Kategorie: Philosophie

Maria Aronov | Das große Herz des kleinen Prinzen

Das große Herz des kleinen Prinzen

„Mit der wahren Liebe verhält es sich wie mit Geisteserscheinungen: alle Welt redet davon, aber nur wenige haben sie gesehen.“

Francois de La Rochefoucauld (*15. September 1613 in Paris; † 17. März 1680).

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Titel der US-amerikanischen Originalausgabe von "Der kleine Prinz" - 1943
Titel der US-amerikanischen Originalausgabe von „Der kleine Prinz“ – 1943

Wir wissen also von der Existenz der wahren Liebe, aber nicht jeder ist in der Lage, diese auch zu sehen. So möchte ich das Zitat der französischen Literaten und Moralisten interpretieren. Folglich möchte ich erläutern, was der Grund für diese Misere sein könnte.

Es ist in unserer Kultur alles andere als einfach, hinter die Dinge zu sehen: das zu erkennen, was wirklich wahr, aufrichtig und einzigartig ist. Wir sind abgelenkt von Äußerlichkeiten, teilen die Welt in Kategorien auf; wie zum Beispiel schön und hässlich. Der Mensch grenzt sich ein, schafft Stereotype und übersieht dabei das Wichtigste. Doch nicht nur das Äußere, sondern auch die Worte können vieles falsch rüberbringen. Der Schall und auch das geschriebene Wort benötigen nämlich Materie, einen speziellen Raum, ein Medium, um seinen Adressaten zu erreichen. Es entstehen oft Missverständnisse, weil wir uns durch Äußerlichkeiten und Worte irritieren lassen. Auch Antoine de Saint Exupery bezeichnet die Sprache in seiner Erzählung „Der kleine Prinz“ als „die Quelle der Missverständnisse“.

Als irdischen Wesen fällt es uns nicht leicht, das Äußere loszulassen und uns auf unser Inneres zu konzentrieren. Wenn wir vom Inneren sprechen, meinen wir die wesentliche Substanz, die jedem Menschen gegeben ist, nämlich die Seele. Der Psychokardiologe Dr. Jochen Jordan (seit 2006 Leiter der Klinik für Psychokardiologie am Kerckhoff Rehabilitationszentrum in Bad Nauheim) beweist, dass der Sitz der Seele im Herzen ist. Mit ihm könnten wir hören und sehen, doch diese Fähigkeit entwickeln wir zu selten. Wir bleiben blind, denn unsere Augen können die geistige Welt nicht wahrnehmen. Wir sehen lediglich Hüllen, nicht ihre Inhalte.

Diese Problematik beschreibt Antoine de Saint Exupery auch in „Der kleine Prinz“. Der sanfte Junge mit dem schönen goldenen Haar erkennt dank dem Tipp des Fuchses, dass er die wahre Liebe längst gefunden, doch nichts von ihrer Existenz gemerkt hat. Die Rose, die er auf seinem Planeten hatte, glich seiner Meinung nach äußerlich vielen Anderen. Sie war für ihn nicht einzigartig.

fuchs-902802_1280_Alexas_FotosDer Fuchs, dem der traurige Junge auf seiner Reise durch die Welt begegnet, offenbart ihm, dass nicht das Äußere die Liebe ausmacht, sondern Unsichtbares wie die gemeinsam verbrachte Zeit, die damit verbundenen Erinnerungen sowie Freude und Schmerz, in denen sich unvermeidbar ein Teil der Seele befindet, der die Verbindung zueinander schafft. Dasselbe gilt auch für die Freundschaft. Die in das sich gegenseitige Kennenlernen und in das gemeinsame Miteinander investierte Zeit und Geduld machen die Freundschaft so kostbar. Die Abwesenheit der beiden Faktoren verweigert die Existenz der Freundschaft. Jedes Lebewesen gleicht dem Anderen. Es gibt in ihm keine Besonderheit:

„ … Mein Leben ist eintönig. Ich jage Hühner, die Menschen jagen mich. Alle Hühner gleichen einander, und alle Menschen gleichen einander. Ich langweile mich also ein wenig. Aber wenn du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang deines Schrittes kennen, der sich von allen andern unterscheidet. Die anderen Schritte jagen mich unter die Erde. Der deine wird mich wie Musik aus dem Bau locken. Und dann schau! Du siehst da drüben die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für mich ist der Weizen zwecklos. Die Weizenfelder erinnern mich an nichts. Und das ist traurig. Aber du hast weizenblondes Haar. Oh, es wird wunderbar sein, wenn du mich einmal gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide liebgewinnen.

