Kategorie: Ein Blick ins Buch – Rezensionen

Rezensionen

Kurt Tucholsky – Der Mensch

Tucholsky in Paris 1928 - Fotorechte bei Sonja Thomassen
Tucholsky in Paris 1928 – Fotorechte bei Sonja Thomassen

Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion. 
Der Mensch ist ein Wirbeltier und hat eine unsterbliche Seele, sowie auch ein Vaterland, damit er nicht zu übermütig wird.
Der Mensch wird auf natürlichem Wege hergestellt, doch empfindet er dies als unnatürlich und spricht nicht gern davon. Er wird gemacht, hingegen nicht gefragt, ob er auch gemacht werden wolle.Weiterlesen

„Schreiben ist für mich meist eine Art von Selbstgespräch“ – Nur Meinereiner

Der Autor "Nur Meinereiner" - Foto: Privat
Der Autor „Nur Meinereiner“ – Foto: Privat

Im Interview mit dem Autor, der unter Nur Meinereiner die Essay-Sammlung Nur Meinereiner’s Gedanken herausgebracht hat, verriet er, woher er die Inspiration seine Momentaufnahmen zieht, welche Philosophie hinter seinem Buch steckt und wie er seine Leser zum Nachdenken bringen möchte. Zur Leseprobe.

Dein Pseudonym „Nur Meinereiner“ ist zugegebenermaßen etwas ungewöhnlich, wenn man es zum ersten Mal hört. Aus welchem Grund hast du es gewählt?
Meinereiner ist ein wunderbarer altösterreichischer Ausdruck aus der K&K-Zeit und bedeutet „für einen selbst“. Er kam zum Beispiel im Film „Hallo Dienstmann“ mit Hans Moser vor und er gefiel mir sofort. Das „Nur“ davor sollte dies auch noch betonen.

Wann hast du angefangen zu schreiben und gab es einen bestimmten Auslöser dafür?
So genau kann ich das eigentlich nicht konkretisieren. Ich habe schon immer Essays für mich selbst geschrieben, um Schicksalsschläge zu verarbeiten. Einer sehr lieben Freundin und bekannten Schauspielerin gab ich diese Essays zu lesen und bat sie um ihre Meinung. Anscheinend sehr beeindruckt, riet sie mir zu publizieren. Zunächst natürlich nur im kleinen Rahmen. 

Nur Meinereiner - Essays- Moonhouse-Verlag Foto: Privat
Nur Meinereiner – Essays- Moonhouse-Verlag
Foto: Privat

Erzähle mir ein wenig von deiner neuen Buchpublikation, die es nun als e-Book und Druckversion zu kaufen gibt.
Na ja, im Grunde ist es ein Auszug meiner Gedankenwelt. Es geht um Empfindungen, um Augenblicke und das Leben.

Es ist beabsichtigt, auf originelle Weise und in einfacher Sprache die wesentlichen Aspekte des Lebens darzulegen. Denkanstöße zu liefern. Es gefällt mir, ein Bild zu liefern, ob im einzelnen richtig oder falsch, zuträglich oder verwirrend, klar oder konfliktgeladen, einfach welch Wesen wir sind. Weshalb es auch in Frage gestellt werden kann oder auch soll.

Jeder Mensch hat Hobbys – welche sind deine? Neben dem Schreiben, natürlich.
Als ehemaliger Skirennläufer natürlich das Skifahren. Aber auch an der europäischen Geschichte samt seiner Architektur bin ich sehr interessiert. Eigentlich ist es die Baukunst, die Arbeitsweise sowie die Handwerkskunst, die mich fasziniert und die ich gerne hinterfrage.

Hattest du schon eine bestimmte Zielgruppe im Kopf, als du geschrieben hast, und welche sollte das sein?
Nein, ehrlich gesagt nicht. Denn Schreiben ist für mich meist eine Art von Selbstgespräch, von der ich mir erhoffe, dass sie jemand belauschen mag. Und wenn ich gelesen werde, dann bin ich nicht mehr allein.

