Kategorie: Pauls Tagebuch

Berlin ist eine von Zugezogenen abgenutzte Stadt

Diesen Satz schrieb ich in mein Notizbuch; irgendwo hatte ich ihn aufgeschnappt.

Was ist überhaupt dem Prozess der Abnutzung ausgesetzt?
Abgenutzte Kleider? Autoreifen? – Soweit klar. Und sonst?
Abgenutzte Geschichten? Herzen? Seelen? 

Beim Herumstöbern zum Wort Abnutzung habe ich nachfolgendes bei Friedrich Maximilian Klinger in seinem Schauspiel Die neue Arria gefunden. Donna SOLINA sagt hier:

… Ich wollte einem abgenutzten, philosophischen Herzen mehr Vertrauen, Unternehmen und Stärke eingehaucht haben, als dir fieberhaften, eingebildeten Schwärmer. Ich seh’s Solina, es ist keiner für dich, du pflanzest es keinem ein. Alle Männer einem falschen Instrument gleich. Zieh Saiten auf, wie du willst, sie antworten dem angeschlagenen Ton nicht. Im Innern liegt’s. Schnarr! Schnarr! da fällt’s zusammen, was vor so harmonisch klang. Ha! der Junge spielte eine Komödie mit mir! Er hat den Plutarch im Fieber gelesen, nun glaubt er sich inspiriert. O du großer Mensch! Komm! leg die Maske ab! Verleugne dich nicht weiter! Wo ist der Julio, der mich sonst so gut verstund?

Friedrich Maximilian Klinger | Jugendfreund Goethes. | 1775 Kreidezeichnung von Goethe.

Friedrich Maximilian von Klinger (* 17. Februar 1752 in Frankfurt am Main; † 25. Februarjul./ 9. März 1831greg.in Dorpat, Estland), war ein deutscher Dichter und Dramatiker. Sein Drama Sturm und Drang wurde namensgebend für eine ganze literarische Strömung. | Die neue Arria (Ein Schauspiel) – Erstdruck: Berlin 1776 (August Mylius). Zitat aus: [3. Akt | 2. Szene]

****

Ein anderes Beispiel:

Manche Männer gehören der Liebe, manche waren der Soundtrack einer Romanze, und ja, sie alle werden dosiert, damit sie sich nicht abnutzen, gerade die süffigen. [AutorIn unbekannt]

Und dann wieder der Satz: Berlin ist eine von Zugezogenen abgenutzte Stadt. 
Wie mag diese Abnutzung ausgesehen haben?

Pauls Tagebuch | komplex einfach

lichtes, sonnenlicht
eis laufen
nie verlerntes
die postbotin, meine nase
aus der übung heraus: kopf abschalten
quer lesen, drüber lesen, lesen
die komplexität des einfachen
zähne, knirschend
märchenstunde
grün, sommersprossen
„ausgeprägte kulinarische zone“
xploding plastix: amateur girlfriends go proskirt agents
gedanken entrümpeln
licht

LICHT TON BEWEGUNG unserer Zeit

Tanzt die Zeit, tut sie es zu einer Musik, wie wenn ein Kran einen Stapel Wellblech von einem Lager aufs andere hinüber wirft. Der Rhythmus ihrer Ausgelassenheit ist knarrend, stampfend, kubistisch, wie farbig rieselnde Lichtreklamen, Glieder verrenkend, aufreibend Scham an Scham. Ein  sich Bauch an Bauch pressender, geiler, morbider Tanz.

Die Nüstern dieser Zeit stehen weit offen, als röchen sie amor & indifférence aus dem Flakon, den Schweiß, das saure Aufstoßen in den Bars, das  fatale prickelnde Odeur der sich rasch ausbreitenden absynthfarbigen Wolke. Mechanisch & polternd schiebt sich diese, unsere Zeit voran.

Die Basis zu diesem Tagebucheintrag bildet ein Text von Arthur Holitscher in seinem Narrenbaedeker.

Mir träumte letzte Nacht…

Mir träumte letzte Nacht, wir konnten fliegen.

Beim Erwachen verschafft sich der Gedanke Raum: Lebe Deinen (diesen) Traum.

Fest steht: Schön war er, der Traum.

Foto: Ryan McGuire

Und dann fällt mir das nachfolgende Gedicht von Christian Morgenstern ein – auch wenn es so gar nichts mit dem Traum zutun hat:

Der Vogel Strauß steckt, wie bekannt,
den Kopf gern in den Wüstensand.
Zumal, wenn ihm Freund Burrmann naht
mit seinem Knipsknaps-Apparat.
Doch Klaus, gewitzigt und gewandt,
erbaut sich unterm Wüstensand
ein Zimmer, ganz mit Glas gedeckt,
worin er sich voll List versteckt.
Auf dessen Decke türmt er drauf
aus Sand ein künstlich Berglein auf
und höhlt es innen aus, daß man
von unten her hineinschaun kann.
Gerannt kommt nun der Straußenvogel
und sieht von fern den Diener Mogel,
den er für Burrmann selber hält.
„Ha!“ denkt der Strauß, „du wirst geprellt!“
Und macht sich unsichtbar wie immer –
grad über Onkel Burrmanns Zimmer.
Doch eh er sich noch sagt: „Wie dumm!“ –
da blitzt schon das Magnesium.
Er sperrt nur noch den Schnabel weit …
da ist er auch schon konterfeit.
Klaus Burrmann und sein Diener Mogel,
sie haben nun den ganzen Vogel.
Den Kopf im Sande hat der eine,
der andere hat Hals, Rumpf und Beine.

