Kategorie: Rhythmus

Pauls Tagebuch œ Verstörende Gedankenketten œ Wenn Napoleon zur Position beim Liebesspiel wird

Es gibt Ausgangspunkte, die führen in die Irre. Alles beginnt mit folgendem Satz:

Er scheiterte in der Rolle des Napoleon. 

Da es sich im Gesamtkontext um eine Mann & Frau-Angelegenheit handelt, versuche ich zu ergründen, wie sich die Rolle eines Napoleon in der Beziehung auswirken mag:

Gedanke 1: Napoleons Verbannung zur Insel Melba.

Gedanke 2: Da ist ein Buchstabe zuviel: M – Also Elba.

Auguste_EscoffierGedanke 3: Pfirsaich Melba. Wie ging das nochmal?!  wikipedia hilft hier weiter:
Pfirsich Melba ist ein Dessert, das Auguste Escoffier der Sängerin Nellie Melba widmete, die von 1892 bis 1893 am Londoner Royal Opera House gastierte. Angeblich wurde das Dessert zu diesem Anlass erfunden. Escoffier kreierte damals ein Dessert für Melba, indem er pochierte Pfirsiche auf Vanilleeis setzte, serviert in einem aus einem Eisblock geschnitzten Schwan. Der Schwan bezog sich auf Wagners Oper Lohengrin, in der Nellie Melba brillierte. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Dessert – auch von Escoffier – noch nicht Pfirsich Melba genannt.  Unter dem Namen Pfirsich Melba servierte er das Dessert erstmals zur Eröffnung des Hotels Carlton in London im Juli 1899.

Zur Zubereitung wird pro Portion ein halber geschälter Pfirsich in Läuterzucker gedünstet, in einer Sektschale auf Vanilleeis gesetzt und mit Himbeerpüree überzogen. Häufig wird es mit Schlagsahne dekoriert und mit Waffeln serviert.

Gedanke 4: Ob die Sex hatten? Woher sonst die Mühen des Meisterkochs?

Gedanke 5: Wer war denn nun die Sängerin? Weiterlesen

Hugo Distler – Kleine Orgelchoral-Bearbeitungen, Op.8 No.3 – 1938

Hugo-Distler-1941Hugo Distler (* 24. Juni 1908 in Nürnberg; † 1. November 1942 in Berlin) war ein deutscher Komponist und evangelischer Kirchenmusiker. Er gilt als der bedeutendste Vertreter der Erneuerungsbewegung der evangelischen Kirchenmusik nach 1920.

Der deutsche Komponist gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten evangelischer Chor- und Orgelmusik im 20. Jahrhundert, die er aus ihrer barocken Fixierung löste. HIer können Sie vier Stück aus den kleinen Orgelchoral-Bearbeitungen, Op.8 No.3 lauschen:

  1. Wie schön leuchtet der Morgenstern.

2. Vorspiel „Das alte Jahr vergangen ist“ (Neujahr)

3. Drei Vorspiele „Christe, du Lamm Gottes“ (Passion)

4. Vorspiel „Mit Freuden zart“ (Ostern)

Weiterlesen

Mykola Leontovych – Carol of the Bells – Komponist aus der Ukraine

Klassik, die es zu entdecken lohnt….

Mykola_leontovychMykola Dmytrowytsch Leontowytsch (* 1. Dezemberjul./ 13. Dezember 1877greg.; † 23. Januar 1921) war ein ukrainischer Komponist, Chorleiter und Lehrer. Seine internationale Bekanntheit geht heute vor allem auf sein Werk Schtschedryk zurück, das 1936 von Peter J. Wilhousky auf Englisch unter dem Titel Carol of the Bells adaptiert wurde. In dieser Version zählt es heute, vor allem im angloamerikanischen Raum, zu den bekanntesten Weihnachtsliedern.

