Kategorie: Was es sich zu wissen lohnt

Sternbild-Kalligramme – Phainomena

Die „Phainomena“ des Aratos (um 300 v. Chr.) sind in einer karolingischen Darstellung überliefert. Es handelt sich dabei  um einen astronomischen Text, der die verschiedenen Sternbilder in Gedichtform aufzählt: ihre jeweiligen Stellungen am Himmel, ihre Leuchtstärke, ihre Stellung zu den Tierkreiszeichen usw.

Sternbild-Kalligramm
Sternbild-Kalligramm – Scan

Cicero  (106 – 43 v. Chr.) übersetzte die „Phainomena“ ins Lareinische, Hugo Grotius (1583 – 1645) vervollständigte die erhaltenen Fragmente durch eigene  Verse. Die mit Capitalis rustica gefüllten Figuren stammen angeblich von Hyginus (1. Jhrd. nach Chr.). Der angelsächsische Kopist der Karolingerzeit schließlich führte um 800 n. Chr. die schrift der Figuren meist in Mennige-Rot oder -Braun, aber auch Blau- und Grautönen aus.

Peseus Sternbild Kalligramm
Peseus Sternbild Kalligramm

Cats Gedankenwelt: Alltägliche Störgeräusche

Wenn Geräusche uns den letzten Nerv rauben ...
Wenn Geräusche uns den letzten Nerv rauben …

Unsere Ohren sind 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche im Dauereinsatz. Während wir zum Schlafen unsere Augen schließen können, können wir die Ohren (leider) nicht einfach stumm schalten oder zuklappen. Dabei bekommt unser Hörorgan einiges mit – von Geräuschen, die angenehme Gefühle auslösen, bis hin zu absoluten Nervenkillern. Ein Alphabet der nervigsten Geräusche, gesammelt in meinem Facebook-Netzwerk.

Atem im Nacken – Ob im überfüllten Bus oder auf einer Großveranstaltung, ein bisschen Respektabstand muss sein. Zumindest so viel, dass man nicht jeden Atemzug seines Hintermanns hört.

Baulärm – Klar, Bauarbeiten müssen sein. Trotzdem gehört Baulärm, vor allem auf lange Dauer gesehen, zu den nervigsten Geräuschen. Vor allem, wenn man schlafen oder konzentriert arbeiten will.

Chipstüten und Co – Da gibt es dieses leicht knirschende Geräusch, das entsteht, wenn eine Chipstüte oder andere Aluverpackung mit zu viel Schwung aufgerissen und allzu energisch darin herumgewühlt wird. Kurzfristig erträglich, auf die Dauer Kopfschmerzalarm.

Durchdringendes Piepen – So wie bei meiner Waschmaschine, die solange piept, bis ich aufstehe und sie ausstelle. Oder bei McDonalds, wenn die Pommes und Burger fertig sind.

"Ich will ja nicht meckern, aber ... Geht das auch etwas leiser?"
„Ich will ja nicht meckern, aber … Geht das auch etwas leiser?“

Endlostelefonate in Hörweite – Das passiert mir vor allem auf meinen allwöchentlichen Bahnreisen. Danke, mich interessiert nicht, warum euer Prof euch nur eine 2,3 statt einer 1,7 gegeben hat und was genau die blonde, überschminkte Tussi auf der leizten Party verbockt hat. Übrigens, der Windelinhalt eurer Babys und euer Milchfluss sind mir auch herzlich egal. Also seid doch so gut und erspart wildfremden Mitreisenden die Details.

Fingernägel auf Tafel oder metallischen Flächen – Da muss nicht mehr zu gesagt werden, oder?

Gabeln, die über Teller kratzen – Essgeräusche sind eine Sache für sich und über vieles lässt sich streiten. Gabeln und Messer, die aggressiv über Teller kratzen, sind allerdings echte Strapazen für die Ohren anderer „Mitesser“,

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Gemeinsam essen ist etwas Tolles – solange der Geräuschpegel erträglich bleibt!

Handydisco – Ebenso ein typisches Zugphänomen: zumeist jüngere Mitfahrer, die irgendwelche aggressiven Rapperreime oder Technobeats in voller Dröhnung über das Handy laufen lassen, um die Kumpels mit zu unterhalten. Während Musikgeschmack, oder was jeder so nennen möchte, sicher etwas Individuelles ist, sind wir uns aber einig, dass Handysound ab einer bestimmten Lautstärke eher grottig und blechern klingt, oder?

Irreführende Navi-Anweisungen – Auch wenn die monotone Navigationsstimme im Normalfall eher beruhigend wirkt – gibt sie die falschen Informationen, verwirrt sie und fällt damit auch unter Ablenkungsmanöver.

Jingles – Manche Werbespots bleiben nur im Kopf, weil sie einfach so unendlich nervig sind. Meine aktuellen Spitzenreiter sind „Saitenbacher Müsli, Müsli von Saaaaitenbacher“ und „Hornbach- es gibt immer was zu tun! Ho, ho, ho, ho, ho!“. Ach ja, dicht gefolgt von „Media Markt – Hauptsache, ihr habt Spaß!“ Jingles entfalten ihr besonderers Nervpotenzial übrigens am effektivsten in Fernsehwerbepausen oder im Radio.