 

Was zur Wahl steht oder auch nicht

Wie stolz waren wir auf unsere Individualität. Ein jeder fläzte sich in seine Ecke hinein und war eine Welt für sich, die nur von ihm selbst verstanden wurde, die eigensinnig ihre eigene Bahn ging, den Andern fern und jedenfalls anders als die Andern.

Eduard Graf von Keyserling, | Gemälde von Lovis Corinth | Neue Pinakothek, München | 1900

Wir schlossen uns voneinander ab. Was wusste der Handwerker von dem Akademiker, der Landwirt vom Beamten, der Künstler vom Bundeswehrsoldaten? Sie lebten alle auf ihrer eigenen Insel, von der nur schmale Brücken zu den Inseln der Andern führten. Dass wir eine Gemeinschaft waren, wussten wir, zuweilen war der eine oder der andere stolz darauf. Den Meisten jedoch war die Bundesrepublik Deutschland ein politischer Begriff oder lediglich Ordnungsmaschine für all die Individualinteressen der deutschen Allgemeinheit.

Und jetzt in diesem Augenblick, jetzt plötzlich denken viele von uns einen Gedanken, fühlen eine Leidenschaft, haben einen Willen. In dem differenziertesten wie in dem einfachsten Menschen erwacht etwas, das sie einander gleich macht, sie nah zueinander führt, mühelos verstehen sie einander, als hätten sie die gemeinsame Muttersprache vergessen und fänden sie nun wieder.
Wir fühlen uns als ein Volk. Und der Deutsche entdeckt, dass dieses Gefühl eine unwiderstehliche, mystische Kraft ist, etwas ganz Heißes und Lebendiges, etwas, das stark und einfach macht.

Dieses Gefühl, wie ein Wunder in großer Unruhe geboren, ist zwingend wie die Liebe, aber eine Liebe, die den Einzelnen über sich selbst erhebt, damit er sich Eins wisse mit seinem Mitmenschen. | Was zur Wahl steht oder Traum bleibt.

Gedanken, inspiriert durch Eduard Graf Keyserling

Geld ist auch nur bemaltes Papier

Der Satz, den der Liebhaber einer guten Freundin beiläufig aussprach, und bei dem ich natürlich an das Falsche dachte, als er sagte:

Geld ist auch nur eine Art Papier, wenn auch eine andere: Banknoten sind wie jenes Papier, auf das man male oder schreibe.

Diese Behauptung hätte mich gewiss nicht so lange irritiert, wenn ich gewusst hätte, dass der Mann Maler ist. Was mich zusätzlich irritiert: was soll ich daran jetzt ernst nehmen: die Beschreibung oder meine eigene Vorstellung von Geld?!

***

William Michael Harnett (1848 – 1892) war ein Irisch-Amerikanischer Maler. Bekannt wurde er für seine illusionistische Malerei von gewöhnlichen Objekten.

Wenn einen die Arbeitsgedanken loslassen

Wenn einen die Arbeitsgedanken loslassen; dieses Phänomen von Licht, Herzenswärme und Kraft. Tragendes Element wie die Luft für den Drachenflieger, das Wasser für den Schwimmer.
Ein abstrakter Zweifel, der Beweis und Logik verlangt, hindert mich zu glauben – selbst dies. Hindert mich, dies in Fachtermini zu einer Interpretation des Realen auszubauen. Doch mich treibt die Vision von einem seelischen Kraftfeld, geschaffen in einem ständigen Hier und Jetzt, in Wort und Taten Meditierenden, im unantastbaren Willen Lebenden.

Die Welt ist für uns unmessbar | das Leben unfassbar

Karl Blossfeldt -Zylinder
Karl Blossfeldt -Zylinder

Unübersehbar liegt die Unendlichkeit des Raumes und die Ewigkeit der Zeit vor unseren Sinnen. Aus nächtigem Dunkel taucht der Anfang und die Vorzeit, in nächtiges Dunkel verliert sich die Zukunft und das Ende. Aber die kurze, uns übersichtliche Strecke dazwischen teilt, misst und schätzt der Mensch genau nach Maßen, die er selbst geschaffen, aus dem Ungemessenen gerissen hat, nach Metern, Kilometern, Meilen, Erdbahnhalbmessern, Sternweiten; nach Sekunden, Stunden, Tagen, Jahren, Jahrhunderten, Jahrtausenden, Äonen, bis er den Atem verliert und zu messen aufhört, und die Unermesslichkeit beginnt.