Wenn du dein Buch in drei Sätzen beschreiben müsstest, wie würde das klingen?
Ich möchte es mit drei Wörtern beschreiben: Herz, Hirn und Bauch.

Hast du weitere Ideen und Pläne als Autor in naher Zukunft?
Derzeit ist es so, dass ich an zwei Romanen gleichzeitig arbeite. Unterschiedliche Thematiken, an denen ich abwechselnd schreibe. Das ist sehr spannend für mich.

Außerdem halte ich kabarettistische Lesungen, oftmals verbunden mit Vernissagen. Das ist für mich sozusagen ein Ausgleich für meine Gedankenwelt. Übrigens ein neues Programm ist in Arbeit.

Self-Publishing, Verlag oder Agentur – immer eine schwere Entscheidung für einen Autoren. Warum hast du dich letztendlich für einen und deinen Verlag entschieden?
Es kam so, dass der Verlag auf mich zukam und darüber war ich sehr froh. So konnte ich mich schon auf die nächsten Projekte vorbereiten und dafür recherchieren. Außerdem waren die Leseabende sehr zahlreich im letzten Jahr. So kam es erst gar nicht zu einer Entscheidung.

Welche Ideale und Prinzipien sind dir im Leben am wichtigsten und warum?
Ideale sind Wahrheiten. Und an den Wahrheiten bin ich versucht, ihnen näher zu kommen.

Schritt für Schritt, und eines Tages, so hoffe ich, bin ich dann dort, um aus meinem Ich jedes Du sein zu können. Dies ist für mich erachtenswert.

Nur Meinereiner als Leser – welche sind deine Lieblingsbücher und Autoren, die dich eventuell sogar für dein eigenes Werk inspirieren?
Als Leser primär natürlich das eigene Geschriebene. Da geht es um meine Seelenflügel, die ich redigieren und lektorieren muss, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich sie freigebe.

Das Leben an sich inspiriert mich so. Das sind Begebenheiten, Augenblicke und zwischenmenschliche Situationen und Menschen.
Und wenn noch Zeit bleibt, Fachliteratur, abhängig von den jeweiligen momentanen Interessen, wo ich Antworten suche.

Welche Vermarktungsstrategien nimmst du selbst in die Hand (z.B. Lesungen, soziale Medien, Flyer …) ?
Vermarktungsstrategien, die ich selbst in die Hand nehme und in meinem Einfluss stehen, sind die Lesungen, die ich abhalte, die Mundpropaganda und das soziale Netzwerk. 

Zuletzt: Wenn du selbst eine Buchfigur sein könntest, welche wäre das?
Bei einem der gerade in Arbeit befindlichen Romane, bin ich selbst eine Figur darin. Mehr sei da nicht verraten. Ansonsten, gebe es da eine Reihe von Figuren in denen die Identifikation in Moralität und Loyalität stimmig ist.

Interview: Katherina Ibeling

Weitere Informationen zu „Nur Meinereiner’s Gedanken“ unter: HYPERLINK  .

Luna Hotel – jellyfish kiss – Wie Musik und Comic zusammenpassen

jellfish kiss - luna hotel Illustration: Andrea Caprez
jellfish kiss – luna hotel
Illustration: Andrea Caprez

Während die einen Geschichten mit  Pinseln und Buchstaben erzählen, setzen die anderen Bassgitarre und Akkordeon ein.
Die Schweizer Band jellyfish kiss (1989 – 99) hat 1993 ein MusikAlbum mit dem Titel Luna Hotel veröffentlicht.

Über das Album:
Mit Luna Hotel (1994), ihrem zweiten Album,  entwickelte sich die Gruppe hin zu Volksmusik und östlichen Melodien. Diese sind  durchsetzt mit Anklängen von Klezmer-Musik.
Produziert wurde das Album von Max Lässer, der zudem Dobro und Slide-Gitarre spielte.

