sind also wahrhaftig die Herren des Waldes, und wie verantwortungsvolle Monarchen sorgen sie für den Lebensunterhalt der unzähligen kleinen Bewohner ihres Reiches.
Aber die reichen Nahrungsgründe, die sich während des Sommers in den nördlichen Breiten auftun, sind nicht von Dauer. Im Herbst werden die Tage kürzer, und die Zugvögel machen sich auf den Weg nach Süden. Die meisten Schmetterlinge und Nachtfalter gehen zugrunde, nachdem sie ihre Eier an sicheren Plätzen abgelegt haben, und auch die Laubbäume werfen ihre frostempfindlichen Blätter ab und setzen ihren Stoffwechsel so weit herab, dass ihr Wachstum fast völlig zum Erliegen kommt. Mit dem Verlust ihrer Blätter verlieren die Eichen vorübergehend auch die Herrschaft über ihr Territorium. Zum ersten Mal seit Monaten fällt wieder Sonnenlicht auf den Waldboden. Aber es gibt zu dieser Zeit nur wenige Pflanzen, die damit etwas anfangen können, da die meisten ebenfalls keine Blätter mehr besitzen und deshalb ihre Aktivitäten einstellen müssen.

 

Die verborgene Lebenswelt der Pflanzen

aloe_veraPflanzen sind in ständiger Bewegung, reagieren auf ihre Umwelt, haben ein Zeitempfinden, kommunizieren und rivalisieren miteinander – nur dass sich dies auf einer anderen Zeitebene als der unseren abspielt: in Zeitlupe.

Daher kommt mir die Diskussion der „militanten“ Vegatarier merkwürdig vor, wenn sie das Leid der Tiere über das der Pflanzen stellen, nur weil sie deren „Schmerz“ nicht sehen können.

Die verborgene Lebenswelt der Pflanzen – die Akazie

Foto: Piet Marsfeld
Foto: Piet Marsfeld

Pflanzen können einander warnen. Wenn sich eine Giraffe an einer afrikanischen Akazie gütlich tut, schickt der Baum innerhalb kurzer Zeit einen Giftstoff in seine Blätter, die ihrerseits Äthylengas freisetzen, um die Akazien im Umkreis von 50 Metern zu warnen. Auf ähnliche Weise sich auch unsere Eichen vor Schädlingen.

Ein alter Hausfreund – Tierische Wettervorhersage

Foto: Piet Marsfeld
Foto: Piet Marsfeld

Man sagt, ich sei ein guter Meteorologe, ein besonnener Wetterkundler. Gibt es Sonnenschein, bin ich obenauf. Kommt der Regen, halte ich mich zurück; verdrießlich. Und wenn das Wetter für länger unfreundlich bleiben sollte: hinein ins Wasser.

Ich freier Natur kündige ich ein heranziehendes Gewitter  mit aufgeblähter Kehle lauthals an. Dann ist mein „Quak Quak“  oder auch ein „Krack Krack“ laut zu vernehmen. Bei feuchter Witterung bleibe ich allerdings stumm wie ein Fisch.  Unter uns: in Gefangenschaft irre ich mich auch schon mal…kein Wunder, da geht irgendwann der Kontakt zur Quelle etwas verloren, ähnlich dem schwankenden Handysignal in der Pampa…)
Ich werde drei- bis viereinhalb Zentimeter lang, bin obendrauf blattgrün, und unten herum grauweiß gefärbt. Beide Farben werden durch einen schwarzgelben Streifen voneinander getrennt. Bei Männchen, also wie bei mir, ist die Kehlhaut dunkel, beim sogenannten zarten Geschlecht ist sie eher hell getönt. Alle vierzehn Tage ist mir dann zum aus der Haut fahren. Ich häute mich dann, um mir ein frisches Gewand anzulegen.
Meine Lebensdauer? Nun, Verwandte von mir sind in Gefangenschaft acht bis zehn Jahre alt geworden.  Ich bin jetzt drei geworden.