Und genau so unübersehbar wie die Bahn zwischen woher und wohin liegt vor dem Menschen die zwischen warum und wozu. Das selbstgemachte Maß aber, womit er hier die seinen Maulwurfsaugen übersichtliche Strecke misst, das ist der Zweck! Bis er den Atem verliert, der Zweck! Er kann nicht anders, er muss messen und den Atem darüber verlieren. Und wie er vor dem Begriff der Unermesslichkeit und Unendlichkeit stehen bleibt, wenn seine Äonen und Sternweiten ausgegeben und verbraucht sind, so steht er am Ende auch hier vor dem schauerlichen Begriff des Unbezweckten und Zwecklosen, wenn er mit seinen Zwecken und Aberzwecken ausgemessen hat.

Die Welt ist eben für uns unmessbar und das Leben unfassbar. Sie zu messen und zu fassen geht der junge Mensch aus, und mit dieser Erkenntnis steigt der greise Denker ins Grab.

Karl Blossfeldt | Büschelkraut; aus: „Wundergarten der Natur“ (published 1932)

Und um sein Grab stehen Toren und fragen: wozu also die ganze Mühe dieses Lebens? Was der Zweck und wo das Ziel? Das tote Gehirn da drunten aber würde antworten: Menschenkinder, wozu die Frage nach Zweck und Ziel? Ich habe meine Arbeit getan und – damit genug! Ich ging aus gen Osten, und kehrte von Abend zurück; ich stieg senkrecht in die Höhe durch die Unendlichkeit und kam lotrecht von unten wieder herauf; ich warf mich in den Strom der Zeit und floss und floss mit ihm, seine Mündung ins Meer zu ergründen, und kam nach einer kleinen Ewigkeit wieder zur Uferstelle geflossen, von der ich hinein gesprungen; und scharfsinnig und unerbittlich wahrhaftig klomm ich am Faden der Logik dem verborgenen Zweck, dem unbekannten Ziel nach, und wie es vor meinen Augen hell wurde, stand ich wieder vor der Türe des Labyrinthes, durch die ich eingetreten war, und konnte des Fadens Ende an den Anfang knüpfen. Von jedem Ding wusste ich den Zweck und von jedem Schritt das Ziel – aber das Ganze war ohne Zweck und ohne Ziel: wenn ich’s mit meinen Sinnen und meinem Verstande messen wollte. Lasst mich nun von der Wanderung ausschlafen – vielleicht kommt mir’s im Traum.

Kalr Blossfeldt – Collage

Pauls Tagebuch | Mein Verhältnis Kirche/Gott/Staat/Ich

Diesen Eintrag fand ich bei der Durchsicht, auf der Suche nach dem Titel eines Kunstwerkes. Obwohl ich die Notizen in den 1980er Jahren niederschrieb, haben die Gedanken nicht an Aktualität verloren, wie sich den beigefügten, aktuellen, Fragen erkennen lässt. Sie betreffen sowohl die Kirche als auch meine damalige politische Aktivität in der SPD; auch von letzterer habe ich mich inzwischen enttäuscht abgewendet. Und oft kommt mir es so vor, als sei die Kirche und ihr Einfluss auf mein Leben, nur noch am Erkennen des Glockengeläuts messbar.

Paul Klee – Der Mensch ist der Mund des Herrn – 1918

Niederschrift eines Gesprächs mit Rudolf P. [Historiker] — aus der Erinnerung & vervollständigt. Unsere Rhetorik war im Nachhinein interessant:
Sie standen wohl sehr unter dem Einfluss Ihrer Mutter, die Sie katholisch erzog, oder? Wie kam es, dass Sie sich später, wie Ihr Vater, politisch links orientierten? Gibt es ein Schlüsselerlebnis?
Ja, es gibt eine Schlüsselepisode. Wie wohl fast immer, hatte bei mir die Mutter in der Erziehung den größeren Einfluss. Aus einer alten katholischen Bürgerfamilie stammend – in der Nazizeit als Geisel inhaftiert, hatte sie unter den meist kommunistischen mitgefangenen Frauen den Namen die „heilige Johanna“ – wollte sie, dass ich eine Konfessionsschule besuchte, während mein Vater mich in die konfessionsfreie schicken wollte. Meine Mutter weigerte sich. Als mein Vater mit dem Lehrer der konfessionell nicht gebundenen Schule mich morgens auf den Schulweg bringen Wollte, trafen sie mich, im Nachthemd mit der Waschschüssel als Wurfgeschoss im Bett stehend, assistiert von meiner Mutter, bereit zum ersten großen Kulturkampf meines Lebens.

Es war also nicht nur ein Sclılüssel~, sondern auch ein Schüsselerlebnis. Wie ist es ausgegangen?
Meine Mutter und ich gewannen, und ich ging in die katholische Gymnasiastenbewegung „Neudeutschland“, der ich eine gute Erinnerung bewahre.
Mein Elternhaus war eine typisch rheinische Arbeiterfamilie jener Zeit. Meine Mutter sehr konservativ-traditionell erzogen und zeit ihres Lebens politisch nicht interessiert, in der Hitlerzeit aber außerordentlich tapfer; mein Vater, sehr aktiver
Sozialdemokrat und Gewerkschafter, wohl Mitglied der katholischen Kirche, aber so wie das Max Weber einmal von sich gesagt hat: „religiös unmusikalisch“.
Bei uns zu Hause wurde die „Rheinische Zeitung“ gelesen, die von Karl Marx gegründete älteste sozialdemokratische Zeitung, in der Weimarer Republik von Wilhelm Sollmann im Sinne einer reformerischen Sozialdemokratie redigiert.

