Kategorie: Kolumnen

Wörterbuch: S wie Satans Kartenpiel

Hans Holbein der Jüngere - 1538 - Tanz des Todes
Hans Holbein der Jüngere – 1538 – Tanz des Todes

In Satans Kartenspiel liegen die Karten des Fluchs und der Zerstörung Kante an Kante der Vollendung. Nur die Liebe fehlt.  – Versteht er, dass er darum vielen Menschen zum Schicksal wurde? Für den einen wurde er zum Gottersatz. Für den anderen stellte er eine verpflichtende Beziehung.

O.Simon

Cat’s Couch: Zeugen falscher Versprechungen

Cat's Kolumne - Foto: Katherina Ibeling
Cat’s Kolumne – Foto: Katherina Ibeling

Es gibt viele Gründe, warum Frauen das Bad oftmals mit mehr Shampooflaschen, Haarsprays und Schminksachen vollstellen, als sich ihre Männer logisch erklären können. Die gute Nachricht ist: Es existiert für die meisten „Regalhüter“ eine logische Erklärung. Die schlechte allerdings gleich hinterher – bis das „Woman Spreading“ im Badezimmer der Vergangenheit angehört, kann es noch lange dauern.

Das „Man Spreading“, also eine nicht gerade Platz sparende Sitzhaltung von Männern in öffentlichen Verkehrsmitteln, ist derzeit in aller Munde. Eher als selbstverständlich nimmt man aber hin, dass auch wir Frauen gerne mal mehr Platz einnehmen, als wir nach logischen Gesichtspunkten bräuchten – „Woman Spreading“ also. Das gilt vor allem für das heimische Badezimmer, und ja, da müssen sich viele von uns (natürlich mit Augenzwinkern) auch an die eigenen gepuderten Nasen fassen. Wer sich mit einer schönheits- und stylingbewussten Frau das Bad teilen muss, oder gleich mit mehreren, hat es nämlich überhaupt nicht leicht. Pragmatisch betrachtet haben viele von uns Frauen nämlich von allem zu viel – von Augen-Make-up bis hin zu Waxing-Streifen. Aber warum machen wir das eigentlich? Aus meiner Sicht als Frau gibt es dafür drei Hauptgründe.Weiterlesen

Verzicht – eine Bereicherung

Ein Hindu-Asket, der ein Metallgitter um den Hals trägt, um sich niemals hinlegen zu können (Aufnahme von Ende des 19. Jahrhunderts).
Ein Hindu-Asket, der ein Metallgitter um den Hals trägt, um sich niemals hinlegen zu können (Aufnahme  Ende 19. Jahrhundert).

Gestern im Männerkreis am Tresen erzählte Manfred, dass man auch anders verzichten könne. Nicht auf das verzichten, was einem Spaß macht, sondern auf das was einem nicht gut tut. [Als er das sagte hob ich meine linke Braue. Ein Stammgast weniger?] Aber: die Rede war nicht davon auf social media, Fernsehen, Handy, die Männerrunde oder Schokolade zu verzichten. Den Sinn hier zu verzichten hätten wir eh nicht so recht verstanden. Der Hang zur Selbstkasteiung ist doch Blödsinn. Das Ergebnis sieht man z.B. am Foto. Es verändert sich offensichtlich auch die Struktur des Gehirns.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Über die Dankbarkeit

P1020509Dankbarkeit ist eine Tugend, die sich durch das ganze Leben zieht oder es zumindest sollte. Schon als Kinder lernen wir, immer „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Manchmal vergessen wir es trotzdem – und müssen uns wieder bewusst daran erinnern.

„Ich komme mir vor, als sei alles, was ich tue, selbstverständlich.“ Diese Aussage führt oftmals zu einem Konflikt in der Ehe, in der Beziehung, in der Familie oder auch in einer Freundschaft. Denn sie drückt in wenigen Worten ein Ungleichgewicht aus, emotional und vielleicht auch von den Pflichten. Als ich also letztens hörte: „Das ist wohl alles selbstverständlich für dich“, habe ich mich kurz über mich selbst erschrocken, und gemerkt, dass ich die Dankbarkeit auch in kleinen Dingen wiederentdecken musste. Es gibt da tatsächlich einige Menschen und Wesen, bei denen ich mich lange nicht bedankt habe.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Zusammen wohnt man weniger allein

Foto: Katherina Ibeling
Foto: Katherina Ibeling

Seit ich aus dem Haus meiner Eltern ausgezogen bin, habe ich noch nie alleine gewohnt. Also, so richtig alleine, ohne jemanden sonst in der Wohnung, mit den komplett eigenen vier Wänden. Entweder war es die Wohngemeinschaft (kurz: WG) mit Mitstudenten, das Zusammenleben mit dem Partner und zwei Katzen oder jetzt in meinem ersten Redaktionsjob unter der Woche mit anderen Berufstätigen. Was den Lebensraum „WG“ ausmacht und warum man dafür eigentlich niemals zu alt ist – eine Zusammenfassung mit Augenzwinkern.

Ich kann einfach nicht alleine sein, beziehungsweise alleine wohnen. Nach der Arbeit nach Hause kommen und niemand ist da, irgendwie erscheint mir das … komisch. Es macht mich misstrauisch. Was würde ich die ganze Zeit lang mit einer ganzen Wohnung für mich anfangen, in der sonst keiner ist. Und vor allem: Was zum Henker würde ich die ganze Zeit mit mir selbst anfangen? Okay, da gäbe es einiges – lektorieren, schreiben, Sport und viel mehr lesen, als ich es aktuell tue. Trotzdem, immer alleine sein finde ich langweilig. In meiner langen WG-Karriere habe ich schon viel erlebt, Schönes wie Nerviges. Hier sind zehn „typische“ Situationen und ein Hinweis, dass du ein absoluter „Gemeinschafts-Wohner“ bist, wenn du sie auch kennst.Weiterlesen

So sind die Introvertierten – über den erfolgreichen Umgang mit einer unbeliebten Spezies

So sind die Introvertierten
•  Über den erfolgreichen Umgang mit einer unbeliebten Spezies • 

Edward Hopper - "Morning Sun" - 1952 - Öl auf Leinwand - Columbus Museum of Art, Ohio
Edward Hopper – „Morning Sun“ – 1952 – Öl auf Leinwand – Columbus Museum of Art, Ohio

Es gibt eine ganze Reihe von Eigenschaften, die introvertierten Menschen zugeschrieben werden. Die nachfolge Auswahl entstammt sowohl  Literaturquellen (inkl. Internetforen) als auch eigenen Erfahrungen (der Autor gehört zu eben solcher Spezies..).  Ein introvertierter Mensch nicht alle diese Eigenschaften aufweist. Wie bei allen anderen Menschen variieren diese und sind unterschiedlich ausgeprägt. Introvertiert zu sein hat übrigens nichts mit Schüchternheit zu tun.  Auch auf mich trifft nicht alles zu und bei mancher Eigenschaft bin ich froh, dass der Kelch an mir vorüber gegangen zu sein.

Einige dieser Merkmale lassen sich als Außenstehender erkennen, andere eher nicht. Viele Introvertierte werden versuchen, die als negativ empfundenen Eigenschaften zu unterdrücken, was mal mehr mal weniger funktioniert.
Zu bedenken gilt: neben Intro- und Extroversion weitere Persönlichkeitsmerkmale gibt, die das Verhalten eines Menschen beeinflussen.

Insofern ist die nachfolgende Liste nicht geeignet, um Menschen mit dem Stempel “introvertiert” zu versehen. Sie bietet allerdings Anhaltspunkte, um das Verhalten von Menschen – also auch von sich selbst – besser zu verstehen.

Da unsere Gesellschaft mit Introversion eher Nachteiliges verbindet, habe ist die Liste unterteilt in Eigenschaften, die für gewöhnlich positiv, neutral oder negativ einsortiert werden.

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Als eher positiv wahrgenommene Eigenschaften

  • Introvertierte sind die besseren Zuhörer. Sie mögen tief gehende Gespräche und diskutieren gerne[avatar user=“PeterJensen“ size=“medium“ align=“right“ link=“http://derblaueritter.de/peter-jensen/“]Dr. Peter Jensen – Heilpraktiker & Psychotherapeut[/avatar]die Probleme von anderen Menschen. Sie sind weniger darauf aus, selbst zu Wort zu kommen, sondern hören einfach zu.
  • Introvertierte sind aufmerksame Beobachter. Sie bemerken oft Dinge um sie herum oder Stimmungen, die anderen entgehen. Sie entdecken auch eher Fehler.
  • Introvertierte sind sehr gewissenhaft und verantwortungsbewusst. Ihnen ist wichtig, eine Aufgabe korrekt zu erledigen und Fehler zu vermeiden.
  • Introvertierte sind zuverlässig. Wenn sie etwas ankündigen oder versprechen, dann machen sie es meist auch.
  • Introvertierte sind pünktlich. Es ist ihnen unangenehm, wenn andere Menschen auf sie warten müssen.
  • Introvertierte bringen andere Menschen nicht in unangenehme Situationen. Wenn es sich doch nicht vermeiden lässt, leiden sie unter Schuldgefühlen.
  • Introvertierte lesen viel. Sie verbringen viel Zeit mit Büchern, denn Lesen ist für sie eine gute Möglichkeit, um Energie zu tanken und persönlich zu wachsen.
  • Introvertierte sind sehr kenntnisreich. Vor allem in der Tiefe sind sie gut informiert. Wenn sie sich für ein Thema interessieren, saugen sie das verfügbare Wissen förmlich auf.
  • Introvertierte sind sehr reflektiert. Über neue Erlebnisse und neues Wissen denken sie lange nach, um es zu verarbeiten. Entsprechend durchdacht sind ihre Antworten auf Fragestellungen (wenn man ihnen Zeit gibt).
  • Introvertierte hinterfragen vieles. Anstatt Informationen einfach hinzunehmen, hinterfragen sie oft die Bedeutung. Das trifft auch auf ganz einfache Alltagssituationen zu.
  • Introvertierte sind sehr mitfühlend. Die Stimmung anderer Leute kann sie berühren und in der eigenen Stimmungslage beeinflussen.
  • Introvertierte sind verständnisvoll. Sie hören besser zu, sind mitfühlend und reflektieren viel. All dies hilft, sich in ihre Mitmenschen besser hineinzuversetzen.
  • Introvertierte werden oft um Rat gefragt. Durch ihr bedachtes Auftreten und ihr tiefes Wissen, werden sie oft von anderen Menschen konsultiert. Introvertierte sind besonders häufig in beratenden Berufen tätig.
  • Introvertierte sind bescheiden. Sie stehen nicht gern im Mittelpunkt und neigen somit auch nicht zu Übertreibungen.
  • Introvertierte denken, bevor sie sprechen. Sie reden wenig, spät und langsam, weil sie nicht sprechen (können), ohne nachgedacht zu haben.
  • Introvertierte sind glaubwürdig. Durch Zuverlässigkeit, Bescheidenheit und bedachtes Sprechen werden sie oft für glaubwürdiger gehalten.
  • Introvertierte sind kreativ. Unter Beobachtung können sie diese Stärke nicht ausspielen, aber wenn sie allein sind mit ihren Gedanken, können Introvertierte äußerst kreativ sein. Viele Künstler sind introvertiert.
  • Introvertierte sind vorausschauend. Sie neigen dazu, nicht nur die positive Seite zu sehen, sondern erkennen schon frühzeitig mögliche Probleme. Dadurch wirken sie oft pessimistisch.
  • Introvertierte können gut planen. Sie versuchen, zu viele Überraschungen in ihrem Leben zu vermeiden. Das funktioniert am besten mit viel Planung.
  • Introvertierte sind gut vorbereitet. Wann immer sie sich jemandem oder einer Gruppe von Menschen präsentieren müssen, sind sie äußerst gut vorbereitet. Ein Vortrag wird beispielsweise bis zur Erschöpfung durchgesprochen, Informationen werden verinnerlicht.
  • Introvertierte sind ordentlich. Sie mögen kein unübersichtliches Chaos. Sie funktionieren besser, wenn ihr Umfeld überschaubar bleibt.
  • Introvertierte wollen wachsen. Sie haben einen besonders starken Drang nach persönlichem Wachstum. Dieses erreichen sie vor allem durch Lesen und Reflexion – aber auch durch neue Erlebnisse in einem für sie erträglichen Umfang.
  • Introvertierte gehen vom Guten im Menschen aus. Das heißt nicht, dass sie anderen Menschen früh vertrauen, aber sie gehen eher davon aus, dass andere Menschen gute Absichten verfolgen.
  • Introvertierte sind gute Führungskräfte. Sie können Teams von proaktiven Mitarbeitern besser führen als Extrovertierte.
  • Introvertierten sind selten gelangweilt. Auch wenn es so aussieht, als würden sie nichts tun, fühlen sie sich wohl in ihren eigenen Gedanken. Introvertierte können sich gut mit sich selbst beschäftigen.
  • Introvertierte sind geduldig und ausdauernd. Sie widmen sich Problemstellungen deutlich länger als ihre Mitmenschen und kommen so oft zu innovativen Lösungen.
  • Introvertierte sind vorsichtig. Sie gehen weniger Risiken ein, die sie nicht einschätzen können.
  • Introvertierte sind unabhängig. Sie machen ihre Gefühle weniger abhängig von anderen Menschen und können eine zeitlang allein sein. Auch beruflich sind sie ungern von anderen Menschen abhängig.
  • Introvertierte sind offen für Ideen. Sie hören bei Vorschlägen ihrer Mitmenschen besser zu und diskutieren gern neue Ideen und Lösungsvorschläge.
  • Introvertierte können sich tief konzentrieren. Wenn sie an einer Problemstellung arbeiten, können sie sich in ihr vertiefen.
  • Introvertierte sind sehr genau. Sie machen keine halben Sachen, sondern möchten das bestmögliche Ergebnis abliefern. Sie neigen zum Perfektionismus.
  • Introvertierte strahlen Ruhe aus. In turbulenten Zeiten werden sie weniger hektisch und treffen weiterhin bedachte Entscheidungen.
  • Introvertierte sind weniger materialistisch. Sie wenden sich eher ihrem Innenleben zu als externen Dingen. Daher sind ihnen Statussymbole weniger wichtig.

