Kategorie: Katherina Ibeling

Martin Wehrle: „Mitarbeiter werden immer noch als lästige Kostenstelle gesehen“

Martin Wehrle ist, laut dem Magazin Focus, Deutschlands bekanntester Karriereberater. Seine inzwischen weltweit erschienenen Bücher sind Besteller. Nicht nur dank seines humorvollen, scharfzüngigen Schreibstils in Sachbüchern wie „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ und „Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger?“ ist Martin Wehrle hierzulande eine bekannte Größe. Der Autor, Coach und Karriereberater hat im Laufe seiner eigenen Karriere auch schon eine Menge miterlebt – Erfahrungen, die er in seinen Publikationen mit einer breiten Leserschaft teilt. „Der Blaue Ritter“ sprach mit dem vielseitigen Hamburger über seinen Berufsalltag, Todsünden in deutschen Führungsetagen und seine neuesten Buchprojekte – natürlich nicht ohne ein leichtes Augenzwinkern.

Vielseitige Interessen: Martin Wehrle kennt man hierzulande als Autor, Coach und kritische Stimme der Arbeitswelt (Fotograf: A. Heeger)
Vielseitige Interessen: Martin Wehrle kennt man hierzulande als Autor, Coach und kritische Stimme der Arbeitswelt (Fotograf: A. Heeger)

Der Blaue Ritter: Buchautor, Coach und Berater im Unternehmen – beschreiben Sie doch kurz Ihre berufliche Laufbahn!

Martin Wehrle: Ich bin von Haus aus Journalist, war Mitglied in Chefredaktionen und habe dann zwei Abteilungen für einen Lifestyle-Konzern aufgebaut und geleitet. Danach habe ich mich selbständig gemacht als Karriere- und Gehaltscoach und damit begonnen, Bücher zu schreiben. Einige davon sind große Erfolg geworden, vor allem „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ – es stand über 150 Wochen lang in der Spiegel-Bestseller-Liste.

Der Blaue Ritter: Wie sieht Ihr Berufsalltag konkret aus? 

Martin Wehrle: Ich berate Menschen in Karrierefragen, schreibe und recherchiere, halte Vorträge (zum Beispiel über Führungskultur) und bilde andere Karriereberater aus. Menschen lassen sich u.a. von mir unterstützen, wenn sie im Beruf vor einer schwierigen Entscheidung stehen: „Soll ich Führungsverantwortung übernehmen – oder besser auf der Fachebene Karriere machen?“. Ähnlicher Bedarf entsteht, wenn jemand eine schwierige Verhandlung vor sich hat oder einen neuen Arbeitsplatz sucht.

Der Blaue Ritter: Wann und wie kamen Sie auf die Idee, Ihr erstes Sachbuch zu schreiben?

Martin Wehrle: Als Vorgesetzter habe ich selbst Gehälter verhandelt und erlebt, wie schlecht sich einige Mitarbeiter dabei verkaufen – oft die besten und fleißigsten. Deshalb wollte ich mein Chefwissen zu Gehaltsverhandlungen an Mitarbeiter weitergeben, sozusagen der Bericht eines Spions von der Verhandlungsfront. Auf dieser Idee basierte mein erstes Buch „Geheime Tricks für mehr Gehalt – Ein Chef verrät, wie Sie Ihren Chef überzeugen“.

Der Blaue Ritter: Als Coach und Unternehmensberater haben Sie schon eine Menge gesehen und erlebt. Können Sie sich an ein oder zwei wirklich absurde Erlebnisse erinnern?

n seinem Ratgeber „Sei einzig, nicht artig!“ ruft Wehrle dazu auf, authentisch statt angepasst zu sein (Fotograf: A. Heeger)
In seinem Ratgeber „Sei einzig, nicht artig!“ ruft Wehrle dazu auf, authentisch statt angepasst zu sein (Fotograf: A. Heeger)

Martin Wehrle: Genau solche Erlebnisse habe ich in meinem Buch „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ festgehalten. Zwei Beispiele: Der Niederlassung eines Konzerns geht im November das Papier aus, aber der Etat dafür ist auch schon verbraucht. Man fordert aus der Zentrale einen Zusatzetat an. Doch der wird nicht bewilligt. Also verwenden die Mitarbeiter für ihre normalen Ausdrucke das Briefpapier, denn davon ist noch genug da. Die Folge: Bald geht auch das Briefpapier aus. Also steht ein angesehenes Unternehmen Anfang Dezember da und kann keine Rechnungen mehr stellen und keine Briefe mehr schreiben – es fehlt ja das Papier. Schließlich kaufen leitende Angestellte auf eigene Rechnung nach.

Oder: Die Mitarbeiterin eines Telekommunikationskonzerns liest morgens in der Zeitung, dass ihr Konzern am Vortrag eine Bombendrohung hatte. Um 12.30 Uhr hätte ein Sprengsatz in der Zentrale explodieren sollen. Zum Glück habe sich die Drohung als Scherz herausgestellt. Das Problem: Niemand war auf die Idee gekommen, das Gebäude zu räumen. Lieber hätte man die Mitarbeiter in Rauch aufgehen lassen als ein paar Minuten Arbeitszeit.

