Kategorie: Fragebogen

Vom Schreiben | Ein Buch voller Fragen

Marie Luise Kaschnitz hat in ihrem Büchlein „Steht noch dahin“ eine Idee aufgeworfen, die mir sympathisch ist. Sie schlägt vor, ein Buch herauszubringen, welches nur aus  Fragen besteht. Jede Frage um eine selbst definierte Anzahl Felder ergänzt, die für Antworten auf die jeweilige Frage reserviert sind. Nun geht es darum, in einer ebenfalls individuell festgelegten zeitlichen Spanne, die Frage neu zu beantworten. Interessant ist es zu sehen, wie die Replik jeweils ausfällt. Sind die Antworten gleich? Sind wir uns treu geblieben? Was ist mit uns geschehen?

Anregungen für Auswahl der Fragen gibt es genug: sei es aus den berühmten Fragebogen von Max Frisch oder Marcel Proust. Vielleicht wäre es gut, Fragen zu stellen, die in Print- und Webmedien nicht eh überall rauf und runter abgeschrieben werden.

Kaschnitz‘ Idee hat wohl eher den Charakter eines persönlichen Buches; einer Nabelschau. Spinnen wir den Faden weiter, lässt sich daraus etwas schaffen, das den Leser, die Leserin einlädt als Hauptfigur des Prosawerkes selbst aktiv zu werden. Jede neue Lektüre des eigenen Werks würde dann vermutlich eine neue Geschichte erschaffen.

Die Kunst des Autors liegt darin, die richtigen Fragen zu stellen. Fragen, die einen Spannungs- und Handlungsbogen bilden bzw. ermöglichen, Widersprüche „provozieren“. Eine Möglichkeit ist, den Text zeitlich zu gliedern, wie oben angedeutet, mit gleichbleibenden Sprüngen. Bei jedem Sprung lassen sich die Fragen neu zusammenwürfeln um andere Schwerpunkte zu setzen.

Foto: Pexels

Und sicher: es steht noch dahin, ob sich das lesbar umsetzen lässt. Wenn ja, wäre es sicher eine sehr ungewöhnliche Prosa-Idee. Wir würden diesen Entwurf gern ausprobieren. Wenn Sie Lust haben, daran teilzuhaben, melden Sie sich bei uns. Wenn wir mit der Umsetzung zufrieden sind, drucken wir dies als Buch.  ⇒ redaktion@derblaueritter.de

 

 

Fragebogen | Die Vertreibung aus dem Schoß

Manchmal stelle ich mir die Situation vor, in der ich gezeugt wurde. Mich interessiert dabei in keinster Weise der Akt an sich. Sondern:

Waren meine Eltern, meine Erzeuger optimistisch ?
War es ein Akt der Versöhnung?
Versuchte meine Mutter die voreheliche Beziehung zu retten?
War es ein Unfall oder Absicht?
Fand der Akt aus Mangel an Alternativen, wie Kino, statt?
Hatten meine Eltern über Sex vor der Ehe gesprochen?
Gab es Zeugen?
War Angst im Spiel?

Dann überlege ich, wie es mit meinen Kindern war und bin erstaunt über einige Parallelen und vermeintlich absichtliche Gegensätze.

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Foto: cocoparisienne via pixabay

Den Aufhänger zu dieser Frage fand ich bei Roger Willemsen „Nur zur Ansicht“ [isbn: 978-3-596-17523-9]. Ein Buch mit vielen guten Fragestellungen.

Fragebogen | Woran erinnert Sie das Fragezeichen?

Was ist für Sie eine Frage? Wie reagieren Sie auf das Fragen? Und Ihre Emotionen? Was bezwecken Sie, abgesehen von einer Antwort, wenn Sie fragen? Welchen Fragen können Sie sich entziehen und bei welchen gelingt Ihnen dies vermeintlich immer wieder?

Wer ist Ihr liebster Fragensteller? Ist die Lüge die zwangsläufige Folge einer Frage? Warum nicht? Bedeutet Fragen zu geben oder zu nehmen?

Woran erinnert Sie das Fragezeichen: akustisch, visuell, haptisch?