Brüllende Trotzkinder, Handy-Disco und betrunkene Mitfahrer: Vor allem Bahnfahrer brauchen starke Nerven
Brüllende Trotzkinder, Handy-Disco und betrunkene Mitfahrer: Vor allem Bahnfahrer brauchen starke Nerven

Knackende Gelenke und knirschende Zähne – Zugegeben, manchmal knirschen Zähne halt unbewusst oder es knackt mal im Knie. Fingerknacken als Freizeitbeschäftigung oder in Dauerschleife kann allerdings die Ohren jedes Gegenübers auch ganz gut strapazieren.

Lallen und Gröhlen – Man kennt es von jeder feuchtfröhlichen Party: Irgendwann sind die ersten Gäste so betrunken, dass sie kein gerades Wort mehr über die Lippen bekommen oder schief jeden bekloppten Liedtext mitbringen. Für sie selbst „voll normal“ – für jeden, der noch halbwegs ber Verstand ist, auf die Dauer aber ein Zeichen, dass diese Personen dringend eine kalte Dusche oder ein Bett gebrauchen könnten.

Mama, ich WILL aber!“ – Kinder schreien, weinen und kreischen manchmal, das ist normal. Strapaziös wird es für alle Beteiligten, inklusive der betroffenen Eltern jedoch, wenn kurzes Quengeln oder Geschrei in einen wahren Trotzanfall erster Güte ausartet. Nervig, aber kommt vor – wobei ich oft nicht weiß, ob es den Eltern selbst nicht noch viel mehr am Geduldsfaden reißt.

Nachtropfende Wasserhähne – Plopp, plopp, plopp … Wenn die Dusche oder der Wasserhahn in der Küche nur ein bisschen undicht sind und auch nach Zudrehen immer weitertropfen, kann das unter Umständen ganz schön auf die Ohren gehen.

Ohrwürmer – Manche Melodien und Rhythmen sind so eingängig, dass sie einfach im Gehörgang hängenbleiben

"Aber scheiß drauf, Malle ist nur enmal im Jaaaahr ...." Ohrwürmer sind eine echte Epidimie
„Aber scheiß drauf, Malle ist nur enmal im Jaaaahr ….“ Ohrwürmer sind eine echte Epidemie

und dort in Endlosschleife weiterlaufen. Und irgendwann wollen sie auch raus – gesummt, gepfiffen oder gesungen. Was sie so hinterhältig macht, ist ihre … „Einfachheit“ bis unendliche Flachheit. Und natürlich die Tatsache, dass man sich seines Ohrwurms manchmal nicht mehr bewusst ist und er anderen drumherum dafür tierisch auf die Nerven geht.

Ping“ und „Plopp“ – Oder auch: Messengertöne von WhatsApp, Skype, Facebook und Konsorten. Einzeln auftretend sind sie nicht weiter nervig, aber im „Rudel“ und auf Dauerfrequenz in öffentlichen Verkehrsmitteln eine echte Ohrenplage. Die „revolutionäre“ Erfindung des Kopfhörers scheint vielen scheinbar noch gänzlich unbekannt zu sein.

Quietschende Fahrräder und Autos – Wenn Metall auf Metall schabt und ein schrilles Quietschen hinterlässt, ist da eindeutig was nicht in Ordnung. Einmal bitte Bremsen checken, Ketten einfetten und den Keilriemen beim Auto kontrollieren!

Rauschen – Ob unklares Bild und undeutlicher Ton, oder die Störung im Lieblingsradiosender, Rauschen nervt. Schließlich sind klare Tatsachen immer besser als undeutliche Zwischentöne.

Das Rauschen eines Baches wirkt beruhigend - nachtropfende Wasserhähne nerven einfach nur
Das Rauschen eines Baches wirkt beruhigend – nachtropfende Wasserhähne nerven einfach nur

Summen von Mücken – Bssssssss … Bsssssss… Manchmal hat man einfach eines dieser kleinen, summenden Stechbiester im Schlafzimmer, die sich einfach nicht fangen lassen. Mal abgesehen von den juckenden Stellen, die sie hinterlassen.

Türenknallen – Warum zum Geier gibt es eigentlich Menschen, die nie gelernt haben, was der Zweck einer Türklinke ist? Manchen Nachbarn und anderen Zeitgenossen möchte man da ja gerne einen (Lärm-)Dämpfer verpassen – oder eine Sprungfeder in der Tür, nur für den pädagogischen Effekt natürlich.

Na - auch wieder vom nervigen Wecker geweckt worden?
Na – auch wieder vom nervigen Wecker geweckt worden?