Der Blaue Ritter: Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler und Irrtümer aus den Führungs- und Manageretagen?

Martin Wehrle: Die Mitarbeiter werden immer noch als lästige Kostenstelle gesehen. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass sie das wahre Kapital des Unternehmens sind. Ihr Wissen macht eine Firma aus. Sie haben jeden Tag mit den Kunden zu tun, bieten Produkte und Dienstleistungen an, erhalten zuerst die Rückmeldungen des Marktes. Genau dieses Wissen fehlt oft, wenn Manager am grünen Tisch entscheiden. Mitarbeiter werden noch viel zu wenig einbezogen.

Der Blaue Ritter: In welchen Bereichen ist die deutsche Wirtschaft der Wirtschaft anderer Länder voraus und wo können wir noch von anderen lernen?

Martin Wehrle: Die deutsche Wirtschaft profitiert von ihrem weltweiten Ruf: Sie gilt als zuverlässig und solide. Nur ist dieser Stern am Sinken, da in Deutschland viel zu wenig Unternehmen gegründet und an den Weltmarkt geführt werden. Schauen Sie einmal die DAX-Liste an: Dort stehen kaum Unternehmen, die es nicht schon vor dem Zweiten Weltkrieg gegeben hätte. Ein Grund für diese Innovationshemmung ist ein übertriebenes Fehlervermeidungsdenken. Mitarbeiter fürchten Fehler so sehr, dass sie oft nichts wagen, gute Ideen für sich behalten. Ebenso geht es mit Gründungsideen.

Der Blaue Ritter: Stichwort Familienfreundlichkeit – wie schätzen Sie da den Unternehmensgeist in Deutschland ein?

Martin Wehrle: Völlig überholt. Wenn ein Mann Vater wird, stört sich zwar keiner daran, im Gegenteil: Er gilt dann als sichere Bank für die Firma, schließlich muss er das Geld für die Familie verdienen. Aber eine Frau in derselben Situation wird noch immer wie ein Atomreaktor mit Restlaufzeit behandelt: Man hängt sie langsam ab vom Karrierenetz. Man tut so, als wäre eine Entscheidung für ein Kind zugleich eine Entscheidung gegen die Karriere. Dabei lässt sich beides wunderbar kombinieren.

Der Blaue Ritter: Inwiefern lassen sich da noch Prozesse verbessern?

Martin Wehrle: Zum Beispiel müssen die Firmen erkennen, dass es nicht auf Anwesenheit ankommt, sondern auf Leistung. Warum gibt es immer noch kaum Führungskräfte, die nur zwei oder drei Tage die Woche arbeiten? Halten wie Chefs und Chefinnen immer noch für Aufseher, die ihren Mitarbeitern auf die Finger schauen müssen? Oder erkennt man eine funktionierende Abteilung nicht gerade daran, dass sie auch ohne die Führungskraft funktioniert? Ich kenne Frauen auch außerhalb der Führungsebene, die in vier Stunden pro Tag mehr leisten als manche Vollzeitkraft. Warum bekommen sie nur ein halbes Gehalt?

Der Blaue Ritter: Wie viele Bücher haben Sie bereits herausgebracht – und haben Sie ein aktuelles Buchprojekt am Laufen?

Martin Wehrle: Ich habe über 30 Bücher geschrieben: populäre Sachbücher, Fachbücher über Coaching und Bücher über mein liebstes Hobby, das Angeln. Im Moment arbeite ich gerade an einem Buch darüber, wie Menschen, die vor dem Sprechen denken, unter anderen Menschen bestehen können, die es umgekehrt halten – also vor dem Denken sprechen.

Der Blaue Ritter: Martin Wehrle privat – wie würden Freunde und Familie Sie charakterisieren?

Martin Wehrle: Als einen Menschen, der alles, was er anpackt, mit großer Hingabe tut; als einen, der es liebt, andere beim persönlichen Wachstum zu begleiten; als einen, der mindestens zehn Bücher auf seinem Nachttisch liegen hat (und an dreien gleichzeitig liest); und auch als einen, der die Natur liebt, sich im Stillen freuen kann und nicht zwangsläufig Lärm, Rummel oder Ruhm bräuchte.

Der Blaue Ritter: Was tun Sie, wenn Sie nicht schreiben, arbeiten oder Vorträge halten?

Martin Wehrle: Ich fahre gerne zum Angeln. Ich liebe es, an einem stillen See zu sitzen, wenn der Morgennebel dampft und die Sonne ihn ganz allmählich mit ihren zarten Strahlenfingern zerstreut. In der Ferne rufen ein paar Kraniche, ein blauer Eisvogel blitzt über dem Wasser auf, und ein paar Ringe an der Wasseroberfläche verraten, dass es hier tatsächlich Fische gibt. Solche Momente machen mich glücklich.

Der Blaue Ritter: Wenn Sie die Welt verändern könnten – was würden Sie zuerst tun?