Nach einem theologischen Studium arbeitete Mykola Leontowytsch zunächst als Lehrer in den Gouvernements Kiew, Jekaterinoslaw (heute Dnipropetrowsk) und Podolien. Bald entschloss er sich aber zu einem Musikstudium, für das er Kurse in Sankt Petersburg und Kiew besuchte. Dort erwarb er sich schnell den Ruf eines versierten Chorleiters. Ab 1918 lehrte er am Konservatorium von Kiew und am Lysenko Institut für Musik und Schauspiel.Weiterlesen

Georges Seurat – Die Zirkusparade – Rhythmus

Georges Seurat - Die Zirkusparade - Eine Studie

Künstler: Georges Seurat
Entstehungsjahr: 1887/88 – Studie
Maße: 16,8 × 24,8 cm
Technik: Öl auf Holz
Aufbewahrungsort: Zürich
Sammlung: Stiftung Sammlung E.G. Bührle
Epoche: Neoimpressionismus
Land: Frankreich

Georges Seurat - Die Zirkusparade

 

Künstler: Georges Seurat
Entstehungsjahr: 1888
Maße: 99,7 × 149,9 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Aufbewahrungsort: New York
Sammlung: Metropolitan Museum of Art
Epoche: Neoimpressionismus
Land: Frankreich

 

Tor Aulin – Akvareller – Vier Stücke für Violine & Klavier – Audio

Tor Aulin 1914
Tor Aulin 1914

Tor Aulin (* 10. September 1866 in Stockholm; † 1. März 1914 in Saltsjöbaden) war ein schwedischer Komponist.

Aulin studierte von 1877 bis 1883 am Stockholmer Konservatorium und von 1884 bis 1886 in Berlin bei Émile Sauret und Philipp Scharwenka. Von 1889 bis 1902 war er Konzertmeister an der Königlichen Oper in Stockholm, danach Dirigent des Stockholmer Konzertvereins und ab 1909 der Göteborger Symphoniker. Großes Ansehen genoss das von ihm 1887 begründete Streichquartett Aulin.
Aulin komponierte neben zahlreichen kleinen Werken für die Violine eine Violinsonate, drei Violinkonzerte und eine Orchester-Suite.

Wir stellen Ihnen hier folgende 4 Stücke aus Akvareller vor. Erstveröffentlichung: 1899

Idyll:

Humoresk:

Vaggsång (Berceuse):

Polska:

Weiterlesen

Wörterbuch: E wie Endlos

Ferdinand Hodler - Der Blick ins Unendliche - Version 3 - 1903/04

trennlinie2Manchmal müsste man einfach ein Ende setzen.

EndeOhne Punkt, Komma, Wenn und Aber.
Keine Zeitung lesen, keine Mails abfragen, keine Internet-Seiten aufrufen, nicht mehr ans Telefon gehen. Radio aus, Kopf aus.

Ende

Ein Köfferchen packen, ganz klein nur und unnötig. Weil: Ende ist kein Ziel, an dem man einen Pullover für kalte Nächte braucht oder gar eine Unterhose zum Wechseln.
Ein Köfferchen als Alibi, damit man auf dem Weg zum Ende nicht aufgehalten wird. „Jaja, ich verreise, ein Pullover, für kalte Nächte, Sie wissen schon.“ – „Na, dann bis demnächst.“

Demnächst. Ich glaube, das liegt auch so kurz vor Ende.

Also schnappe ich mein Köfferchen und will los laufen, Richtung Ende. Dann stelle ich fest, dass ich gar nicht weiß, wo Ende denn genau ist. Und weil diese blöde Hure Hoffnung an meinen Haaren zerrt und mich zurückzieht, bleibe ich wo ich bin.
Bis das Ende sich zu mir setzt. Oder bis das Leben die Hoffnung kaputt gefickt hat.