Froschlaich - Foto: Piet Marsfeld
Froschlaich – Foto: Piet Marsfeld

Bekannt bin ich auch für meine sportlichen Fähigkeiten: ich schwimme fast so gut wie mein Artverwandter, der Wasserfrosch. Klettern kann ich ausgezeichnet und Springen sowieso.
Als Hausfreund zeige ich mich selbstverständlich nur von meiner besten Seite. Ich bin anspruchslos, sehr sparsam und, wenn es sein muss, sogar mit einer bescheidenen Unterkunft zufrieden; mit einem einfachen Glas.
Am besten gefällt mir in Gefangenschaft das Leben in einem hohen Terrarium, mit feuchtem Sand, kräftigen Sumpfpflanzen darin und einer Leiter (oder etwas vergleichbarem zum Klettern).Kälte vertrage ich soweit gut. Wärme und Trockenheit überstehe ich in geradezu bewundernswürdiger Weise, wie mein Freund, der Alfred Brehm es für sein „Tierleben“ richtig formuliert hatte.
tree-frog-67779_1280Was ich gern esse? Mücken, Stubenfliegen, Mehlwürmer und ähnliches. Ich nehme auch Spinnen, wenn ihr sie habt. Im Winter halte ich, nach alter Tradition, einen todähnlichen Schlaf. Füttert mich deshalb im Sommer gut, damit ich den Winter wohlgenährt überstehe. Gebt Eurem treuen Hausfreund aber auch in der kalten Jahreszeit hin und wieder eine Fliege; er wird es Euch danken.
Ich gewöhne mich bei Menschen schnell ein. Und wenn Ihr gut zu uns seid, fressen wir Euch vielleicht sogar aus der Hand.
Eine Bitte: lasst uns von Zeit zu Zeit durch die Stube springen, damit wir uns mal so richtig austoben können. Als Gegenleistung dafür, fangen wir Euch die Fliegen, Spinnen und Mücken weg. Gern geschehen.
Beinahe hätte ich es doch vergessen: Wie alle Tiere, die was von und auf sich halten, habe ich nach meinem gewöhnlichen auch einen lateinischen Namen. Man nennt mich in Fachkreisen auch „Hyla arborea“.
Es grüßt Euch Euer Wetterprophet.

B der Baumeister – Der Biber

Biber in Natur - Piet Marsfeld
Biber in Natur – Piet Marsfeld

»Ich habe Leute gekannt, die zwar lesen und schreiben konnten, die aber viel dümmer waren als ein alter erfahrener Biber«, sagt Falkenauge in Fennimore Coopers »Der Letzte der Mohikaner«. Schriftsteller und auch Zoologen bezeichnen den Biber als »Ingenieur«, und das so oft, dass man dessen schon überdrüssig ist, aber einen besseren Vergleich kann man sich wohl kaum ausdenken. Äußerlich ist der Biber ein imposantes Tier. Sein edles Fell mit warmer Unterwolle und harten Grannenhaaren ist zwecks größerer Elastizität und besseren Nässeschutzes mit einem öligen Sekret eingefettet. Nach jedem Bad reinigt der Biber es sorgfältig und »pomadisiert« es neu. Ehemals lebten Biber in ganz Europa (außer Spanien), in Sibirien, der Mongolei, in Nordchina und in Nordamerika von Alaska bis zum Rio Grande, aber sie wurden vielenorts erbarmungslos ausgerottet. Danach stellte man sie unter Schutz und siedelte sie erneut an.

beaver-803910_1280Jetzt regeneriert sich in Europa ihr Bestand, und die alten Verbreitungsgebiete entstehen gewissermaßen neu. Allerdings sind sich die Spezialisten noch nicht einig, ob es nun eine oder zwei Biberarten gibt. Auf jeden Fall weist der europäische Biber außer einigen Besonderheiten des Schädels einen schmaleren und längeren Schwanz auf als der amerikanische, und das Rückenfell hat keine rötlichen Töne. Biber wiegen zwischen neun und zweiunddreißig Kilogramm und können fünfundzwanzig Jahre alt werden, zumindest in Gefangenschaft. Sie haben einmal im Jahr, und zwar im April bzw. Mai, drei bis fünf, selten sechs Junge. Bereits nach ein, zwei Tagen können die Jungen schwimmen, und im Alter von drei Wochen fressen sie schon Pflanzen, obwohl die Mutter sie noch drei weitere Wochen säugt. Mit den Eltern bleiben sie bis zum Alter von zwei, drei Jahren zusammen. Biber fressen Rinde, Triebe, Blätter, wobei sie Espe und Weide, Sumpfgräser und Schilf, Schwert- und Wasserlilien bevorzugen. Für den Winter legen sie sich unter Wasser einen Vorrat an Zweigen an, mitunter fünfzig bis achtzig Kubikmeter!
Betrachtet man einen Biber von vorn, staunt man über seine stattlichen Schneidezähne, die über die Lippen hervorstehen. Dieses Grab- und Schneidewerkzeug ist universell einsetzbar. Mit ihm kann der Biber unter Wasser arbeiten, ohne das Maul zu öffnen. An der Nase fallen einem die beweglichen fleischi- gen Nüstern auf, die sich hermetisch schließen, wenn das Tier taucht. Es kann bis zu fünfzehn Minuten unter Wasser bleiben, ohne zum Atmen auftauchen zu müssen. Wenige nur hatten Gelegenheit, zu sehen, wie Biber ihre Schneidezähne unter Wasser handhaben, am Ufer jedenfalls entwickeln sie eine geradezu phantastische Produktivität: Innerhalb von zwei, drei Minuten fällen sie einen armstarken Baum!