Martin Wehrle: Ich würde eine Hass-Entsorgungs-Anlage errichten, durch die alle Menschen geschleust würden. Immer wieder bin ich entsetzt, was Menschen anderen Menschen antun – ich denke dabei vor allem an die Terroristen des Alltags: die Mobber, die sadistischen Vorgesetzten, die Stalker, die Lästerer, die Hass-Poster im Internet. Letztlich müssen Menschen lernen, sich selber zu lieben. Nur wer sich selbst akzeptiert und liebt, kann auch andere akzeptieren und lieben. Davon handelt mein aktuelles Buch „Sei einzig, nicht artig – So sagen Sie nie mehr Ja, wenn Sie Nein sagen wollen“.

Der Blaue Ritter: Welche Tipps und Ratschläge würden Sie jungen Menschen für ihren Berufseinstieg auf den Weg geben?

Martin Wehrle: Denkt nicht an euren Lebenslauf und an die Erwartungen der anderen, denn ihr habt nur dieses eine Leben: Hört auf euer Herz! Fragt euch, welcher Beruf euch glücklich machen kann, wo ihr euch entwickeln könnt, wie ihr vielleicht sogar ein Hobby oder einen Teil davon zum Beruf machen könnt. Wer zum Beispiel fürs Leben gerne liest, kann in der Verlagsbranche Erfolg haben. Wer gerne Homepages programmiert, sollte sich fragen, ob die Informatik interessante Chancen bietet. Also nicht nach dem Arbeitsmarkt gehen – sondern nach den eigenen Bedürfnissen. Und: Gestattet euch Fehler und Fehlentscheidungen – oft lernt man bei Umwegen am meisten nicht nur über die Landschaft, sondern auch über sich selbst.

Der Blaue Ritter: Was möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern noch mitteilen?

Martin Wehrle: Das Motto, das ich meinem Buch „Sei einzig, nicht artig!“ vorangestellt habe: „Es ist besser, für das, was man ist, gehasst, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden.“ Ein Zitat von George Bernard Shaw.

Das Interview führte „Cats Couch“-Kolumnistin Anna Katherina Ibeling.

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Martin Wehrle

Foto: © A. Heeger
Foto: © A. Heeger

Martin Wehrle war Führungskraft in einem Konzern, ehe seine Erfolgsstory als Karrierecoach begann. Heute leitet er die Karriereberater-Akademie in Hamburg und bildet Karrierecoachs aus. Er hat über ein Dutzend Bücher veröffentlicht, bei Econ zuletzt den aktuellen Bestseller „Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus“ (2012).  Quelle: ullstein buchverlage

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Cats Kolumne: Zerrbilder • Überlegungen zur Wahrheit

Zerrbilder • Überlegungen zur Wahrheit

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Bild dir nicht ein, dass es das Perfekte gibt.
Nichts auf dieser Welt ist perfekt,
Auch wenn manche Oberflächen keinen Kratzer zeigen.

Bild dir nicht ein, du seist ein Versager.
Manchmal dauert der Weg zum Ziel länger.
Steh wieder auf und geh in kleinen Schritten weiter.

Bild dir nicht ein, du kannst nicht scheitern.
Wer am höchsten fliegt, fällt am tiefsten.
Habe immer einen Plan, wie du schnell wieder aufstehst.

Bild dir nicht ein, du hast immer recht.
Was für dich stimmt, muss nicht auf alle passen.
Um alles zu wissen, müsstest du jedes andere Leben gelebt haben.

Bild dir nicht ein, andere wissen alles besser als du.
Du weißt am besten, was dir gut tut.
Du allein hast die Karte für deinen Weg in der Hand.

Bild dir nicht ein, du kannst nichts.
Jeder von uns kann irgendetwas besser als andere Dinge.
Versuche, das zu sehen, was dich einmalig macht.

Bild dir nicht ein, du kannst alles allein.
Menschen sind keine Einzelkämpfer.
Du musst nicht alles allein schaffen, arbeite mit anderen zusammen.

Bild dir nicht ein, du seist das Zentrum der Welt.
Aus der Distanz betrachtet, sind wir uns alle so ähnlich
und eine Lebenszeit dauert eigentlich nur einen Augenblick.

Bild dir nicht ein, du seist unwichtig.
Deine Schritte können erst einmal klein aussehen.
Doch du bist auf einem guten Weg, etwas zu bewegen.

Bild dir nicht ein, du musst dich verstecken.
Jeder Mensch hat etwas Besonderes an sich.
Du musst nur auch auf das achten, was nicht gleich sichtbar ist.

Bild dir nicht ein, dein Spiegelbild täusche dich nicht.
Jeder hat eine eigene Sicht auf sich und die Welt.
Vergiss nicht, die anderen so zu achten wie dich selbst.

Glaube nicht alles, was du siehst und hörst.
Die Welt ist voller Zerrbilder.
Manche glänzen übermäßig, manche sind in Schwarz-Weiß gemalt.