Uhrenticken und Weckerklingeln – So manche Wanduhr kann einen mit lautem, monotonem Ticken schon ziemlich auf den Zeiger gehen. Gleiches gilt übrigens für Uhren „mit erweiterter Funktion“, unsere Wecker, die uns mit lautem Klingeln, Piepen oder Radiomusik aus dem Schlaf reißen. Dennoch, kein Grund, undankbar zu sein. So ein Wecker macht schließlich auch nur seinen Job.

Verkehrslärm – Es gibt einfach Menschen, denen man die Hupen aus dem Auto ausbauen sollte. Einfach wegen des inflationären Gebrauchs in eigentlich ungefährlichen Situationen. Warum manche Autofahrer grundsätzlich mit quietschenden Reifen anfahren müssen, habe ich übrigens bis heute nicht verstanden. Ist das so eine Art Imponiergehabe?

Weihnachtsmusik außerhalb der Adventszeit – Reicht es nicht, dass im September schon die Lebkuchen im Regal stehen und „Last Christmas“ spätestens zum ersten Advent in Dauerschleife durchs Radio dudelt? Selbst dann kann die Dauerschleife übrigens zur Ohrenfolter werden …

Merry Christmas? Ja bitte - aber nur zur Weihnachtszeit!
Merry Christmas? Ja bitte – aber nur zur Weihnachtszeit!

Xylophon & Co – „Übung macht den Meister“ gilt auch beim Erlernen eines Instruments. Dennoch – wenn der in einer Rockband spielende Nachbar stundenlang nonstop „auf die Pauke haut“ oder das Nachbarskind schon seit einer gefühlten Ewigkeit die immergleiche Passage auf der Posaune „spielt“, kann es einem schon mal in den Ohren klingeln.

Zahnarztgeräte – Niemand geht gerne zum Zahnarzt, um genau zu sein, ist der Zahnarzt für viele die Person, vor der sie im Leben am meisten Angst haben. Kein Wunder also, dass Geräusch von Bohrer, Schleifgerät und Luftsonden ebenso vielen kalte Schauer über den ganzen Körper jagt!

Ihr habt auch ein persönliches „Horrorgeräusch?“ Lasst es mich wissen – hier im Blog oder über Facebook oder Twitter!

Cats Gedankenwelt: Kampfplatz Kind

„Eltern oder nicht Eltern- das ist hier die Frage!“ Oder, um die ganze Fragestellung noch ein wenig kniffliger zu gestalten: Wie wird man eigentlich „der perfekte Elternteil“? Wer heute Kinder bekommt, bekommt die Spannung eines Arenakampfes gleich mitgeliefert. Nicht nur, wie man es denken könnte, im Kinderzimmer zur Schlafenszeit, sondern auch auf dem virtuellen Kampfplatz, der sich „soziale Medien“oder auch „Gemeinschaft“ nennt. Doch auch die, denen nicht allzu viel an der Verbreitung der eigenen Gene liegt, bekommen oft einen rauen Gegenwind zu spüren.

Mir scheint, je weniger Kinder man auf den Straßen und Spielplätzen unseres Landes, desto präsenter sind sie auf Facebook, Twitter und in diversen (Online-)Zeitungen. Das Schlimme ist, dass diese armen kleinen Menschen nicht einmal etwas dafür können. Sie wurden eben in eine Welt hineingeboren, oder eher, in eine Region, wo sie fast schon wie ein exotisches Accessoire betrachtet werden – oder wie ein Projekt, das es zu optimieren gilt. Am besten schon im Mutterleib und vor dem ersten Kita-Besuch. Eines vorweg: Ich habe noch keine Kinder und weiß auch noch nicht, ab wann die Vorbedingungen für mich erfüllt sind, welche zu bekommen. Zum Beispiel ein unbefristeter Arbeitsplatz, ohne den für mich nichts geht in der Zukunftsplanung. Eine Einstellung, für die manche mich im virtuellen Raum beglückwünschen und andere bemitleiden oder verurteilen würden. Wie überall gibt es eben auch im Netz eine „Mehrheitsmeinung“, „Außenseiter“ und „Protestmeinungen“.Weiterlesen

Cats Couch: Zwischen Göttin und Teufel

Foto: Katherina IbelingEigentlich dürfte man meinen, dass der weibliche Körper mit all seinen Funktionen inzwischen als … naja, „normal“ angesehen wird. Immerhin weiß jeder, dass wir Brüste haben, wo auch hin und wieder Milch rauskommt; dass wir, zumindest meistens, eine Vagina haben und eine Gebärmutter, in der halt Kinder heranwachsen und wo sie auch wieder heraus müssen. Dennoch ist es nach wie vor beliebt, unsere biologische Existenz mit diversen Mythen zu belegen.

