Kategorie: Rock & Pop

Musik | Cindy Lauper | „Girls Just Want To Have Fun“ | Songs, die mich geprägt haben

Ich hörte Cindy Lauper wahrscheinlich zum ersten Mal im Radio, während meiner Jugendzeit in der Pfalz.

Cover - Quelle: wikipedia
Cover – Quelle: wikipedia

Ich hörte nicht wirklich Pop-Musik in dieser Zeit, weil meine Eltern meistens auf Jazz und Klassik waren. Also war alles neu und spannend, was im Radio lief. Und „Girls Just Want To Have Fun“ gehörte eindeutig dazu.
Mehr als alles andere, machte mich dieses Lied wirklich glücklich. Ich erinnere mich, wenn ich mich mit meinen Freunden traf, lief dieser Song rauf und runter um dazu zu tanzen. Es war unser Lebensgefühl damals. Es war wie: Wir sind Mädchen, und wir wollen Spaß haben. Dieser Song war perfekt auf uns zugeschnitten.

Das Leben war ziemlich einfach damals. Ich ging zur Schule, hing mit meinem älteren Nachbarn herum, und spielte an den Wochenenden Tennis. Ich glaube, ich war zu jung, Cyndi Lauper als feministische Ikone oder so etwas zu schätzen zu wissen. Noch heute kenne ich nur ihre großen Hits. Ich weiß nicht einmal, was ich sagen würde, wenn ich sie träfe. „Gute Arbeit. Sie haben einige erstaunliche Dinge in Ihrem Leben vollbracht. “ – Mehr käme wahrscheinlich nicht über meine Lippen. Ich versuche wirklich Leute nicht zu vergöttern oder sie auf ein Podest zu stellen.

Dieses Ding mit der Mode und der Popularität sind mir eigentlich zu kompliziert. Sie sind beide nur seltsame Wettbewerbe unter Menschen. Und wenn es um meine eigene Arbeit geht, versuche ich, nicht über diese Art von Dingen zu viel nachzudenken. Ich versuche Songs für mich selbst zu schreiben – Musik, die ich selbst hören möchte. Und wenn man es schafft, diese Frage nach dem Erfolg aus seinem Hirn zu verbannen, ist das schon toll. Aber realistisch gesehen, ist es eine ziemlich harte Sache, manchmal härter als zu komponieren.
Musik kann manchmal komisch sein. Es gibt gute Sachen, die völlig unbemerkt bleiben und es gibt schlechte Sachen, die unverdient über den grünen Klee gelobt werden. Ich denke, in diesem Kontext wurde Cyndi Lauper nicht so cool,wie einige andere Bands empfunden. Man kann ein bisschen komisch über die 80er Jahre denken. Es gab damals eine Menge verrückter und belangloser Dinge, aber es gab tatsächlich einige verdammt gute Songs. Zudem, wenn das nicht gewesen wäre, die 90er Jahre wären völlig anders verlaufen. Es hätte diesen Drang nicht gegeben, etwas zu tun, das genau das Gegenteil war.
Hatte „Girls Just Want to Have Fun“ tatsächlich diesen Einfluss wie ich suggeriere? Ich denke nicht.

Vielleicht. Es ist ein perfekt produzierter Pop-Song, oder? Es ist so verdammt eingängig und nicht platt. Man kann den Text vergessen, aber niemals diesen Refrain. Ich bin immer ein Fan eines guten Refrains gewesen. Zum Beispiel liebte ich als Kind Nirvana. Und wenn man mal darüber nachdenkt, haben sie eigentlich nur trübseligen, wütenden Popkram gemacht. Ihre Songs sind sehr eingängig, aber klingen aber wie ein überpflügter Acker. Mit kaputter Krume.
Ich habe nie versucht zu lernen, wie man „Girls Just Want to Have Fun“ spielt, aber es wäre mal ein Spaß es zu versuchen. Es würde bei mir wahrscheinlich nicht so gut klingen. Es wäre arg schwer, die gleiche Haltung und Stimmung rüber zu bringen. Manchmal denken die Leute, je einfacher ein Lied ist, desto leichter sei es zu lernen, aber das ist in der Regel nicht der Fall. Wenn ich es täte, würde es vermutlich wie bei einer High-School-Cover-Band klingen.

Aber ich denke es ist immergut, eine Interpretationdes Stückesin der Hinterhand zu haben. Es ist gut, sich immer wieder daran zu erinnern, wie skurril ein Lied sein kann. So übertrieben und doch so gut. Es verströmt gute Stimmung – Party Stimmung. Und es versetzt dich in die richtige Stimmung zu tanzen.

Taylor Swift “1989” – 13 Songs und eine verborgene Liebesgeschichte

Taylor Swift “1989”

Anstatt einer Ansammlung von verschiedenen Titeln mit unterschiedlicher Bedeutung hat die Sängerin zu ihrem Album „1989“ angemerkt, dass es sich dabei um handelt. Der rote Faden durch das Album ist eine Liebesgeschichte. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und diese freigelegt. Die Textauszüge habe ich im Original gelassen, da sie gut verständlich sind.