Verlasse dich nicht auf Zerrspiegel.
Tritt einen Schritt zurück und betrachte die Bilder neu.
Nimm neue Perspektiven ein; denn nur so findest du deine eigene Wahrheit.

Interview mit dem schreibenden Ex-Söldner Erik Hansen

Hansen Portrait
Erik Hansen – Foto: Privat

Wann hast du angefangen, deine teils autobiografische Buchreihe zu schreiben und was hat dich dazu bewegt?
Schon seit vielen Jahren wurde mir von Freunden und Bekannten immer wieder nahegelegt, meine Afrikaerlebnisse endlich auch mal niederzuschreiben. Im Dezember 2013 war es dann soweit. Ich saß in einem Kaffeehaus mit Blick auf das nebelige, graue Wetter hier in Europa und fing an von meiner Zeit im warmen Afrika zu träumen. Die ersten Notizen machte ich dann sofort auf meinem Handy, um sie abends gleich auf meinen Laptop zu übertragen.

Woran denkst du, wenn du dich an Afrika erinnerst?
Da denke ich an die unendliche Weite, Wärme, die Freiheit, Landschaften, die vielfältige Tierwelt und natürlich auch an die fremden Kulturen. Erst danach tauchen auch wieder meine Erlebnisse auf.

Erik Hansen als Söldner – Erik Hansen als Privatmann. Wo liegen die entscheidenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten?
Der Söldner war auf der Flucht vor der sogenannten Zivilisation, der Enge hier in Europa. Auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer. Geld spielte damals keine Rolle. Selbstverwirklichung war der Antrieb, auch die Kameradschaft und der Zusammenhalt zwischen uns.
Der Privatmann Erik Hansen sehnt sich aber doch nach Sicherheit, Privatleben und endlich wieder einem Platz, den er sein Zuhause nennen kann.
Was jedoch beide gemeinsam haben, ist das Fernweh und nur sehr wenige gute Freunde.

Was sind deine Prinzipien, nach denen du schreibst?
Mir geht es darum, einige meiner teilweise verblassenden Erinnerungen festzuhalten und damit auch meinen Lesern dadurch etwas Einblick in dieses Geschäft zu ermöglichen, sowie auch das wahre Afrika, fernab der Luxushotels an Stränden und in Nationalparks zu zeigen.

Moonhouse Cover NEU korr Blutgeld Erik HansenDu hast Moon House Publishing als Verlag gewählt – wie kam es dazu?
Das war eher ein Zufall: Ich habe die Gründerin des Verlags kennengelernt, die jemanden suchte, um ein Buch für sie ins Englische zu übersetzen. Ich habe ihr meine Dienste angeboten und ihr von meinen Jahren in Afrika erzählt. Sie war sofort Feuer und Flamme und hat mich gleich gedrängt, mit dem Schreiben zu beginnen.

Gibt es ein besonderes Erlebnis, woran du dich gerne oder auch nicht so gern erinnerst in deiner Söldnerzeit?
Da gibt es so einiges. Tagelange Fußmärsche durch die Wüste, unbeschreibliche Strapazen und Schmerzen, Hunger und Durst. Verwundungen und den Verlust guter Kameraden.
Aber auch die Nächte unter dem südlichen Sternenhimmel, die unendlichen Weiten Afrikas, das Rauschen der Wellen an einem einsamen Strand, Kameradschaft und das Glücksgefühl, es wieder mal geschafft zu haben.

Was hat dich dazu bewogen, als Söldner zu dienen?
Anfangs war es eine Flucht aus dem engen Europa und die Abenteuerlust. Später dann die Erfolgserlebnisse und immer wieder dieses Gefühl der Freiheit.

Welche Ziele und Pläne hast du noch als Autor?
Ich will noch viele meiner Erlebnisse niederschreiben, mir von der Seele schreiben. Meine Jahre in Afrika geben sehr viel Stoff für weitere Bände her.

DU MH Eric Hansen Wuestengeld Cover Lay 1 neu grossGibt es bestimmte Menschen, denen du dein Werk widmest?
Ich habe zwar keine Widmungen in meinen Büchern, aber doch ja. Meinem Vater, der ein eingefleischter Pazifist war und meinen Lebensstil ablehnt. Aber auch der erste Mensch war, der mich jemals angehalten hatte, zu schreiben.

Hand aufs Herz; Gibt es etwas, wofür du dich fürchtest?
Wirklich fürchten? Blind zu werden stelle ich mir sehr schlimm vor. Gliedmaßen können mit Prothesen einigermaßen gut ersetzt werden, aber Augen? Aber auch der Gedanke, hilflos an irgendwelche Maschinen im Krankenhaus angeschlossen zu sein und auf den Tod zu warten, lässt mir einen kalten Schauer den Rücken rauf- und runterlaufen.

Interview: Katherina Ibeling

Blanker Hass – Gedanken zur Reichspogromnacht

fire-253614_1280_eu1Vor 77 Jahren, überall in Deutschland.
Panik, Schreie, flüchtende Menschen,
Männer, Frauen, Kinder, getrieben von Feuer.
Rauchschwaden, Soldaten und dieser Hass.