Ende

Konrad Kollek – Meine Musikwelten – eine neue Kolumne

Konrad KollekRIch möchte mich Ihnen kurz vorstellen: Geboren in München zu Beginn der  1960er Jahre – studierter Historiker & Politikwissenschaftler –  engagierter Hobbymusiker (Klavier) – jüdisch und seit 1998 aus beruflichen Gründen in Melbourne/Australien lebend. In meiner Kolumne erzähle ich von meiner Leidenschaft, der Musik. Ein Part wird sein, dass ich Ihnen mein monatliches Hörprogramm vorstelle. Musikalben, die ich in dem vergangenen Monat gehört habe; egal ob aus meiner Sammlung oder frisch eingekauft. Der Schwerpunkte liegen dabei auf Klassik, Jazz & Weltmusik.

*** *** ***

Jansons - Oslo Philharmiker - Manfred-SinfonieAls Student habe ich mit Tschaikowskis Manfred-Sinfonie intensiv beschäftigt. Warum? Weil meine damalige Freundin ihre Diplomarbeit darüber schrieb und ich ihr bei den Recherchen zur Hand ging. Es hat mich von Anfang an beeindruckt, wie viel von Tschaikowskys wahrem Charakter in die Figur des Byron einfließt – große Passagen seiner eigenen Lebensgeschichte finden sich hier wieder. Ich habe mir jede Aufnahme die bisher erschienen ist angehört und finde es interessant zu sehen, wie die verschiedene Dirigenten das Stück zu interpretieren. Verliebt habe ich mich dabei in die Aufnahme der Oslo Philharmoniker unter Mariss Jansons. Seither lausche ich sowohl Jansons selbst mit besonderem Interesse als auch diesem Album. Ich besitze eine Aufnahme aus dem Jahr 1992. Wer das Werk nicht kennt:

Die Manfred-Sinfonie (opus 58) ist eine Sinfonie in vier Bildern von Pjotr Iljitsch Tschaikowski nach der dramatischen Dichtung Manfred von Lord Byron aus dem Jahre 1816. Die Uraufführung fand am 11. März 1886 unter Max Erdmannsdörfer in Moskau statt. Die vier Bilder sind die vier Sätze der Sinfonie.

Die Manfred-Sinfonie wurde nicht in die durchnummerierte Reihe von Tschaikowskis Sinfonien aufgenommen, vermutlich wegen seiner schwankenden Haltung dem Werk gegenüber. Erst bezeichnete er sie als „unter unaussprechlicher Mühe und Anstregung entstandene“ Partitur und als seine „beste Sinfonie“. Nach der wenig glücklichen Uraufführung verschmähte er sie aber als abstoßendes Werk
Tschaikowski wurde die Vertonung des Manfred 1882 von Mili Balakirew angetragen. Zuvor hatte Hector Berlioz (1803–1869) das Thema aus Gesundheits- und Altersgründen abgelehnt. Balakirew hatte sehr genaue Vorstellungen zum Inhalt und selbst zu den Tonarten. Auch Tschaikowski lehnte zunächst ab, da er nicht glaubte, der von ihm geliebten Manfred-Komposition Robert Schumanns etwas Neues hinzufügen zu können.
Die Dichtung von Lord Byron können Sie übrigens auch hier im Magazin lesen:

Weiterlesen

Das erste Mal…..

Michael Zeno Diemer (1867-1939): Zeppelins Landung in München. Erste Zielfahrt am 2. April 1909, 1910,

trennlinie2Das erste Wörterbuch der Welt wurde etwa 1500 Jahre vor der Zeitenwände verfasst, Dieses Werk besteht aus großen Tafeln, auf denen die Wörter der einzelnen Sprachen nebeneinander aufgeführt sind – wie bei den heutigen Fremdwörterbüchern. 1935 wurde dieses älteste Wörterbuch in der syrischen Ruinenstätte Ras Schamra äufgefunden.