Als neutral gewertete Eigenschaften

  • Introvertierte sind ruhig. Was in turbulenten Zeiten Sicherheit gibt, löst in anderen Situationen weniger Begeisterung aus.
  • Introvertierte sind nachdenklich. Sie denken über neue Einflüsse von außen intensiv nach – bleiben aber hin und wieder in ihren Gedanken gefangen.
  • Introvertierte sind Tagträumer. Sie erleben die Welt nicht so intensiv wie Extrovertierte, sondern richten sich an die innere Welt der Gedanken.
  • Introvertierte haben wenige Freunde. Ihr soziales Umfeld ist wesentlich kleiner als das von Extrovertierten. Allerdings legen sie großen Wert auf enge Freundschaften. Qualität geht vor Quantität.
  • Introvertierte sind ernsthaft. Sie nehmen das Leben oft nicht so leicht wie Extrovertierte, sondern versuchen, den Sinn zu ergründen und zu interpretieren. Sie sehen bei jeder Situation die Probleme schon frühzeitig.
  • Introvertierte sind sensibel. Schon laut Definition sind sie sensibler für Stimulation und können eher überwältigt werden als Extrovertierte.
  • Introvertierte sind gern allein. Sie sind auch gern unter (wenigen) Menschen. Aber sie brauchen beides und genießen ihre Zeit für sich.
  • Introvertierte sind gern in der Natur. Die natürliche Umgebung wirkt beruhigend und weniger stimulierend als der moderne Alltag.
  • Introvertierte gehen nicht gern Shoppen. Einkaufen ist anstrengend durch viel Stimulation und viele Menschen.
  • Introvertierte entscheiden sich eher dazu, Single zu sein. Sie fühlen sich ohne Partner weniger einsam als Extrovertierte und verzichten aus verschiedenen Gründen bewusst auf eine Partnerschaft. Das heißt jedoch nicht, dass sie ihnen nicht gut tun würde.
  • Introvertierte reden wenig. Oft reden sie wesentlich weniger als ihre Gesprächspartner und konzentrieren sich auf das Zuhören und kurze – aber durchdachte – Antworten. Nur bei Themen, in denen sie sich sehr gut auskennen, reden auch Introvertierte viel.
  • Introvertierte arbeiten gern ohne Unterbrechung. Da sie mit ihren Gedanken arbeiten, werden sie ungern unterbrochen. Im modernen Büroalltag ist das jedoch keine Selbstverständlichkeit und kann negativ wahrgenommen werden.
  • Introvertierte stehen nicht gern im Mittelpunkt. Das heißt, dass sie stets versuchen, der Aufmerksamkeit durch andere auszuweichen. Eine öffentliche Anerkennung vor vielen Menschen mag also nicht in ihrem Sinne sein.
  • Introvertierte bzw. hoch sensible Menschen reagieren oft stärker auf Koffeein.
  • Introvertierte sind sehr empfänglich für Kunst und Musik. Sie können z.B. längere Zeit in Museen verbringen.
  • Introvertierte wirken mysteriös. Da sie sich ihrem Umfeld nur wenig mitteilen, wirken viele Introvertierte auf andere Menschen geheimnisvoll. Dabei haben Introvertierte nicht mehr zu verstecken als Extrovertierte.
  • Introvertierte ziehen sich gern zurück. Wenn sie zu viel Stimulation erfahren, ziehen sich Introvertierte gern in einen abgeschirmten Bereich zurück, um ihre Akkus wieder aufzuladen.
  • Introvertierte neigen zu Schuldgefühlen. Wenn sie das Gefühl haben, einem anderen Menschen Umstände zu bereiten oder ihn falsch behandelt zu haben, leiden sie schnell unter einem schlechten Gewissen.
  • Introvertierte können sehr direkt sein. Sie reden zwar nicht viel, können sich aber sehr direkt ausdrücken. Unter Umständen mag es so wirken, als fehle ihnen das nötige Taktgefühl.
  • Introvertierte sind weniger euphorisch. Ihr Belohnungssystem ist nicht so aktiv wie das von Extrovertierten, daher verspüren sie weniger Euphorie.

Als eher negativ empfundene Eigenschaften

  • Introvertierte sind gehemmt. In vielen Situationen fühlen sie sich nicht frei und locker, z.B. in Gruppen oder wenn sie sich öffnen sollen.
  • Introvertierte fühlen sich unwohl in großen Gruppen. “Je mehr Leute desto besser” könnte aus Sicht eines Introvertierten nicht falscher sein. Sie fühlen sich am wohlsten in kleinen Runden.
  • Introvertierte können schnell überstimuliert werden. In einer rasanten Welt sind Introvertierte erschöpft und überfordert, wenn sie gegen ihre Natur leben.
  • Introvertierte brauchen mehr Pausen, um das hohe Stimulationslevel in der extrovertierten Welt zu vertragen.
  • Introvertierte reden langsamer, denn sie denken bevor sie sprechen.
  • Introvertierte reden nicht gern vor anderen Menschen. Insbesondere spontane Reden sind für sie eine Horrorvorstellung (für viele andere Menschen aber auch).
  • Introvertierte reden eher leise.
  • Introvertierte drücken sich lieber schriftlich aus. Sie mögen keine Telefone, dafür E-Mail umso mehr.
  • Introvertierte sind bei einem hitzigen Streit den meisten Extrovertierten unterlegen, da zu schnell geredet wird.
  • Introvertierte tun sich schwer damit, Menschen mit Stories zu unterhalten.
  • Introvertierte mögen keinen Small Talk. Sie können es von Natur aus auch nicht besonders gut.
  • Introvertierte zögern oft bevor sie sprechen.
  • Introvertierte neigen dazu, über einige Dinge zu viel nachzudenken.
  • Introvertierte fühlen sich unwohl auf Parties.
  • Introvertierte feiern selbst in kleinem Rahmen (wenn überhaupt). Sie verbringen lieber Zeit mit 2-3 engen Freunden.
  • Introvertierte meiden Augenkontakt – vor allem beim Sprechen.
  • Introvertierte sind etwas langsamer bei der Erfüllung von einfachen Aufgaben oder bei der Entscheidungsfindung. Informationen werden ausführlicher verarbeitet und das dauert.
  • Introvertierte sind nicht besonders spontan. Sie beobachten lieber erst andere, bevor sie selbst aktiv werden.
  • Introvertierte sind schmerzempfindlicher (sensibler).
  • Introvertierte können sich nur schwer öffnen und erzählen nur wenig über sich selbst.
  • Introvertierte sind für andere Menschen sehr schwer zu lesen.
  • Introvertierte fühlen sich unwohl, wenn sie auf neue Leute treffen oder gar auf sie zugehen.
  • Introvertierte fühlen sich oft unterlegen, wenn sie auf Menschen mit mehr Erfahrung treffen.
  • Introvertierte werden unruhig, wenn sie zu viele Dinge auf einmal erledigen sollen.
  • Introvertierte werden nervös unter Beobachtung. Sie können ihre Leistung nicht abrufen, wenn sie sich beobachtet fühlen.
  • Introvertierte mögen keine gewalttätigen Filme.
  • Introvertierte verlieben sich schneller und heftiger.
  • Introvertierte haben ein geringeres Selbstbewusstsein. Das ist jedoch nur eine indirekte Eigenschaft, die durch die negative Einstellung der Gesellschaft zur Introversion hervorgerufen wird.
  • Introvertierte lächeln weniger. Sie sind nach innen gerichtet und laden die Außenwelt daher mit ihrem Gesichtsausdruck nicht zu Reaktionen ein. Das geschieht unbewusst und heißt nicht, dass sie weniger glücklich sind.
  • Introvertierte gehen nicht aus sich heraus, weil sie in einigen Situationen gehemmt sind und grundsätzlich weniger Euphorie verspüren.

Wertende Klischees in der Wahrnehmung

  • Introvertierte wirken unsozial, weil sie gern Zeit allein verbringen, anstatt unter Leute zu gehen.
  • Introvertierte wirken schüchtern, weil sie Augenkontakt meiden und ungern auf andere Menschen zugehen.
  • Introvertierte wirken passiv, weil sie etwas langsamer sind und vor allem wenig und erst spät reden.
  • Introvertierte wirken faul, weil sie langsamer sind, mehr Pausen benötigen und wenige Aufgaben gleichzeitig übernehmen können.
  • Introvertierte wirken langweilig, weil sie wenig reden und nicht so stark erlebnisorientiert sind.
  • Introvertierte wirken seltsam, weil man wenig über sie weiß.
  • Introvertierte wirken unglücklicher, weil sie weniger lächeln und weniger euphorisch sind.
  • Introvertierte wirken distanziert, weil sie wenig von sich preisgeben und gern Zeit allein verbringen.
  • Introvertierte wirken humorlos. Sie sind ernsthafter, gehen wenig aus sich heraus und bevorzugen etwas subtileren Humor. Das kann sie in einer Runde mit Extrovertierten humorlos erscheinen lassen.

  –  Fazit  –  

Egal, wie die Eigenschaften von Introvertierten im Einzelnen wahrgenommen werden. Sie ergänzen die Mängel der Extravertierten. Nüchtern betrachten wären Extravertierte ohne ihren Gegenpart nichts, denn es ist zu viel heiße Luft dabei und andersherum würde sehr viel Know how und Wissen verloren gehen, weil es Introvertierte nicht für erwähnenswert halten. Daher wäre es wünschenswert, wenn sich beide Pole mit mehr Respekt, Aufmerksamkeit und einer gewissen Dankbarkeit begegnen würden.

Cat’s Couch: Hypes und Trends

Foto: Katherina IbelingWer ein Mode- und Frauenmagazin aufschlägt oder „typische“ Webseiten für Frauen wie „gofeminin“ oder „Brigitte“ aufruft, dürfte glauben, dass wir Frauen uns wie ein Fähnchen immer dorthin drehen, wo der frischeste Wind weht. Was es damit auf sich hat, warum der Schein manchmal trügt und mancher Sturm auch einfach vorüberzieht, lest ihr in dieser Episode.

„Und, hast du auch schon 50 Shades of Grey gesehen? Wie fandest du den Film?“ Immer, wenn mich jemand fragt, verdreht meine innere böse Göttin genervt die Augen. Einerseits, weil ich diesen Buch- und Filmtitel einfach nicht mehr hören kann. Andererseits, weil ich doch eine „innere Göttin“ zitieren muss und nicht der Versuchung widerstehen konnte, mich durch einige Textpassagen, Rezensionen und Filmwebseiten durchzuklicken, um meine Neugier zu befriedigen. Viel Erleuchtung hat mir meine Neugierde nicht gebracht, und ich weiß immer noch nicht genau, warum ausgerechnet dieses Medienprodukt diesen Riesenerfolg feiert. Ich bin gerade immer noch ziemlich ratlos, und wahrscheinlich sind es viele Männer mit mir, die mehr oder weniger freiwillig in der letzten Woche die Primetime-Kinokarten für den Kassenschlager des Jahres bei einem Date bezahlt haben.

Aber es ist nicht einmal eine persönliche Abneigung gegen E.L. James oder ihre Vorstellung von romantischem Sadomaso, die mich so ratlos macht, auch nicht gegen die Darsteller im Film oder die Machart des Trailers. Fakt ist, ich scheine einfach kein Trendgespür zu haben, was die breite Masse anlockt, oder ich bin einfach nicht „Mainstream“ genug, diese Begeisterung zu teilen. Das ist nicht einmal Absicht, vermutlich hätte ich von dem Hype um den neuesten Skandal der Buchwelt niemals erfahren, wenn ich nicht zufällig das Radio zu einem passenden Kommentar eingeschaltet hätte und – neugierig wie eine Katze – eben danach gegoogelt. „Na komm, angucken kannst du es dir ja mal“, dachte ich und suchte mir eine Reihe von Leseproben aus dem Netz. Ich fühlte beim Lesen – nichts. Also, so gar nichts, was irgendwie schon gruselig ist. Normalerweise müsste ich doch zumindest sofort eine „Anti-Haltung“ entwickeln und mich über dies und das empören. Doch der einzige Eindruck, der blieb, war: „Hm, naja, Geschmäcker sind verschieden.“

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Die Marketingmaschine um den Überraschungsbestseller aus den USA läuft nun schon seit Jahren auf Hochtouren, und je länger sie läuft, desto mehr wird es selbst bekennenden Achselzuckern wie mir unmöglich, es zu ignorieren. Vor allem ist dies nicht der erste Hypertrend, bei dem es mir so geht. Auch die „Ideenvorlage“ für E.L. James, Stephanie Meyers „Twilight“-Trilogie, ging bis auf ein paar Parodien komplett an mir vorbei, ehe ein Ausweichen durch ständige Onlinebanner und Filmplakate unvermeidbar wurde. Als jemand, der anderweitig im PR-Bereich angesiedelt ist, weiß ich, dass natürlich der „Herdentrieb“ bei diversen Trends geschürt wird, bemerke aber auch, an welchem Punkt es für Nicht-Fans einfach nur noch nervig wird.