Burning_synagogue_on_KristallnachtDieser brennende Hass, der das Feuer am Laufen hält;
der es immer wieder anfacht, wenn es sich beruhigen will.
Menschen, die Steine in Fenster werfen und „Judenschweine“ brüllen.
Menschen, die getrieben sind von einer unbestimmten Wut.

Wutbürger, Hassbürger, Bestien mit verzerrter Fratze.
Sie sammeln sich zu einer wild gewordenen Horde,
Einem Mob, der nur eines kennt: grenzenlose Zerstörung,
Die große Opfer fordert und ein Schlachtfeld hinterlässt.

1931-08-21-synagoge-eberswalde„Nieder mit ihnen! Nieder mit ihnen!“, brüllen sie im Chor.
Sie brauchen ein Opfer für alles, was sie umtreibt,
Einen Schuldigen für das Unglück der Welt,
Das ihrer Stadt, das ihrer Nation, das ihres Lebens.

Flammen lodern, Rauchschwaden steigen auf
In einer schmutzigen Spur aus Blut und Asche.
Gestank zieht sich über das Land, eine Spur von Krieg,
Mit ihm ziehen die Schreie der Opfer von dannen.

P1050089Die Schreie verstummen, werden zu Schatten.
Schatten der Vergangenheit, die nicht gehen wollen.
Die, die uns ermahnen, erinnern und nicht loslassen,
Die in Mahnmalen in ewigen Stein einfließen.

Brennende Häuser, flüchtende Menschen,
Schreie, Blut, Vernichtung und Tod.
Wann haben wir das noch zuletzt gesehen?
Wir sehen es, jeden Tag, überall.

Irgendwo im Land brennen wieder die Feuer.
Ghettos entstehen, der Hass wird laut.
„Nieder mit ihnen!“ schreien die Stimmen,
Schrill und verzerrt, ohne Sinn und Verstand.

P1050029Zitternde Menschen, verfroren in Zelten,
Entwurzelt, gefürchtet, verraten, getäuscht.
Es liegt nun an jedem, es besser zu machen
Als die Blindwütigen aus vergangenen Zeiten.

Es liegt nun an uns, diese Brände zu löschen,
Die Verfolgte fürchten und Wahnhafte legen.
Es ist Zeit, dass wir endlich das Richtige tun
Damit alte Fehler nicht wieder passieren.

Katherina Ibeling

Lisa Katharina Bechter – Interview mit der Autorin des Romans Inselrose

„Ich lasse mich ungern in Modeerscheinungen oder aktuell angesagte Genres drängen“

Lisa Katharina Bechter
Lisa Katharina Bechter – Autorin – Foto: Privat

Lisa Katharina Bechter ist das, was man „Autorin aus Leidenschaft“ nennt. Dabei lässt sie sich ungerne Grenzen setzen – oder sich gar in eine Genreschublade pressen. Mit ihrer Gedichtesammlung „Stimmungszauberei“ und dem Erstlingsroman „Inselrose“hat sie bereits zwei Bücher publiziert, weitere sind in Planung.

Das Interview führte: Katherina Ibeling

Wann, wie und aus welchem Anlass hast du mit dem Schreiben begonnen?
Mit dem Schreiben habe ich als Teenager begonnen. Anfangs waren es allerdings ausschließlich Tagebucheinträge und eben persönliche Dinge, die ich auf diese Weise für mich verarbeiten konnte. Irgendwann habe ich mich dann an kleinen Geschichten versucht, diese aber immer wieder verworfen und schließlich ganz aufgehört zu schreiben. Durch die Geburt meiner Tochter kribbelte es schließlich dann doch wieder in den Fingern und kleine Kindergeschichten kamen zustande, die bisher allerdings noch unveröffentlicht sind. Und irgendwie haben mir diese kleinen Geschichten Mut gemacht und ich habe mich wieder intensiv mit dem Schreiben auseinandergesetzt.

Was war das erste Buch, das du in jungen Jahren gelesen hast und das dich inspiriert hat?
Das erste Buch, dass ich selbst gelesen und regelrecht verschlungen habe, war “Die Hexenkammer” von Wolf Serno, ein historischer Roman, den ich auch heute noch immer mal wieder zur Hand nehme und lese. Besonders war an dem Buch damals, dass ich in eine andere Zeit abtauchen konnte und das gab mir den Anreiz mich auf die Suche nach weiteren Geschichten zu machen, die mich abholen und eine Weile mit auf die Reise nehmen. Mittlerweile ist das Lesen ein ganz wichtiger Teil von mir, es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem ich nicht lese.

