Kategorie: Fremde Kulturen

Kann der Mensch über die Macht des Geldes siegen? € Maria Aronov

Kann der Mensch über die Macht des Geldes siegen?

Seit Anfängen der Menschheit geht es um Besitz und Macht. Oft wird Macht mit Geld gleichgesetzt, sodass sich nicht der Weise an der Spitze einer Gesellschaft befindet, sondern derjenige, der es sich leisten kann oben zu sein. Nicht umsonst sagt man, das Geld regiere die Welt. Die Betonung in diesem Satz liegt auf dem Geld, denn der Mensch wird zu seinem Sklaven. Es hat die Macht, seine Gegner die Gerechtigkeit und Wahrheit zu zerstören. Es ist in der Lage, Böses und Unruhe zu stiften, sogar in Familien.
Es wurden bereits viele Denker und Dichter beseitigt, weil sie den Reichen trotzten. Sie bezeichneten sie als oberflächlich, als ahnungslose Richter und Wahrheitsleugner.

Leider erfuhr auch der große Dichter und Schriftsteller Michail Jurjewitsch Lermontov (1814-1841) die bittere Seite des Reichtums. Der Poet wuchs bei seiner wohlhabenden Großmutter auf, die eigenes Gut besaß. Dort hatte er die Möglichkeit, Bauern kennenzulernen. Durch sie und die eigene Beobachtung merkte er, dass das Geld wichtig für das Überleben, aber nicht das Wichtigste im Leben sei. Er sah, wie schwer es für sie war, für das Überleben zu schuften, während die Reichen nichts dafür tun mussten, im Gegenteil, sie vertrieben ihre Zeit mit sinnlosen und sündigen Dingen.

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In Lermontovs Familie stritt man sich oft über den Nachlass, sodass der junge Dichter endgültig verstand, dass die Macht des Geldes eine dreckige und zugleich traurige Wahrheit unserer Welt ist.
Leider hat die Welt nie die einzig Schöne Seite des Lebens erkannt, nämlich die der Wahrheit, stattdessen wurde diese in Form von Gedichten, die sich gegen die Hof-Gesellschaft richtete und verschiedener Äußerungen zerstört. Man brachte nicht die Welt durch Genies wie Lermontov oder auch Puschkin zum Blühen, sondern durch goldene Pracht des Hofs, die im Inneren leer und düster war.
Die beiden jungen Dichter und Denker Puschkin und Lermontov werden zu Opfern der grausamen Gesellschaft. Nach Puschkins Tod im Jahr 1837 bei einem Duell , als dieser gerade mal 38 Jahre alt war, widmete Lermontov ihm ein Gedicht „der Tod des Poeten“, in dem er offenlegt, dass der Mord an Puschkin nicht unumgänglich war. Die Hof-Gesellschaft hätte ihn hingerichtet:

…Ihr, die ihr am Thron steht als gierige Schar,
Henker von Freiheit, Genie und Ruhm!
Ihr verbergt euch hinter dem schützenden Gesetz,
vor euch müssen Gericht und Wahrheit, muß alles schweigen…
Otto Hauser: Weltgeschichte der Literatur. 1910, S. 419.

Da Lermontov mit seinen (wahrheitsgemäßen) Äußerungen der Gesellschaft unbequem wurde, wurde er in ein Militärregiment in den Kaukasus verbannt, das er jedoch überlebte. Den Tod fand er später ebenfalls bei einem Duell. Der Autor war nämlich eine zu große Last für die Hof-Gesellschaft, die er als „lasterhaft“ bezeichnet.
Lermontov schreibt in seinem Gedicht, das er Puschkin widmet ebenso darüber, dass der Reiche voller Angst davor sei, dass man ihn mit dem Talent und Wissen aus dem Fokus der Gesellschaft verdrängen könnte, was für ihn die höchste Priorität sei. Ein weiterer Grund also Puschkin und Lermontov loswerden zu wollen.