Überhaupt kann ich mich nicht erinnern, jemals absolut „Fan“ von etwas gewesen zu sein, außer, dass ich die Musik der Spice Girls früher super fand. Oder bestimmte Musikrichtungen. Dass man eine Helpline für Take That- Boygroupies einrichten musste, als diese sich auflösten, fand ich schon als Teenie eher befremdlich; als Erwachsene wundere ich mich jetzt, dass Heidi Klum immer noch Tausende „Meeeeedchen“ dazu bekommt, zu einem Massencasting zu kommen und sich vor aller Welt zum Affen zu machen. Und dass sich der Po von Kim Kardashian im Netz schneller verbreiten kann als jeder Trojaner, finde ich dann schon echt strange und frage mich, in welcher Freakshow ich eigentlich gelandet bin.

Vielleicht ticke ich doch eher wie ein Mann? Mir haben mal Männer erzählt, wie schnelllebig sie die ganzen Catwalk-, Beauty- und Modetrends finden, mit denen sich frau alle paar Wochen neu erfindet. Ich wette auch, die meisten Männer würden doof gucken, wenn man ihnen die neuen „Trend-Stellungen“ beim Sex in einem langen Artikel mit Gebrauchsanleitung präsentieren würde. Sprich: Vielleicht gehen viele Dinge einfach an ihnen vorbei, ohne dass sie auch nur Wind davon bekommen (bis auf Sport, Autos, Technik und Fußball natürlich).

Sind „Männer-Trends“ also einfach nur anders geartet als „Frauen-Trends“, und verbreiten sie sich auch so schnell wie jeder Erkältungsvirus in der Straßenbahn? Bei uns Frauen scheint es jedenfalls, als seien viele von uns Fähnchen im Winde, die sich in Richtung der frischesten Brise drehen. Womöglich geht es darum, „mitreden“ zu können und einfach mit dem Schwarm in die Richtung zu schwimmen, die am meisten Komfort und Sicherheit verspricht. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Marketing für Produkte des täglichen Lebens immer eine Zielgruppe hat. Betrachtet man gängige Zeitschriften und Internetseiten für Frauen, ist offensichtlich, wie der Hase oder auch das Bunny läuft. Mode muss her; Schuhe müssen her; Beautyprodukte müssen her; und natürlich alles, was Romantik und Sex verspricht. Und zwar schnell. Es ist quasi unmöglich, sich dem komplett zu entziehen, es sei denn, man kappt alle Verbindungen zur Außenwelt und lebt als Einsiedler. Dann sind viele von uns natürlich auch „neu-gierige“ Wesen und schnell für Emotionen zugänglich, es mag natürlich auch entsprechende Männer geben – und ich habe hier nur drei mögliche Gründe von vielen genannt.

Bedeuten Trends denn immer etwas Schwaches? Nicht zwingend. Trends sind auch Innovationen, erneuern etwas, das überholt scheint. Gerade die, die den Anfang machen, die Trendsetter, haben beizeiten das Potenzial, Großes zu bewirken und Trendsetter kann jeder werden. Eigentlich. Denn einen eigenen Trend zu setzen, oder auch nur bestehende Hypes zu hinterfragen und sich bewusst eine Meinung zu bilden, erfordert Zeit, Mühe und Mut. Gesellschaftliche Trends oder auch „Mainstream“-Bewegungen konnten schon viel Gutes hervorbringen, die Abschaffung der Sklaverei und Geburtenkontrolle zum Beispiel. Aber sie können auch zu einer gefährlichen Tendenz werden, wenn sie sich gegen bestimmte Menschen richtet, zu weit nach rechts oder in eine fanatische Schiene abdriften. Die Worst Cases lernt man im Geschichtsunterricht. Es lohnt sich also, für Mann und Frau, Trends durchaus gut im Auge zu behalten oder sie auch einfach mal zu „liken“. Allerdings mit Maß und nicht rein wegen der Masse. Und um zum Ausgangspunkt zurückzukommen, dem allerorten verbreiteten „Grey-Virus“: Er mag vielen ein lustvolles Fieber bereiten – doch auch er wird irgendwann fortgeweht, um einer neuen Luftströmung Platz zu machen.

Arndt Brummer • Warum Frauen keine netten Männer wollen • Eine Polemik

Warum Frauen keine netten Männer lieben wollen

Hand hoch! Wie viele verzweifelte Männer gibt es da draußen, die sich selbst als nett, verständnisvoll und zärtlich einstufen und trotzdem Sonntagabend alleine vor dem Fernseher sitzen und ihrem Vorbild Kai Pflaume (ein augenscheinlich netter, verständnisvoller aber auch ein Frauentyp) die Frage ihres Lebens stellen: “Warum will mich keine Frau?”

Bevor ich das beantworte, definieren wir mal die typischen Merkmale eines Mr. Nice Guy. Nur damit sich auch die Männer wieder erkennen, die sich morgens in grenzenloser Selbstleugnung mit einem Poster von Sylvester Stallone vor dem Badezimmerspiegel rasieren.

Du hast in Deinem Freundeskreis Unmengen von hübschen, intelligenten Frauen, von denen Du jede einzelne irgendwann einmal begehrt hast. Jede dieser Frauen hat Dein Geständnis – vorgetragen in einem edlen italienischen Restaurant, in der Hand ein Strauss mit 1.000 roten Rosen (mindestens!) – folgendermaßen quittiert: “Du bist echt ein netter Kerl und ich habe Dich wahnsinnig gern, aber nur als Freund”.

Und weil Du so ein echt netter Kerl bist… hast Du Dich der Bitte “Lass uns doch weiterhin Freunde bleiben, ja?” gebeugt, statt der Schlampe Dir gegenüber zu sagen, dass sie für das teure Essen wenigstens einmal die Beine breit machen könnte.

Zum Beispiel so, wie sie es für ihren monatlich wechselnden Idioten von Freund tut, der sie mindestens zweimal die Woche verprügelt und außerdem mit ihrer besten Freundin fremdgeht. Woher Du das weißt? Du bist schließlich ihre Telefonseelsorge. Deine Nummer ist bei Deiner Freundin ganz oben auf den Schnellwahltasten ihres Telefons gespeichert. Natürlich unter “Oma” oder “Tanja”, denn die südländischen Macker, mit denen sie derzeit herumhängt, sind rasend eifersüchtig. Meistens ruft sie nachts um 3 an, wenn das Veilchen gerade frisch blüht und sie ungeachtet dessen noch vor 5 Minuten Versöhnungs-Sex mit ihm hatte. In schöner Regelmäßigkeit stößt sie Dir mit “Wenn er doch nur ein bisschen so wäre wie Du!” die verrostete Nagelfeile tiefer ins Herz, während sie Dir Dein C-Hemd mit wasser- und waschmittelfester Wimperntusche verschmiert.

Ein bisschen so wie Du? Mädel, hier sitzen 100%, warum bekommst Du das nicht in Deinen dummen blonden Schädel? Trotzdem wartest Du, denn Du bist Dir ganz sicher, dass sie irgendwann dieses muskelbepackte Wanzenhirn abschießen und merken wird, dass DU der Richtige bist. Ja, und die Zeit gibt Dir in einem Punkt recht: eines Tages steht sie vor Deiner Tür und heult, bis sich Dein Laminatboden wellt. Er ist weg, durchgebrannt, ein Arsch der nur mit seinem Schwanz denken kann und Du hättest ja so recht gehabt und überhaupt. Du bist sozusagen seit Jahren bereit zur Übernahme und krempelst schon die Ärmel hoch, da sagt sie plötzlich “Du, Dein Freund, der Sebastian.. ist der eigentlich noch solo?”. Und in genau dem Moment wünscht Du dir die Hexenverbrennung zurück.

Aber weil Du ein echt netter Kerl bist….
…bist Du ihr Trauzeuge, wenn sie nächste Woche Sebastian heiratet.

Deine Exfreundinnen, die sich für kurze Zeit in einem Anfall von Mitleid (und weil barmherzige Hilfsorganisationen gerade “in” waren) in Dein Leben verirrt haben, reden ausnahmslos nur Gutes über Dich. Und zwar, dass Du zärtlich, verständnisvoll und ein guter Zuhörer bist und immer für sie da warst, wenn sie Dich brauchten. Und dass Du natürlich der beste Partner bist, den eine Frau sich wünschen kann. Doch den Satz “Du bist mein bester Kumpel und der einzige, der mich wirklich versteht!” hast Du so oft gehört, dass Du inzwischen das Copyright darauf haben müsstest. Auf die Frage, warum sie Dich dann verlassen haben, sagen sie, dass sie es selbst nicht wissen und es wahrscheinlich irgendwann bereuen werden… Alle Welt denkt jetzt, dass Du eine riesengroße Niete im Bett bist. Du bereust, dass Du in eurer Beziehung deine Sado-Maso-Fesselphantasien aus Rücksichtsnahme nicht ausgelebt hast.

Aber weil Du ein echt netter Kerl bist… bist Du auch nach der Trennung noch zärtlich, verständnisvoll, ein guter Zuhörer und immer für sie da (auch wenn Dir im Unterbewusstsein irgendwie klar ist, dass sie so nicht wirklich etwas verloren haben und Du einfach nur blöd bist).

In der Disco führst Du oft lange und ernste Gespräche mit Frauen. Du hast Ihnen nach einer hitzigen Tanzphase ein Glas Wasser gereicht und Ihnen Komplimente über ihre Ausstrahlung und ihre Ohrringe gemacht. Jede ist beeindruckt von Deiner Intelligenz, Deinem Wissen, Deinem Humor und Deiner zurückhaltenden Art. Sie freut sich über Dein Interesse an dem was sie tut und was sie bewegt. Alle anderen Männer, die sie sonst ansprechen würden, seien nämlich nur auf das Eine aus. Wenige Minuten später verlässt sie mit dem dubios aussehenden Typen, der eure Unterhaltung mit den Worten “Du hast einen geilen Arsch! Kommst Du noch mit zu mir?” unterbrochen hat, die Disco.

Aber weil Du ein echt netter Kerl bist… fährst Du ihr hinterher und wartest vor dem baufälligen Plattenbau in einer Gegend, in der Du nicht mal einer 80jährigen Nonne über den Weg trauen würdest, dass sie wieder heraus kommt. Im Morgengrauen verlässt sie mit verheultem Gesicht und zerrissenen Klamotten panikartig das Gebäude. Du fährst das zitternde Häufchen Elend nachhause und sie verspricht dankbar, sich bei Dir zu melden. Ca. 10 km Rückweg vergehen, bis Dir klar wird, dass ihr eure Telefonnummern gar nicht ausgetauscht habt.

Du hast Dich wieder erkannt? Du sitzt vor dem Bildschirm und rufst seit 10 Minuten “Ja, genau! Aber WARUM ist das so?”

Grund 1: Jemand, der einer Frau zu jeder Tages- und Nachtzeit so gut zuhören kann wie Du, ist selten. Und das ist Dein Todesurteil, denn um es mal mit den Worten einer Bulemikerin auszudrücken: “Ich esse nie dort wo ich kotze”. Das heißt für Dich, dass sie zwar gerne ihre Sorgen bei Dir ablädt, sich ihren Spaß aber woanders und nicht bei Dir – ihrer seelischen Müllhalde – holen wird.

Grund 2: Nette Männer sind langweilig. Sie verbreiten nicht dieses prickelnde Versprechen eines aufregenden Marlboro-Man-mit-Drei-Tage-Bart- Abenteuers. Frauen sind Pferdeflüsterinnen; sie wollen wilde Hengste zähmen und nicht auf dem Pony-Karussell reiten.

Grund 3: Frauen wissen nicht, was sie wollen und sind dankbar, wenn ihnen jemand die Entscheidung abnimmt. Männer wie Du, die Ihnen alle Wege offen lassen und ihnen signalisieren “Es wird so ausgehen, wie Du es magst, ich werde all das tun was Du sagst, ich werde da sein, wenn Du nach mir fragst” werden leider auch irgendwann fragen müssen “Äh…Wo willst Du hin?” wenn ihre Angebetete mit dem Kerl abzieht, der ihr sagt “Du willst mit mir ins Bett, gib es zu!”.

Grund 4: Wohl der entscheidende Faktor ist die Tatsache, dass irgendwo in dem großen Buch der menschlichen Geschichte verankert ist, dass nette Männer nicht mit netten Frauen zusammen kommen dürfen. Anscheinend ist das ein physikalisches und psychisches Polaritätsproblem, vergleichbar wie bei einem Magneten. (+) und (+) stoßen sich nun mal ab. Was bedeutet das also für Dich? Werde ein rücksichtsloses Arschloch, dem die Gefühle einer Frau völlig an den Sackhaaren vorbeigehen.

Aber weil Du ja ein echt netter Kerl bist… wirst Du weiterhin Deiner Linie treu bleiben und darauf hoffen, dass sich irgendwann die physikalischen Gesetze ändern

nett is’ nix für’s Bett

… oder warum nette Jungs bei Frauen nicht landen können

Ein Freund erzählte mir kürzlich, daß er sich mit einer wundervollen Frau verabredet hatte. Und Max, so ist sein Name, erwartete einen ebenso wundervollen Abend. Mit einer Frau, hinter der er schon eine halbe Ewigkeit her war. Deren Wagen er regelmäßig in die Waschstraße fuhr und für die er im letzten Frühjahr sogar die Wohnung gestrichen hatte. Eine Frau, die noch nie mehr zugelassen hatte als eine flüchtige Umarmung zur Begrüßung und zu der mein freundschaftlicher Rat “Laß die Finger von der, die macht dich nur unglücklich” paßte wie die Faust aufs Auge.