Wer sind und waren deine wichtigsten Buchheldinnen und -helden?
Diese Frage fällt mir etwas schwer zu beantworten, denn es gibt ziemlich viele Bücher, dessen “Helden” oder Charaktere ich sehr besonders fand. Um ein paar Beispiele zu nennen:
Da wäre zum Beispiel Jack, der seit seiner Geburt ein mechanisches Herz in Form einer Kuckucksuhr hat, die jeden Tag aufgezogen werden muss. Er darf sich nicht verlieben, denn das würde die Uhr nicht aushalten. Doch ob Kuckucksuhr oder Herz, beides schlägt, und folgt doch dem ganz eigenen Weg … (“Die Mechanik des Herzens” von Mathias Malzieu)
Dann wäre da noch der kleine Junge aus “Sternenreiter – Kleine Sterne leuchten ewig” von Jando, der einem erwachsenen Mann hilft wieder den rechten Weg zu finden. Neben der ganz tiefen Freundschaft der beiden, sind es die Gedanken über das Leben und den Sinn, die mich besonders berührt haben.
Ja, und zu guter Letzt kommt mir noch Claire in  den Sinn, eine Frau die an Alzheimer erkrankt ist und mehr und mehr vergisst, wer sie ist und auch nach und nach ihre Töchter und ihren Mann nicht mehr erkennt. Eine unheimlich tragische Geschichte, da Claire noch nicht sehr alt ist und das Leben so ganz anders läuft, als es sollte. Für mich ist sie eine kleine Heldin, denn trotz der sich vermehrenden Lücken, versucht sie sich an den kleinen Erinnerungen festzuhalten … (“Einfach unvergesslich” von Rowan Coleman)
Wenn ich so darüber nachdenke, könnte ich noch eine ganze lange Reihe von kleinen und großen Buchhelden aufschreiben, doch das würde wohl den Rahmen hier sprengen.

Wie gehst du beim Schreiben vor – hast du eine bestimmte Strategie?
Eine Strategie, die ich immerzu anwende, habe ich nicht. Alles fängt meist mit einer Idee an. Kurzgeschichten und Gedichte schreibe ich dann einfach so auf, wie sie mir in den Kopf kommen und überarbeite sie, sobald ich das Gefühl habe, dass sie fertig sind. Bei größeren Projekten sieht das schon ein bisschen anders aus. Da ist die Idee natürlich auch der zündende Funke, allerdings mache ich mir dann eine kleine Stichpunktliste, an der ich mich dann ein bisschen orientieren kann, während dann meist beim Schreiben selbst Personen, Umgebungen etc. entstehen.

Lisa Katharina Bechter -- Inselrose Cover
Lisa Katharina Bechter — Inselrose Cover

 Mehr zum Buch finden Sie hier.

Welche Bücher hast du bisher verfasst und wie hast du sie verlegt?
Meinen erster Roman “Inselrose”, wurde vom Karina-Verlag verlegt und im Januar 2015 veröffentlicht.
Meine Stimmungszauberei wurde im vergangenen Jahr als eBook über Moon House Publishing verlegt und veröffentlicht. Nachdem ich mich aber entschlossen hatte den Band komplett aufzuarbeiten, habe ich schließlich für die Neuauflage, die im Februar 2015 veröffentlich wurde, den Selbstverlag gewählt, da so ein bisschen flexibler in der Gestaltung sein konnte. Man darf nicht vergessen, Lyrik ist für Verlage meist nicht sehr lukrativ, daher empfand ich es im Selbstverlag als den besten Weg für die kleine lyrische Sammlung.

Woher hast du die Inspirationen für deine Werke genommen, und worum geht es darin?
Bei meiner kleinen lyrischen Gedankensammlung “Stimmungszauberei” waren es einfach meine ganz persönlichen Gefühle und Empfindungen, die mich zu diversen Zeilen inspiriert und animiert haben. Im Vordergrund stehen bei dem Band viele Fragen rund um das Leben selbst, den Sinn und die Liebe.
Bei meinem Roman war es ganz klar neben der Idee selbst, das Land Irland. Die Geschichte spielt ja hauptsächlich dort und dieses Land übt auf mich eine unheimliche Faszination aus. Neben alten Sagen und Mythen ist es die Landschaft selbst, die mich einfach wahnsinnig in ihren Bann zieht.

Wie bist du mit deinen Verlagen in Kontakt gekommen?
Mit Moon House Publishing, für den ich seit geraumer Zeit als Lektorin tätig bin, bin ich durch eine Empfehlung einer ehemaligen Bekannten aufmerksam geworden. So haben sich schnell einige sehr nette und interessante Kontakte ergeben.
Zum Karina-Verlag, für den ich ebenfalls lektoriere und der meinen ersten Roman verlegt hat, bin ich durch das gemeinnützige Projekt “RESPEKT FÜR DICH” gekommen. Das Projekt wird geleitet von Karin Pfolz, die gleichzeitig auch die Verlagschefin des Karina-Verlages ist.

Wie muss die Atmosphäre sein, in der du Ideen entwickeln kannst?
Ideen kommen mir meistens ganz von selbst. Das können Kleinigkeiten im Alltag oder Eindrücke sein, die mir die Idee in den Kopf setzen. Zum Ausarbeiten brauche ich dann schon meine Ruhe und mein kreatives Chaos um mich herum. Manchmal hilft mir auch eine bestimmte Musik, um mich in gewisse Stimmungen zu versetzen oder die Ideen weiterzuentwickeln.