Das erste Signal eines von Wissenschaftlern und Arbeitern der UdSSR geschaffenen Erdsatelliten erreichte die Menschheit am 4, Oktober 1957 ous dem All. Als eretem Stoot in der Geschichte der Menschheit gelang es der UdSSR, einen Sputnik erfolgreich zu starten,

Wörterbuch: Z wie Zeugung [Hildegard von Bingen]

Albin Egger-Lienz - Zeugung - Entwurf 1913/14 - Realismus, Symbolismus - Sammlung Luis Trenker
Albin Egger-Lienz – Zeugung – Entwurf 1913/14 – Realismus, Symbolismus – Sammlung Luis Trenker

Die Zeit der Zeugung

Denn zur rechten Zeit der Wärme und Kälte wirft der Mensch das Saatkorn aus, und dieses geht zur Frucht auf. Wer wäre denn so thöricht, bei zu grosser Sommerhitze oder Winterkälte zu säen? Und die Saat würde verderben und nicht aufgehen. So geht es mit den Menschen, die nicht die Reife ihres Lebensalters und die Zeit des Mondes in Betracht ziehen, sondern zu einer beliebigen Zeit nach ihrer Willkür zeugen wollen. Deswegen gehen ihre Kinder unter vielen Schmerzen körperlich ein. Aber wie sehr sie auch am Leibe schwach sind, Gott sammelt doch seine Edelsteine zu sich. Daher soll der Mann die Reife seines Körpers erwarten und nach den rechten Mondzeiten mit solchem Fleiss forschen, wie einer, der seine Gebete rein darbringt; auf dass er zur rechten Zeit einen Sohn zeuge und seine Kinder nicht elendiglich verkommen. Er soll nicht sein wie ein Mensch, der die Speise in sich schlingt, ein Vielfrass, der nach der rechten Essenszeit nicht fragt – sondern wie einer, der die rechte Zeit innehält, dass er nicht gierig sei. So muss es der Mensch halten und die richtige Zeit der Zeugung wahrnehmen. Der Mann suche das Weib nicht auf, wenn es noch ein Kind ist, sondern eine Jungfrau, weil sie dann reif ist; und er soll ein Weib erst berühren, wenn er einen Bart hat, weil er dann erst reif ist, einen Sprössling zu zeugen. Denn wer in Fressen und Saufen aufgeht, der wird oft in seinen Gliedern aussätzig und gebrestenhaft; wer aber mässig isst und trinkt, hat gutes Blut und gesunden Leib. So verstreut Jener, der immer wollüstig ist und in der Geilheit seines Körpers seinen Lüsten nachgeht, in dem Sturm seiner Zeugungslust unnütz seinen Samen und geht oft selbst mit seinem Samen zu Grunde. Wer aber seinen Samen richtig ergiesst, bringt es zur richtigen Zeugung.

Anatoli Lunatscharski – Wir stritten wohl

Lovis Corinth - Bacchanale - 1897

trennlinie2Wir stritten wohl, da wir zuerst uns sahn,

Er sprach: der Dichter deutet erst nachträglich

Den Sinn des Staats.‘ Ich sprach: er will beweglich,

Und wegbereitend sich der Zukunft nahn.


Aus dem Gespräch blüht schnelle Freundschaft auf,

Die bis zu seinem Tode mich erfreute.

Er war der Russe, und sein Volk erneute

Im Willen seines Staats sich selbst. Der Lauf


Des deutschen Schicksals, ach, ging wahrlich nicht

Voran. Ich spürte rings sich Wolken türmen

Und wollte Blitze, deren jähes Licht


Das Dunkel brach. Wohl ehrt ich seinen Glauben,

Doch vor des eig’nen Volkes Zukunftsstürmen

Die Angst wollt alle Zuversicht mir rauben.