Am Tag nach dem Date erzählte mir Max Einzelheiten: Schickes Restaurant, Kino und Discobesuch, danach fuhr er sie nach Hause, sie lud ihn noch zu einem Schlummertrunk ein. Und wie’s halt immer so ist: Sie erzählten die ganze Nacht hindurch, und schließlich hatte er soviel getrunken, daß es unverantwortlich gewesen wäre, sich noch ans Steuer zu setzen. So kam es, daß er bei ihr übernachtete. “Es war fast perfekt”, schwärmte er mir vor. Nur eine Kleinigkeit fehlte zu seinem Glück: Sie hatten keinen Sex. Er schlief nicht einmal im gleichen Bett mit ihr. Was war passiert ? Die Antwort habe ich schon gegen: Nichts !
Statt einer von Max langersehnten Liebesnacht erfuhr der arme Kerl die schlimmste Kränkung, die aus dem Munde einer Frau nur kommen kann. Sie besteht aus vier kleinen Worten: Du – bist – echt – nett. Den folgenden Satz beginnt frau dann immer mit “Aber”. Daran schließt sich ein Lobgesang auf den gerade abservierten Mann an.
Hört mann den Nett-Satz, kann er sich sämtliche sexuellen Phantasien mit ihr für immer abschminken, gar nicht zu sprechen von der Aussicht auf eine längere Beziehung. Schlimmer aber noch: Er wurde degradiert zu einem Mann zweiten Ranges, zu einem sogenannten “guten Freund”. Das gleicht einer Verbannung, weil jeder Mann nach diesem Satz genau weiß, daß er den ersehnten Status des Sexual- und Lebenspartners nie mehr erreichen wird.

Aber wie fängt das ganze Elend überhaupt an ? Im Vorfeld des “Du-bist-nett”-Satzes lernen Frau und Mann sich kennen. Er ist gerne mit ihr zusammen, und ihr geht’s genauso. Mann denkt:”Wow, was für eine tolle Frau.” Frau denkt:Man, der ist echt nett. Aufgepaßt ! Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Attribut “nett” noch positiv zu werten. Ein gedachtes “nett” im Kopf einer Frau hat noch lange nicht den Stellenwert, den es bekommt, wenn das verdammte Wörtchen in der Gegenwart des betroffenen Mannes ausgesprochen wird. Noch gibt es also die Möglichkeit, daß ihre Meinung sich ändert und an die Stelle des “nett” starkes Herzklopfen tritt. Wenn das besagte Wörtchen aber seine Halbwertzeit verliert, hat der Mann verloren. Wie man daran sieht, ist es also wichtig, mehr als nur die letzten 24 Stunden einer Nicht-Beziehung zu betrachten, um das männliche Scheitern nachvollziehen zu können. Noch wichtiger ist aber die Charakteristik des verschmähten Mannes. Und dabei wird sich schnell herausstellen, daß es oft der gleiche Typ Mann ist, dem die “Nettigkeit” immer wieder an den Kopf geknallt wird.

Was sind diese armen Würstchen nun für Männer ? Max z.B. ist dunkelhaarig, über 1,85 Meter groß und wiegt mindestens 80 Kilo. Ergo: Am äußeren Erscheiningsbild kann’s nicht liegen. Es müssen also andere Eigenschaften sein, die einen netten Mann für immer verdammen. Eine kleine Umfrage in meinem weiblichen Freundeskreis gibt Aufschluß: Das Weichei (so nenn frau ihn gerne) gehört in das Leben einer jeden Frau. Und keine möchte auf ihr Weichei verzichten, denn frau kann nie wissen, wann wieder eine Selterskiste geschleppt oder die Wohnung renoviert werden muß. Ja, das sind die Weicheier: Hilfsbereit ! Natürlich ist jeder von uns mehr oder weniger hilfsbereit und höflich dem zarten Geschlecht gegenüber, aber man sollte es nicht übertreiben. Es ist eben schon ein kleiner Unterschied, ob man einer Frau in den Mantel hilft oder ihr drei Selterskisten in den den vierten Stock rauf schleppt. Und der Unterschied besteht nicht nur aus 54 Treppenstufen und einem Gewicht von 27 Kilo Flüssigkeit. Diese bedingungslose Hilfsbereitschaft ist wohl in der Kindheit verwurzelt. Ich kann mir gut vorstellen, wie Maxens Mutter ihrem Sohn immer wieder einbleute, im Bus älteren Damen seinen Sitzplatz anzubieten. Seitdem überkommt den armen Max beim Anblick einer Frau scheinbar sofort die Assoziation des hilflosen Wesens. Nur hat er dabei vergessen, daß er mit der alten Frau aus dem Bus wahrscheinlich nie ins Bett gehen würde. Jedenfalls hat der arme Max weder mit der alten Frau aus dem Bus noch mit seiner Angebeteten Sex. Statt dessen spielt er ihr das Hündchen. Und seine Flamme genießt das. Schließlich ist so ein zweibeiniges Hündchen sehr wohltuend. Zum Beispiel, wenn das weibliche Ego mal etwas angekratzt ist: Wer wird nicht gerne angebetet ? Eine Gegenleistung ist allerdings nicht zu erwarten. Und Sex mit Max kommt schon garnicht in Frage. Schließlich ist Sex mit Tieren in Deutschland verboten.

Dabei ist das Weichei grundsätzlich keine Vogelscheuche. Also durchaus einer, mit dem sich frau sehen lassen kann. Seine Geschlechtsgenossen mögen ihn, weil er für sie keine Konkurrenz ist. Die Frauen mögen ihn, weil er so verständnisvoll ist und sie stundenlang mit ihm quatschen könne. Über ihre Beziehungen zu anderen Männern. Oder weil er so witzig ist. Oder im schlimmsten Fall beides ! Vielleicht sehen sie ihn aus diesem Grund auch als asexuell an. Wer möchte schon mit seinem Psychotherapeuten schlafen ? Oder mit Typen wie Didi Hallervorden ins Bett gehen ? Der wichtigste Weichei-Charakterzug ist aber, daß er aus weiblicher Sicht nicht eigentlich männlich ist, und das macht ihn langweilig. Und langweilig ist in der Frauensprache das Synonym für nett.

Ein anderer Bekannter von mir, Kai, ist übrigens genau das gegenteil von Max. Mit ihm wollen die Frauen immer ihre Matratze teilen. Eigentlich kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der Kai mal alleine geschlafen hat. Mir völlig unverständlich, denn ich kann nicht sagen, daß er einen besonders netten Eindruck macht. Klar kann er charmant und witzig sein, aber nur, wenn’s dem Aufriß dient. Und faul ist er obendrein ! Alle seine ehemaligen Freundinnen haben Oberarme wie Arnold Schwarzenegger, weil sie nicht nur ihre eigenen Selterskisten in den vierten Stock schleppen mußten, sondern auch noch seine Bierpacks.

Tja, und der gute Max ? Im Grunde bleibt dem Mann nichts anderes übrig, als selbst Hand an sich zu legen. Sprich: Weg mit dem Weichei-Image. Nun ist es nicht leicht, sich zu ändern. Wenn man aber nur die Wahl zwischen einer Metamorphose und Askese hat, sollte einem die Entscheidung nicht schwer fallen. Da die Frauenwelt offenbar “unausstehlich” mit “männlich” gleichsetzt und auf die harten Kerle abfährt – sollen sie sie haben ! Zwei Punkte sind dabei ganz wichtig. Erstens: Man darf die Angebetete nie merken lassen, daß sie die einzige wirklich wichtige Frau ist. Deshalb umgibt sich der kluge Mann immer mit anderen, natürlich möglichst gutaussehenden Frauen. Nicht zuletzt um den Anschein zu erwecken auf dem Beziehungsmarkt heißbegehrt zu sein. Und zweitens muß unbedingt der Leitapruch verinnerlicht werden: “Willst du was gelten, mach dich selten.”

Sehr eindrucksvoll kann dieses Motto umgesetzt werden, wenn man sich verabredet und dann das Date kurzfristig unter einem fadenscheinigen Grundwieder absagt. Fatal wäre es, wenn die Frau den Termin cancelt, bevor es der Mann tun konnte. Auch wenn man anschließend den ganzen Abend vor dem Fernseher sitzt, sich die tausendste Wiederholung von “Enterprise” anschaut und immer an sie denken muß: Hart bleiben! Klingelt das Telefon und die Frau der Träume ist am anderen Ende, weiß man genau: Gewonnen !

Also, immer dran denken: Nie wieder verständnisvolle Gespräche, die sich über Stunden ziehen. Nie wieder Angebote, beim Umzug zu helfen oder die koplette Wohnung zu renovieren. Und speziell ein Ratschlag für Max: Fahr sie nach dem nächsten Date nicht mehr bis an die Haustür, sondern setzte sie an der nächsten Bushaltestelle ab. Und vor allem: Ruf sie nie wieder an ! – Webfundstück ohne Quelle…

Cats Gedankenwelt: Virenabwehr im Realitätscheck

Foto: privat
Foto: privat

Die Grippe- und Erkältungswelle rollt und mit ihr kommen Abertausende von Ratgeberseiten in Magazinen und im Internet, wie man sich vor diesem Feind des eigenen Wohlbefindens schützen kann. Es soll ja jeder seiner Gesundheit Schmied sein – aber kann man sich wirklich vor jedem Virus schützen?

„Vervirt ist das Volk!“ sollte zum neuen Leitspruch dieses Winters (oder was mal einer werden sollte) erklärt werden. Wirklich – kaum ein Raum, eine Straßenbahn und nicht mal eine Arztpraxis, wo gerade kein unsichtbarer Feind der menschlichen Leistungsfähigkeit herumschleicht. Und dann noch so klein, dass man ihn selbst in großen Mengen nicht mit bloßem Auge erkennen kann. Tsss, Viren sind ja solche Feiglinge! Selbstverständlich gibt es auch viele kluge Menschen, die in vielen klugen Ratgebern viele kluge Tipps auf Lager haben, wie man erfolgreich einen Guerilla-Krieg gegen diesen heimtückischen Gegner führt. Grund genug, die am häufigsten auftauchenden Strategien einem kurzen Realitätscheck zu unterziehen.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Armer Valentin

Foto: Katherina Ibeling
Foto: Katherina Ibeling

Kaum ist Weihnachten vorbei und es sind einige Wochen vergangen, da klingeln bei den Blumen- und Süßwarenhändlern wieder die Kassen. Genaugenommen in jeder Branche, die bereits im Januar verkündet: „Vergessen Sie nicht! Am 14. Februar ist Valentinstag“, oder: „Schenken Sie Liebe“. Aber kann man Liebe wirklich in Konsum ausdrücken? Und ist es vor allem nicht ein wenig makaber, den Tag der Liebe ausgerechnet auf ein Datum zu legen, wo der Namensgeber als Märtyrer hingerichtet wurde?Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Die (alltägliche) Wutprobe

Foto: Katherina Ibeling
Foto: Katherina Ibeling

Zu den beliebtesten guten Vorsätzen gehört auch der, einfach im neuen Jahr ein wenig netter, freundlicher, hilfsbereiter und höflicher zu werden. Das misslingt manchmal aber gewaltig. Einerseits, weil die Umwelt nicht mitspielt und man spätestens nach ein paar Wochen frustriert einsehen muss, dass andere offenbar das Ziel haben, sich noch eine Spur unfreundlicher, indiskreter und rücksichtsloser zu verhalten. Andererseits, weil zwar in jedem Menschen etwas Gutes steckt, aber längst nicht jeder zum absoluten „Gutmenschen“ taugt. Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Aussteigen!

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Paula Modersohn-Becker: Schützenfest mit Karussell II, 1904, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen

Manchmal dreht sich bei uns allen das Gedankenkarussell zu schnell und wir rutschen in eine Negativspirale hinein, aus der wir schwer wieder herauskommen. In diesem kleinen Prosagedicht habe ich einen solchen Moment aufgefangen …

Aussteigen – ein innerer MonologWeiterlesen

Cat fragt: Kein Plan, kein Bock?

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Foto: Privat

Ich nehme an, wir alle kennen das: Man steht auf, versucht, seinen Tag einigermaßen sinnvoll zu gestalten, doch irgendwie will nichts so recht klappen. Der Grund, warum man gerade einfach nicht kann oder will, ist eindeutig und platt – man hat manchmal einfach keinen Bock! Ja, vielleicht ist heute einer dieser typischen „Kein Bock“-Tage, bei denen sich kaum etwas machen lässt, außer zu warten, dass sie vorbei gehen.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Liebe im Zeitraffer

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Zeitraffer – Foto: Boris Klein

Dass Zeit sich in der eigenen, subjektiven Wahrnehmung verdichten und einem viel kürzer vorkommen kann, als sie tatsächlich ist, stellen viele Menschen fest, wenn aus Freitag auf einmal wieder Montag wird oder aus Urlaub ein ganzer Berg Arbeit, der sich inzwischen angesammelt hat. Doch nicht nur alltägliche Aufgaben und „pflichtlose“ Stunden geben sich in diesem strammen Rhythmus die Klinke in die Hand – auch die Liebe auf Entfernung erfährt so eine rigide Taktung.Weiterlesen

Cat fragt: Lebensmittel – was sind sie wert?