An welchem Genre würdest du dich gerne einmal probieren – und welches kannst du dir gar nicht vorstellen?
Das Genre Science Fiction kann ich mir gar nicht vorstellen. Was das Lesen und Schreiben angeht bin ich wirklich kaum aufs Genre festgelegt, aber dieses reizt mich so gar nicht.
Probieren würde ich mich gerne mal im Bereich Fantasy/historischer Roman, die Mischung der beiden bereiche reizt mich ungemein und eine Idee gibt es da auch schon.

Was ist dir neben dem Schreiben das Wichtigste im Leben?
Neben dem Schreiben und dem Lesen sind mir meine Kinder und meine Familie unheimlich wichtig. Ohne meine Lieben wäre ich nicht komplett.

Arbeitest du derzeit an einem neuen Projekt? Möchtest du darüber etwas erzählen?
Nachdem ich vor Kurzem einen Psychothriller mit einer sehr guten Freundin fertiggeschrieben habe, der auch in diesem Jahr noch im Karina-Verlag erscheinen wird (Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest), arbeite ich derzeit gemeinsam mit einer Illustratorin an einem Kinderbuch. Die Geschichten dazu sind schon vor einiger Zeit entstanden und wollen nun noch überarbeitet und bebildert werden. Auch die Idee im Fantasy/historischen Bereich zu schreiben liegt nicht auf Eis. Die Idee steht und auch die ersten Kapitel sind schon geschrieben, allerdings wird es allein durch Recherche etc. noch eine Weile dauern, bis ich dort nähere Informationen geben kann.

Wenn du deinen Schreibstil in nur drei Sätzen beschreiben müsstest, welche wären das?
Mein Schreibstil ist:
… gefühlvoll (egal ob es der Roman oder der Psychothriller ist, die Liebe findet sich in meinen Geschichten und Zeilen immer irgendwo wieder)
… vielfältig (Kreativität lässt sich nicht in Schubladen stecken)
… und beinhaltet immer mal wieder kleine Botschaften, versteckt zwischen den Zeilen.

Wie würden dich Familie und Freunde beschreiben?
Das müsste man meine Familie und Freunde wohl selbst fragen, denn ihr Eindruck ist ja nicht unbedingt auch meiner. Aber ich bin immer bemüht meinen Lieben zu zeigen, dass sie mir wichtig sind und ich für sie da bin, ich hoffe natürlich, dass sie das auch so empfinden. Ich neige oft dazu, allen alles Recht machen zu wollen und bin froh, den Rückhalt meiner Lieben zu haben, die mich auch immer mal wieder ermahnen auf mich selbst zu achten.

Schreibst du für eine bestimmte Leserzielgruppe?
In erster Linie schreibe ich, weil es mich einfach ausfüllt und ich es einfach ein schönes Gefühl ist, meiner Kreativität auf diese Weise Ausdruck zu verleihen. Ich lasse mich ungern in Modeerscheinungen oder aktuell angesagte Genres drängen und so richten sich meine Bücher und Projekte an die verschiedensten Leser und Zielgruppen.

„Schreiben ist für mich meist eine Art von Selbstgespräch“ – Nur Meinereiner

Der Autor "Nur Meinereiner" - Foto: Privat
Der Autor „Nur Meinereiner“ – Foto: Privat

Im Interview mit dem Autor, der unter Nur Meinereiner die Essay-Sammlung Nur Meinereiner’s Gedanken herausgebracht hat, verriet er, woher er die Inspiration seine Momentaufnahmen zieht, welche Philosophie hinter seinem Buch steckt und wie er seine Leser zum Nachdenken bringen möchte. Zur Leseprobe.

Dein Pseudonym „Nur Meinereiner“ ist zugegebenermaßen etwas ungewöhnlich, wenn man es zum ersten Mal hört. Aus welchem Grund hast du es gewählt?
Meinereiner ist ein wunderbarer altösterreichischer Ausdruck aus der K&K-Zeit und bedeutet „für einen selbst“. Er kam zum Beispiel im Film „Hallo Dienstmann“ mit Hans Moser vor und er gefiel mir sofort. Das „Nur“ davor sollte dies auch noch betonen.

Wann hast du angefangen zu schreiben und gab es einen bestimmten Auslöser dafür?
So genau kann ich das eigentlich nicht konkretisieren. Ich habe schon immer Essays für mich selbst geschrieben, um Schicksalsschläge zu verarbeiten. Einer sehr lieben Freundin und bekannten Schauspielerin gab ich diese Essays zu lesen und bat sie um ihre Meinung. Anscheinend sehr beeindruckt, riet sie mir zu publizieren. Zunächst natürlich nur im kleinen Rahmen. 

Nur Meinereiner - Essays- Moonhouse-Verlag Foto: Privat
Nur Meinereiner – Essays- Moonhouse-Verlag
Foto: Privat

Erzähle mir ein wenig von deiner neuen Buchpublikation, die es nun als e-Book und Druckversion zu kaufen gibt.
Na ja, im Grunde ist es ein Auszug meiner Gedankenwelt. Es geht um Empfindungen, um Augenblicke und das Leben.