Man kennt nur die Dinge, die man zähmt. Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich…“

Durch die Worte des Fuchses verstehtreef-984352_1280 der kleine Prinz, dass die seiner Rose gleichenden anderen Rosen „leer“ sind, dass er für sie nicht sterben könnte, weil er ihr Inneres nicht kennt. Er erwidert: „Gewiss, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist, die ich mit dem Wandschirm geschützt habe. Da sie es ist, deren Raupen ich getötet habe (außer den zwei oder drei um der Schmetterlinge willen). Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist.“

Der Fuchs offenbart dem Jungen daraufhin sein Geheimnis für eine erfolgreiche Freundschaft und Liebe: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Nachdem sich der sanftmütige Prinz mit den Worten des Fuches intensiv beschäftigt hat, beschließt er zu sterben, um sich von der trügerischen Materie zu lösen. Denn es war sie, die ihn um seine Liebe gebracht hat. Darauf deutet der Satz hin: „Es ist zu weit. Ich kann diesen Leib da nicht mitnehmen. Er ist zu schwer.“ Der Prinz will nach Hause, zu seiner einzigen Geliebten, als Geist zurückkehren. Mehr braucht er nicht, denn in seiner Seele sind Liebe und Wärme, die ihm nicht nur zu seinem Planeten, sondern auch zum Herzen der Rose den richtigen Weg zeigen.

horse-430441_1280_387310Die Philosophie in der Erzählung des kleinen Prinzen verdeutlicht, dass die wahre Liebe und auch die Freundschaft, die der ersteren als Basis dient, auf einer geistigen Ebene existieren, die keinen Tod kennt: „Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein…“ Der Körper „wird daliegen wie eine alte verlassene Hülle. Man soll nicht traurig sein um solche alten Hüllen…“

Trotz der Traurigkeit, gibt uns der kleine Prinz viel Licht mit auf den Weg. Er zeigt uns, dass alles wirklich Wichtige unsichtbar, nicht greifbar ist. Es sind Dinge, die man spüren und fühlen, aber nicht sehen kann. Man kann sie geben und nehmen, aber nicht erzwingen. Sie lassen sich erhoffen, aber nicht erwarten. Es sind Geschenke der Seele, die demjenigen, der sie erhält, leicht aus der Hand fallen und zerbrechen können, wenn er sie nicht in seinem Herzen erkennt. Es sind Begriffe wie Geduld, Zweisamkeit und Zeit, die die wahre Freundschaft und die damit verbundene Liebe ausmachen.

Zhuang Zi (Dschuang Dsi) – Der unnütze Baum – Ein Gleichnis

Zhuang Zi (Dschuang Dsi) – Das wahre Buch vom südlichen Blütenland
Der unnütze Baum

Hui Dsï redete zu Dschuang Dsï und sprach: »Ich habe einen großen Baum. Die Leute nennen ihn Götterbaum. Der hat einen Stamm so knorrig und verwachsen, daß man ihn nicht nach der Richtschnur zersägen kann. Seine Zweige sind so krumm und gewunden, daß man sie nicht nach Zirkel und Winkelmaß verarbeiten kann. Da steht er am Weg, aber kein Zimmermann sieht ihn an. So sind Eure Worte, o Herr, groß und unbrauchbar, und alle wenden sich einmütig von ihnen ab.«

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Dschuang Dsï sprach: »Habt Ihr noch nie einen Marder gesehen, der geduckten Leibes lauert und wartet, ob etwas vorüber kommt? Hin und her springt er über die Balken und scheut sich nicht vor hohem Sprunge, bis er einmal in eine Falle gerät oder in einer Schlinge zugrunde geht. Nun gibt es aber auch den Grunzochsen. Der ist groß wie eine Gewitterwolke; mächtig steht er da. Aber Mäuse fangen kann er freilich nicht. Nun habt Ihr so einen großen Baum und bedauert, daß er zu nichts nütze ist. Warum pflanzt Ihr ihn nicht auf eine öde Heide oder auf ein weites leeres Feld? Da könntet Ihr untätig in seiner Nähe umherstreifen und in Muße unter seinen Zweigen schlafen. Nicht Beil noch Axt bereitet ihm ein vorzeitiges Ende, und niemand kann ihm schaden. Daß etwas keinen Nutzen hat: was braucht man sich darüber zu bekümmern!«