Darf ich Sie in diesem Zusammenhang fragen, warum es zum Bruch mit der Kirche kam?
Dafür gibt es kein Datum, denn dem liegt nicht ein Ereignis zugrunde, sondern ein Prozess. Es war ein Prozess des Nachdenkens über dogmatische Glaubensinhalte, die ich nicht mehr zu glauben vermochte; des kritischen Beobachtens der Stellungsnahmen der Kirche in sozialen Auseinandersetzungen jener Zeit und des Bemühens so vieler gewichtiger Kräfte der Amtskirche, sich mit den Nazis in einem modus vivendi zu arrangieren. Sicher versucht die Kirche das kleinere Übel zu wählen, um kirchliches Leben weiterhin möglich zu machen. Mich haben diese politischen Fehlentscheidungen, die ja auch von vielen kirchentreuen Geistlichen und Laien genauso empfunden wurden, als jungen idealistischen und kompromisslosen Menschen sehr beeinflusst. Zudem haben mich die Erzählungen meiner Mutter geprägt, die von den Nationalsozialisten inhaftiert wurde, auf Grund ihres Engagements für die Kirche und der fehlenden Unterstützung durch die Würdenträger der Kirche.
Heute, wo ich sehr viel klarer zu unterscheiden vermag zwischen dem Doppelcharakter der Kirche als einer Institution, die einerseits ewige Heilswahrheiten zu verkünden beansprucht, andererseits in weltlichen Entscheidungen der Fehlbarkeit aller menschlichen Einrichtungen unterliegt, würde ich sagen, dass die Konsequenz meiner persönlichen Entwicklung mich aus meiner Kirche hinausgeführt hat.

Wie stehen Sie heute zu den Kirchen?
Man muss die Aufgabe der Kirche in der Gesellschaft unabhängig davon sehen, was sie einem für das eigene persönliche Leben bedeutet. Ich habe nie jemandem, der ratsuchend zu mir kam, den Ratschlag erteilt, sich von seiner Kirche zu trennen, auch wenn er sich wegen einer gesellschaftlichen oder politischen Entscheidung der Amtskirche mit ihr überworfen fühlte. Auch nicht wegen des parteiischsten Hirtenbriefs zu einer Wahl! Für einen solchen Schritt kann allein das Verhältnis des Einzelnen zu den Glaubensinhalten entscheidend sein. Und dies
ist eine Gewissensentscheidung in der tiefsten Bedeutung dieses Begriffs.
Ich habe immer wieder deutlich zu machen versucht, dass keine weltliche Einrichtung dem gläubigen Menschen das zu ersetzen vermag, was ihm die Kirche sein kann. Keine Partei oder sonst irgendeine Institution kann dem nach letzten Begründungen seines Lebens suchenden Menschen ein Ersatz für die Kirche sein. Außer, er findet diese letzten Antworten in nichtkirchlichen weltanschaulichen oder philosophischen Begründungen. Eine Partei z.B. entscheidet aus vorletzten Werten, in denen sich die weltanschaulich offene und Weite, zu Tolerierung und Respektierung unterschiedlicher Weltanschauungen verpflichtete, politische Partei einig ist: Freiheit, Demokratie, Solidarität zum Beispiel. Aber darunter liegen, tiefer schürfend, letzte Fragen nach Sinn und Auftrag unseres Lebens, auf die eine Partei keine Antwort geben kann, Fragen, die sich jeder Mehrheitsentscheidung entziehen.

Wie sehen Sie das Verhältnis Kirche/Staat?
W e n n die Kirche für viele Menschen das Fundament ihres Haltes in den Herausforderungen und Problemen des Lebens ist, so ergibt sich daraus eine Partnerschaft zwischen Kirche und Staat, bei gegenseitiger Unabhängigkeit und Unterschiedlichkeit ihres Selbstverständnisses und ihrer Aufgaben um der
Menschen Willen, für die beide verantwortlich sind. Wenn beide die Mündigkeit des Menschen respektieren, nicht Herrschaft über den Menschen beanspruchen, sondern Dienst am Menschen leisten, werden sie überwinden können, was sie aus der Vergangenheit gegeneinander misstrauisch gemacht hat. Ein Weg, der sicherlich noch über manches Geröll führen wird.

Zypern | Ayia Napa | Orthodoxe Kirche | Foto: Dimitris Vetsikas

Dazu ein paar Fragen auf denen ich immer wieder „herumkaue“; diese sind wie so oft inspiriert durch Max Frischs Fragebogen:

Was gefällt mir am Neuen Testament? Und was am Vorgänger?

Wem gehört Gott? Erlebe ich Gott als Eigentum jemandes?

Weiß ich, was ich brauche in diesem Kontext?

Wogegen bin ich nicht versichert? Und würde ich mich diesbezüglich vertrauensvoll an die Kirche wenden wollen?

Hoffe ich auf ein Jenseits? Jetzt? Nach meinem Ableben?