Es ist beabsichtigt, auf originelle Weise und in einfacher Sprache die wesentlichen Aspekte des Lebens darzulegen. Denkanstöße zu liefern. Es gefällt mir, ein Bild zu liefern, ob im einzelnen richtig oder falsch, zuträglich oder verwirrend, klar oder konfliktgeladen, einfach welch Wesen wir sind. Weshalb es auch in Frage gestellt werden kann oder auch soll.

Jeder Mensch hat Hobbys – welche sind deine? Neben dem Schreiben, natürlich.
Als ehemaliger Skirennläufer natürlich das Skifahren. Aber auch an der europäischen Geschichte samt seiner Architektur bin ich sehr interessiert. Eigentlich ist es die Baukunst, die Arbeitsweise sowie die Handwerkskunst, die mich fasziniert und die ich gerne hinterfrage.

Hattest du schon eine bestimmte Zielgruppe im Kopf, als du geschrieben hast, und welche sollte das sein?
Nein, ehrlich gesagt nicht. Denn Schreiben ist für mich meist eine Art von Selbstgespräch, von der ich mir erhoffe, dass sie jemand belauschen mag. Und wenn ich gelesen werde, dann bin ich nicht mehr allein.

Wenn du dein Buch in drei Sätzen beschreiben müsstest, wie würde das klingen?
Ich möchte es mit drei Wörtern beschreiben: Herz, Hirn und Bauch.

Hast du weitere Ideen und Pläne als Autor in naher Zukunft?
Derzeit ist es so, dass ich an zwei Romanen gleichzeitig arbeite. Unterschiedliche Thematiken, an denen ich abwechselnd schreibe. Das ist sehr spannend für mich.

Außerdem halte ich kabarettistische Lesungen, oftmals verbunden mit Vernissagen. Das ist für mich sozusagen ein Ausgleich für meine Gedankenwelt. Übrigens ein neues Programm ist in Arbeit.

Self-Publishing, Verlag oder Agentur – immer eine schwere Entscheidung für einen Autoren. Warum hast du dich letztendlich für einen und deinen Verlag entschieden?
Es kam so, dass der Verlag auf mich zukam und darüber war ich sehr froh. So konnte ich mich schon auf die nächsten Projekte vorbereiten und dafür recherchieren. Außerdem waren die Leseabende sehr zahlreich im letzten Jahr. So kam es erst gar nicht zu einer Entscheidung.

Welche Ideale und Prinzipien sind dir im Leben am wichtigsten und warum?
Ideale sind Wahrheiten. Und an den Wahrheiten bin ich versucht, ihnen näher zu kommen.

Schritt für Schritt, und eines Tages, so hoffe ich, bin ich dann dort, um aus meinem Ich jedes Du sein zu können. Dies ist für mich erachtenswert.

Nur Meinereiner als Leser – welche sind deine Lieblingsbücher und Autoren, die dich eventuell sogar für dein eigenes Werk inspirieren?
Als Leser primär natürlich das eigene Geschriebene. Da geht es um meine Seelenflügel, die ich redigieren und lektorieren muss, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich sie freigebe.

Das Leben an sich inspiriert mich so. Das sind Begebenheiten, Augenblicke und zwischenmenschliche Situationen und Menschen.
Und wenn noch Zeit bleibt, Fachliteratur, abhängig von den jeweiligen momentanen Interessen, wo ich Antworten suche.

Welche Vermarktungsstrategien nimmst du selbst in die Hand (z.B. Lesungen, soziale Medien, Flyer …) ?
Vermarktungsstrategien, die ich selbst in die Hand nehme und in meinem Einfluss stehen, sind die Lesungen, die ich abhalte, die Mundpropaganda und das soziale Netzwerk. 

Zuletzt: Wenn du selbst eine Buchfigur sein könntest, welche wäre das?
Bei einem der gerade in Arbeit befindlichen Romane, bin ich selbst eine Figur darin. Mehr sei da nicht verraten. Ansonsten, gebe es da eine Reihe von Figuren in denen die Identifikation in Moralität und Loyalität stimmig ist.

Interview: Katherina Ibeling

Weitere Informationen zu „Nur Meinereiner’s Gedanken“ unter: HYPERLINK  .

Der Lebenslauf – ein Brainstorming

So sieht das Leben in der Regel aus - immer schön gradlinig. Illustration: !so?
So sieht das Leben in der Regel aus – immer schön gradlinig. Illustration: !so?

Lebenslauf – man nennt ihn auch Vita oder ganz vornehm Curriculum Vitae, im Englischen gerne mit „CV“ abgekürzt. Ist ja auch logisch, denn das Leben ist eigentlich auch viel zu kurz, um sich an zu langen (Fach-)Begriffen aus Sprachen aufzuhalten, die man nur noch verstehen, aber nirgendwo mehr sprechen kann. Gut, die Bischofseliten der katholischen Kirche mal ausgenommen.Weiterlesen