„Männer haben einen Penis und Frauen eine Vagina.“ Ich erinnere mich an diesen Satz aus dem Biounterricht, als hätte ich ihn erst gestern gehört. Kaum einer in der Klasse ist dabei rot geworden oder hat gekichert. Wohl eher dachte jeder: „Ja – und weiter?“ Was unser alter, runzliger Biologielehrer uns „verschwiegen“ hat, waren die Unterscheidung des sozialen und biologischen Geschlechts, die Problematik derer, die entweder biologisch oder psychisch nicht das Geschlecht sein können, das sie sein wollen oder vielleicht komplett asexuell sind. Aber gut, man lernt nie aus und auch in der Schule gilt die alte Fußballregel: „Eine Doppelstunde hat 90 Minuten!“ Vermutlich hätte es uns Unterstufenschüler auch sehr verwirrt, wenn man uns gleich die gebündelte Weisheit über jede Form der Sexualität auf den Tisch geknallt hätte. Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Monday Mania

It’s just another manic Monday …“, trällern die Bangles aus dem Radio; man spricht von „Montagsarbeit“, wenn etwas bei der Produktion gründlich schiefgegangen ist und überhaupt scheint das Wort „Montag“ eine wahre Depressionswelle auszulösen. Dabei vergessen wir oft, dass Glück keine Frage des Wochentags ist.

Wenn ich am Sonntagabend oder Montagmorgen meinen Facebook-Account öffne, springen mir gleich die neuesten Negativmeldungen entgegen. Grund dafür sind nicht etwa die europaweite Finanzmisere, der Syrienkrieg, die aktuelle Flüchtlingswelle oder der Klimawandel. Wobei, in gewisser Weise ändert sich das „Klima“ innerhalb der sozialen Medien schon. Findet man am Sonntagmittag noch typische Wochenendbeiträge und -Fotos wie das Picknick am Badesee oder Bilder aus dem Freizeitpark, alle mit Emojis wie „freudig“, „wunderbar“ oder „verliebt“ versehen.

"Arbeiten? Das habe ich doch letzte Woche erst gemacht ..."
„Arbeiten? Das habe ich doch letzte Woche erst gemacht …“

Das Online-Klima ändert sich, sobald der gefürchtete Wochenanfang, der Montag, Stunde um Stunde näher rückt. Auf einmal heißt es: „Wochenende! Komm zurück!“, „Monday sucks“ oder „Mist, schon wieder Montag“. Auch die Emojis zeigen einen Stimmungsumschwung zu „enttäuscht“, „frustriert“ oder „traurig“. Mir scheint, einmal in der Woche schwappt eine Montagsdepressionswelle über Deutschland. Auch wenn es mich selbst hin und wieder nervt, wenn ein entspannendes Wochenende wieder in eine neue (Arbeits-)Woche übergeht, gilt für mich jedoch die Devise: Montag ist, was du draus machst! Hier also ein paar positive Mantras gegen den „Montagsfluch“.

Montag ist auch nur ein Tag. Weiterlesen

Cats Couch: Die allwissende Dritte

Die Hochzeit Henri Rousseau Gesellschaft Hund Braut Bräutigam
Die Hochzeit Henri Rousseau – Gesellschaft Hund Braut Bräutigam

Für viele Männer ist die (zukünftige) Schwiegermutter der „Angstgegner“ schlechthin. Ob sie mit der Person, die ihre Frau auf die Welt gebracht hat, zurechtkommen, kann im Konflikt zum Zünglein an der Beziehungswaage werden. Es gibt jedoch eine zweite weibliche Person im Leben der meisten Frauen, an die man(n) sich erst einmal gewöhnen muss – die beste Freundin, die oft mehr Wissen und Einfluss hat, als ihm lieb ist.

Die meisten Frauen gibt es nur im Doppel- oder Mehrfachpack auf dem „Heiratsmarkt“. Auch wenn wir natürlich alle Individuen sind, existieren diese wenigen Personen im Umkreis einer Frau, mit denen man(n) sich arrangieren sollte – das können die leiblichen Kinder, die engste Familie oder eben die beste Freundin sein. Ohne Letztere läuft nämlich für viele von uns nichts. Und ja, ich will an dieser Stelle nichts schönreden. Oft weiß sie einfach alles – von den typischen „Frauenleiden“ ihrer Allerbesten (von denen Männer sowieso meist nichts hören wollen) und den geheimsten Lebensträumen, über die mit dem Partner vielleicht noch nie gesprochen wurde bis hin zu intimen Bettgeschichten. Was dem Partner wie ein himmelschreiender Loyalitätsbruch vorkommen kann, sehen die besten Freundinnen häufig als total normal an. Schließlich kennen sie sich eine halbe Ewigkeit, können die Sätze der jeweils anderen quasi telepathisch vervollständigen und entwickeln geradezu hellseherische Fähigkeiten – zumindest, was diese eine Person in ihrem Leben angeht. Schwierig wird es, wenn ein Mann mit dieser Bindung, die bei manchen Frauen untereinander die Qualität eines Ehebundes ohne Sex einnehmen kann, nicht zurecht kommt. Deswegen gibt es hier von Frauenseite ein paar Tipps, um mit dieser „allwissenden Dritten“ in der Beziehung Frieden und Freundschaft zu schließen. Denn, eines vorweg: Lieber würden wohl einige Frauen wohl eher den Mann an ihrer Seite als ihre allerbeste Freundin in den Wind schießen!Weiterlesen

Cats Medienkommentar: Vorsicht, Blechbüchse!