Außerdem wurde damals ein Comic-Band zur CD veröffentlicht. Die Zeichnungen wurden von Andrea Caprez (auch Sängerin der Band) angefertigt; die Texte lieferte Christoph Schuler.
Zu jedem einzelnen Moritat wurden Illustrationen angefertigt. Rund ums das Hotel Luna wurden Geschichten erzählt: mal geht es um Adrian, einen enttäuschten Witwer, der jeden Abend im skurrilen Kostüm in halbleeren Sälen auf der Bühne stand. Oder um Georg, den Kellner des Hotels, ein ängstlicher Fremdenhasser. Das frustrierte Ehepaar Jane und Joe Limbrowski, die Figuren Susanne und Betty liefern wunderbaren Stoff für miteinander verwandte Musik- und Comic-Episoden.
Die Musik ist feinfühlig und geben die jeweiligen Stimmungen sehr gut wider.

ellfish kiss - luna hotel Illustration: Andrea Caprez
ellfish kiss – luna hotel
Illustration: Andrea Caprez

Der dazu gehörende Comic-Band ist in der Edition Moderne erschienen und ist auch ohne die Musik eine Augenweide.

Über die Band:
Die zürcherisch-bündnerische Gruppe Jellyfish Kiss wurde 1989 von Andrea Caprez (Gesang, Gitarre), Gaudenz Jehli (Akkordeon), Anna-Maria Meier (Bass) und Olivier Monney (Schlagzeug) gegründet. Sie exitierte bis 1999. Für die Texte zeigte sich Christoph Schuler verantwortlich (u.a. Mitherausgeber de Schweizer Comic-Magazins Strapazin und für seine „Retuschen“ im Magazin bekannt).
Einen ersten Radiohit hatte die Gruppe 1989 mit „Micky Mosquito“. Neben endlosen Tingeleleien durch verrauchte Kellerbars und schummrige Kneipen folgten diverse Singles, die von Presse und Publikum mit großem Interesse aufgenommen wurden.“ jellyfish kiss“ reisten damals mit der Bahn an ihre Konzerte, da keiner der Beteiligten über einen Autoführerschein verfügte. Andrea Caprez‘ Stimme wurde schon bald mit der von Bob Dylan oder Mink de Ville verglichen.
Recht amüsant ist der Schweizer Dialekt mit dem die englischen Texte vorgetragen werden.

jellyfish kiss - luna hotel cd-back
jellyfish kiss – luna hotel cd-back

 

 Youtube hält 8 Videos der Band bereit.

Lyrik | Christoph Martin Wieland | Wer jetzt im Dunkeln tappt

Wer jetzt im Dunkeln tappt, wird dann im
Lichtmeer schwimmen,
Und jeder Misston rein zum Klang der Spähren
stimmen…
Die ganze Schöpfung wird von ewigem Danke
erschallen,
Und, Du Unendlicher, wirst Alles sein in Allem.

Christoph Martin Wieland  | (Aus: Die Natur der Dinge)

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Christoph Martin Wieland

Christoph Martin Wieland (* 1733 in Oberholzheim bei Biberach an der Riß; † 1813 in Weimar, Sachsen-Weimar-Eisenach) war ein deutscher Dichter, Übersetzer und Herausgeber zur Zeit der Aufklärung.

Wieland war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung im deutschen Sprachgebiet und der Älteste des klassischen Viergestirns von Weimar, zu dem er neben Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller gezählt wurde.(Quelle: wikipedia.de)

Die Kultur der Reparatur – Wolfgang M. Heckl – Rezension von Bettina Schnerr

Cover: Die Kultur der Reparatur - Wolfgang M. HecklKurzbeschreibung
Kaum ist die Garantie abgelaufen, gehen unsere Geräte kaputt. Das Display des mp3-Players spinnt, der Laptop überhitzt und schaltet ab. Doch wir können der Wegwerfgesellschaft entkommen: Indem wir wieder reparieren lernen. Das schont nicht nur die Ressourcen des Planeten, es macht auch Spaß! Überall in Deutschland gibt es Repair-Cafés, in denen Menschen gemeinsan an alten Plattenspielern schrauben und aus Secondhandklamotten Designermode machen. Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums in München, setzt sich an die Spitze der Do-it-Yourself-Bewegung. Er lehrt uns die Dinge um uns herum wieder wertzuschätzen – und zeigt uns den Weg zu mehr Autonomie von der Industrie.