Würde Gott seine Stellvertreter auf Erden gutheißen, wenn er von ihnen wüsste? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Welchen Stellenwert hat DIE Macht emotional für mich?  Und in Bedrängnis?

Pauls Tagebuch | Zu gerne wollte ich wissen, ob irgend jemand jenen Augenblick erinnert

Zu gerne wollte ich wissen, ob irgend jemand jenen Augenblick seiner Existenz feststellen kann, da in ihm zum ersten Mal eine bestimmte Vorstellung von seinem eigenen Ich – der erste Schimmer des bewussten Lebens entstand?

Ich kann es nicht. Wenn ich meine ersten Erinnerungen im Geiste zu sichten und ordnen beginne, wiederholt sich stets dasselbe: sie weichen gleichsam vor mir zurück. Da glaube ich schon, jenen ersten Eindruck gefunden zu haben, der in meinem Gedächtnis eine deutliche Spur hinterließ, ich brauche aber nur meine Gedanken eine Zeit lang auf ihn zu konzentrieren, so beginnen auch schon andere, einer früheren Epoche angehörende Eindrücke aufzusteigen.
Das Gefährliche liegt hauptsächlich darin, dass ich selbst gar nicht bestimmen kann, an welche dieser Eindrücke ich mich tatsächlich erinnere, das heißt, welche ich tatsächlich erlebt oder von welchen ich bloß später über meine Kindheit gehört und mir eingebildet habe, dass ich mich deren entsinne, während mir bloß das im Gedächtnis geblieben ist, was mir mitgeteilt wurde. Was noch schlimmer ist – es gelingt mir niemals, auch nur eine dieser ersten Erinnerungen in ihrer ganzen Klarheit hervorzurufen, ohne ihr während des Prozesses des Erinnerns selbst unwillkürlich etwas Fremdes beizumischen.

Pauls Tagebuch | Wäre sie doch gefallen, die Wand

Mein Vater erwischte mich einmal im Garten dabei, dass ich mit einem großen Stock, der viel zu schwer für meine Kindehand war, wild, mit Tränen kämpfend, auf eine Ecke der Wand unseres Hauses einschlug und dabei immer wieder böse schrie: „Fall doch hin, du dumme Wand, fall doch hin!“

Meine Mutter war zu Boden gestürzt, und hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Wie konnte also etwas so Gleichgültiges, etwas Lebloses wie eine Mauer aus Stein fester und sicherer stehen als sie! das wollte mir nicht einleuchten. „Fall doch hin!“ schrie ich, und meine Welt wäre wieder in Ordnung geraten, , hätte die Wand, meinem dunklen Wunsche gehrochend, sich stürzend zu Erde gelegt…

Pauls Tagebuch #300 50 8

Pauls Tagebuch: Lebensgeschichte durchbuchstabieren mit Wedekind und 愚木混株

Zeit der Rückblenden, in denen ich meine Lebensgeschichten immer wieder durchbuchstabiere; in der Hoffnung ein anderes Ende zu finden. Meine Zeichnungen spiegeln bis dato nur das Ende von Dingen wider.
Und dann das Gefühl des Abschieds, das durch meine Erinnerungen und Zeichnungen weht, dieser gelassene Abschied ohne Emotion, der vom Ende der Dinge provoziert wird; nur ein Ding ist dann zu Ende, wenn es aufgebraucht ist.

Illustration: cdd20 / 愚木混株
Illustration: cdd20 / 愚木混株

Frank Wedekind – Rückblick

Wie hab‘ ich nun mein Leben verbracht?
Hab‘ viel gesungen, hab‘ viel gelacht,
Unzähligen Menschen Freude beschert,
Doch den Fröhlichen stets lieber zugehört.
Denn mein Gedicht, wenn man’s nicht übel nimmt,
War immer zuerst nur für mich bestimmt.
Und ward’s mit den Jahren wesentlich stiller,
Mir selber pfeif‘ ich noch oft einen Triller
Im Genusse der höchsten Lebensgabe,
Daß ich nie einen Menschen verachtet habe.
Nur mit Einem lag ich in ewigem Streit,
Mit dem hohlen Götzen der Feierlichkeit.
Denn ein vornehmer Mensch ist selbstverständlich,
Macht nicht seine Vornehmheit extra kenntlich
Und wird sich mit größtem Gewinn bequemen,
Den eigenen Wert nicht ernst zu nehmen,
Weil ihm die, so er sich zu Gast gebeten,
Dann reicher und freier entgegentreten. –
Und wenn nun das Trugbild mählich entschwebt,
Dann sag‘ ich: Ich habe genug gelebt
Und verspüre wahrlich kein großes Verlangen,
Die Übung noch einmal von vorn anzufangen,
Denn für den Einzelnen der Ertrag
Ist plus minus null für jeglichen Tag.
Was aber irgend übrig bleibt,
Wird der Kraft der Lebendigen einverleibt.

***

Frank Wedekind [1864 – 1918] eigentlich Benjamin Franklin Wedekind –  war ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Schauspieler. Mit seinen gesellschaftskritischen Theaterstücken gehörte er zu den meistgespielten Dramatikern seiner Epoche.