In der PR und verwandten Medienzweigen heißt es ja so schön: Der Kunde ist König. Natürlich gehört das Klappern zum Handwerk, aber eine ganze Blechdose voller Nägel an den Kopf geworfen zu bekommen, tut weh. Echt jetzt.

Foto: Privat
Foto: Privat

Wenn man für Branchen- und Kundenmagazine Produktnews und andere Neuigkeiten von Industrie- und Anzeigenkunden redaktionell bearbeitet, ist man einiges gewöhnt. Man gewöhnt sich daran, jemanden auch zum dritten Mal daran zu erinnern, dass man noch einen Text oder ein bestimmtes Porträtbild vom Firmenvorstand benötigt. Das ist okay, wirklich, wir sind alle nur (gestresste) Menschen und da geht eben hin und wieder etwas unter. Es ist auch okay, jemanden schon zum vierten Mal zu erklären, warum es eben den Lesefluss stört, wenn zu viele Marken- und Produktnamen in Versalien geschrieben sind.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Über die Schwelle treten – Leben und Ängste

Cat KolEs gibt viele erste Male und gefühlt unzählige Gründe, warum sie Ängste in uns schüren. Manche Fachleute nennen es Neophobie („die Angst vor dem Neuen“), andere nennen es schlicht „Schwellenangst“ oder „Angst vor Veränderungen“. Das ist im Prinzip nichts Außergewöhnliches – dennoch lohnt es sich, hin und wieder seine Komfortzone zu verlassen und die Schwelle des Gewohnten zu übertreten. Weiterlesen

Cat’s Couch: Mauerblümchen – na und?

Foto: Privat
Foto: Privat

Graue Maus, Mauer-blümchen, nichts-sagend, Langweilerin … Es gibt viele abwertende Begriffe für Frauen, die nicht viel Aufwand darauf verwenden, im Mittelpunkt zu stehen und alle Augen und Ohren auf sich zu ziehen. Aber warum eigentlich so herablassend? Immerhin hat Unscheinbarkeit auch ihre Vorteile …

Jeder kennt die Menschen, die man eben kennen muss. Denn sie fallen auf wie bunte Hunde, kennen alles und jeden und ziehen die Aufmerksamkeit an wie das Licht die Motten. Wo eine Kamera ist, schauen sie hinein und geben ihr strahlendstes Lächeln, und auch bei auffälligen, besonders modischen Outfits sind sie ganz vorne mit dabei. Und der Rest? Der leistet auch Großes … nur in kleineren Schritten, und dort, wo es einen zweiten Blick benötigt. Etwas, das die „Showstars“ unter uns vielleicht nicht wissen – auch auf der Schattenseite lebt es sich angenehm und sogar zum Teil stressfreier.

Auf dem Beobachtungsposten. Menschen, die sich eher im Hintergrund aufhalten, sind zumeist gute Beobachter. Eine Frau kann viel über andere herausfinden, indem sie einfach deren Verhalten studiert und sich in aller Stille ein Bild davon machen kann. Dadurch kann sie eventuell auf längere Sicht eine clevere Strategie entwickeln, auf die ihre auf Außenwirkung bedachten Mitstreiterinnen oder Freundinnen nie gekommen wären.Weiterlesen

Cat’s Couch: Furien, Miesepetras und Gewitterhexen

Foto: Privat
Foto: Privat

Die meiste Zeit über gelten wir Frauen als das ausgeglichenere und weniger aggressive Geschlecht. Auch, wenn das im Einzelfall sicher unterschiedlich ist, bemühen sich die meisten von uns im Alltag um Selbstbeherrschung und Harmonie. Ziehen dann doch einmal dunkle Wolken auf und die Laune schlägt um, wissen Männer nicht immer, wie sie damit umgehen sollen. Hier ein paar Tipps, was (oft) funktioniert – und was man(n) gegenüber einer schlecht gelaunten Frau besser sein lässt …Weiterlesen

Cat’s Couch: Zeugen falscher Versprechungen

Cat's Kolumne - Foto: Katherina Ibeling
Cat’s Kolumne – Foto: Katherina Ibeling

Es gibt viele Gründe, warum Frauen das Bad oftmals mit mehr Shampooflaschen, Haarsprays und Schminksachen vollstellen, als sich ihre Männer logisch erklären können. Die gute Nachricht ist: Es existiert für die meisten „Regalhüter“ eine logische Erklärung. Die schlechte allerdings gleich hinterher – bis das „Woman Spreading“ im Badezimmer der Vergangenheit angehört, kann es noch lange dauern.