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Rocko Schamoni • Fünf Löcher im Himmel • Piper Verlag

Rocko Schamoni - Fünf Löcher im Himmel - Piper Verlag
Rocko Schamoni – Fünf Löcher im Himmel – Piper Verlag

Als Paul sich damals gleichzeitig in Katharina Himmelfahrt und seine Lehrerin Frau Zucker verliebte, schien alles in die richtige Richtung zu gehen. Jetzt sitzt er in einem Datsun 240Z, auf der Flucht von einem Ausbruch, und fragt sich, wie das alles kommen konnte.
Alles fängt damit an, dass für Paul Zech das Leben aufhört. Nach einer ordentlichen Pechsträhne landet seine bürgerliche Existenz auf dem Müll, und Paul zieht los in die norddeutsche Tiefebene. Im Gepäck hat er nur sein altes Tagebuch. Während er den melancholischen Kneipier „Pocke“ kennenlernt und von ihm einen alten Sportwagen geliehen bekommt, liest Paul im Tagebuch von seiner großen Liebe Katharina Himmelfahrt. Sie war das Mädchen, in das er sich bei den Proben des Schultheaters zu den „Leiden des jungen Werther“ verliebte.
Doch mit einer dramatischen Eifersuchtsgeschichte unter den Akteuren bricht das Tagebuch ab. Nach einer Spritztour durch Dänemark kehrt Paul nach Norddeutschland zurück; meldet sich bei Katharina, um Licht ins Dunkel seiner frühen Jahre zu bringen.

Rocko Schamoni ist in Schleswig Holstein zur Welt gekommen, arbeitet für Theater, Film und Fernsehen. Er tourt regelmäßig durch die Republik und hat eine eingeschworene Fangemeinde als Musiker, Autor, Humorist und Schauspieler. Die Termine zur seiner „Fünf Löcher im Himmel“- Lesetour finden Sie auf seiner Website.

Tokyo Vice – Jake Adelstein – Rezension von Bettina Schnerr

Tokyo Vice, Cover, Riva Verlag

Kurzbeschreibung

Jake Adelstein ist der einzige westliche Journalist, der jemals als Polizeireporter in Japan arbeiten durfte. Er berichtete viele Jahre über die dunkle Seite Japans, wo Erpressung, Mord, Menschenhandel und Korruption ebenso häufig vorkommen wie Ramen-Nudeln und Sake. Doch als er seinen letzten Knüller landen wollte, stand er Japans berüchtigtstem Yakuza-Boss plötzlich persönlich gegenüber. Da ihm und seiner Familie der Tod drohte, gab er auf … vorübergehend. Dann schlug er zurück. In seinem Buch erzählt Adelstein, wie aus einem unerfahrenen Jungreporter (dessen Wing-Chun-Kampf mit einem älteren Kollegen nicht sein einziger Anfängerfehler war) ein wagemutiger Enthüllungsjournalist wurde, auf den die Yakuza ein Kopfgeld aussetzte. Mit seinen lebendigen, emotionalen Geschichten aus der Welt der modernen Yakuza, von der selbst Japaner wenig wissen, ist Tokyo Vice von der ersten bis zur letzten Zeile ein ebenso faszinierendes wie informatives Buch und ein einzigartiger, aufschlussreicher Bericht aus erster Hand über die Schattenseiten der japanischen Kultur.Weiterlesen