Pauls Tagebuch: Mein Leben glich bis heute einer Schachpartie mit einem plumpen Gegner

John Lavery - The Chess Players -1929
John Lavery – The Chess Players -1929

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Mein Leben glich bis heute einer Schachpartie, die ich mit einem plumpen Gegner spielte. Keinen Zug konnte ich tun, ohne dass er mir wegnahm, was er nehmen konnte – ohne eigenen Plan und ohne einen solchen bei mir zu erkennen. Und mir, dem es nicht auf das Gewinnen, sondern auf den schwermütigen Reiz des feinen Spiels ankam, war es nicht möglich, auf seine Spielart einzugehen; ich ließ ihm seine Figuren, und nahm sie im selben Grade weniger, als ich sie bequem schlagen konnte. Er aber hüpfte raublustig in meinem Spiel umher, auf meine Art bauend, und sie für unbegreifliche Dummheit haltend. So konnte ich keine Partie gewinnen, und zornig stieß ich mehr als einmal das Brett um.

Diesen Text fand ich den Glossen von Emil Gött. Mensch ärgere Dich nicht. Aus dem NLP kenne ich den Ausspruch: Der Flexiblere führt.  Wie oft habe ich selbst mit diesen „plumpen“ Mitspielern gehadert. Irgendwann war ich mit einer Borderline-Frau zusammen. Ihre Wucht und Leidenschaft mit der sie lebte, liebte, verletzte, hasste und provozierte hatte mich von Anfang an überfordert. In dieser mit-dem-Rücken-zur-Wand Situation machte ich sogar einen Heiratsantrag. Die Polizei beendete diese Sommerliebe mit einem Großaufgebot.

Rückblickend betrachtet, war diese Beziehung für mich der Anlass Flexibilität zu erlernen. Plumpe Gegner gibt es nicht mehr.

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T and R Annan, Glasgow - Glasgow Boys, Roger Bilcliffe
T and R Annan – Glasgow Boys, Roger Bilcliffe

Das BeitragsBild stammt von dem irischen Maler John Lavery (1856-1941). Er nutzt das Schachspiel zur Illustration eines sorglosen bürgerlichen Lebensstils, doch für den psychologisch geschulten Betrachter dürfte vor allem die Körpersprache der beiden Spielerinnen interessant sein: „Schwarz befindet sich in großer Bedrängnis und wird bald mattgesetzt sein. Diese Situation findet sich auch in den Positionen der beiden Mädchen wieder. Die angezogenen Beine der scheinbar Jüngeren stehen im Kontrast zu den lässig ausgestreckten ihrer Schwester. Diese hat die Lektüre ihres Buches nur gerade unterbrochen, um eine Partie Schach zu spielen.

Pauls Tagebuch: Mein Versuch, mir stille Dinge vorzustellen • Kolumne

Gedankengänge zu Friedrich Ani, den Duft der grünen Papaya und den Widerspruch zwischen Stille und Hoffnung. 

Illustration: Oberholster Venita
Illustration: Oberholster Venita

Mein Versuch, mir stille Dinge vorzustellen, endet unversehens in der Feststellung: es gibt nichts stilleres als die Hoffnung. Im Kopf, im Herzen und im Bauch. Wie laut muss es dann zugehen, wenn die Hoffnung stirbt?! Dies wird sie sicherlich nicht leise tun. Zum Glück ist mir die Hoffnung bisher nie abhanden gekommen. Auch in der Liebe nicht.

Zürich, September 1988

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Wie schmeckt Stille? Welche Farbe hat sie? Oder hat sie mehrere?
Es gibt von diesen schönen Roman von Friedrich Ani
: Wie Licht schmeckt. – Immerhin Stoff für ein große Geschichte. Wie sähe diese Geschichte rund um die Stille aus? Was mich an einen Film erinnert: Der Duft der grünen Papaya. Ich war nie wieder in einem Film, der eine so meditative Wirkung auf mich hatte. Beseelt und glücklich habe ich damals das Kino verlassen.

Eine Erkenntnis: Denken ist auditiv; sich ausdrückend in Selbstgesprächen und anderen Geräuschen. Stille entsteht also nur, wenn das Denken abgestellt ist. Wenn bei der Meditation gelernt wird, die Gedanken fließen zu lassen, ohne sie festzuhalten. Wie sähe die nächste Stufe aus?

Folgende Bedeutungen schreibt mein Wörterbuch der Stille zu:
[1] die 
Abwesenheit von akustischen Signalen wie Lärm, Musik, Geräusch
[2] die 
Abwesenheit von Bewegung, Zustand des Stillseins

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Es gibt diese Stille beim Laufen; etwa nach Kilometer 5, wenn das Grundrauschen von innen nach außen geflossen ist. Mit dem Schweiß.

Zur Hoffnung ein Gedicht vom Dehmel; wunderbarer Rhythmus – in Gedanken ein Sprung in den Jazz. Gedichte, die mit einer Frage enden bzw. diese aufwerfen. Viel zu selten.

Richard Dehmel • Erste Hoffnung

Mein Freund hat mir ein Bild gemalt:
Maria weint vor Wonne
und ist von lauter Sonne
überstrahlt.
Wer weiß die Melodie dazu?