Das „Man Spreading“, also eine nicht gerade Platz sparende Sitzhaltung von Männern in öffentlichen Verkehrsmitteln, ist derzeit in aller Munde. Eher als selbstverständlich nimmt man aber hin, dass auch wir Frauen gerne mal mehr Platz einnehmen, als wir nach logischen Gesichtspunkten bräuchten – „Woman Spreading“ also. Das gilt vor allem für das heimische Badezimmer, und ja, da müssen sich viele von uns (natürlich mit Augenzwinkern) auch an die eigenen gepuderten Nasen fassen. Wer sich mit einer schönheits- und stylingbewussten Frau das Bad teilen muss, oder gleich mit mehreren, hat es nämlich überhaupt nicht leicht. Pragmatisch betrachtet haben viele von uns Frauen nämlich von allem zu viel – von Augen-Make-up bis hin zu Waxing-Streifen. Aber warum machen wir das eigentlich? Aus meiner Sicht als Frau gibt es dafür drei Hauptgründe.Weiterlesen

William Cheselden – Osteologie oder die Anatomie der Knochen – Mit Bildergalerie

William Cheselden
William Cheselden

William Cheselden (* 1688 in Somerby, Leicestershire; † 1752 in Bath, Somerset) war ein englischer Chirurg, Urologe und Anatom, der großen Anteil an der Etablierung der Chirurgie als medizinische Wissenschaft hat.

1713 veröffentlichte er sein Werk Anatomy of the Human Body (deutsch:Anatomie des Menschlichen Körpers), das große Popularität erfuhr und in 13 Auflagen erschien. Der Hauptgrund für die Verbreitung des Werkes war, dass es – im Gegensatz zu dem damals üblichen Latein – in englischer Sprache erschien. 1718 wurde er zum Assistenz-Chirurgen des St Thomas‘ Hospitals in London ernannt. Im darauf folgenden Jahr wurde er Chirurg und als solcher auch an das St George’s Hospital berufen. 1710 wurde er in die Londoner Innung der Bader aufgenommen und 1712 als Wissenschaftler in die Royal Society gewählt.

1733 veröffentlichte er Osteographia or the Anatomy of Bones (deutsch: Osteologie oder die Anatomie der Knochen), die erste vollständige und korrekte Beschreibung der Anatomie des Menschlichen Skeletts.

Er starb 1752 in Bath (Somerset).

Hier einige meiner Favoriten aus dem Buch:

Seine Bilder kaufte niemand, aber sein Grab besucht jeder

Paul Gauguin: Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend (1888)[
Paul Gauguin – Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend  – 1888

Sonntag. Das Dorf ist nahezu menschenleer. Vincent verlässt sein Zimmer in der Pension Ravoux. In seiner Tasche befindet sich eine Pistole. Eine geladene. Er verbirgt sich hinter dem Misthaufen eines benachbarten Hofes. Der Künstler setzt sich die Pistole auf die Brust und drückt ab. Aber Vincent hat schlecht getroffen.  Der Lebensmüde wankt. Auf seine linke Brust tropft Blut. Er presst seine Hand auf die Wunde, schwankt und schleppt sich zurück in die Pension. Er verliert zwei Tage später völlig das Bewusstsein. Der Amtsarzt drückt ihm die Augen zu.  – So die Legende.Weiterlesen

Wörterbuch -H wie Heinrich Himmler über Marschall Tito (Josip Broz Tito)

Fundstück bei den Recherchen zu einem Bericht über Josip Broz Tito:

Josip Broz Tito
Josip Broz Tito

Ich möchte Ihnen noch ein Beispiel von Ausdauer nennen: die Ausdauer des Marschall Tito…Leider ist er unser Gegner. Den Marschalltitel hat er wirklich verdient. Wenn wir ihn jedoch erwischen, werden wir ihn auf der Stelle hinrichten. Er ist unser Feind, doch wäre ich froh, wir hätten in Deutschland ein Dutzend Titos, Männer mit solchen Führungsqualitäten, dieser Entschlossenheit und so guten Nerven, die sich nie ergeben, auch wenn sie völlig eingekreist sind.

Vor deutschen Offizieren, 1944

Besondere Anmerkung: mein Bekannter vom Archiv merkt dazu an; er überlege sich, wie dies in der Öffentlichkeit ankäme, würde dies ein amerikanischer Präsident zu einem Amtskollegen aus einem der „Schurkenstatten“ sagen….Besondere Anmerkung 2: ich hatte postwendend Lust auf eine Weißweinschorle bei Jacques….. 

Eine Münzwerkstatt aus alten Zeiten – Stolberg im Harz

Das Heimatmuseum Stolberg Harz mit der Münzwerkstatt
Das Heimatmuseum Stolberg Harz mit der Münzwerkstatt

Metallmünzen wurden erstmals Ende des 7. Jh. vor unserer Zeitrechnung in den ionischen Stödten Kleinasiens hergestellt. Durch den Handel mit griechischen Städten breitete sich die Kunst des Münzprägens rasch aus. Wie im 18. Jh. im Harz Münzen gefertigt wurden, darüber kann man sich im Heimatmuseum der Harzstadt Stolberg informieren.
Eine fast komplette Münzwerkstatt aus vergangener Zeit, in diesem Umfang die einzig erhaltene in unserem Lande, ist in Stolberg zu besichtigen. Reich mit Schnitzwerk verziert ist doas Gebäude aus dem Jahr 1535, das das Kulturhaus des Harzstädtchens und im zweiten Geschoss dos Heimatmuseum beherbergt. Besucher erhalten hier u.a., einen Überblick über den einstmals im Harz betriebenen Bergbau, vor allem ober über das Münzprägen vor mehr als zweihundert Jahren. Weiterlesen

Was wir im Leben können sollten – Teil 1

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“

Ist das Ihr ernst?
Ist das Ihr ernst?!