beaver-223711_1280In einem französischen Nationalpark beobachtete der Zoologe P. Richard Biber, die voll und ganz mit Bauarbeiten beschäftigt waren, doch sei mir gestattet, zunächst ein wenig abzuschweifen und kurz zu sagen, welche Bautypen Biber so errichten. Man kann sie nur bestaunen und sich nur schwer vorstellen, daß ein Tier zu solchen Dingen fähig ist! Typ eins: die Biberbaue selbst. Die Tiere graben sie in hohe, feste Ufer, an Steilhängen. Der Eingang liegt ein oder zwei Meter tief unter Wasser; diese dunkle Öffnung, in die auch Fische hineinschwimmen dürfen, ohne daß die Biber sie behelligen, ist schräg nach oben gerichtet. Hat der Gang den Wasserspiegel des Flusses erreicht, wird er weiter unter die Wurzeln eines starken Baumes geführt. Dort wird der dunkle Schlafraum angelegt, der manchmal so groß ist, daß zwei Menschen gut und gern darin übernachten könnten. Hat der Fluß keine gleichbleibende Wasser- führung, sinkt bei Trockenheit sein Wasserspiegel, wird unter dem ersten Eingang in Richtung auf den Schlafraum eine weitere Höhle gegraben. Der Eingang muß unter Wasser liegen, das ist unerläßliche Bedingung. Manchmal hält die »Decke«, die Erdschicht über dem Schlafraum, nicht stand und stürzt ein. Dann häufen die Biber darüber Reisig auf. Bautyp zwei: Reisig- und Erdhütten, die anderthalb bis drei Meter über das Wasser hinausragen, ihr Durchmesser erreichtt zehn bis zwölf Meter. Der Eingang befindet sich gleichfalls unter Wasser. Typ drei: Kanäle. In sumpfigem Gelände verlaufen vom Bau aus wie Sonnenstrahlen auf einer Kinderzeichnung schmale und flache Wasserstreifen in verschiedene Richtungen — die Wasserst:raßen der Biber zum Arbeitsplatz und zu ihrem »Speiseraum«. Schon möglich, daß die Biber den Kanalbau gar nicht aktiv betrei- ben, sie gehen eben immer denselben Weg, und allmählich vertie- fen sich die Pfade und füllen sich mit Wasser. Aufmerksame Beobachter aber behaupten, dass die Biber sich ganz eindeutig bemühen, ihre Kanäle in Ordnung zu halten. Sie haben es nicht gerne, wenn Unrat hineingelangt. Auf diesen Wasserwegen flößen sie Baumstümpfe und Abfall, das ist leichter, als alles mit den Zähnen und Pfoten zu schleppen.