Anatoli Lunatscharski (1875 – 1919)

Wörterbuch: B wie Bewegung [Hildegard von Bingen]

Von körperlicher Bewegung

Egon Schiele - Maennlicher Akt mit rotem Tuch
Egon Schiele – Maennlicher Akt mit rotem Tuch

Wenn ein körperlich gesunder Mann lange umhergeht oder aufrecht steht, schadet ihm das nicht viel, weil er sich körperlich bewegt, vorausgesetzt, dass er nicht zu viel geht oder steht. Wer aber schwach ist, muss sitzen, weil er davon Schaden nähme, wenn er ginge oder stände. Das Weib aber – denn es ist gebrechlicher als der Mann und hat einen andern Schädel – muss mehr sitzen als umhergehen, damit es keinen Schaden nimmt. Wer aber reitet, nimmt keinen grossen Schaden, wenn er auch davon müde wird, weil er sich in frischer Luft aufhält; aber er muss Füsse und Schenkel dadurch pflegen, dass er sie zuweilen bewegt und ausstreckt.

Sufjan Stevens – „Carrie & Lowell“ – Wenn die Brücken zur Vergangenheit ins Nichts führen

AlbumCover
AlbumCover

Eigentlich hatte Sufjan Stevens vor, Alben zu jedem der 50 US-Staaten aufzunehmen. Bekannt ist er durch zwei von diesen geworden: die schmerzend-schönen Konzept-Folkalben „Greetings From Michigan: The Great Lake State“ (2003) und „Illinoise“ (2005) – dabei ist es bisher leider geblieben. Auf die anderen 48 wartet auch niemand mehr ernsthaft.

Dafür hat Sufjan Stevens zehn (!) Alben mit weihnachtlicher Musik aufgenommen, wunderbaren Elektropop gemacht und die HipHop-Band Sisyphus gegründet. Sein aktuelles Album „Carrie & Lowell“ ist seiner verstorbenen Mutter gewidmet & in seiner Musik schließt sich ein Kreis – eine Reise nach Hause.

„Carrie & Lowell“ ist eine Interpretation seiner Kindheitserinnerungen und der Emotionen, die ihn durch den Tod seiner Mutter überwältigt haben; diese Intensität kannte er bisher kaum. Und obwohl Stevens‘ Darbietung des realen Lebens eine große Kunst ist – manchmal scheint es sehr bzw. zu intim für den Hörer zu werden. Der Rezensent hat diese Stellen dazu genutzt, Parallelen zu seinem eigenen Leben zu suchen –zur Selbstreflexion.Weiterlesen

Arno Holz – Weltgeschichte

Vasari - Kastration des Uranus - ca. 1560

trennlinie2Heimlich durchwandert die Nacht den Tann,
Duftend im Vollmond schwanken die Gräser;
Alles schläft! Nur ein steinalter Mann
Putzt sich geschäftig die Brillengläser.
Nimmt sich ein Prieschen und sagt: Hätschi!
Ich bin der achte der sieben Weisen!
Ach, und er merkt es nicht einmal, wie
Ueber ihm leuchtend die Sterne kreisen!

Sehnsüchtig harft durch die Zweige der Wind,
Blüthen erschliessen sich, Knospen schwellen;
Alles still! Nur der Nachtthau rinnt
Und von den Bergen her rauschen die Quellen.
Raune nur traumhaft, Du dunkle Natur,
Raune das Räthsel der Elemente,
Hat doch der alte Graukopf nur
Sinn für Bücher und Pergamente!Weiterlesen

Wörterbuch: Q wie Quadratschrift [Das hebräische Alphabet]

QuadratschriftDie ersten vier Buchstaben (aleph, beit, gimmel, dalet) des hebräischen Alphabets.

Die Quadratschrift ‏כְּתָב מְרֻבָּע‎ (ketav merubba) ist die heute übliche Variante des hebräischen Alphabets, deren Ursprünge etwa ab 500 v. Chr. nachweisbar sind und aus dem phönikischen Konsonantenalphabet über die aramäische Schrift abgeleitet wurden. Die andere Bezeichnung ‏כְּתָב אַשּׁוּרִית‎ (ketav aschschurit), also assyrische oder chaldäische Schrift weist auf die Ursprünge im Exil hin, von wo sich allmählich die neue Schrift ausgebreitet hat. Erste Beispiele entstammen der Zeit der Makkabäer (167-161 v. Chr.). Die erste datierte Handschrift stammt aus dem Jahr 896 n. Chr. Den Namen Quadratschrift hat diese Schrift, weil jedes Zeichen genau in ein Quadrat oder in ein halbes Quadrat passt und sich die Linienführung der Buchstaben mit hauptsächlich waagerechten und senkrechten Strichen in den meisten Fällen am Quadrat orientiert.