Hier nun die ganze, zarte Geschichte:

“Welcome to New York“

Once upon a time, there was a girl who moved to New York…

“Blank Space”

…and this girl was known by everyone and no one at the same time.

“Style”

…Sadly, she fell in love with someone who simply couldn’t stay.

“Out of the Woods”

The loved each other like crazy and without abandon.

“All You Had To Do Was Stay”

However, things didn’t work out and they paid the price.

“Shake It Off”

So, she danced the night away to forget about him.

“I Wish You Would”

…He drove past her street every night – he wasn’t over her.

“Bad Blood”

…Along the way, she made friends and she made some enemies.

“Wildest Dreams”

…Meanwhile, he dreamed about her every single night.

“How To Get The Girl”

…Then, one day, he came back and tried to get her back.

“This Love”

…Timing really is a funny thing.

“I Know Places”

…Everyone was watching them to see what would happen.

“Clean”

In the end, she lost him again, but fortunately, she found herself in the process.  Somehow that was all she needed.

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Was das Album selbst betrifft: hier vollzieht Swift den Wechsel vom Country zur Pop-Musik. Alles recht simpel gestrickt, also eingängig und somit gut verkäuflich. Die Musik ist angenehm und nervt nicht, eignet sich also gut als Hintergrundrauschen. Was die Liebesgeschichte angeht: Eher ein Marketinggag als herzerwärmend. Jedenfalls soweit gelungen, dass sich ein Fremdhörer aufmacht um die Geschichte auszugraben. Den  Rest übernimmt dann im Idealfall das Kopfkino.

Luna Hotel – jellyfish kiss – Wie Musik und Comic zusammenpassen

jellfish kiss - luna hotel Illustration: Andrea Caprez
jellfish kiss – luna hotel
Illustration: Andrea Caprez

Während die einen Geschichten mit  Pinseln und Buchstaben erzählen, setzen die anderen Bassgitarre und Akkordeon ein.
Die Schweizer Band jellyfish kiss (1989 – 99) hat 1993 ein MusikAlbum mit dem Titel Luna Hotel veröffentlicht.

Über das Album:
Mit Luna Hotel (1994), ihrem zweiten Album,  entwickelte sich die Gruppe hin zu Volksmusik und östlichen Melodien. Diese sind  durchsetzt mit Anklängen von Klezmer-Musik.
Produziert wurde das Album von Max Lässer, der zudem Dobro und Slide-Gitarre spielte.

Außerdem wurde damals ein Comic-Band zur CD veröffentlicht. Die Zeichnungen wurden von Andrea Caprez (auch Sängerin der Band) angefertigt; die Texte lieferte Christoph Schuler.
Zu jedem einzelnen Moritat wurden Illustrationen angefertigt. Rund ums das Hotel Luna wurden Geschichten erzählt: mal geht es um Adrian, einen enttäuschten Witwer, der jeden Abend im skurrilen Kostüm in halbleeren Sälen auf der Bühne stand. Oder um Georg, den Kellner des Hotels, ein ängstlicher Fremdenhasser. Das frustrierte Ehepaar Jane und Joe Limbrowski, die Figuren Susanne und Betty liefern wunderbaren Stoff für miteinander verwandte Musik- und Comic-Episoden.
Die Musik ist feinfühlig und geben die jeweiligen Stimmungen sehr gut wider.

ellfish kiss - luna hotel Illustration: Andrea Caprez
ellfish kiss – luna hotel
Illustration: Andrea Caprez

Der dazu gehörende Comic-Band ist in der Edition Moderne erschienen und ist auch ohne die Musik eine Augenweide.

Über die Band:
Die zürcherisch-bündnerische Gruppe Jellyfish Kiss wurde 1989 von Andrea Caprez (Gesang, Gitarre), Gaudenz Jehli (Akkordeon), Anna-Maria Meier (Bass) und Olivier Monney (Schlagzeug) gegründet. Sie exitierte bis 1999. Für die Texte zeigte sich Christoph Schuler verantwortlich (u.a. Mitherausgeber de Schweizer Comic-Magazins Strapazin und für seine „Retuschen“ im Magazin bekannt).
Einen ersten Radiohit hatte die Gruppe 1989 mit „Micky Mosquito“. Neben endlosen Tingeleleien durch verrauchte Kellerbars und schummrige Kneipen folgten diverse Singles, die von Presse und Publikum mit großem Interesse aufgenommen wurden.“ jellyfish kiss“ reisten damals mit der Bahn an ihre Konzerte, da keiner der Beteiligten über einen Autoführerschein verfügte. Andrea Caprez‘ Stimme wurde schon bald mit der von Bob Dylan oder Mink de Ville verglichen.
Recht amüsant ist der Schweizer Dialekt mit dem die englischen Texte vorgetragen werden.

jellyfish kiss - luna hotel cd-back
jellyfish kiss – luna hotel cd-back

 

 Youtube hält 8 Videos der Band bereit.