Supermarkt - Obst - Foto: Judith Herbst
Supermarkt – Obst – Foto: Judith Herbst

Jeder tut es. Jeden Tag, mehrmals. Auch mal zwischendurch, wenn es die Zeit erlaubt. Es ist eine Art Lebensmittelpunkt, ein grundlegendes Bedürfnis. Die Rede ist vom Essen, das aber häufig, zumindest finanziell gesehen, zur Marginalie verkommt. Hauptsache billig? Was es mit der Discounteritis auf sich hat und ob sie wirklich immer ein Vorteil ist … nun ja, eigentlich möchte ich das ja von euch wissen ….
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Cats Gedankenwelt: Eine Bahnsinns-Geschichte – Meine Abenteuerreise mit der Deutschen Bahn

Bahn_Cats GedankenweltEine
Bahnsinns-Geschichte

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erleben. Ohne die öffentlichen Verkehrsmittel gäbe es dabei nicht nur einen Massenstau auf den Autobahnen, sondern auch viele lustige, tragikomische, rührende und absurde Geschichten weniger zu erzählen. Hier gibt es einen kleinen Einblick in meine lange Karriere als Bus- und Bahnfahrerin.  Weiterlesen

Cat antwortet: „Just friends“- geht das gut?

In Hollywoodfilmen geht sie nie gut, die einfache Freundschaft zwischen Männern und Frauen. Doch wie ist das eigentlich im „normalen“ Leben? Funktioniert Freundschaft zwischen den Geschlechtern so ganz ohne sexuelle Zwischentöne? In dieser „Cat’s Couch“- Ausgabe gibt es eine Reihe gedanklicher Ansätze, wie es gehen kann.

Es gibt bereits seit der Antike verschiedenste Arten erotisch motivierter und nicht-erotischer Liebe. Eine davon ist philia, eine Form freundschaftlicher Bindung, die ohne sexuelle Anziehung auskommen soll, ebenso wie die familiäre Liebe und das Prinzip der Nächstenliebe. In der Antike galt die philia allerdings immer als Freundschaft unter Männern (das, was man heute als „beste Kumpel“ bezeichnen würde) und Frauen waren aus diesem Konzept von vornherein ausgeschlossen. In Hollywood funktioniert das übrigens auch (fast) nie. Auch im „echten Leben“ birgt eine nicht sexuell motivierte Freundschaft zwischen den Geschlechtern – und bei Menschen mit bi- und homosexueller Orientierung auch manch gleichgeschlechtliche Bindung – den einen oder anderen Fallstrick. Was einen zur aktuellen Leserfrage bringt.

Ricarda fragt: Warum sind Freundschaften zwischen Männern und Frauen eigentlich immer so schwierig?Weiterlesen

Cat antwortet: Das nicht ganz so stille Örtchen

Hin und wieder flattert doch mal eine Leserfrage bei mir rein, hier oder über Facebook. Weiter so – und gerne mehr davon! In diesem Blogbeitrag geht es um eine Frage, die sich vermutlich viele Männer schon so oder so ähnlich gestellt haben …

Maiko fragt: Wie kommt es eigentlich, dass so viele Frauen mindestens zu zweit auf die Toilette gehen?

Hallo Maiko,

die Frage habe ich mir tatsächlich schon öfter selbst gestellt, wenn ich mit einer gemischten oder einer Mädelsclique unterwegs war. Genau, wie viele Frauen gerne mal im Rudel zu den Waschräumen pilgern, um dem Gott des Badporzellans zu huldigen, gibt es eben genau so viele, die das nicht oder ungerne tun. Ich gehöre normalerweise eher zur zweiten Sorte. Aber wenn mich eine Freundin erster Sorte fragt: „Kommst du mit aufs Klo?“, komme ich dann doch oft mit – und wenn nur, um sie nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich denke mir dann, sie wird schon ihre Gründe haben, und meist haben wir Mädels die auch. Sogar ganz schön viele und überraschend pragmatische.

  1. Alleine in der ellenlangen Kloschlange in der Disco, der Kneipe oder auf einem Festival stehen, ist einfach viel zu langweilig!

Dass die Schlange vor dem Damenklo gerne mal „etwas“ länger ist als die bei den Männern, ist eine Tatsache und eigentlich überall beobachtbar, wo es öffentliche Toiletten gibt. Wenn man also niemanden Bekanntes hinter oder vor sich in der „längsten Schlange der Welt“ (siehe mit Augenzwinkern auch dieses Video …) hat, kann das zu einem Unwohlsein und auch zu erheblicher Langeweile führen. Und ja, eine halbe Stunde und länger anstehen ist keine Seltenheit bei manchen Locations!

  1. Man muss später eh ewig anstehen, dann kann man ja jetzt schon gehen …

Gleiche Situation, ähnliches Tatmotiv. Die Erfahrung auf größeren öffentlichen Veranstaltungen lehrt uns eben, dass es, wenn man dann wirklich dringend muss, schon fast zu spät sein kann!

  1. Unter Mädels“ lassen sich gut Waren und Infos austauschen.

Nein, keine Drogen und auch keine vertraulichen Informationen aus der Weltpolitik oder von der NSA. Sondern solche basalen Dinge wie eine Haarbürste (mit der man ungerne direkt neben seinem Drink rumfuchtelt), Tampons (nein, definitiv kein Thema für eine gemischte Runde … ), oder den Namen des Typen an der Bar, der gerade so frech und sexy rübergelächelt hat …

  1. Peinliche oder anderweitig befremdliche Szenen lassen sich so verbergen.

Die Damentoilette ist ein intimer Schutzraum für Frauen, denen in irgendeiner Weise eine peinliche, zwiespältige oder anderweitig unangenehme Situation droht. Dort passieren die Dinge, die im Rest des Clubs oder der Partyräume nie jemand zu sehen bekommen soll. Es wird sich ausgekotzt (verbal über den Ex-Freund oder auch ähm … im wörtlichen Sinn), geheult wie ein Schlosshund und dann wieder getröstet. Frauen fetzen sich aus Eifersucht, werfen sich die schlimmsten Dinge an den Kopf, oder vertragen sich emotions- und tränenreich nach einem vorherigen Wortgefecht. Frei nach der Devise: Ein Raum der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten … Böse Zungen könnten auch behaupten: Der Club ist ein Irrenhaus, und das Damenklo die Zentrale.

  1. Der gemeinsame Klogang ist ein soziales Ritual.

Die Waschräume sind eigentlich, alles in allem, viel mehr als ein reiner Nebenschauplatz. Sie sind ein Ort des sozialen Austausches, der Solidarisierung oder kleinerer Catfights. Sitzt ein Mädchen vor Liebeskummer heulend am Boden, wird sicher ein großer Teil der Kloschlange hilfreich mit Trost, Aufmunterung und Taschentüchern zu Hilfe springen. Nicht zu vergessen, das gemeinsame Schimpfen über unsensible Ex-Lover, Aufreißer und alle Gefühlslegastheniker dieser Welt. Auf der Toilette und im Vorraum gehört es auch zum guten Ton, schwesterlich Mascaras und Haarspraydosen auszutauschen, sich ehrliche Komplimente über Outfit und Styling zu geben oder einfach zu sagen. „Dein Lippenstift ist verschmiert“ oder: „Dein Schild hängt aus der Hose.“ Hier können Frauen auch das tun, was aus Korrektheit „draußen“ nie tun würden – zum Beispiel laut über die Neue des eigenen Ex lästern. Steht genau die zufällig auch in der Schlange, gibt es einen kleinen Catfight, mit oder ohne Einigung – ein bisschen Schwund ist eben immer.

Ich hoffe, deine Frage damit – wenn auch mit kleinem Augenzwinkern – ausreichend beantwortet zu haben und freue mich auf weitere spannende Leserfragen!

Cat’s Couch: Strangers in the night

Foto: Katherina Ibeling
Foto: Katherina Ibeling

Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen.

Hin und wieder wundert ihr euch sicher über uns, liebe Männer. Oder ihr fühlt euch gar missverstanden oder zu Unrecht einer Sache beschuldigt, die ihr gar nicht erst im Sinn hattet. Zum Beispiel, wenn ihr in den späten Abendstunden durch eine Straße geht, nicht die nächste Bushaltestelle findet, geschweige denn die Abfahrtszeiten wisst. Nicht mal die genaue Uhrzeit kennt ihr gerade, und das alles zusammen ist ein echtes Problem. Ihr müsst nämlich dringend den nächsten Bus bekommen, könnt aber nichts auf dem Smartphone nachschauen, weil der Akku selbst zum Piepen zu leer ist. Sowas nennt man dann wohl ein Dilemma – oder eine „Junger Mann in Nöten“-Situation. Da kommt euch eine junge Frau mit einem Rollkoffer entgegen, die recht zielstrebig in eure Richtung geht. „Die könnte ich fragen“, denkt ihr vielleicht und sprecht sie mit einem freundlichen „Hallo“ oder „Entschuldigung“ an. 

Dame mit Rollkoffer, den Zug ereilend - Illustration: !so?
Dame mit Rollkoffer, den Zug ereilend – Illustration: !so?

Zu eurer Irritation hat die junge Dame aber gar keine Lust, euch als edle Ritterin den Weg zu weisen oder euch nur Stunde und Minute zu nennen, und schaut euch mit einem Blick tiefsten Misstrauens an. Ja, sie wechselt vielleicht sogar die Straßenseite. Wenn ihr Glück habt, bleibt sie mit einem großen Sicherheitsabstand stehen und schaut euch sehr kühl und abschätzend an. „Hallo, kann ich weiterhelfen?“ Es scheint ihr aber unangenehm zu sein. Euch kommt das mehr als komisch vor. Habt ihr etwas falsch gemacht, wirkt ihr bedrohlich? Um das Rätsel aufzulösen: Die Frau mit dem Rollkoffer könnte ich sein, wenn ich sonntags spät in meiner Arbeits- und Wochenwohnstadt ankomme. Ihr wirkt übrigens nicht bedrohlich und habt auch nichts falsch gemacht, das Bedrohliche kommt rein aus der Situation heraus. Ihr seid allein mit einer Frau (zum Beispiel mir) auf einer spärlich beleuchteten Straße und ihr seid fremd. Das macht euch gefühlt zu einem Sicherheitsrisiko. Selbst dann, wenn ihr gar nichts Böses im Schilde führt. In den allermeisten Fällen habt ihr dieses Unwohlsein (Angst wäre zu viel gesagt) nicht bewusst provoziert, viele von uns Frauen haben nur schon als junge Mädchen gelernt, euch, dem fremden Mann auf der Straße, mit Misstrauen zu betrachten. Um euch ein wenig Einblick in die manchmal irrationalen Ängste mancher Frau zu verschaffen, bitte ich euch, liebe Männer, nun darum, euch in die folgende Geschichte hineinzufühlen.

Du steigst aus dem Zug, wuchtest den Koffer die Treppen hinunter und ziehst ihn durch die belebte Bahnhofshalle nach draußen. Dort ist es kalt und stockduster, wären da nicht noch die Lichter von den Geschäften und Imbissbuden. Die Lichter tun dir gut, sie geben dir Sicherheit, Weitblick und machen dich sichtbar und so unangreifbar. Dein nächster Blick geht zum S-Bahn-Fahrplan. Die nächste Bahn erst ein 26 Minuten – verdammt. „Ich gehe zu Fuß“, beschließt du, „es sind ja nur zehn bis fünfzehn Minuten.“ Auch, wenn dir nicht ganz wohl dabei ist, aber du hast ja bereits als Kind und Jugendlicher gelernt, wie man Pöblern, sexuellen Übergriffen und anderen kriminellen Machenschaften aus dem Weg geht. Also durchatmen und los. Deine Schritte führen dich zunächst eine – inzwischen kaum befahrene- Hauptstraße entlang. Mehrere hundert Meter sogar. Es kommt dir zwar gerade keiner entgegen, aber du kannst deine eigenen Schritte hören, als du deinen Weg fortsetzt. Auf lautes oder unpraktisches Schuhwerk hast du schon verzichtet – man kann damit einfach so schlecht weglaufen, wenn wirklich mal Not am Mann ist. Das haben dir schon immer deine Großeltern und Eltern eingeschärft, dass Schuhe entweder gute Waffen sein müssen oder zum Rennen geeignet, wenn Gefahr droht. Du hörst ein Fahrrad hinter dir, gehst instinktiv zur Seite, aber so, dass du nicht zu nah an die vergitterten Büsche und das Steintor zu einem großen Gebäude kommst – immer in der Mitte des Bürgersteigs bleiben, lautete die Devise aus Grundschultagen, da kann niemand dich von irgendeiner Seite in die Büsche oder auf die Straße ziehen. Dir kommt jemand im dunklen Mantel entgegen, mit mürrischem Gesichtsausdruck, vielleicht körperlich wesentlich stärker als du. Du greifst nach dem Handy in deiner Jackentasche und straffst die Schultern. In deinem Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs hat du gelernt, dass Handys und eine gerade Haltung potenzielle Angreifer abschrecken. Du gehst an der fremden Person vorbei (nicht ohne sie einmal misstrauisch von oben bis unten taxiert zu haben), lauschst heimlich, ob die Schritte sich entfernen und gehst auf die Ampel zu. „Fast da“, denkst du dir, drückst aufs Knöpfchen und wartest, bis es Grün wird. Der Koffer wird dir langsam schwer zum Ziehen, wenn du rennen müsstest, müsstest du ihn mit allem, was drin ist, stehenlassen. Neben dir tritt eine weitere Person an die Ampel, du musterst sie vorsichtig, sie mustert dich, wenn auch eher gleichgültig, ihr beide geht über die Straße, biegt in verschiedene Richtungen ab. Nun kommt der Teil des Weges, der dir schon immer suspekt war. Die Straße ist menschenleer und nur schummerig beleuchtet. Überall sind Ecken und Winkel, hinter denen jene gefährlichen bis tödlichen Unbekannten lauern könnten, von denen du in der Real-Horrorshow, nämlich in den Nachrichten, immer wieder hörst und liest. Kaum ein Tag vergeht ohne Eilmeldungen über Vergewaltigungen, Raubüberfälle oder sogar Mord. Entschlossen, aber wachsam schreitest du weiter voran. Alles Panikmache, oder? Trotzdem empfindest du es als Risiko und Zumutung, dass der halbe Bürgersteig zugeparkt ist und du ab einem gewissen Punkt zwischen einem Kellereingang und einem Van (hat man dich nicht immer vor denen gewarnt?) hindurchgehen muss. Der Bürgersteig und damit dein Bewegungsradius kommt dir verengt vor, die Alarmglocken läuten Sturm. In diesem Moment erscheint eine fremde Person wie aus dem Nichts aus einem Treppenaufgang in deinem Sichtfeld (war die gerade eben schon da), die du nur durch das Aufglimmen einer Zigarette bemerkt hast. „Guten Abend“, grüßt sie dich freundlich und du erstarrst einen kurzen Moment. Bis du erkennst, dass es nur der Nachbar einige Häuser weiter ist. „Haben Sie mich aber erschreckt!“, entfährt es dir nach einem Moment der Schockstarre und du musst über deine eigene Schreckhaftigkeit lachen. Dann wünschst du einen guten Abend und gehst weiter. Du wuchtest deinen Koffer den Hauseingang hoch und ziehst deinen Schlüssel aus der Hosentasche. Schließlich hast du gelernt, nicht zu lange in dunklen Hauseingängen zu verweilen. Der Schlüssel wird eingesteckt und dreht sich im Schloss, doch dabei schaust du dich noch einmal unauffällig um. Kein Mensch zu sehen. Puh, zum Glück. Du öffnest die Tür mit einem Ruck, gehst so hinein, dass du die Straße noch im Blick hast. Dann Koffer rein, Tür zu. Ein letzter Blick durch die Milchglasscheibe, dann aufs Handy. Du hast für den Weg nur zwölf Minuten gebraucht, er ist dir viel länger vorgekommen.