Ann-Charlott Settgast • Stanislaw Lem • Mahmud Teimur • Branko Copics • Kurze EinBlicke ins Buch

settgastAnn-Charlott Settgast hat in „Weisheit – Narrheit – Gold“, ihrem großartigen Roman um Johannes Kepler und seine Zeit,  das Leben des großen Astronauten nachgezeichnet. In plastischer, holzschnittartiger Darstellung fängt sie das Zeitalter Keplers ein, in dem wissenschaftliche Erkenntnis mit finsterem Aberglauben kämpfte. Sie vermeidet dabei naheliegende Anspielungen auf die Gegenwart und überlässt es dem reflektierten Leser Vergleiche und Parallelen zu ziehen. Ann-Charlott Settgast umgeht die im historischen Roman drohende Gefahr, ihren Helden als Ritter ohne Fehl und Tadel vorzuführen. Kepler bleibt trotz seiner Größe ein Mensch mit Schwächen und Leidenschaften. So entstand ein lesenwerter und lehrreicher Roman.trennlinie640

Sterntagebücher_LemStanislaw Lem, ein bei uns als Verfasser utopischer Romane bekannt gewordener polnischer Autor, hat eine heitere Kapriole verfasst, in der die wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten von damals (1966) grotesk übersteigert werden, um Allzumenschliches zu glossieren. Wie jede gute Satire haben auch Lem`s „Sterntagebücher“ einen realistischen Gehalt. Man liest das Büchlein zwischen Schmunzeln und Gelächter und legt es doch nachdenklich aus der Hand.trennlinie640

Der_gute_ScheichMahmud Teimur – der gute Scheich. Der Autor ist ein Repräsentant des zeitgenössischen  ägyptischen Romans. Der vorliegende (inzwischen antiquarisch fast selten erhältliche) Band bringt eine Reihe von fesselnden Kurzgeschichten aus der Kultur Ägyptens, die uns besonders wegen der darin skizzierten Frauengestalten interessiert. Teimur ist ein großer Schriftsteller, der mit seinem Werk das Gewissen der Zeit wecken hilft. Ohne Befreiung der Frau von den Fesseln einer traditionellen, in der Religion und den sozialen Verhältnissen wurzelnden „Sklaverei“ wird Ägypten seinen Weg, den es mit dem Kampf gegen den Kolonialismus begann, nie vollenden können.trennlinie640

Branke CopicsBranko Copics „Die ungewöhnlichen Abenteuer des Nikola Bursac“ ist eine kleine literarische Kostbarkeit aus dem ehemaligen Jugoslawien. Es geht um den Partisanenkommandeur Nikola, einen bosnischen Bauern. Man könnte ihn mit dem unsterblichen Schwejk vergleichen. Allerdings ist Nikola gewissermaßen ein positiver Schwejk, ein Mann des Volkes, der Mutterwitz und gesunden Menschenverstand nicht mehr wie sein Urbild gegen die feindliche Staatsmaschinerie einsetzen muss. Wer das Buch verschenken möchte, sollte es sich doppelt kaufen, damit er eines behalten kann, denn es ist toll.

Das Mondtal – Meine Geschichte zum Buch von Jack London

Jack_London_Mondtal1976 – wir wohnten damals in einer westfälischen Kleinstadt gewohnt. Im Nirgendwo zwischen Dortmund und Paderborn. Meine Eltern hatte eine Bekannte, die uns hin und wieder besuchte. Ihren Nachnamen werde ich wohl nie vergessen; ein Gesicht dazu habe ich nicht mehr. Sie hieß DelNardo.  An diesem Abend brachte sie zwei Geschenke mit: einen frisch geschossenen Fasan und ein Buch für mich: Das Mondtal von Jack London. Bis dahin kannte ich vornehmlich Bücher von Enid Blyton und vom „Autorenkollektiv“ Die Drei Fragezeichen und natürlich Walt Disney.  Weiterlesen

Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!!! – Jón Gnarr – Rezension von Bettina Schnerr