Die Gymnasiastin Naina K. (17) aus Köln hat sich mit diesem Beitrag zum „Twitter-Star“ katapultiert. Eigentlich verwunderlich, denn diese Fakten sind weithin bekannt und liegen sicherlich nicht nur an einem (bewusst?) fehlgeplanten Schulsystem. Dem Autor hat es beim Lesen dennoch zwei Fragen auf den Tisch gebracht: Was muss man im Leben, im Alltag wissen,  damit wir weder planlos umherirren noch uns „lächerlich“ machen? Im Grunde, und das mutet bekloppt an, eigentlich so gut wie nichts. Um nicht allein durch die Welt zu stromern, sollten wir über Fussball und TV-Serien palavern können. Für den Rest gibt es youtube-Videos und garantiert einen Deppen, der einem die Arbeit abnimmt. Und Geld bekommt jeder Mensch, ob er nun arbeitet oder nicht.
Gut, das war nun eine destruktive Antwort, ohne Nährwert. Nennen wir also ein paar Dinge, die unsere Selbstständigkeit und Lebensqualität verbessern:Weiterlesen

Macht als Schreiber der Mächtigen

Schreibgeräte_Mesopotamien
Schreibutensilien – vermutlich Ägypten – 2.500 Jahre vor Christus

Um diesen Text in hieratischer Kursivschrift sind einige Instrumente angeordnet, deren sich die Schreiber bedienten: links ein Etui mit gespritzten Schreibrohren, unten eine Platte, die als Schreibunterlage und zum Glätten des Papyrus diente. Die beiden Näpfchen waren mit schwarzer und roter Tinte gefüllt (rot für die Götternamen).
Rechts daneben ein Messer zum Schneiden des Papyrus.

Hoffnung auf Neues – Über Weihnacht als Tradition

Die Weihnachtszeit ist mit vielen, meist vergessenen Traditionen vermischt. Einst wurde zur Zeit der Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres, die Mutternacht gefeiert. Damals wurde die Geburt neuen Lebens noch der Großen Mutter zugeschrieben. Am nördlichen Himmel stehen in dieser Jahreszeit die beiden Sternbilder des Großen und Kleinen Bären dicht beieinander. Ursa Major, die große Bärin, bringt Ursa Minor, die kleine Bärin, zur Welt – neues Leben und neues Licht.Weiterlesen

Wenn Migranten-Mütter ein Netzwerk gegen Sprachprobleme gründen

Antonie Volkmar (1827-1867) Berlin -1860 Öl/Leinwand - © Deutsches Historisches Museum, Berlin In. Nr.: 1991/3264
Antonie Volkmar (1827-1867) Berlin -1860 – Öl/Leinwand – © Deutsches Historisches Museum, Berlin – In. Nr.: 1991/3264

Wie schnell lernt sich eine Sprache im fremden Land? Und so, dass es sich auch über die Banalitäten des Alltages verständlich kommunizieren lässt. Eine Woche? Einen Monat? Ein Jahr? Für viele unvorstellbar. Besonders dann, wenn sie als Migranten in Deutschland eintreffen und von ihnen erwartet wird, zusätzlich noch das Behördendeutsch zu verstehen. Sofort. In staatlich geförderten Deutschkursen lässt außerdem oft die Qualität zu wünschen übrig; was weniger an den Dozenten liegt, sondern an den Konzepten der Bildungsträger.
Um diese Sprachbarrieren zu überwinden haben sich in der Hansestadt Lüneburg 13 Mütter aus Russland, Äthiopien, Syrien, dem Kosovo, Peru, Tunesien, Libanon, Madagaskar, El Salvador, Venezuela, Ägypten und Turkmenistan zusammengeschlossen und das „Migranten-Eltern-Netzwerk“ gegründet. Ziel dieses Netzwerkes ist es, sich und anderen verlässlich zu helfen und bei der Integration zu begleiten: beim Erlernen der Sprache, bei Behördengänge und wider die „Migranten-leben-unter-ihresgleichen-Mentalität“. Eine weitere Hoffnung: Arbeit zu finden, auch außerhalb des Niedrigstlohnsektors.Weiterlesen

Kaiser Gallienus – ein sonderbares Genie

Zwischen Christentum und alter Religion stehend, seinen Vater hassend und sein Weib liebend, eine Persönlichkeit ersten Ranges, ganz Individuum und gar nicht Schablone, so war Gallienus. Er ist einer der Großen der römischen Geschichte. wenn wir auch nicht all zuviel von ihm wissen. 