Zur Vokalisation wurde die Quadratschrift mit Punkten und Strichen ergänzt. Die Punktierung der Masoretischen Vokalisation nennt sich Nikkud. Hinzu kommen die Teamim genannten Artikulationszeichen, die den musikalischen Vortrag im jüdischen Gottesdienst festlegen. – Quelle: wikipedia

Maria Aronov | Das Gewitter oder Sinfonia

Eine milde  Berührung des Windes, ein Hauch der irdischen Luft.

Was ereignet sich nur am Himmel, woher kommt der herrliche Duft?

Leichte Tröpfchen fallen vom Himmel, wie Tau am Morgen und  die Sonne, die kämpferisch strahlt,

weisen uns Wege nach Haus,  deren Muster die Erde bemalt.

Letzter  Wink des vergehenden Tages, erster  Gruß  der hallenden Nacht.

Ah wie prachtvoll ist diese Erscheinung der mystisch düsteren Macht!

Dunkles Königreich eröffnet  das Opus,

dessen Vorspiel  Beethovens Sinfonia gleicht –

mit den sanft – melancholischen Tönen

werden gar himmlische Wesen erreicht.

Die letzten erklingenden Lieder,  die letzten Minuten des Glücks.

Langsam nähert sich das Ende des unverhofft magischen Stücks.

Das Bühnenbild wechselt zum  farbigen Bogen, zum  helleren, weicheren Schein.

Der Vorhang fällt nieder,

die Sonne erleuchtet.

Der Himmel ist blau und  rein.

© Maria Aronov 2014

Wörterbuch: Q wie Quadrupelkonzert [Concerto in B minor, RV 580 – Antonio Vivaldi]

Komposition für 4 Soloinstrumente und Orchester.

Ein Beispiel:
Concerto in B Moll, RV 580 – Antonio Vivaldi

I. Allegro
 
Künstlerseite: Stefan Landon Smith (viola) 31.12.2011

Verlagsinfo: Stefan L. Smith
Urheberrecht: Creative Commons Attribution Non-commercial 3.0Weiterlesen

Hans Christian Andersen – Das Glück kann in einem Holzstückchen liegen

Carl B. Lorck's Verlagshaus in Leipzig: Gesammelte Märchen. Mit 112 Illustrationen nach Originalzeichnungen von V. Pedersen. In Holz geschnitten von Ed. Kretzschmar, veröffentlicht Dezember 1848

trennlinie2Jetzt will ich eine Geschichte vom Glück erzählen. Wir alle kennen das Glück: einige sehen es jahraus, jahrein, andere nur in gewissen Jahren, an einem einzelnen Tage, ja, es gibt sogar Menschen, welche es nur ein einziges Mal im Leben sehen; aber sehen tun wir es alle.

Nun brauche ich nicht zu erzählen, denn jeder weiß es, daß unser Herrgott das kleine Kind bringt und es einer Mutter in den Schoß legt; das kann in dem reichen Schlosse und in der Wohnung des Wohlhabenden geschehen, aber auch auf freiem Felde, wo der kalte Wind weht – aber nicht jeder weiß, und dennoch ist es gewiß, daß unser Herrgott, wenn er das Kind bringt, auch eine Glücksgabe für dasselbe mitbringt; aber diese liegt nicht in die Augen fallend neben ihm, sie liegt irgendwo auf der Erde, wo man sie am wenigsten zu finden erwartet, und doch findet sie sich immer; das ist das Erfreuliche. Sie kann in einen Apfel gelegt sein, und sie war es für einen Gelehrten, welcher Newton hieß. Der Apfel fiel, und da fand er sein Glück. Kennst du die Geschichte nicht, so bitte den, der sie kennt, sie dir zu erzählen; ich habe eine andere Geschichte zu erzählen, und das ist eine Geschichte von einer Birne.Weiterlesen