Franz Kafka über die Eigentümlichkeit des & der Menschen

Jeder Mensch ist eigentümlich und kraft seiner Eigentümlichkeit berufen zu wirken, er muß aber an seiner Eigentümlichkeit Geschmack finden. Soweit ich es erfahren habe, arbeitete man sowohl in der Schule als auch zu Hause daraufhin, die Eigentümlichkeit zu verwischen. Man erleichterte dadurch die Arbeit der Erziehung, erleichterte aber auch dem Kinde das Leben, allerdings mußte es vorher den Schmerz durchkosten, den der Zwang hervorrief.
Man wird zum Beispiel einem Jungen, der abends mitten im Lesen einer aufregenden Geschichte ist, niemals durch eine bloß auf ihn eingeschränkte Beweisführung begreiflich machen können, daß er das Lesen unterbrechen und schlafen gehn muß. Wenn man mir in einem solchen Fall etwa sagte, es sei schon spät, ich verderbe mir die Augen, ich werde früh verschlafen sein und schwer aufstehn, die schlechte dumme Geschichte sei das nicht wert, so konnte ich das zwar ausdrücklich nicht widerlegen, aber eigentlich nur deshalb nicht, weil das alles nicht einmal an die Grenze des Nachdenkenswerten herankam. Denn alles war unendlich oder verlief so ins Unbestimmte, daß es dem Unendlichen gleichzusetzen war, die Zeit war unendlich, es konnte also nicht zu spät sein, mein Augenlicht war unendlich, ich konnte es also nicht verderben, sogar die Nacht war unendlich, es war also keine Sorge wegen des Frühaufstehns nötig, und Bücher unterschied ich nicht nach Dummheit und Klugheit, sondern danach, ob sie mich packten oder nicht, und dieses packte mich.

kafka_Leitern_inneres_und_äußeresDas alles konnte ich nicht so ausdrücken, aber es hatte doch das Ergebnis, daß ich mit meinen Bitten, mir das Weiterlesen zu erlauben, lästig wurde oder mich entschloß, auch ohne Erlaubnis weiterzulesen. Das war meine Eigentümlichkeit. Man unterdrückte sie dadurch, daß man das Gas abdrehte und mich ohne Licht ließ; zur Erklärung sagte man: Alle gehen schlafen, also mußt auch du schlafen gehn. Das sah ich und mußte es glauben, obwohl es unbegreiflich war. Niemand will so viel Reformen durchführen wie Kinder. Aber abgesehen von dieser in gewisser Hinsicht anerkennenswerten Unterdrückung blieb doch hier, wie fast überall, ein Stachel, den keine Berufung auf die Allgemeinheit auch nur abstumpfen konnte. Ich blieb nämlich in dem Glauben, daß gerade an diesem Abend niemand in der Welt so gern gelesen hätte wie ich. Das konnte mir vorläufig keine Berufung auf die Allgemeinheit widerlegen, um so weniger als ich sah, daß man mir die unbezwingbare Lust zum Lesen nicht glaubte.
Erst allmählich und viel später, vielleicht schon bei Abschwächung der Lust, ging mir eine Art Glaube daran auf, daß viele die gleiche Lust zum Lesen hatten und sich doch bezwangen. Damals aber fühlte ich nur das Unrecht, das mir angetan wurde, ich ging traurig schlafen und es entwickelten sich die Anfänge des Hasses, der mein Leben in der Familie und von da aus mein ganzes Leben in einer gewissen Hinsicht bestimmt. Das Verbot des Lesens ist zwar nur ein Beispiel, aber ein bezeichnendes, denn dieses Verbot wirkte tief. Man erkannte meine Eigentümlichkeit nicht an; da ich sie aber fühlte, mußte ich – darin sehr empfindlich und immer auf der Lauer – in diesem Verhalten mir gegenüber ein Aburteilen erkennen. Wenn man aber schon diese offen zur Schau gestellte Eigentümlichkeit verurteilte, um wieviel schlimmer mußten die Eigentümlichkeiten sein, die ich aus dem Grunde verborgen hielt, weil ich selbst ein kleines Unrecht in ihnen erkannte.