beaver-143703_1280Man behauptet, Biber hätten einmal einen Damm gebaut, der viereinhalb Meter hoch und 652 Meter lang gewesen sei! In Gemeinschaftsarbeit häufen Biber in Flussmitte Baumstämme, Steine, Zweige und Schlamm an, damit sich eine kleine Insel bildet. Danach türmen sie seitlich der Insel in Richtung Ufer Material auf, das sich für das Stauen von Wasser eignet, verflechten es mit Zweigen, bestreichen es mit Schlamm und Lehm stützen das Ganze mit Lanzen und Streben aus Stämmen ab, wobei sie diese nicht selten mit dem einen Ende gegen den Damm und mit dem anderen gegen einen Baum gegenüber lehnen. Sie stapeln und verflechten alles miteinander, bis sie das Ufer erreicht haben. Das Wasser steigt, fließt über, spült Hohlräume aus, doch die Bauleute lassen sich nicht beirren. Sie schleppen und flechten, sie häufen auf, sie verschmieren… Schon hat sich der Wasser- spiegel gehoben, glänzt eine ruhige, glatte Wasserfläche. Das überschüssige Wasser fließt durch einen gut funktionierenden Abfluss aus eng verflochtenen Zweigen ab. Eine solche Abflussrinne kann der Fluss nicht zerstören.
Doch mit einem einzigen Damm ist es nicht getan. Die Biber können nicht untätig mit ansehen, wie wertvolles Naß nutzlos irgendwohin abfließt. Also bauen sie stromab noch einen Damm, dann einen weiteren und immer noch einen…
Das Ergebnis ist eine ganze Kaskade von Teichen, aufeinanderfolgend wie Stufen einer großen Treppe, besser vergleicht man sie noch mit Staustufen. Manchmal allerdings stimmen die Biber ihre Vorhaben nicht mit den Plänen des Menschen ab und okkupieren ausgedehnte Heuwiesen für ihre Stauseen. In Amerika sind solche Fälle so häufig geworden, daß die Menschen Sprengstoff anwenden mußten. Doch die Biber stellen das Zerstörte schnell wieder her. Da verzichtete man auf Dynamit und trieb Dränagerohre durch den Damm, das heißt, man fügte dem nach Meinung der Bi ber ausreichen- den Abfluß noch einen weiteren oder zwei hinzu. Diesmal, meinten die Farmer, alles sei »okay«, und freuten sich schon, doch…

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAn dieser Stelle ist es wohl Zeit, in den französischem Nationalpark zu der angekündigten Geschichte über den Versuch von Richard zurückzukehren. Dem Beispiel der Amerikaner folgend, trieb auch er durch so einen Damm ein Loch und führte ein Dränagerohr hindurch, lang genug, damit die Eingangs- und Ausgangsöffnungen in genügend großem Abstand zu beiden Seiten des Staudammes zu liegen kamen. Das Wasser begann zu sinken.
Die Biber wurden unruhig. Anfangs gingen sie eiligst daran, das Bauwerk oben auf zustocken. Sie stopften alle Abflüsse zu, doch das Wasser floß weiter ab, und sie gaben die sinnlose Arbeit auf. Irgendwie aber müssen sie doch dahintergekommen sein, dass an allem das Rohr schuld war! Sie verstopften also die Einflussöffnung. Doch es gab nicht nur eine. Außer der Hauptöffnung waren da noch ein paar seitliche Löcher, die Richard in die Rohrwand gebohrt hatte und die die Biber nicht verstopfen konnten. Das große hatten sie zwar geschafft, aber alles, was sie in die kleinen stopften, riss das Wasser weg. Da gaben sie auch diese Arbeit auf.
Zoologen, die die Tiere aus Verstecken heraus beobachteten, amüsierten sich: Zu drollig sah es aus, wie die Biber hin und her liefen und Ausschau hielten, was denn nun noch nu tun bliebe, genau wie Bauleiter auf einer Baustelle. Die Biber kamen auf die Idee, auch das andere Endle des Rohres zu verstopfen. Doch dort erwies sich die Strömung, die im Rohr noch schneller wurde, als zu stark, und alles, womit sie die Öffnung zu verschließen suchten, wurde augenblicklich weggespült.
Da gaben sie auch diese Arbeit auf. Trotzdern aber fanden sie einen Ausweg! Sie errichteten einen Damm, der die untere Ausflussöffnung umschloss. Wenn das Wasser schon weg floss, dann doch wenigstens in ihren neuen Teich! Nach dieser Geschichte wird man es wohl kaum noch jemandem verdenken, wenn er die Biber als wahre Ingenieure bezeichnet!
Übrigens lassen sie im Winter einen Teil des aufgestauten Wassers ab, damit sich unter dem Eis Hohlräume bilden. In diesen Hohlräumen zwischen Eis und Wasser tummeln sie sich dann und fressen.