Warum ich euch das erzähle? Weil das meine allwöchentliche Geschichte ist – mit Variationen. Wenn euch also das nächstes Mal so eine junge Frau mit Rollkoffer des Nachts auf der Straße begegnet und euch anschaut, als wäret ihr eine Gefahr in Fleisch und Blut, seht es ihr nach oder nehmt ihr das Misstrauen. Kommt nicht plötzlich und mit schnellen Bewegungen aus einem Hauseingang oder einer Abbiegung hervor. Stellt euch so ins Licht, dass sie euch erkennen und als harmlos identifizieren kann. Macht euch am besten freundlich, aber deutlich bemerkbar und bewegt euch dabei in ihrem Sichtfeld. Haltet einen Respektabstand und löst euch aus eurer Jungsclique, wenn ihr auf sie zugeht, alles andere löst nur (unnötig) Ängste aus. Vor allem: Nehmt es nicht persönlich. Sie kann nicht anders, als euch erst einmal bedrohlich zu finden. Womöglich hat sie es nicht anders gelernt – nicht im Elternhaus, nicht in den Medien und vor allem nicht im speziellen „Selbstverteidigungskurs für Mädchen“, den mancher Junge ebenso gut gebrauchen könnte. „Strangers in the night“ ist nicht immer romantisch, es kann im schlimmsten Fall auch böse enden – für jeden von uns, Mann oder Frau.

Cat’s Couch: Balance halten

Peder Severin Krøyer - Porträt seiner Ehefrau - 1889
Peder Severin Krøyer – Porträt seiner Ehefrau – 1889

Wir Frauen werden weitgehend nicht nur als das schönere, sondern auch als das weniger egoistische Geschlecht angesehen. Was auch bedeutet, dass man(n) häufig von einem sehr ausgeglichenenen Gegenüber ausgeht – ist das mal nicht so, sind wir „komisch“ oder „drehen ab“. Etwas, das wir Frauen übrigens auch gerne mal einem unbeherrschten Mann unterstellen. Warum Gelassenheit, Selbstbeherrschung und Geduld uns Vorteile bringen – und wann man verliert, wenn man niemals die Contenance verliert.

Geduldig, sanftmütig, ausgeglichen und in allem ein wenig gemäßigter als unsere männlichen Zeitgenossen, so war das Idealbild von Frauen, seit Bücher geschrieben wurden. Machtmenschen, Krieger, Abenteuer, Eroberer in der Geschichte – fast alles Männer. Mit glanzvollen Ausnahmen wie Nofretete, Cleopatra, oder aber auch den allein herrschenden Königinnen in England. Es geht hier nicht darum, Krieg, Größenwahn oder Risiken über alle Maßen hinaus in den Himmel zu heben. Fakt ist nur: Lange Zeit wurde unsere Menschheit mehr oder weniger bewusst in Rollen unterteilt, die maßgeblich davon abhingen, ob man nun ein nach außen oder nach innen gestülptes Geschlechtsteil zwischen den Beinen trug, Kinder zeugte oder austrug oder eben mit Waffen Tiere jagte oder nicht. Fakt ist auch, ohne das nun erst einmal zu bewerten, Frauen wurden seit jeher ein zurückhaltenderer, gemäßigterer Charakter und eine höhere Leidensfähigkeit zugeschrieben, oder sollte man sagen: zugeschoben? Die Frage ist: Stimmt das, oder ist das nur ein Mythos, der einfach nicht aussterben will? Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: First things first!

Das Fest der Liebe und Besinnlichkeit kommt mit großen Schritten näher. Von Besinnlichkeit ist aber nicht viel zu spüren, wenn man sich im Alltag so umguckt. Der Arbeitsplatz und andere teils schöne, teils lästige Pflichten nehmen uns voll in Beschlag – und da sind ja noch die ganzen Geschenke, die man noch nicht hat … Höchste Zeit für einen guten Plan und vor allem klare Prioritäten!

Man kennt diese Tage, die hektisch mit einem kreischend lauten Weckerklingeln beginnen, stressig weitergehen und bei denen man es gar nicht eilig genug haben kann, dass sie endlich vorbeigehen. Die Art von Tag, die man am liebsten unter „ferner liefen“ verbucht und auf die man irgendwann im Bett mit dem Fazit „Tonne auf, Tag rein, Tonne zu“ zurückblickt, bevor der innere Akku einen Nullstand erreicht und der Schlaf einen einhüllt. Bei einigen sind solche Tage und Phasen in der Minderheit, bei anderen in der Mehrheit, doch das typische Gefühl, in einem Zeitkorsett eingeschnürt zu sein, kennen wohl die meisten Menschen. Besonders kurz vor besonderen Anlässen – wie eben zur Adventszeit. 

Es gibt ja so viel zu tun! Wenn eine Firma zum Beispiel über Weihnachten zumacht oder die meisten Angestellten dann Urlaub nehmen wollen, gilt es, vorher möglichst alles Wichtige zu erledigen. Das bedeutet einen Haufen Arbeit und Stress. Manchmal auch Land unter und das Gefühl, in einem Hamsterrad zu sein. Egal, ob man – wie ich – in einem Medienunternehmen mit periodisch erscheinenden Publikationen, in einer Fabrik mit Hochdruckproduktion zur Festtagssaison oder in einem Warenhaus arbeitet, wo die Menschen schließlich ihre Weihnachtseinkäufe erledigen.

A propos Weihnachtsshopping: Schon alle Geschenke beisammen, oder nur den Angstschweiß auf der Stirn, wie und wann man die nur alle besorgen soll? Und schon die Wohnung so dekoriert, dass dort eine vorweihnachtliche Atmosphäre herrscht und Besinnlichkeit einkehrt? Schon etwas Besonderes für die kleinen und großen Kinder zum Nikolaustag vorbereitet? Die Mehrheit von uns hat ihre ganz eigene To-do-Liste, die sie zum „Fest der Feste“ dringend abgearbeitet haben möchte. Schließlich soll alles feierlich, harmonisch und voller Freude sein – ja, geradezu perfekt. Aber sind diese Bemühungen um „die perfekte Weihnachtsfeier“ (klingt beinah wie eine RTL-Kochshow) nicht einfach eine Fortsetzung dessen, was uns ständig im Alltag begleitet: viel Arbeit, Pflicht und natürlich … ja, eine Menge Stress?

Ich gebe es nun einmal offen zu: Ich habe noch kein Geschenk, kein einziges, und ich schäme mich ein wenig dafür – doch irgendetwas wird mir schon einfallen. Beziehungsweise, derzeit ist das Zeitkorsett einfach zu eng, um vom Hauch der Muse ergriffen zu werden. Dazu müsste man erstmal ein paar Momente zum Durchatmen finden. Und dann?

Ich denke inzwischen, dass der Grundsatz „Prioritäten setzen“ ungemein hilfreich sein kann, wenn man vor lauter Brettern vorm Kopf und Tannenbäumen im Wald nicht mehr recht geradeaus schauen kann. Was ist wirklich noch nötig, um ein bestimmtes Ziel im Job zu erreichen? Mit wem und wie möchte ich wirklich meine Festtage verbringen? Was stresst mich derzeit am meisten, und wie kann ich die Situation entzerren? Und wie wichtig ist mir überhaupt, bei allem, was sonst so dringlich und wichtig ist, das perfekte Geschenk am perfekten Weihnachtsbaum? Möchte ich meine Wohnung wirklich aufwendig dekorieren, wenn ich vor lauter Arbeit nur sporadisch nach Hause komme?

Vermutlich bringt eine einfache Kosten-Nutzen-Zeitrechnung all diese Fragen auf den Punkt: Was lohnt sich eigentlich für mich und meine Liebsten – und was nicht? Oder, um es auf einen noch einfacheren Nenner zu bringen: First things first – nicht alles, was dringlich erscheint, ist auch von höchster Wichtigkeit. Das heißt nicht, dass ich nun aufhören werde, Familie und Freunde zu beschenken oder mich bei der Arbeit anzustrengen. Es bedeutet nur, dass einige Dinge dann eben unter „Tonne auf – Verpflichtung rein – Tonne zu“ laufen werden und auch müssen. Zum Beispiel die Dekoration eines WG-Zimmers, das ich nur abends und und wochentags sehe.

First things first bedeutet für mich, nachzudenken und ehrlich zu mir selbst und anderen zu sein. Für mich gibt es nicht das perfekte Geschenk beim perfekten Dinner. Vor allem wünsche ich mir zu Weihnachten und im neuen Jahr drei Dinge: Zeit, die zu meiner freien Verfügung steht; Inspiration, um sie mit dem zu füllen, was mich und die Menschen um mich herum begeistert; und schließlich Liebe, ganz viel Liebe, um gemeinsam mit denen, die mir am Herzen liegen, neue Erinnerungen zu schaffen. Solche Erinnerungen, von denen ich zehren kann, wenn mal wieder „Land unter ist“. Nicht zu vergessen, als vierten Wunsch, die Kraft, an jeder Herausforderung zu wachsen.

Da mir über die Feiertage in einigen Wochen kaum Zeit bleiben wird, einen tiefsinnigen Text über Besinnlichkeit, gute Vorsätze und Prioritäten zu schreiben, wünsche ich damit allen Lesern des „Blauen Ritters“ schon an dieser Stelle eine erfolgreiche und entspannte Weihnachtszeit zu wünschen.

Cat’s Couch: Die (un)heimlichen Freuden des Winters

Caspar David Friedrich: Winterlandschaft (1811)
Caspar David Friedrich: Winterlandschaft (1811)

Sobald es draußen kälter und dunkler wird, scheint es, dass die Stimmung mit den Temperaturen sínkt. Vor allem bei den Wetterfühligen unter uns Frauen. Trotzdem gibt es einige Aspekte, über die sich viele Angehörige des weiblichen Geschlechts wohl freuen dürften – und es zum Teil auch (un)heimlich tun …

„Was für ein tristes Wetter“, „Da fühlt man sich wie im Kühlschrank“, „Ich glaube, ich wander aus“ … Wenn es um das Wetter geht, gibt es derzeit eine Menge zu meckern. Dunkel, kalt, nass, ungemütlich … einfach deprimierend. Ich bin selbst auch eher ein bekennender glühender Fan des Sommers, doch es gibt, wenn man darüber nachdenkt, einiges, was für den Winter spricht. Ein „Best of“ hier.

Sexiness ist Nebensache

Wintersachen müssen vor allem eines sein – warm. Das ist exakt das Kriterium, das zählt. Ob das dann noch schick oder gar sexy aussieht, wird zur Marginalie. Sieht man im Sommer massenweise nackte (und oftmals beneidenswert gebräunte) Haut, sorgt die Kälte doch für eine Art „Körperdemokratie“. Keine Frau will frieren, ob Model-Verschnitt oder Frau Müller von nebenan. Also rein in die dicken Winterstiefel und die Daunenjacke! Auch die Männer haben so endlich mal wieder etwas anderes zu tun, als knackigen Hintern in Hotpants hinterherzuschauen; die frieren nämlich selbst und können viel zügiger und zielorientierter durch die Weltgeschichte spazieren. Weiterlesen

Cat’s Couch: Sendepause, bitte!