Mein Freund hat mir ein Wort gesagt;
das klang so fern beglückend,
mir schlag das Herz so drückend,
so verzagt.
Wer weiß die Melodie dazu?

.Mein Freund hat mir ein Lied gemacht;
es ist ein Lied vom Leben,
ich fühl es in mir beben
Tag und Nacht.
Wer weiß die Melodie dazu?

Hoffnung (vgl. mittelniederdt.: hopen „hüpfen“, „[vor Erwartung unruhig] springen“, „zappeln“) ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintreten wird, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht.

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Hoffnung = hüpfen, unruhige Bewegung // Stille = die Abwesenheit von Bewegung, Zustand des Stillseins

Stille Hoffnung – ein wortreiches Paradaxon?


Pauls Tagebuch: Gedanken über Hitlers Büste von Arno Breker

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Arno Breker: Büste von Adolf Hitler. – Copyright Museum Arno Breker/MARCO-VG, Bonn Op 13.02.07 – CC BY-SA 2.5

Aus einer Diskussion mit meinem Vater: Ist dieser Kopf nun Ausdruck der Zeit? Ist er heroisch? Verzweifelt? Gar ängstlich? Oder einfach nur brutal? Es fehlt uns wohl an Klarheit – alles mal wieder in Nebel gehüllt?

Wir sprachen über den Geburtstag eines Kindes am 20. April. – Irgendwie kamen wir zu Hitler und seinem Geburtshaus in Braunau am Inn. Dort befindet sich auch eine „Informationstafel“ am Gebäude. Mein Vater sagt, dass sich darüber immer noch gestritten wird. Darf es ein Zeitzeugnis sein? Eine Einladung zum Gedenken?

Dann fällt mir eine Selbstverständlichkeit ein, die mich dennoch berührt. Es ist das Geburtshaus. Dort lebte ein Kind, es reifte heran. Als Kind haben es sicherlich viele niedlich gefunden, wie man Kinder halt so sieht, wenn sie freundlich sind. Sogar künstlerisch war es interessiert und aktiv. Ein Mensch, den man lieben könnte.

Dann: der Knacks (um es mit Willemsen zu sagen)

Er wurd zur Bestie aufgebaut. Von Menschen. Von vielen Menschen. Allein schafft man sowas nicht. Ich habe Bild und eine Schere im Kopf…die Klingen weit auseinander. Rechts das Kind…Links die Büste..in der Mitte Nebel. Das Blatt lässt sich nicht schneiden.

 

 

Pauls Tagebuch: Der Skandal

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Die große Schlagzeile der „Bild“-Titelseite  verkündet einen Skandal. Einen furchtbaren. Zwei Leser neben mir im Café „Zeitraum“, die den Bericht kommentieren: „Das ist wirklich nicht mehr normal.“

Bei dienem, meinem, Morgentrunk kommt mir die endgültige Überzeugung: es gibt keinen größeren Skandal als das Normale. Daher auch unsere stete, phantastische  Sehnsucht außergewöhnlich zu sein.

 

Pauls Tagebuch: diese unglaublich lange Zeit….

…die unglaublich lange Zeit, während welcher über der  fast nackten roten Erde die Staubwolke steht, die eine Schafherde auf angstvoller Flucht vor unserem zug aufgewirbelt hat.

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…und die Hartnäckigkeit, mit der sich in meinem Gehirn die zwar schöne, aber idiotische Idee hält, solange die Staubwolke nicht vergeht, werde auch die Zeit nicht vergehen. Sie bleibt stehen und alles mit ihr.

Pauls Tagebuch – Liebe geschah nicht, sie fiel

Aus einem postumen Brief an meine Mutter:

… Ein Jahr vor Deinem Tode, besuchtest Du mich und erzähltest – zum ersten und einzigen Mal – non Deiner Ehe mit meinem Vater. Eine nie enden wollende, sich stetig verdickende Kette aus Demütigungen, Verletzungen, Zurücksetzungen. Liebe geschah nicht, sie fiel. – Sie fiel….

Kontrabass_VektorAls ich diese Zeilen – nach vielen Jahren – wieder las, kam mir die Erinnerung an einen Traum:
Ich bekomme als Kind einen Kontrabass geschenkt – er sei von meinem Erzeuger, hieß es. Ich erkundete dieses für mich riesige Instrument und verliere mich in einem der Schalllöcher. Meine Rufe nach Rettung verhallten ohne Erlösung. In diesem Traum fiel ich dann in einem tiefen Schlaf und erwachte in einem Varieté. Ein angsteinflößender Mann redet auf mich ein; in einer mir völlig fremden Sprache. Meine erneuten Rufe nach Rettung wurden offenbar als Gesang interpretiert und so wurde ich im Laufe der Zeit die musikalische Sensation:

Der kleine Mann im Kontrabass, der herzzerreißend singen kann.

Pauls Tagebuch: Von Töchtern und Muschis

Ich lese im Buch „Das andere Geschlecht“ als meine Tochter ins Wohnzimmer kommt. Mit dem Blick auf meine Lektüre eröffnet sie mir: „Mein Freund war war völlig unfähig sich zu binden, wirklich krankhaft.“

„Ach ja?“

„Die ganzen vier Jahre, die er Medizin studiert hat, hatte Frank keine einzige Freundin.“

„Vielleicht hat er ja nur die ganze Zeit studiert“, erwidere ich.