beaver-7471_1280Und noch etwas: Die Mitglieder einer Biberfamilie sind verträglich und friedlich, sie lieben sogar Spaß und Spiel. Ein Männchen lebt in der Regel sein ganzes Leben lang mit demselben Weibchen zusammen, auch wenn es bisweilen andere nicht verschmäht. Mit fremden Bibern aber machen sie nicht viel Federlesens, besonders wenn ihr Nahrungsrevier und das Wasser mit knapper Not für sie selber reichen oder wenn alle Weibchen längst vergeben sind. Dann bekämpfen sie einander erbarmungslos.
Gibt es aber einmal eine große Trockenheit und die Gewässer werden seicht, dann sammeln sich alle dort, wo noch Wasser verblieben ist. Sie unterlassen ihre Raufereien, und die hier ansässigen Biber vertreiben die Gäste nicht. Dürre ist eben ein Unglück, das alle gleichermaßen trifft.

Unter Schutz! Das rote Buch der Tiere

In Büchern, Zeitungsartikeln und Filmen liest, sieht und hört man immer wieder  alarmierende und empörende Meldungen vom Verschwinden vieler Arten von Wildtieren. Von Jahr zu Jahr aber nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die sich aktiv für deren Rettung einsetzen, weil sie wegen der rasch voranschreitenden Verarmung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten ernstlich besorgt sind.

Was aber sind nun die Ursachen für das Verschwinden ohnehin seltener Tiere? Da gibt es verschiedene. Zum Beispiel die Wilddieberei, doch dies ist nicht das Hauptübel. Einen nicht geringen Schaden fügen der Fauna in vielen Ländern private Tierparks zu, die seltene Tiere erwerben. Ein überzeugender Beweis hierfür, aber bei weitem nicht der einzige, ist der Fang von Orang-Utans. Dabei verfährt man üblicherweise wie folgt: Man tötet ein Weibchen, dessen Junges fällt vom Baum, man versucht es einzufangen; doch das gelingt nicht immer, und oft zieht sich das Junge dabei tödliche Verletzungen zu. Weiterlesen

Schule des Lebens – Instinkt & Lernen in der Tierwelt

Neben dem Instinkt ist das Lernen ein wichtiger Faktor im Verhalten von Tieren. Das klassische Beispiel des Lernens ist die Dressur. So werden Zirkustiere durch Herausbildung bedingter Reflexe dressiert, und dabei können erstaunliche Ergebnisse erzielt werden, besonders bei höheren Tieren.

Den gelähmten William Powell umsorgt eine ganz und gar ungewöhnliche Pflegerin —das Kapuzineräffchen Christel! Ausgebildet wurde es für diese für ein Säugetier nicht einfache Aufgabe von der Psychologin Mary Willard. Dieses Spezialtraining dauerte ein  Jahr, danach wurde die Äffin bei dem Kranken einquartiert.

Womit konnte sie dem wohl groß helfen? Mit vielem, wie sich zeigte. Auf bestimmte Signale Powells hin brachte Christel Bücher

und andere Gegenstände herbei, schaltete das Licht an und aus,

öffnete die Tür. Sogar den Plattenspieler konnte sie bedienen,

auch Platten auflegen. Ja sie fütterte sogar den Kranken mit dem

Löffel!Weiterlesen

Ein Herz für die Mücke

Man kann sagen, dass die Mücke ein Amphibium ist, ein Tier, das sowohl auf dem Lande als auch im Wasser lebt, das heißt, ihre Jugend verbringt die Mücke im Wasser, ihr Erwachsenendasein in der Luft. Das Mückenweibchen legt die winzigen Eierchen in einem stehenden Gewässer ab, und zwar eins nach dem anderen, und klebt sie dann mittels klebriger Ausscheidungen zusammen zu einem Klümpchen in Form eines Floßes. Dieses »Mückenschiffchen« schwimmt frei auf der Oberfläche des Teiches oder Tümpels; es ähnelt jenem »Kästlein von Rohr«, das einst für den kleinen Moses angefertigt worden sein soll, und enthält zweihundert bis dreihundert Eier, Es vergehen drei Tage, da platzen die Eier, oder besser gesagt, sie öffnen sich. An ihrem unteren Ende, das ins Wasser hängt, klappt wie eine Tür ein Deckelchen nach unten auf, und die einem Würmchen ähnelnde Larve sinkt, sich windend, in den heimatlichen Sumpf. Sie ist so flink, dass sie nur schwer zu fangen ist. Man strecke die Hand aus, um das Mückenbaby zu packen, doch blitzschnell wird es einem durch die Finger schlüpfen.Weiterlesen