Kafka_Tisch_LiteraturIch hatte zum Beispiel abends gelesen, obwohl ich die Schulaufgabe für den nächsten Tag noch nicht gelernt hatte. Das war vielleicht an sich als Pflichtversäumnis etwas sehr Arges, aber um absolute Beurteilung handelte es sich mir nicht, mir kam es nur auf vergleichsweise Beurteilung an. Vor dieser Beurteilung aber war diese Nachlässigkeit wohl nicht schlimmer als das lange Lesen an sich, besonders da sie in ihren Folgen durch meine große Angst vor der Schule und Autoritäten sehr eingeschränkt war. Was ich durch Lesen hie und da versäumte, holte ich bei meinem damals sehr guten Gedächtnis am Morgen oder in der Schule leicht nach. Die Hauptsache aber war, daß ich die Verurteilung, die meine Eigentümlichkeit des langen Lesens erfahren hatte, nun mit eigenen Mitteln auf die verborgen gehaltene Eigentümlichkeit der Pflichtversäumnis weiterführte und dadurch zu dem niederdrückendsten Ergebnis kam. Es war so, wie wenn jemand mit einer Rute, die keinen Schmerz verursachen soll, nur zur Warnung berührt wird, er aber nimmt das Flechtwerk auseinander, zieht die einzelnen Rutenspitzen in sich und beginnt nach eigenem Plan sein Inneres zu stechen und zu kratzen, während die fremde Hand noch immer ruhig den Rutengriff hält. Wenn ich mich aber auch damals in solchen Fällen noch nicht schwer strafte, so ist doch jedenfalls sicher, daß ich von meinen Eigentümlichkeiten nie jenen wahren Gewinn zog, der sich schließlich in dauerndem Selbstvertrauen äußert. Vielmehr war die Folge des Vorzeigens einer Eigentümlichkeit die, daß ich entweder den Unterdrücker haßte oder die Eigentümlichkeit als nicht vorhanden erkannte, zwei Folgen, die in lügenhafter Weise sich auch verbinden konnten. Hielt ich aber eine Eigentümlichkeit verborgen, dann war die Folge die, daß ich mich oder mein Schicksal haßte, mich für schlecht oder verdammt ansah. Das Verhältnis dieser zwei Gruppen von Eigentümlichkeiten hat sich im Laufe der Jahre äußerlich sehr geändert.

Die vorgezeigten Eigentümlichkeiten nahmen immer mehr zu, je näher ich an das mir zugängliche Leben herankam. Eine Erlösung brachte mir das aber nicht, die Menge des Geheimgehaltenen nahm dadurch nicht ab, es fand sich bei verfeinerter Beobachtung, daß niemals alles gestanden werden konnte. Selbst von den scheinbar vollständigen Eingeständnissen der frühem Zeit zeigte sich später noch die Wurzel im Innern. Aber selbst wenn das nicht gewesen wäre, – bei der Lockerung der ganzen seelischen Organisation, die ich ohne entscheidende Unterbrechungen durchgemacht habe, genügte eine verborgene Eigentümlichkeit, um mich so zu erschüttern, daß ich mich mit aller sonstigen Anpassung doch nirgends festhalten konnte. Aber noch ärger. Selbst wenn ich kein Geheimnis bei mir behalten, sondern alles so weit von mir geworfen hätte, daß ich ganz rein dastand, im nächsten Augenblick wäre ich dann wieder von dem alten Durcheinander überfüllt gewesen, denn meiner Meinung nach wäre das Geheimnis nicht vollständig erkannt und eingeschätzt und infolgedessen durch die Allgemeinheit mir wieder zurückgegeben und neuerdings aufgelegt worden. Das war keine Täuschung, sondern nur eine besondere Form der Erkenntnis, daß, zumindest unter Lebenden, sich niemand seiner selbst entledigen kann. Wenn zum Beispiel jemand einem Freund das Geständnis macht, daß er geizig ist, so hat er sich für diesen Augenblick dem Freund, also einem maßgebenden Beurteiler gegenüber scheinbar vom Geiz erlöst.

Es ist für diesen Augenblick auch gleichgültig, wie es der Freund aufnimmt, also ob er das Vorhandensein des Geizes leugnet oder Ratschläge gibt, wie man sich vom Geiz befreien könne, oder ob er gar den Geiz verteidigt. Es wäre vielleicht nicht einmal entscheidend, wenn der Freund infolge des Geständnisses die Freundschaft aufsagt. Entscheidend ist vielmehr, daß man vielleicht nicht als reuiger, aber als ehrlicher Sünder sein Geheimnis der Allgemeinheit anvertraut hat und hofft, dadurch wieder die gute und – das ist das Wichtigste – freie Kindheit wieder erobert zu haben. Man hat aber nur eine kurze Narrheit und viel spätere Bitterkeit erobert. Denn irgendwo liegt auf dem Tisch zwischen dem Geizigen und dem Freund das Geld, das der Geizige an sich bringen muß und zu dem er immer rascher die Hand hinbewegt.
Auf der Hälfte des Weges ist das Geständnis zwar immer schwächer wirkend, aber noch erlösend, darüber hinaus nicht mehr, im Gegenteil, es beleuchtet dann nur die sich vorwärtsbewegende Hand. Wirkende Geständnisse sind nur vor oder nach der Tat möglich. Die Tat läßt nichts neben sich bestehn, für die Hand, die das Geld zusammenscharrt, gibt es keine Erlösung durch Wort oder Reue. Entweder muß die Tat, also die Hand vernichtet werden oder man muß sich im Geiz …