Quasselstrippen - Illustration: !so?
Quasselstrippen – Illustration: !so?

Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen.

Bevor ich dieses Mal ins eigentliche Thema einsteige, nämlich Wahrheit und Mythen um Frauen im Dauerredemodus, möchte ich ganz wort- und kommentarlos ein Video der Wiseguys in den (virtuellen) Raum stellen – sozusagen zum „Aufwärmen“. Aus diesem Lied zog ich nämlich erst die Idee für diese „Cat’s Couch“-Ausgabe.

Gabriele Münter_Kind mit Katzen
Gabriele Münter – Kind mit Katzen

Man sagt uns Frauen nach, dass wir einfach nie mal einfach schweigen können. Seit ich gerne und häufig mal heiser bin (unter anderem, weil ein Redaktionsvolontariat viele Gespräche erfordert), fällt mir das auch auf. Wenn sich im Zug eine Clique 16- und 60-jähriger Damen gegenübersitzt und ich mittendrin oder in Hörweite, kann ich mich nicht recht entscheiden, wer eigentlich lauter ist. Da wird gegackert, gekichert und durcheinander geredet, bis der Arzt kommt. Ohne Punkt und Komma. Im Klartext: Ich genieße momentan die Zeit, die ich konzentriert im Büro verbringen kann – man kann sich einfach mal beharrlich eine Stunde lang anschweigen, ohne dass der eine es dem anderen übelnimmt. Oder die Zeit zu Hause in meinem WG-Zimmer, wenn einfach nur noch Ruhe im Karton ist und ich keine Stimmen mehr hören muss.Weiterlesen

Cat fragt: … Und täglich grüßt die Alltagssünde?

Über viele Fragen lässt sich sicherlich streiten – oder zumindest diskutieren. Eine davon stelle ich euch als Kolumnenlesern hier, zum Mitreden und Kommentieren.

Giotto di Bondone - Die sieben Todsünden - Der Neid
Giotto di Bondone – Die sieben Todsünden – Der Neid

Ich komme gerade wie alle ein bis zwei Wochen vom Einkaufen und habe mich wie immer mit den gleichen Ärgernissen auseinandergesetzt, die ich, was die Sache noch ärgerlicher macht, ja eigentlich selbst produziert habe … Wie eigentlich jedes Mal hatte ich meine Zweifel daran, dass wirklich alles in die großen Einkaufstüten passt. Doch wie immer gut kalkuliert – gerade so, dass ich sie noch schleppen kann. Zu Hause angekommen, dann eine Erkenntnis, die mich zu meiner Überraschung immer noch unerwartet trifft: Ich habe mal wieder zu viele Lebensmittel eingekauft. Sinnvoll ist anders, fluche ich innerlich, während ich mein gesamtes räumliches Denken anstrengen muss, um die gekaufte Tiefkühlware in das obere Fach des WG-Kühlschranks zu stopfen. Fehlanzeige – einiges muss wohl unten im Kühlschrank bleiben, oder eher, ich werde es morgen im Betrieb einfach in ein Tiefkühlfach legen und dort für die gesamte Woche vorhamstern.Ja, mein Einkaufsverhalten hat tatsächlich was von einem Hamster, muss ich einsehen. Wenn auch nur bei allem, was essbar ist. Das muss eine lange antrainierte Verhaltensweise sein. Eigentlich habe ich nie etwas anderes kennengelernt als Vorratskäufe. In unserer Familie haben wir den traditionellen samstäglichen Wochenendeinkauf für drei oder mit Oma vier Personen erledigt; mit meinem Freund bin ich immer, als ich noch nicht in einer anderen Stadt arbeitete, alle zwei Wochen zum Großeinkauf mit dem Auto gefahren. Nur Sachen, die sich lange halten, versteht sich – es schien einfach praktischer.

Eigentlich ist das, was ich jetzt mache, total doof und nicht gerade optimiert, wenn ich bedenke, dass eben nur begrenzte Tragkraft zu Fuß und weniger Platz zur Verfügung stehen. Eigentlich, so denke ich manchmal, müsste man es doch nach mehreren Monaten gelernt haben, das eigene Kühlfach einzuschätzen. Leider ist die Macht der Gewohnheit sogar ebenso oft hartnäckiger als jede innere Schweinebulldogge, und so begeht man die eine oder andere Alltagssünde eben wieder … und wieder … und wieder …

Schluss damit! Nächstes Mal kaufe ich keine Tiefkühlgerichte, bevor nicht alle aufgebraucht sind. Na ja, wenn ich mich denn beim nächsten Lidl-Besuch noch an diesen Vorsatz erinnere und mich nicht doch wieder die Gewohnheit im Nacken packt. Was ist eure Alltagssünde, die ihr euch einfach nicht gut abgewöhnen könnt? Ich bin gespannt auf eure Beiträge …

Cats Gedankenwelt: Generation P und das reale Leben

Manche Themen haben einfach nichts mit dem Geschlecht zu tun – zumindest nicht vorrangig. Um diesen Themen Raum zu geben und meine Gedanken mit euch, den „Ritter“-Lesern, zu teilen, gibt es nun die Rubrik „Gedankenwelt“.

Selbstporträt - Anna Stainer-Knittel
Selbstporträt – Anna Stainer-Knittel

Mich faszinieren soziologische Studien. Ich finde es hochinteressant, zu erfahren, in welchem Ausmaß und warum sich der weibliche Teil der Weltbevölkerung oft unwohl in der eigenen Haut fühlt; warum es manchen Männern so schwer fällt, eine mit der aktuellen Zeit vereinbare Identität zu finden und was es mit dem Zusammenhang von Geschlecht, sozialer Herkunft, Äußerlichkeiten und Chancen im Berufsleben auf sich hat. Ich setze mich auch oft und gerne mit der Frage auseinander, was eigentlich mit unserer hiesigen Demographie los ist und was diese Welt zu einer besseren für eine Generation neuer Erdenbürger machen könnte.

Aber „Generation“ ist das eigentliche Stichwort für diesen Ausflug in Cats Gedankenwelt. Es geht um die Generation, der ich angehöre, die sogenannte Generation Y. Alias „die Ypsiloner“ oder „Generation Why“. Um die widersprüchlichen Aussagen – auch von Soziologen – zu unseren Jahrgängen von etwa 1980 bis 1996, in Kürze wiederzugeben: Wir sind anspruchsvoll, aber anpassungsfähig. Egoistisch, aber stille Weltverbesserer. Weltkritisch und doch irgendwie viel zu wenig mutig dabei. Umweltbewusst, aber dabei vollkommen abhängig von Technik. Sprunghaft und unberechenbar, aber dabei doch auf Balance bedacht. Es wird viel über die Generation Y geschrieben, wie auch schon über die Babyboomer, die Generation Internet und die Generation X geschrieben und gesagt wurde und ich ziehe meinen unsichtbaren Hut vor all jenen, die es sich zur (Lebens-)Aufgabe gemacht haben, Milliarden Menschen weltweit in Buchstaben und Kategorien einzuteilen. Ich könnte das nicht, mir wäre das zu anstrengend und, um offen zu sein, viel Sinn sehe ich darin auch nicht.Weiterlesen

Cat’s Couch: Tretminen im Geschenke-Dschungel

Ein süßes Geschenk - Illustration: !so?
Ein süßes Geschenk – Illustration: !so?

Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen.

Viele Männer fragen sich: Was kann ich meiner Freundin oder Frau eigentlich schenken, worüber sie sich wirklich freut? Das ist eine berechtigte und auch wichtige Frage – gerade dann, wenn Weihnachten in wenigen Wochen bevorsteht und die ersten Early-Bird-Shopper schon ihre Geschenkelisten abzuhaken beginnen. Doch auch vor Geburtstagen, Hochzeitstagen und Valentinstag (insofern man ihn denn feiert) kommt die gleiche nervige Frage auf. Natürlich und leider habe ich dafür auch kein Patentrezept, aber ich möchte euch hier ein paar Ideen aufzählen, die meiner Erfahrung nach einfach Bombe sind und andere, die eher im negativen Sinn für eine Bombenstimmung sorgen können. Sprich, Tretminen im Geschenkedschungel, Fallen, wo man(n) doch mal arglos hineintappen kann …Weiterlesen

Cat fragt: Macht autofrei wirklich freier? Sagen Sie ihr die Meinung…

Über viele Fragen lässt sich sicherlich streiten – oder zumindest diskutieren. Eine davon stelle ich euch als Kolumnenlesern hier, zum Mitreden und Kommentieren.

Für mich war immer klar: Solange ich in einer Stadt wohne, wo ich mit Bus und Bahn überall hinkomme, brauche ich kein Auto, höchstens eine Monatskarte als Freifahrtschein für diverse öffentliche Verkehrsmittel. Als ich noch im Vorort einer Kleinstadt gewohnt habe, bei meinen Eltern , konnte ich es kaum erwarten, bis ich endlich meinen Führerschein hatte und mit meinen Freundinnen in die Disco oder zu einer Party gondeln konnte, ohne einen Zugfahrplan zu checken oder mich in schlecht belüftete Nachtbusse zu quetschen. Der Hintergrund war nur: Man hatte beim bestehenden Verkehrsnetz einfach keine Wahl.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Heiler auf vier Pfoten

Manche Themen haben einfach nichts mit dem Geschlecht zu tun – zumindest nicht vorrangig. Um diesen Themen Raum zu geben und meine Gedanken mit euch, den „Ritter“-Lesern, zu teilen, gibt es nun die Rubrik „Gedankenwelt“.

Wissenschaftliche Studien bestätigen, was die Tierhalter unter uns schon lange wussten: Tiere sind sehr sensibel und können echte Heilkünstler sein. Sie können zwar kein ACC Akut von Paracetamol unterscheiden, dafür liegen ihre Talente eindeutig woanders. Durch ihre Bindung zu uns und unser Verhalten spüren sie, wie es uns geht. Ein Beispiel aus dem Leben: Unsere beiden Katzen, Mira und Maya. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – Mira hat schwarzes Fell mit weißem Lätzchen und weißen Pfötchen, eine „Butlerkatze“, nur, dass sie für einen Butler eine Ecke zu fordernd miaut und Füße im Bett jagt. Hartnäckig, resistent gegen Gemecker und vor allem gegen Lärm. Maya ist das totale Gegenteil, eine „Kuhkatze“, weiß mit schwarzen Stellen im Fell. Sie ist eine stille, zurückhaltende Gesellin und erst einmal vorsichtig, mit wem sie sich abgibt. Doch auf mich ist sie so bezogen, dass sie sich sofort zu mir legt, während Mira sich meinen Freund und seinen Schoß als „Übermama“ auserkoren hat (nicht, dass sie mich deswegen weniger anmaunzt, wenn es um das Wesentliche geht …) .Weiterlesen

cat’s couch – Die Schönen und die Biester – Kolumne

Die Schöne und das Biest - 1946 - franz. Verfilmung
Die Schöne und das Biest – 1946 – franz. Verfilmung

Wir Frauen, oder viele von uns, kommunizieren nicht wie ihr Männer. Wir reden nicht wie ihr, benutzen andere Worte und Bilder, um mit unserer Umwelt in Kontakt zu treten. Kurz: Für manche Aliens vom Mars ist es schwierig, mit manchen Aliens von der Venus so etwas wie eine Galaxienfusion zu bilden, um im Star Wars-Jargon zu sprechen. Der Ton unter den Mars-Männern kann so rau sein, dass die Venus-Frauen sofort Abstand nehmen würden; andersherum schüttelt der Mars-Mann beizeiten den Kopf über das biestige Verhalten unter Venus-Frauen. Doch weg von typischen Sinnbildern aus dem Weltall und zurück auf den irdischen Boden der Tatsachen.Weiterlesen

Cat fragt: Second Hand – Hot or Not?

Über viele Fragen lässt sich sicherlich streiten – oder zumindest diskutieren. Eine davon stelle ich euch als Kolumnenlesern hier, zum Mitreden und Kommentieren.

Wenn es um die meisten Kleidungsstücke geht, halte ich es seit einer Weile wie Macklemore – ich besuche am liebsten den nächsten „Thrift Shop“, Flohmarkt oder ein Online-Tauschportal. Macklemore findet in seinem Song: Second Hand ist cool, originell und der Geldbeutel lacht – siehe Videolink.

Für mich ist mindestens alle paar Wochen Schnäppchenjagdzeit, und zwar auf dem örtlichen Flohmarkt am Wochenende. Mein Freund und ich ziehen immer zusammen los, gehen aber später auf Beutezug, weil wir uns da unterschiedlich spezialisiert habe. Ich suche meist den typischen „Weiberkram“: Kleidung, Taschen, Accessoires. Ja, ich finde, Flohmarkt und Tauschhandel können durchaus den Weg ins Gewühl der Kaufhäuser ersetzen, wo immer neu produzierte Waren in recht berechenbarer Anordnung an Ständern und Wühltischen zu finden sind. Auch dem Warten in der H&M-Kabinenschlange kann ich kaum was abgewinnen. Nein, der samstägliche Shopping-Marathon, den viele andere lieben, ist definitiv nicht (mehr) mein Ding. Alles zu groß, zu voll, zu stickige Luft.Weiterlesen

Cat antwortet: Wie viele Bemühungen zahlen sich aus?