Das Insektenhotel – Eine Nisthilfe

Bauanleitung Insektenhotel

Es gibt sehr viele unterschiedliche Nisthilfen für Insekten  u.a. Wildbienen – die beschriebene ist nur ein Beispiel. Sie können verwendeten Maße variieren; eine Mindesttiefe von 10cm sollte jedoch gegeben sein. (Schilfröhren sind eine häufige Befüllung und sollten mindestens 10 cm lang sein.) Wenn Sie eine größere Nisthilfe bauen, behalten Sie bitte das Gesamtgewicht im Auge; irgendwann lässt sie sich schlecht aufhängen. Dann sorgen Sie bitte für eine gut zugänglichen Standort. Auch bei der Befüllung gibt es Alternativen und vielfältige Möglichkeiten. Sollen markhaltige
Pflanzenstängel benutzt werden, müssen diese vor dem Einbauen in die Nisthilfe trocknen. Beginnen Sie also zeitig mit dem Sammeln, damit genug Trocknungszeit vorhanden ist.
Die Arbeit am Rohbau dauert ca. 1,5 – 2 Stunden. Die zeitintensivste Befüllungsarbeit ist das Zerkleinern der Schilfhalme.
Sollte das Insektenhotel an seinem Platz nicht gut vor Regen geschützt sein, bringen Sie bitte auf dem Dach noch eine Dachpappe an und behandeln Sie das übrige Holz mit natürlichen Mitteln wie zum Beispiel Bienenwachs.
Diese Bauanleitung ist ein Beispiel für eine mittelgroße Nisthilfe.

Zum Bau des Insektenhotels benötigen Sie:
7 Bretter zu 40cm*10cm
4 Bretter zu 20cm*10cm
1 Brett zu  23cm*10cm
2 Rundhölzer  10cm lang (es kann auch Schilf benutzt werden)
1 Rundholz  23cm lang (es kann  auch Schilf benutzt werden)
Holzbrett in Hausform als Rückwand (40cm*40cm+Dach)
dünnes Brett zu 13cm*20cm
Holzleim
Nägel
Hakenschrauben (werden zum Aufhängen von
Bildern verwendet)
Schraubenzieher
Hammer
Bohrer (verschiedene Dicken)
Hasendraht

Für die Füllung:
Schilf (viel Schilf)
Stroh
Lehm (muss nicht unbedingt gekauft werden, kommt auch in der Natur vor)
Fichtenzapfen
trockenes Laub
Holunderäste
Naturholz

Der Rohbau:

Unser Modell besteht aus einem Grundstock von 40cm*40cm plus Dach und ist 10 cm tief. Zuerst werden vier der Bretter zu 40cm*10cm zu einem Quadrat gelegt und ein fünftes als Unterteilung in die Mitte platziert. Dann werden diese Bretter mit Holzleim bestrichen und zusätzlich mit Nägeln befestigt.

Anschließend werden weitere Zwischenfächer auf die gleiche Art verbunden. In unserem Beispiel benötigt man hierfür vier weitere Bretter mit den Maßen 20cm*10cm. Das untere Fach wird einmal unterteilt. Das obere Fach wird in drei Teile annähernd gleich große Kammern unterteilt. Die Kammer links außen wird ein weiteres Mal geteilt.

Fürs Dach benötigt man die zwei noch übrigen Bretter mit den Maßen 40cm*10cm. Diese werden im rechten Winkel zusammengenagelt und anschließend auf den Grundstock gesetzt und dort befestigt. Zuletzt wird die Rückwand am „Haus“ befestigt, also festgenagelt. Zur Unterteilung des Dachgeschosses wird ein Brett zu 23cm*10cm eingesetzt und an den Rändern mit
Rundhölzern verleimt. (Dieser Schritt ist einfacher, wenn die Rückwand schon fest ist.)

Jetzt kann das Füllen beginnen:

Nisthilfe_klein_FotoSketcher

Erdgeschoss
Zimmer 1  – Naturholz:
Hier müssen die Holzstücke auf die Länge von 10cm gesägt werden. Anschließend werden verscheiden große Löcher hineingebohrt. Am besten geeignet sind harte Hölzer wie Kirsche oder Buche. Hier kann so eng gefüllt, dass man keinen Lehm oder Holzleim zur Befestigung braucht. Auch in die Zwischenwände der einzelnen Zimmer können Löcher gebohrt werden und so zum Nistplatz werden. zwischen den Löchern sollte eine Bohrlänge Abstand sein und die Tunnel sich etwas schräg nach oben neigen. So kann sich kein Wasser einlagern. Wichtig ist, dass keine ausgefransten Löcher entstehen, daran können sich die Bienen verletzen. Eigentlich sollten die Löcher seitlich in stehendes Holz gebohrt werden, die Bohrung also quer zur Wuchsrichtung erfolgen.