Kindliche Fragen – Erich Mühsam

Scharen von Männern, denen die Felle verwegen um die Schultern lagen, schritten vorbei, immer mehr, in endlosem Zuge, und die Keulen hingen ihnen schwer in den Händen.
»Wohin gehen die Männer?« fragte das Kind, aufgestützt auf die Knie der Urahne, die mit zitternden Fingern mürbes Laubwerk ins Feuer des Erdherdes streute.
Der Vater schnitt mit einem scharfen Stein ein Stück Baumrinde zur Sandale und maß die Breite an seiner Fußsohle ab. Er antwortete: »In den Krieg.«Weiterlesen

Hanns Heinz Ewers – Schlangenanbeter und Schlangenbeschwörer – Erzählung

Der Schlangenanbeter auf dem Marktplatz in Theben, 1912. Tusche, Buntstifte, collagiertes Silberpapier,- Franz Marc Museum, Kochel a. See. Franz Marc Stiftung, Schenkung Stiftung Etta und Otto Stangl; © Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 2
Der Schlangenanbeter auf dem Marktplatz in Theben, 1912. Tusche, Buntstifte, collagiertes Silberpapier,- Franz Marc Museum, Kochel a. See. Franz Marc Stiftung, Schenkung Stiftung Etta und Otto Stangl; © Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 2

Es gibt keine Religion auf Erden, in der die Schlange nicht eine Rolle spielte. In der jüdischen Religion – und mit ihr sowohl in der christlichen wie der mohammedanischen – ist sie ein Bild des bösen Prinzipes, des Teufels. Sie reicht der Eva mit süßen Worten im Paradiese den gefährlichen Apfel, und nach Tausenden von Jahren erfüllte der Nazarener das Wort: er wird ihr den Kopf zertreten, aber sie wird ihn in die Ferse stechen. In der christlichen Kunst ist dann die Schlange ein sehr beliebtes Objekt geworden; allein die Bilder des ersten Sündenfalles zählen nach vielen Tausenden. Im Buddhismus gilt die Kobra als heilig und wird immer wieder mit Buddha abgebildet; meist ist die Szene gewählt, wo der Erleuchtete mit untergeschlagenen Beinen dasitzt, während die große Brillenschlange, um ihn vor der Sonne oder auch vor dem Regen – die Legende wird verschieden erzählt – mit ausgebreitetem Schirme zu schützen, sich hinter ihm hoch aufrichtet. Hat doch der Hindu von alters her die Nagas verehrt, die Schlangengötter, die zuerst Buddha nachstellten, dann aber von ihm bekehrt zu sehr eifrigen Anhängern werden. Eine Menge von afrikanischen Negervölkern erweist ebenso der Schlange göttliche Verehrung, dasselbe finden wir bei vielen Kanaken, Papuas, Melanesiern und Polynesiern. Der Vaudouxkult der christlichen Haitineger verehrt die Schlange, ›houdon badagri‹, als Johannes den Täufer; ihr – oder ihm – werden die Opfer des »ungehörnten Bockes«, d. h. die Kindesopfer, gebracht. Sehr stark ist die brahmanische Religion mit dem Schlangenkult durchsetzt, wie denn auch Indien das Stammland aller Schlangenbeschwörer und Schlangengaukler ist.Weiterlesen

An den Boxer in uns!


Du brauchst dich deiner Hiebe nicht zu schämen,

denn Geben ist bekanntlich seliger als Nehmen.

Was du nicht willst, das man dir tu,
das füg auch keinem andern zu.

Pariere klug und ziele gut
und lass die Rechte niemals wissen, was die Linke tut.

Bedenke stets bei jedem Start:
Mann, bleibe hart.

nach Erich Mühsam

 

 

Richard P. Feynman – Was soll das alles? Gedanken eines Physikers

Cover- Piper
Cover- Piper – Hardcover-Ausgabe

Beschreibung:
Von einem großen Wissenschaftler kann man immer etwas lernen – und erst recht, wenn es sich dabei um den legendären Physiker und Nobelpreisträger Richard P. Feynman handelt. 1963 hielt er in Seattle drei Vorlesungen für ein allgemeines Publikum, in denen er sich Themen widmete, die alle Menschen etwas angehen. Diese Vorlesungen laden dazu ein, zusammen mit Feynman zu reflektieren und seine Denkanstöße aufzunehmen. Er wirbt um Verständnis dafür, daß wir nicht alles wissen werden, was wir wissen wollen, und diskutiert, wie Religion und Wissenschaft vereinbar sind. Außerdem hinterfragt er die beunruhigende Zunahme pseudowissenschaftlicher Ansätze und Dogmen in unserer Zeit und denkt über das gängige Misstrauen gegenüber Politikern nach. Das kluge Buch eines genialen Denkers.  