GallienusGallienus (218 – 268 n. Chr.) war ein genialer Mensch und ein schlechter Sohn. Er saß in Rom und tat nichts, um seinen Vater Valerian aus der persischen Gefangenschaft zu befreien. Er schickte nicht einmal Gesandte zum Perserkönig, um die Befreiung seines Vaters zu erbitten oder um dessen Los zu lindern. Im Gegenteil, er freute sich, dass er diesen ernsten und strengen Vater los war. Beim Triumphzug aus Anlass der zehnjährigen Wiederkehr seiner Thronbesteigung ließ er Männer Perserkleidung anlegen, so, als ob sie Perser-Gefangene wären. — Einige Komödianten bewegten sich durch ihre Reihen, als ob sie jemanden suchten. Wenn man sie über ihr Tun befragte, antworteten sie: »Wir suchen den Vater des Kaisers« Gallienus ist eine ganz, eigentümliche Gestalt der römischen Geschichte. Er gab die christenfeindliche Politik seines Vaters sofort und vollkommen auf. Er wurde fast ein Freund der Christen. Darum haben die Anhänger des alten römischen Glaubens diesem Kaiser in der Erinnerung wenig gute Züge belassen. Von christlicher Seite wurde er dagegen mit all den Vorzügen geschildert, die er wohl auch wirklich besaß.Weiterlesen

Ladinisch – Wenn Sprache singt – über das Südtiroler Trio Ganes

Können Sie Ladinisch? Ich eher nicht.
Auf einem Geschäftstermin in Zürich; es liegen zwei inspirierende Tage liegen hinter mir. Mein Gastgeber hat mir zum Abschied eine CD mitgegeben; für die lange Fahrt.  Während ich durchs Gebirge gen Norden fahre, lausche ich einer fremden Sprache: dem Ladinischen. Diese Sprache wird inzwischen nur noch von etwa 30 Tausend Menschen genutzt und ist vergleichbar mit dem Schweizer Rätoromanischen.  Der Name Ladinien bezeichnet ein geographisches Gebiet in den Dolomiten in Norditalien. Der Begriff wurde wahrscheinlich im 19. Jahrhundert als Bezeichnung für das ladinischsprachige Gadertal geprägt.
Naturgemäß verstehe ich kein Wort und doch ist die jeweilige Stimmung angenehm eingängig.  Es ist das aktuelle Album der Südtiroler Band Ganes. Sie besteht aus den Schwestern und Cousinen Marlene und Elisabeth Schuen sowie Maria Moling. Marlene Schuen studierte Violine und Jazzgesang, Elisabeth Schuen absolvierte ein Studium als Opernsängerin und spielt wie ihre Schwester Geige. Maria Moling studierte in Klagenfurt Musik. Der Bandname hat übrigens seinen Ursprung in dem Mythos lokaler Sagengestalten. Aus den fließenden Rhythmen erheben sich ihre drei Stimmen; mal zart mal fröhlich, mal fordernd. Die Sprache eignet sich wunderbar für den Gesang; sie für sich genommen sehr melodisch. Weiterlesen

Der Teeweg als Zufluchtsort und Utopie – Tanabe Hasselt (Gastbeitrag)

Chado – Ein Leben auf dem Teeweg

Tanabata-Hasselt„Seid euch selbst die Zuflucht, nehmt die Lehre als Zuflucht und sucht nicht anderswo“, das war das Vermächtnis des Buddha an seine Anhängerinnen und Anhänger. Immer wieder hatte er ihnen erklärt, wie sie über die Atembetrachtung als Übungsobjekt Befreiung vom Ich-Wahn finden und die Fließgesetze des bedingten Entstehens und Vergehens von Formen, Gefühlen und Wahrnehmungen, von Denkprozessen und Bewusstseinsinhalten selber erfahren könnten.  Wahrnehmungen über Auge, Nase, Ohr, Mund und Tastsinn sind immer vorhanden, pausenlos werden sie im Speicherbewusstsein nach abstoßend / anziehend digitalisiert, evaluiert und Handlungsimpulse zur Optimierung von Wohl und Minderung von Wehe gesetzt. Den dadurch bedingten Verhaftungen ans Rad der immer wieder gleichen Wiederkehr ein Ende zu setzen war das Ziel der asketischen Übungen des Prinzen Siddhartha. Nur führten sie ihn nicht weiter als bis an die Grenze des Hungertodes. Erst als er erkannte, dass Haben- wie Nicht-Haben-Wollen zwei Seiten der gleichen Münze sind, mit der wir so lange weiterspielen  werden, bis wir ihren Täuschwert durchschauen, tat sich ihm ein mittlerer Weg zur Befreiung jenseits der Extreme von Daseinslust und Daseinsekel auf. Die Übungen dazu sind in der „Großen Lehrrede von den Grundlagen der Achtsamkeit“ übermittelt.
Die Darstellung beginnt mit dem Hinweis:

Der einzige Weg ist dies zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung von Kummer und Klage, zum Schwinden von Schmerz und Trübsal, zur Gewinnung der rechten Methode, zur Verwirklichung des Nibbana.Weiterlesen