„Klar doch“, haut sie mir um die Ohren, „MUSCHIS“.

„Karla“, ermahne ich meine Tochter und ziehe die Nase kraus.

„Im Grunde gibt Dein Ratgeber nur Tipps“, sagt Karla, „wie man krankhaft Beziehungsunfähige dazu bringt, bei der Stange zu bleiben.“

„Ich möchte lesen.“ …

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Es fühlt sich merkwürdig an, wenn das Kind, ob schon erwachsen, so mit ihrem Vater spricht. Ich gestehe, diese Nähe ist eine falsche.

 

 

Paul Richter – Kolumnist Pauls Tagebuch

Pauls Tagebuch - Illustration: Stefan Otte
Pauls Tagebuch – Illustration: Stefan Otte

Paul Richter hat bis zu seiner Pensionierung in der Verwaltung des Landkreises Saarlouis gearbeitet. Über die Bekanntschaft mit unserem Autor Dr. Kurt Ganser hatte er die Idee, Auszüge aus seinen Tagebüchern im Magazin zu veröffentlichen und als Endziel ein Lebensbild zu zeichnen, welches ihn – so hofft er – selbst überrascht. Wenn das Ergebnis funktioniert,  wird es dazu in Zusammenarbeit mit Dr. Ganser und Janosz Lehmann ein multimediales Lesebuch entstehen. Inhalte von Pauls Tagebuch sind sowohl autobiografisch als auch Gedanken über das Weltgeschehen.

Pauls Tagebuch – Das männliche Sexsymbol

Ein Samstag im Oktober. Am Frühstückstisch. Zeitungslektüre, welche mich vor morgendlichen Smalltalk bewahrt.

Eine kurze Meldung in der linken Spalte: Das männliche Model Adam Kern ist tot. Er galt als DER Macho-Mann, dem die Frauen (Männer?) zu Füßen lagen. Vorbild für viele junge Männer auf der Suche nach ihrer Maskulinität.

Adam Kern starb an den Folgen seiner Alkoholsucht.

Pauls Tagebuch œ Verstörende Gedankenketten œ Wenn Napoleon zur Position beim Liebesspiel wird

Es gibt Ausgangspunkte, die führen in die Irre. Alles beginnt mit folgendem Satz:

Er scheiterte in der Rolle des Napoleon. 

Da es sich im Gesamtkontext um eine Mann & Frau-Angelegenheit handelt, versuche ich zu ergründen, wie sich die Rolle eines Napoleon in der Beziehung auswirken mag:

Gedanke 1: Napoleons Verbannung zur Insel Melba.

Gedanke 2: Da ist ein Buchstabe zuviel: M – Also Elba.

Auguste_EscoffierGedanke 3: Pfirsaich Melba. Wie ging das nochmal?!  wikipedia hilft hier weiter:
Pfirsich Melba ist ein Dessert, das Auguste Escoffier der Sängerin Nellie Melba widmete, die von 1892 bis 1893 am Londoner Royal Opera House gastierte. Angeblich wurde das Dessert zu diesem Anlass erfunden. Escoffier kreierte damals ein Dessert für Melba, indem er pochierte Pfirsiche auf Vanilleeis setzte, serviert in einem aus einem Eisblock geschnitzten Schwan. Der Schwan bezog sich auf Wagners Oper Lohengrin, in der Nellie Melba brillierte. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Dessert – auch von Escoffier – noch nicht Pfirsich Melba genannt.  Unter dem Namen Pfirsich Melba servierte er das Dessert erstmals zur Eröffnung des Hotels Carlton in London im Juli 1899.

Zur Zubereitung wird pro Portion ein halber geschälter Pfirsich in Läuterzucker gedünstet, in einer Sektschale auf Vanilleeis gesetzt und mit Himbeerpüree überzogen. Häufig wird es mit Schlagsahne dekoriert und mit Waffeln serviert.

Gedanke 4: Ob die Sex hatten? Woher sonst die Mühen des Meisterkochs?

Gedanke 5: Wer war denn nun die Sängerin? Weiterlesen

Pauls Tagebuch: Ein Mann öffnet sein Tagebuch

Pauls Tagebuch - Illustration: Stefan Otte
Pauls Tagebuch – Illustration: Stefan Otte

Paul ist ein ganz normaler Mann. Inspiriert durch Marvins Bar und das Wörterbuchprojekt entstand die Idee, Auszüge aus seinem Tagebuch zu veröffentlichen. Es zeigt die Irrungen und verschlungenen Pfade des Lebens. Vielleicht dient es auch dem ein oder anderen männlichen Sparringspartner als Anregung für die eigenen Entscheidungen des Lebens. Sie finden alle Beiträge dazu unter dem Schlagwort „Pauls Tagebuch“. Die Enträge entstammen seinen Tagebüchern, die Paul seit seiner Schulzeit füllt und sie enthalten Auszüge aus Bbeziehungsweise

Paul freut sich über über Fragen, Anregungen und anregenden Mailverkehr.