Über das Buch:
Feynmans Erkennungszeichen sind für viele eben nicht Kreide und Rechenschieber, sondern seine Bongotrommeln. Wahrscheinlich hat dieser Hauch des Unkonventionellen den Piper Verlag dazu bewogen, mit Was soll das alles? den Wortlaut dreier Vorträge, die Feynman im Jahre 1963 bestritten hat, nun auch in Deutsch zu veröffentlichen. Ich bin nicht sicher, ob man dem Vorzeigephysiker damit einen Gefallen getan hat.

Die Themen, um die Feynman seine Gedanken kreisen lässt, wecken Neugierde: das Verhältnis von Physik und Religion, Ufos, die Wissenschaftsfeindlichkeit der Menschen & die Esoterik.
In seinem ersten Vortrag bleibt Feynman auch dicht an seinem Thema (Was ist Wissenschaft, und wie wirkt sie sich auf den Alltag aus), hier macht er auf mitreißende Weise greifbar, was Forscher in ihre Laboratorien treibt. Dieses Niveau kann Feynman aber leider nicht halten. Im zweiten Kapitel wirbeln seine Ideen zunächst mit gewohnter Brillianz um den Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft, bevor er beim Stichwort Ethik abschweift und leider allzu diffus wird: Er spricht lange über Moral und den Glauben, um dann festzustellen, dass sich ein Physiker hier mit einem Urteil zurückhält — und sich besser nur über Fragestellungen streitet, die man experimentell klären kann. Schade, dass hier nicht mehr herumkommt. Über die nachfolgende Kommunistenschelte sieht man gerne hinweg… immerhin war damals „kalter Krieg“.
Der dritte Vortrag ist ein Potpourri von Ansichten zu diversen Themen: etwa Kritik an der NASA, Überlegungen zum Ursprung von Ideen, zu Risiken der Atomkraft, zum Humbug Psychoanalyse — leider oft nur angedacht und nicht zu Ende geführt. Vielleicht ist ja keine schlechte Idee, dies dem Leser zu überlassen – ein Anstoß quasi…
Lohnt sich das Lesen nun?
Was soll das alles? lässt sich mit Gewinn lesen, es sind immer noch viele wertvolle Denkanstöße darin. Letztlich aber machte sich Feynman hier zu Dingen Gedanken, von denen er wenig versteht. Was man aber von diesem sympathischen Ausnahmeforscher auf jeden Fall lernen kann, ist, „ich weiß es nicht“ zu sagen, wenn man sich mit einem Punkt nicht auskennt — vielleicht macht das manche seiner Ausführungen so unbestimmt. Also: Wer ergänzend mehr über Feynmans Gedankenwelt erfahren möchte, ist mit diesem Buch gut beraten, wer ihn aber erst kennen lernen will, sollte besser zu anderen Büchern des Autors greifen.

Der Autor:
Richard P. Feynman, geboren 1918 in New York, gestorben 1988 in Los Angeles, Studium der Physik am Massachusetts Institute of Technology, ab 1942 Mitarbeiter am ManhattanProjekt in Los Alamos, 1945 bis 1950 Professor für Theoretische Physik an der Cornell University/Ithaca, seit 1950 am California Institute of Technology in Pasadena. 1965 Nobelpreis für Physik.


Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 5., Aufl. (1. Mai 2001)
ISBN-10: 3492233163
ISBN-13: 978-3492233163
Originaltitel: The Meaning of it all

 

Cat’s Couch: Wie ein angezogener Exot am FKK-Strand

Cat KolCarolin Kebekus hat einmal gesagt: „Mittlerweile kenne ich die Brüste von Micaela Schäfer besser als meine eigenen.“ Recht hat sie, finde ich, wenn ich mich nach Feierabend durch das Internet und durch Facebook klicke und mir mehr nackte Haut begegnet, als ich sie je am Strand sehen würde. Auch bemerkenswert: Es sind immer noch meist die Frauen, die sich ausziehen.