Kurz nach Veröffentlichung meines ersten Posts erreichte mich folgender Kommentar von Detlev:

Hallo Cat, ich bin in den goldenen 40ern und und in Deiner letzten Kolumne schreibst Du, dass der Mann sich schon anstrengen muss, um eine Frau heute überhaupt noch zu gewinnen. Ich versuchs immer wieder, Im Supermarkt, in Datingportalen, aber nur tote Hose. Nichts klappt. Also, weise Frau, was ist zu tun?!

Auch wenn ich natürlich nicht hellsehen kann, habe ich mir meine Gedanken zum Thema gemacht. Für Detlev – und alle anderen – hier meine Ideen.

Cat antwortet …

Hallo Detlev,

zunächst fürchte ich, du hast das mit „Anstrengen“ nicht ganz so verstanden, wie ich es gemeint habe. Worauf ich vor allem hinaus will, ist der Appell das „Ritter-Burgfräulein-Schema“ zu überwinden und eine Frau nicht vorrangig als schützenswertes und beeinflussbares Wesen, sondern als Individuum auf Augenhöhe zu betrachten. Ein Beispiel: Wenn ein Mann schon vorsorglich das Einparken übernimmt, wenn seine Frau es kurz danach auch selbst hinbekäme, ist das eine falsch angewandte Höflichkeit. Ach ja, als „weise“ möchte ich mich noch nicht bezeichnen, nur als kommunikativ und logisch denkend.

Nun zu deiner Frage …

Leider erfährt man recht wenig über die generelle Situation – bist du unglücklich verliebt, oder kannst du dich selbst nicht für eine der vielen Frauen erwärmen, die dir täglich über den Weg laufen? Hast du selbst einen bestimmten Typ, den du bevorzugst und bei dem du das Gefühl hast, einfach nicht zu landen? Welche Erwartungen stellst du selbst an die Frauen?

Meiner Erfahrung nach schätzen es viele Frauen, wenn sich ein Mann um sie bemüht – wobei eine allzu bemühte Annäherung auch wieder negativ aufgenommen wird. Klingt widersprüchlich, oder? So kompliziert ist es aber eigentlich gar nicht, wenn man es aus der Nähe betrachtet. Wie auch Männer wollen wir Frauen in unserer Einzigartigkeit respektiert und begehrt werden und das Gefühl haben, dass jemand genau und nur uns kennenlernen möchte. Leider habe ich oftmals den Eindruck, dass einige Langzeitsingles (männlich und weiblich) sich beinah zu sehr anstrengen, um mit aller Kraft einen Partner zu finden – und das leider dann auch nach außen hin ausstrahlen.

Um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich war auch mal so, wollte bereits Typen an mich binden, die gar keine feste Bindung wollten – einfach nicht mehr allein sein und jemanden „fest“ haben. Früher oder später habe ich dann einfach das Singleleben vorübergehend für mich akzeptiert – genau dann kam ich mit meinem Partner zusammen und bin es seit fast sieben Jahren. Unverhofft kommt oft und Partner kann man kaum suchen, nur finden.

Was ich dir damit sagen möchte: Wer jeden Tag mit der Erwartung das Haus verlässt, heute die große Liebe finden zu wollen, oder nur nach einem bestimmten „Beuteschema“ vorgeht, könne blind werden für Gelegenheiten, die sich „einfach so“ ergeben. Ich denke, niemand möchte als „verzweifelter Single“ oder „krampfhaft auf der Suche“ wahrgenommen werden.

Etwas, das ich gerne mache, um zu wissen, wie ich wirke, ist „Spiegeln“. Sprich, ich versetze mich in die Perspektive einer fremden Person und frage mich: Was hältst du von einem Outfit, einem Charakterzug, einer Verhaltensweise? Du kannst ja auch mal ehrliche Freunde fragen, wie du ihres Erachtens nach wirkst, was ihnen auffällt, positiv oder negativ. Manchmal hilft es auch, die eigenen Erwartungen zu prüfen. Sowas wie: Was will ich überhaupt? Ist das realistisch? Ist mein Fokus zu weit/ zu eng?

Du schreibst, dass du in den Vierzigern bist – manche Männer suchen instinktiv, sobald sie selbst älter werden, jüngere Frauen. Das hat auch ganz einfache, evolutionäre Gründe. Der Knackpunkt ist hier: Realistisch ist anders – willkommen im Tagträumerland. Die meisten jungen Damen gehen nämlich nach ähnlich evolutionären Schemata vor – vor allem auf den ersten Blick. Und während man(n) von der 28-jährigen blonden Schönheit aus dem Fitnessclub träumt, übersieht er dann die brünette, durchschnittlich aussehende Dame mit über 35 Jahren, mit der er eigentlich viele Gemeinsamkeiten hätte. Natürlich kann ich nicht beurteilen, ob du zu den Männern gehörst, die so von ihrer Biologie genatzt werden.

Ein Problem für viele Männer könnte sein, dass sie einfach nicht mehr sicher sind, wie sie nun handeln sollen – siehe auch Problematik der „Ritterlichkeit“. Normal könnten sie annehmen, dass Frauen ebenso aktiv Kontakt aufnehmen, wäre da nicht die fehlgeleitete Beeinflussung vieler durch Prinzessinnen und Hollywoodfilme, sodass sie sich kaum Eigeninitiative zutrauen und immer noch meinen, „der Mann muss den ersten Schritt machen“. Die, die aktiv an die Sache herangehen, wollen auch noch eine Herausforderung, selbst Fragen stellen, zum Kennenlernen beitragen.

Da ich keine Kristallkugel zu Hause habe und auch nicht die Datenüberwachung aus den USA bin, kann ich natürlich nicht sagen, welche Tipps hier für dich nützlich sind. Ich würde dir folgende geben:

– Erwarte nicht von jedem Flirt die große Liebe.
– „Spiegele“ dich selbst und vertraue dich guten Freunden an.
– Erweitere bzw. verenge deinen Fokus und trickse dein „Beuteschema“ aus.
– Rege die, denen zu begegnest, auch zur Eigeninitiative an – etwas, das „schnell zu kriegen“ ist, ist oft leider nicht von Interesse.
– Suche erst einmal freundschaftlichen Kontakt – daraus kann, aber muss sich keine Beziehung entwickeln.

Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute! 🙂

Maria Aronov ♣ Utopia ♣ Lyrik

Illustration: Mystic Art Design
Illustration: Mystic Art Design

Durch  das Fenster  der Zukunft zeigt sich sonnig grüne Wiese.

Luftig zart weht  quer  durchs Land eine leichte Meeresbrise.

Jeder Tag trägt  neue  Kleider  und  die Nacht…  – die gibt es nicht.

Poesie malt frohe Bilder, farbenfroh und  voller Licht.

Der Dichter  dichtet Farben,  der Maler setzt sie um

und  verdient sich ohne Zweifel  einen sagenhaften Ruhm.

In dem Wechsel  der Farben  scheint alles leicht und  frei.

Wie die Schmetterlinge fliegen! Und die Blumen  allerlei!

Es ist warm, es funkelt alles. Doch was ist das, das so strahlt?

Sind das uns bekannte Seelen, die der Maler dort  gemalt?

Über den des Dichters Block gleiten  geistige  Gestalten,

ihre Form ist unbeständig, doch verziert mit Diamanten.

Nie wird  hier das Böse weilen,  nur die Menschen, die man liebt.

Eine Welt, die es voller Huld irgendwo in der Ferne gibt.

Cats Gedankenwelt: Die Taube in der Hand und der Spatz auf dem Dach

Manche Themen haben einfach nichts mit dem Geschlecht zu tun – zumindest nicht vorrangig. Um diesen Themen Raum zu geben und meine Gedanken mit euch, den „Ritter“-Lesern, zu teilen, gibt es nun die Rubrik „Gedankenwelt“.

Über Lebenspläne lässt sich streiten. Es gibt „Abenteurer“ und „Weltenbummler“, aber auch „Konservative“ und „Spießer“. Die einen sammeln Gartenzwerge, die anderen Voodoomasken, und die Mehrheit der Bevölkerung, möchte ich vermuten, liegt irgendwo dazwischen. Dabei fechten sie, oder besser wir, jeden Tag von Neuem einen altbekannten Kampf aus: Sicherheit und Routine, oder Freiheit und Abwechslung. Auch hier ist oftmals der Mittelweg, der Kompromiss, die einzig praktikable Möglichkeit, beides zu vereinen.

Es gibt ein Sprichwort, das besonders für Sicherheit und Bodenständigkeit wirbt: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Also: Was man hat, hat man, und sollte damit auch zufrieden sein, statt utopischen Träumen hinterherzurennen. Realistisch bleiben, den Boden der Tatsachen nicht verlassen, um Luftschlösser zu bauen. Doch wie sieht die Welt von diesem Boden aus gesehen eigentlich ganz realistisch aus?Weiterlesen

Cat fragt …das öffentliche Damenklo

Es gibt auch in unserer Zeit noch seltsame Alltagsphänomene, die sich noch nicht eindeutig erklären lassen. Aber dazu haben wir ja nun euch Kolumnenleser – vielleicht habt ihr ja eine plausible Antwort auf diese banalen, aber bisher ungelösten Fragen der Menschheit?

Als Kolumnistin beantwortet man ja gerne mal Fragen von Leserinnen und Lesern. Manchmal ist es aber ganz interessant, das Ganze umzudrehen und die Meinung der anderen einzuholen. Als Einstieg habe ich euch mal einen Videolink rausgesucht, den ihr hier findet.

Jeder und jede, die schon einmal in der Disko, in der Uni zur Mittagspause, am Bahnhof oder an der Raststätte ein dringendes Bedürfnis hatten, kennen das Problem dabei wahrscheinlich. Bis frau endlich eine freie Kabine findet, muss sie schon ganz schön die Blase zusammenkneifen! Und die Männer wundern sich vermutlich, warum die Damenkloschlange dreimal so lang ist wie die vorm Herrenpissoir.Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Die Taube in der Hand und der Spatz auf dem Dach

Manche Themen haben einfach nichts mit dem Geschlecht zu tun – zumindest nicht vorrangig. Um diesen Themen Raum zu geben und meine Gedanken mit euch, den „Ritter“-Lesern, zu teilen, gibt es nun die Rubrik „Gedankenwelt“.

Über Lebenspläne lässt sich streiten. Es gibt „Abenteurer“ und „Weltenbummler“, aber auch „Konservative“ und „Spießer“. Die einen sammeln Gartenzwerge, die anderen Voodoomasken, und die Mehrheit der Bevölkerung, möchte ich vermuten, liegt irgendwo dazwischen. Dabei fechten sie, oder besser wir, jeden Tag von Neuem einen altbekannten Kampf aus: Sicherheit und Routine, oder Freiheit und Abwechslung. Auch hier ist oftmals der Mittelweg, der Kompromiss, die einzig praktikable Möglichkeit, beides zu vereinen.

Es gibt ein Sprichwort, das besonders für Sicherheit und Bodenständigkeit wirbt: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Also: Was man hat, hat man, und sollte damit auch zufrieden sein, statt utopischen Träumen hinterherzurennen. Realistisch bleiben, den Boden der Tatsachen nicht verlassen, um Luftschlösser zu bauen. Doch wie sieht die Welt von diesem Boden aus gesehen eigentlich ganz realistisch aus?Weiterlesen

Die Kleiderschrank-Krise – Cat’s Couch

Kleiderschrank - Illustration: !so?
Kleiderschrank – Illustration: !so?

Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen.

Viele Männer kennen das Problem – da will man(n) los zu einer Party und ist eigentlich eh schon zu spät, weil einer von beiden mal wieder zu lange im Bad gebraucht hat. Dann betritt er das Schlafzimmer, sieht seine Freundin oder Frau immer noch (halb-)nackt vor dem Kleiderschrank stehen, vielleicht auch vor einem riesigen Klamottenberg. Sie schaut ihn an und klagt: „Ich habe einfach nichts zum Anziehen.“ Die Ironie an der Sache: Der Kleiderschrank ist eigentlich längst überfüllt. Hat ER nun einen Knick in der Optik, oder SIE eine Wahrnehmungsstörung? Und wenn nicht, wie kommen manche von uns auf so abstruse Ideen?Weiterlesen

Cats Gedankenwelt: Schwarz-weiße Abbilder von Leben

Manche Themen haben einfach nichts mit dem Geschlecht zu tun – zumindest nicht vorrangig. Um diesen Themen Raum zu geben und meine Gedanken mit euch, den „Ritter“-Lesern, zu teilen, gibt es nun die Rubrik „Gedankenwelt“.

Manchmal überfällt mich etwas, was schon Goethes junger Werther kannte, der allseits bekannte Weltschmerz. Ich beginne, die Welt zu hassen und mich selbst gleich mit, weil meine Möglichkeiten zu gering sind, alles umzuschmeißen und neu zu erfinden. Nein, eigentlich hasse ich dann nicht die Welt, sondern die menschliche Spezies, beziehungsweise, um es weiter einzugrenzen – das Übel, zu dem sie fähig ist. Ebenso oft frage ich mich aber: Warum eigentlich?Weiterlesen

cat’s couch Kolumne – Die letzten Ritter?

Wilhelm von Kaulbach - Porträt des Malers Heinlein als Ritter Schellenberg
Wilhelm von Kaulbach – Porträt des Malers Heinlein als Ritter Schellenberg

Wenn man seine Ideen nicht anders geordnet  bekommt, geht man bei der Themenwahl gerne von einem einfachen Punkt aus – dem Titel! Daher ist es ein passender Einstieg, über Ritter zu schreiben, oder auch, Ritterlichkeit. Wer jetzt sagt, die Zeit der Ritter ist doch längst vorbei, dem muss ich teils zustimmen, teils widersprechen.

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