Zimmer 2 – Stroh
Dieses Fach wird mit Stroh und Schilfhalmen gefüllt (es fallen bei der Füllung von Zimmer 6 viele Schilfhalme an, die hinten keinen Knoten haben. Ein Teil kann hier verwendet werden.) Anschließend wird das Fach mit Hasendraht verschlossen. Der Hasendraht kann mit Nägeln befestigt werden.

Erstes Obergeschoss
Zimmer 3 – Markhaltige Pflanzenstängel:
Wir haben uns für Holunder entschieden. Die Stöcke müssen in passende Stücke geschnitten werden, in unserem Beispiel 10 cm. Das Mark ist leicht auszuhöhlen, z.B. mit dem Handbohrer und bei einigen Stücken kann ein Anfang gemacht werden. Die meisten sollten aber unberührt verwendet werden. Das Holz kann wieder so eng und fest gesteckt werden, dass es von alleine hält.

Zimmer 4 – Lehm:
Purer Lehm ist zu fett und wird zu hart. Deshalb muss der Lehm mit Sand in einem Verhältnis von etwa 60:40 oder sogar 50:50 gemischt werden. Etwas Stroh kann ebenfalls beigemengt werden. Die Mischung wird mit Wasser angerührt, bis beim Mischen mit dem Spatel keine trockenen Stellen mehr auftreten und der Lehm eine breiige Konsistenz hat. Dann wird die Mischung in das Fach gegeben. Es empfiehlt sich diesen Schritt etappenweise zu unternehmen, denn der Lehm muss lange trocknen, teilweise Wochen. Zudem sollte das Insektenhotel an der mit Lehm gefüllten Stelle nicht aufliegen, da die Feuchtigkeit des Lehms auch ins Holz zieht.  Man kann die Ränder des Hotels einfach auf annähernd gleich dicke Bücher setzen.

Zimmer 5 – Schmetterlingskasten:
Das Fach wird locker mit etwas Stroh gefüllt und dann mit einer Holzdecke (13cm*20cm) versehen. Als Eingang und Ausgang für die Schmetterlinge dienen zwei Schlitze. Diese erhält man, wenn ins Brett Löcher gebohrt und diese dann mit einer Feile erweitert und verbunden werden, sodass sie den Schlitz ergeben. Ein Schmetterlingskasten muss gewartet werden, d.h. die Füllung erneuert. Die Klappe sollte deshalb nicht direkt festgenagelt werden, sondern mit Hakenschrauben festgeschraubt.

Zimmer 6 – Schilf:
Die Schilfhalme müssen passend gesägt werden. Das geht am besten in einer Schneidlade und mit der Feinsäge. Dir Röhren müssen eine Mindestlänge von 10cm haben und ein Ende sollte mit einem Knoten verschlossen sein. Dann wird etwas Holzleim ins Fach geschmiert und die Schilfröhren mit dem Knoten nach hinten hineingedrückt. Zwischendurch sollten auch die Stängel etwas mit Leim bestrichen werden.
Am besten zum Fixieren wäre Lehm, in den die Röhren einfach gedrückt werden, – man sollte aber das Gewicht der Nisthilfe im Auge behalten.

Zweites Obergeschoss
Zimmer 7 – Fichtenzapfen:
Dieses Fach wird mit Fichtenzapfen befüllt und mit Hasendraht verschlossen. Da Zimmer 8 ebenfalls mit Hasendraht verschlossen wird, empfiehlt es sich, dies in einem Zug zu tun. (Man sollte nicht zu alte Zapfen verwenden, da diese sehr schnell zerfallen.)

Dachwohnung
Zimmer 8 – Laub
Dieses Fach wird mit Laub befüllt und ebenfalls mit Hasendraht geschlossen.

Viel Spaß beim Nachbauen.
Gastbeitrag von Madeleine Renken / Wanderfalken e.V.