Es erscheint mir in etwa so sinnfrei wie „Panzer für den Frieden“ – der Trend, dass wirklich jede Frau, egal welchen Alters, welcher Ethnizität und welchen Körperbaus, derzeit der Meinung ist, nackte oder halbnackte Bilder ins Internet zu stellen. Als Kunst wohlgemerkt – oder als Zeichen gegen ein aalglattes Körperbild, das gefühlte 95 Prozent aller Frauen weltweit schlecht dastehen lässt und Selbstzweifel fördert. Einmal ganz schonungslos und offen gesagt: Ich habe ja eher selbst Zweifel daran, ob ein solcher Overload an nackten „Weibsbildern“ wirklich das Problem des Schönheits- und Perfektionsterrors in den Medien lösen kann. Oder ob die bunt bebilderte Aussage „Wir sind alle schön“ nicht noch mehr der Gleichung Frau + Körperlichkeit + Schönheit = Anschauungsobjekt Vorschub leistet.Weiterlesen

Franz Blei – Männer und Masken – Bildnis eines Boxers

Franz Blei (1871 - 1942), österreichischer Schriftsteller, Essayist, Kritiker, Herausgeber der Zeitschrift "Hyperion"und Übersetzer.Er  emigrierte 1933 in die USA
Franz Blei (1871 – 1942), österreichischer Schriftsteller, Essayist, Kritiker, Herausgeber der Zeitschrift „Hyperion“und Übersetzer.Er emigrierte 1933 in die USA

Bildnis eines Boxers

Mit dem Namen, den er heute als seinen dritten oder vierten trägt, steht er nicht im Taufregister seiner Pfarrgemeinde als das zweite Kind irgendeiner geborenen Soundso, verehelichten Krause oder Huber. Wie er gerufen wird, das ist wichtiger, als wie er heißt. Die Behörde, die ihm einen Paß ausstellt, sie fühlt den Embryonamen staatlicher Polizei und bürgerlicher Reputation so nebensächlich, daß sie das »genannt« vor den anderen drei Benennungen des Helden zweimal unterstreicht. Man ist nah am Mythischen, wo der namenlose Gott mit vielen Namen angerufen wird.Weiterlesen

Kurt Tucholsky – Der Mensch

Tucholsky in Paris 1928 - Fotorechte bei Sonja Thomassen
Tucholsky in Paris 1928 – Fotorechte bei Sonja Thomassen

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion. 
Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat eine unsterbliche Seele, sowie auch ein Vaterland, damit er nicht zu übermütig wird.
Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle.Weiterlesen

„Schreiben ist für mich meist eine Art von Selbstgespräch“ – Nur Meinereiner

Der Autor "Nur Meinereiner" - Foto: Privat
Der Autor „Nur Meinereiner“ – Foto: Privat

Im Interview mit dem Autor, der unter Nur Meinereiner die Essay-Sammlung Nur Meinereiner’s Gedanken herausgebracht hat, verriet er, woher er die Inspiration seine Momentaufnahmen zieht, welche Philosophie hinter seinem Buch steckt und wie er seine Leser zum Nachdenken bringen möchte. Zur Leseprobe.

Dein Pseudonym „Nur Meinereiner“ ist zugegebenermaßen etwas ungewöhnlich, wenn man es zum ersten Mal hört. Aus welchem Grund hast du es gewählt?
Meinereiner ist ein wunderbarer altösterreichischer Ausdruck aus der K&K-Zeit und bedeutet „für einen selbst“. Er kam zum Beispiel im Film „Hallo Dienstmann“ mit Hans Moser vor und er gefiel mir sofort. Das „Nur“ davor sollte dies auch noch betonen.

Wann hast du angefangen zu schreiben und gab es einen bestimmten Auslöser dafür?
So genau kann ich das eigentlich nicht konkretisieren. Ich habe schon immer Essays für mich selbst geschrieben, um Schicksalsschläge zu verarbeiten. Einer sehr lieben Freundin und bekannten Schauspielerin gab ich diese Essays zu lesen und bat sie um ihre Meinung. Anscheinend sehr beeindruckt, riet sie mir zu publizieren. Zunächst natürlich nur im kleinen Rahmen. 

Nur Meinereiner - Essays- Moonhouse-Verlag Foto: Privat
Nur Meinereiner – Essays- Moonhouse-Verlag
Foto: Privat

Erzähle mir ein wenig von deiner neuen Buchpublikation, die es nun als e-Book und Druckversion zu kaufen gibt.
Na ja, im Grunde ist es ein Auszug meiner Gedankenwelt. Es geht um Empfindungen, um Augenblicke und das Leben.

Es ist beabsichtigt, auf originelle Weise und in einfacher Sprache die wesentlichen Aspekte des Lebens darzulegen. Denkanstöße zu liefern. Es gefällt mir, ein Bild zu liefern, ob im einzelnen richtig oder falsch, zuträglich oder verwirrend, klar oder konfliktgeladen, einfach welch Wesen wir sind. Weshalb es auch in Frage gestellt werden kann oder auch soll.