Cover: Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!!! - Jón Gnarr

Kurzbeschreibung

Jón Gnarr: Künstler, Komiker, Anarchist – und Bürgermeister einer europäischen Hauptstadt. In seiner unterhaltsamen Streitschrift beschreibt er seinen Weg vom selbsternannten Anarcho und Gründer einer Spaßpartei in die Niederungen des kommunalpolitischen Alltags. Hören Sie gut zu und schärfen Sie ihr politisches Bewusstsein!
Ein Satz im Deutschunterricht hat sich Jón Gnarr besonders eingeprägt: »Hören Sie gut zu und wiederholen Sie!« Zuhören ist eine Kunst, auch wenn sie in der Politik oft nicht sehr ausgeprägt ist. Gnarr lehrt sie uns und sich. Was als künstlerisches Projekt begann, die Gründung der »Besten Partei«, entwickelte sich für den Allround-Künstler spätestens nach seiner Wahl zum Bürgermeister von Reykjavík zur Lebensaufgabe: Wie kann man in einer Gesellschaft etwas verändern, ohne sich selbst zu verändern? Mit bewundernswerter Offenheit beschreibt Jón Gnarr seinen Werdegang, seine Visionen – und die Fehler, die er bislang gemacht hat.Weiterlesen

Patricia Melo – Leichendieb – Rezension von Bettina Schnerr-Laube

Cover: Der Leichendieb - Patricia Melo

Kurzbeschreibung

Ein Päckchen Kokain liegt neben der Leiche eines jungen Mannes. Der Finder beschließt, es zu verkaufen, und verstrickt sich damit in eine Welt aus Betrug und Erpressung. Um zu überleben, muss er bald schon eine Menge Geld auftreiben. Mit einem perfiden Plan macht er sich an die schwerreichen Eltern der Leiche heran. Patricia Melos „Leichendieb“ ist ein spannender Thriller, der den Leser die moralischen Bedenken eines Mannes nachempfinden lässt, dessen kriminelle Handlungen sich wie eine Lawine steigern. Patrícia Melo bietet nicht nur ein bestechend genaues Porträt der Rauschgift-Mafia in Lateinamerika, sondern auch den Beweis, dass es manchmal nur eines winzigen Auslösers bedarf, um das Leben eines Menschen aus der Bahn zu werfen: In jedem steckt der Keim für das Böse.Weiterlesen

Wer schlafende Hunde weckt – Christopher Brookmyre – Rezension von Bettina Schnerr

Cover: Wer schlafenden Hunde weckt - Christopher Brookmyre

Kurzbeschreibung

Glasgow, Mitte des letzten Jahrzehnts. Jasmine Sharp müsste eigentlich jubeln: Endlich hat sie einen Job. Ihr Onkel Jim, Privatdetektiv, Ex-Cop und ihr einziger Verwandter, hat es nett gemeint und sie zu seiner Assistentin gemacht. Aber besonders geschickt angestellt hat sie sich bisher nicht. Wenn man ehrlich ist, muss man sogar zugeben: Als Privatdetektivin ist sie eher lausig. Doch als Jim plötzlich spurlos verschwindet, muss Jasmine über sich hinauswachsen: Auf eigene Faust und geplagt von Selbstzweifeln beginnt sie zu ermitteln. Bei ihren Nachforschungen trifft sie auf Tron Ingrams, der ihr mit seiner brutalen und verschlossenen Art Angst macht und offensichtlich mehr weiß als er sagt. Schnell muss Jasmine feststellen, dass sie es mit Gegnern zu tun hat, die vor nichts zurückschrecken. Ohne es zu wissen, ist sie dem größten Korruptionsskandal auf der Spur, den Glasgow je erlebt hat. Und sie erkennt, dass sie und Ingrams mehr verbindet, als ihr lieb ist.Weiterlesen

The Serialist – David Gordon – Rezension von Bettina Schnerr

Cover: The Serialist - David Gordon
Kurzbeschreibung
Harry Bloch is a struggling writer who pumps out pulpy serial novels—from vampire books to detective stories—under various pseudonyms. But his life begins to imitate his fiction when he agrees to ghostwrite the memoir of Darian Clay, New York City’s infamous Photo Killer. Soon, three young women turn up dead, each one murdered in the Photo Killer’s gruesome signature style, and Harry must play detective in a real-life murder plot as he struggles to avoid becoming the killer’s next victim.Weiterlesen