Kategorie: Gentleman

Kurt Tucholsky – Gedicht über den (deutschen) Mann – 1931

Der deutsche Mann, das ist der unverstandene Mann.

Lamento

Der deutsche Mann
Mann
Mann
das ist der unverstandene Mann.
Er hat ein Geschäft, und er hat eine Pflicht.
Er hat einen Sitz im Oberamtsgericht.
Er hat auch eine Frau – das weiß er aber nicht.
Er sagt: »Mein liebes Kind . . .«, und ist sonst ganz vergnügt –
Er ist ein Mann., Und das
genügt.

Der deutsche Mann
Mann
Mann
das ist der unverstandene Mann.
Der deutsche Mann
Mann
Mann
Die Frau versteht ja doch nichts von dem, was ihn quält.
Die Frau ist dazu da, dass sie die Kragen zählt.
Die Frau ist daran schuld, wenn ihm ein Hemdknopf fehlt.
Und kommt es einmal vor, dass er die Frau betrügt:
Er ist ein Mann. Und das
genügt.

Der deutsche Mann
Mann
Mann –
das ist der unverstandene Mann.
Er gibt sich nicht viel Mühe, wenn er die Frau umgirrt.
und kriegt er nicht die eine, kommt die andere angeschwirrt.
Daher der deutsche Mann denn stets befriedigt wird.
Hauptsache ist, dass sie bequem und sich gehorsam fügt.
Denn er ist Mann. Und das
genügt.

Der deutsche Mann
Mann
Mann –
das ist der unverstandene Mann.
Er flirtet nicht mit seiner Frau. Er kauft ihr doch den Hut!
Sie sieht ihn von der Seite an, wenn er so schnarchend ruht.
Ein kleines bisschen Zärtlichkeit – und alles wäre gut.
Er ist ein Beamter der Liebe. Er lässt sich gehn.
Er hat sie doch geheiratet – was soll jetzt noch geschehn?
Der Mensch, der soll nicht scheiden, was Gott zusammenfügt.
Er ist ein Mann. Und das 06
genügt.

Cats Couch: Brautdepression – Tiefer Fall von Wolke Sieben

Sie haben also eine Frau gefunden, mit der Sie bis ins hohe Alter das Leben teilen wollen. Gratulation! Sie haben ihr einen Antrag gemacht, sich geduldig mit ihr durch eine monate- bis jahrelange Hochzeitsplanung gekämpft und sich mit ihr schließlich das Jawort gegeben. Sie sind ein Glückspilz. Ihre nächste Herausforderung: Ihre frisch Angetraute davon überzeugen, dass es auch ein Leben nach den Flitterwochen gibt – und dass dieses Leben schön ist.

IMG_3554Heiraten und einmal Prinzessin sein – für viele Frauen ist das noch heute ein großes Thema. Es soll dieser eine Tag  sein, der das Leben für immer krönt, an dem alle Augen auf die Braut, ihr prachtvolles Kleid und ihre große Liebe, den Prinzen, gerichtet sind. So lehren es uns Märchen. Und romantische Komödien. Achja, Disney nicht zu vergessen … Seine Filme können hier einfach nicht unter den Tisch fallen. Wie viele Frauen haben schon die tragischen Liebesgeschichten von Belle, Schneewittchen und Cinderella gesehen und mitgefiebert … Hach. Seufz. Also, um es kurz zu machen: So vernünftig und rational viele von uns im Alltag sind – wenn es ums Heiraten geht, werden sie gerne mal wieder zu schmachtenden, sehnsüchtigen Wesen mit Mädchenträumen.

Braut sein bedeutet, im Mittelpunkt zu stehen

Nun kommt also der ersehnte Antrag und es tun sich eine Menge potenzieller Stressquellen auf, von denen Sie bisher gar nicht wussten, dass sie existieren. Weißtöne (ja, davon soll es tatsächlich unzählige von Ivory bis Champagner geben), Geschmacksnuancen bei der Hochzeitstorte (hat sie nicht vor kurzem noch alles gut gefunden, das nur annähernd nach Kuchen roch?) und natürlich die Verwandtschaft, vor allem die im engeren Kreis, die Ihnen wie ein Rudel ausgelassener, laut bellender Welpen vorkommt. Die „perfekte“ Location, das „perfekte“ Outfit und die „perfekte“ musikalische Untermalung finden – puh. Anstrengend, aber machbar. Egal, um sich zu erholen, gibt es ja noch die Hochzeitsreise, an die die „Gattin in spe“ natürlich auch meist hohe Ansprüche hat. Schließlich darf am „Tag der Tage“ nichts schiefgehen. Weiterlesen

Niccolò Machiavelli – Draufgängertum

Ich bin aber der Meinung, dass es besser ist, draufgängerisch als bedächtig zu sein. Denn Fortuna ist ein Weib; um es unterzukriegen, muß man es schlagen und stoßen. Man sieht auch, daß es sich leichter von Draufgängern bezwingen läßt als von denen, die kühl abwägend vorgehen. Daher ist Fortuna immer, wie jedes Weib, den jungen Menschen freund; denn diese sind weniger bedächtig und draufgängerischer und befehlen ihr mit größerer Kühnheit.

Niccolò Machiavelli, 1469–1527

Das kleine Wörtchen „ob“ – und damit sind keine Tampons gemeint

Wie häufig nutzen Sie das Wörtchen „ob“? Wissen Sie welche Vor- bzw. Nachteile die Nutzung dieses Wortes hat? Im ersten Moment mag dies eine banale, überflüssige Frage sein. Nur: wir sind wie wir uns ausdrücken. Es sagt viel über unsere Gefühle und Gedanken aus. Selbst wenn jemand versucht zu „manipulieren“. Und oft sind es die kleinen, scheinbar unwichtigen Wort die wir benutzen. Wie in diesem Fall, denn meist geht es besser ohne dieses Wort „ob“. Warum? Hier die Gründe:
Das Wörtchen „ob“ ist selbstverständlich nicht überflüssig. Es kann durchaus nützlich sein, dort wo man vom anderen eine klare Entscheidung einfordert: „ob“ oder „ob nicht“. Zudem um eine eindeutige Information zu erhalten: „ja“ oder „nein“. Dies ist bedeutsam um ein Zu- oder Absage zu erhalten: „ich möchte gern wissen, ob Sie ob Sie zu meiner Veranstaltung kommen. ….ob ich auf Sie zählen kann.“ Vermutlich hat dieses Wörtchen für viele Menschen die größte Bedeutung in der Frage: „Ich möchte wissen, ob Du mich heiraten willst.“Weiterlesen