Der Dichter fiel – von Schurken wähnte
Er seiner Ehre sich beraubt.
Er traf ins Herz, der ihn verhöhnte,
Und sterbend sank sein stolzes Haupt!…

…Der ihn gemordet, kalten Blutes
Hat er’s getan…Er schoß gewandt;
Sein leeres Herz war rohen Mutes,
Und nicht gezittert hat die Hand…

…Aus fernen Reichen
Kam er als Abenteurer her,
Und hundert andre so wie er,
Sich Glück und Ämter zu erschleichen;
Er schätzte unser Land gering,
Sein Recht und Brauch, sein Wort und Wissen,
Hätt gern uns Ruhm und Ehr entrissen;
Wie konnte er bei Abschuß wissen,
An wem sich seine Hand verging…
Aus „Ausgewählte Werke“ Rütten & Löning. Berlin 1987

trennlinie2Michail Jurjewitsch Lermontow (russisch Михаи́л Ю́рьевич Ле́рмонтов; wissenschaftliche Transliteration Mihail Ûr’evič Lermontov; * 3. Oktoberjul./ 15. Oktober 1814greg., Moskau; † 15. Julijul./ 27. Juli 1841greg. im Duell in Pjatigorsk), war ein russischer Dichter. Neben Alexander Puschkin und Fjodor Tjuttschew ist er einer der bedeutendsten Vertreter der romantischen Literatur in Russland. – Quelle: wikipedia

Weitere Lyrik von Michail Jurjewitsch Lermontow finden Sie im Magazin hier.

Wörterbuch: Q wie Quadratschrift [Das hebräische Alphabet]

QuadratschriftDie ersten vier Buchstaben (aleph, beit, gimmel, dalet) des hebräischen Alphabets.

Die Quadratschrift ‏כְּתָב מְרֻבָּע‎ (ketav merubba) ist die heute übliche Variante des hebräischen Alphabets, deren Ursprünge etwa ab 500 v. Chr. nachweisbar sind und aus dem phönikischen Konsonantenalphabet über die aramäische Schrift abgeleitet wurden. Die andere Bezeichnung ‏כְּתָב אַשּׁוּרִית‎ (ketav aschschurit), also assyrische oder chaldäische Schrift weist auf die Ursprünge im Exil hin, von wo sich allmählich die neue Schrift ausgebreitet hat. Erste Beispiele entstammen der Zeit der Makkabäer (167-161 v. Chr.). Die erste datierte Handschrift stammt aus dem Jahr 896 n. Chr. Den Namen Quadratschrift hat diese Schrift, weil jedes Zeichen genau in ein Quadrat oder in ein halbes Quadrat passt und sich die Linienführung der Buchstaben mit hauptsächlich waagerechten und senkrechten Strichen in den meisten Fällen am Quadrat orientiert.

Zur Vokalisation wurde die Quadratschrift mit Punkten und Strichen ergänzt. Die Punktierung der Masoretischen Vokalisation nennt sich Nikkud. Hinzu kommen die Teamim genannten Artikulationszeichen, die den musikalischen Vortrag im jüdischen Gottesdienst festlegen. – Quelle: wikipedia

Ich liebe Dich – Rasul Gamsatov

Paul Edouard Richard Sohn (1834 - 1912) Das Liebesgeständnis Öl/Holz, 32 x 23,5 cm, r. u. sign. u. dat. R. Sohn 79, verso alter Ausstellungsaufkleber des Düsseldorfer Künstlervereins mit Betitelung. - Bildnis- u. Genremaler, Schüler seines Vaters Carl Ferdinand Sohn, studierte an der Düsseldorfer Akademie bei Schadow u. R. Jordan, Studienreisen nach Paris. - Lit.: Boetticher, Thieme-Becker, Bénézit.
Paul Edouard Richard Sohn (1834 – 1912) Das Liebesgeständnis Öl/Holz, 32 x 23,5 cm, r. u. sign. u. dat. R. Sohn 79

Ein junger Mann verliebte sich einst in ein schönes Mädchen.

Die drei Worte „Ich liebe dich“ gedachte er ihr zu schreiben.

Doch nicht in einem Brief, sondern überall, wo des Mädchens Blick hinfiel auf eine Felswand, auf den Pfad, der zur Quelle führte, die Wand ihres Hauses, auf seinen Pandur.

Keine schlechte Idee. Doch dem Ärmsten fiel überdies ein, diese Worte in allen daghestanischen Sprachen zu schreiben.

Er machte sich also auf den Weg und glaubte, er würde bald wiederkommen.

Doch da irrte er sich. In jedem Aul lauteten die Worte anders:

Dije mun jokjula (awarisch)

Sas wun kjauda (lesgisch)

Ttun ina tschtschai bura (lakisch)

Chjunab rigulra (darginisch)

Men seni sjujeman (kumykisch)

Usus uwu kkundusus (täbassaranisch)

Me tjure chosdenjum (tatisch)Weiterlesen