Jeder Mensch hat Hobbys – welche sind deine? Neben dem Schreiben, natürlich.
Als ehemaliger Skirennläufer natürlich das Skifahren. Aber auch an der europäischen Geschichte samt seiner Architektur bin ich sehr interessiert. Eigentlich ist es die Baukunst, die Arbeitsweise sowie die Handwerkskunst, die mich fasziniert und die ich gerne hinterfrage.

Hattest du schon eine bestimmte Zielgruppe im Kopf, als du geschrieben hast, und welche sollte das sein?
Nein, ehrlich gesagt nicht. Denn Schreiben ist für mich meist eine Art von Selbstgespräch, von der ich mir erhoffe, dass sie jemand belauschen mag. Und wenn ich gelesen werde, dann bin ich nicht mehr allein.

Wenn du dein Buch in drei Sätzen beschreiben müsstest, wie würde das klingen?
Ich möchte es mit drei Wörtern beschreiben: Herz, Hirn und Bauch.

Hast du weitere Ideen und Pläne als Autor in naher Zukunft?
Derzeit ist es so, dass ich an zwei Romanen gleichzeitig arbeite. Unterschiedliche Thematiken, an denen ich abwechselnd schreibe. Das ist sehr spannend für mich.

Außerdem halte ich kabarettistische Lesungen, oftmals verbunden mit Vernissagen. Das ist für mich sozusagen ein Ausgleich für meine Gedankenwelt. Übrigens ein neues Programm ist in Arbeit.

Self-Publishing, Verlag oder Agentur – immer eine schwere Entscheidung für einen Autoren. Warum hast du dich letztendlich für einen und deinen Verlag entschieden?
Es kam so, dass der Verlag auf mich zukam und darüber war ich sehr froh. So konnte ich mich schon auf die nächsten Projekte vorbereiten und dafür recherchieren. Außerdem waren die Leseabende sehr zahlreich im letzten Jahr. So kam es erst gar nicht zu einer Entscheidung.

Welche Ideale und Prinzipien sind dir im Leben am wichtigsten und warum?
Ideale sind Wahrheiten. Und an den Wahrheiten bin ich versucht, ihnen näher zu kommen.

Schritt für Schritt, und eines Tages, so hoffe ich, bin ich dann dort, um aus meinem Ich jedes Du sein zu können. Dies ist für mich erachtenswert.

Nur Meinereiner als Leser – welche sind deine Lieblingsbücher und Autoren, die dich eventuell sogar für dein eigenes Werk inspirieren?
Als Leser primär natürlich das eigene Geschriebene. Da geht es um meine Seelenflügel, die ich redigieren und lektorieren muss, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich sie freigebe.

Das Leben an sich inspiriert mich so. Das sind Begebenheiten, Augenblicke und zwischenmenschliche Situationen und Menschen.
Und wenn noch Zeit bleibt, Fachliteratur, abhängig von den jeweiligen momentanen Interessen, wo ich Antworten suche.

Welche Vermarktungsstrategien nimmst du selbst in die Hand (z.B. Lesungen, soziale Medien, Flyer …) ?
Vermarktungsstrategien, die ich selbst in die Hand nehme und in meinem Einfluss stehen, sind die Lesungen, die ich abhalte, die Mundpropaganda und das soziale Netzwerk. 

Zuletzt: Wenn du selbst eine Buchfigur sein könntest, welche wäre das?
Bei einem der gerade in Arbeit befindlichen Romane, bin ich selbst eine Figur darin. Mehr sei da nicht verraten. Ansonsten, gebe es da eine Reihe von Figuren in denen die Identifikation in Moralität und Loyalität stimmig ist.

Interview: Katherina Ibeling

Weitere Informationen zu „Nur Meinereiner’s Gedanken“ unter: HYPERLINK  .

Lyrik | Christoph Martin Wieland | Wer jetzt im Dunkeln tappt

Wer jetzt im Dunkeln tappt, wird dann im
Lichtmeer schwimmen,
Und jeder Misston rein zum Klang der Spähren
stimmen…
Die ganze Schöpfung wird von ewigem Danke
erschallen,
Und, Du Unendlicher, wirst Alles sein in Allem.

Christoph Martin Wieland  | (Aus: Die Natur der Dinge)

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Christoph Martin Wieland

Christoph Martin Wieland (* 1733 in Oberholzheim bei Biberach an der Riß; † 1813 in Weimar, Sachsen-Weimar-Eisenach) war ein deutscher Dichter, Übersetzer und Herausgeber zur Zeit der Aufklärung.

Wieland war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung im deutschen Sprachgebiet und der Älteste des klassischen Viergestirns von Weimar, zu dem er neben Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller gezählt wurde.(Quelle: wikipedia.de)