William Butler Yeats über Lyrik & Rhythmus

Essay

EINS

William_Butler_Yeats-1933
William Butler Yeats – 1933

Ich bin mir immer bewußt gewesen, daß es am Gesang etwas gab, was mir mißfiel, und ich hasse Druck und Papier von Natur aus; jetzt aber weiß ich endlich warum, denn ich habe etwas Besseres gefunden. Ich habe soeben ein Gedicht rezitieren hören, mit einem so feinen Gefühl für seinen Rhythmus und einer so vollkommenen Würdigung seines Sinnes, daß ich, wäre ich weise und könnte ich einige Leute überreden, diese Kunst zu erlernen, niemals wieder ein Buch mit Versen öffnen würde. Eine Freundin, die mich vor einigen Minuten verlassen war dagesessen, ein herrliches Saiteninstrument auf ihren Knien, ihre Finger glitten über die Saiten, und dazu rezitierte sie mir Verse aus Shelleys »Skylark«, Sir Ectors Klage über den toten Lancelot aus »Morte d’Arthur«, und einige meiner eigenen Dichtungen. Wo immer der Rhythmus am feinsten war oder die Erregung am meisten ekstatisch, da war auch die Schönheit ihrer Kunst am größten, und dennoch, obgleich sie manchmal ihre Stimme zu einer schwachen Melodie erhob, war es niemals Gesang, wie wir heutzutage singen, nie war es mehr als ein einfaches Sprechen. Eine einzige gesungene Note, ein Wort, gesungen wie in den Kirchen gesungen wird, würde alles verdorben haben. Es war auch nicht Deklamation, denn sie sprach zu einer Art Noten, die so bestimmt waren wie Gesangsnoten, und dabei gebrauchte sie das Instrument, das mit schwachem und süßem Ton zu den gesprochenen Lauten murmelte und ihr so die wechselnden Noten angab. Andere würden möglicherweise alle diese Wirkungen auch hervorgebracht haben, nur jene nicht, die von ihrer eigenen wundervollen Stimme ausgingen, die sie berühmt gemacht hätte, wenn die einzige Kunst, durch die der Sprechstimme Gelegenheit zu ihren vollkommenen Wirkungen geboten wird, unter uns so wohlbekannt wäre, wie es einst in einer fernen Vergangenheit der Fall gewesen.Weiterlesen

Der Bass bestimmt den Rythmus

Für die Melodie hohe Töne, für den Rhythmus die Bässe – dieses musikalische Schema könnte mit dem Aufbau unseres Ohres zusammenhängen. Auf Rhythmen reagieren Menschen sensibler, wenn sie in niedriger Frequenz ertönen.
Es ist das Erfolgsrezept vieler erfolgreicher Songs: Starke Bässe als Grundlage und eine hohe, eingehende Melodie wird darübergelegt. Warum wir für dieses Schema so empfänglich sind, haben Forscher um Laurel Trainor von der kanadischen McMaster University in Hamilton ergründet.
Das wir in der Musik für Melodien eher hohe Tonlagen, für Rhythmen dagegen tiefe Frequenzen nutzen erfolgt rein intuitiv. In einer früheren Studie hatte Trainor schon gezeigt, dass Menschen – Musiker wie Laien, Erwachsene wie Kinder – melodische Abweichungen (z.B. falsches Spielen) eher in höheren Tonlagen erkennen.Weiterlesen

William Hogarth – Tailpiece or The Bathos 1764

William Hogarth - Tailpiece or The Bathos 1764
William Hogarth – Tailpiece or The Bathos 1764

William Hogarth (1697 in London – 1764 ebenda) war ein sozialkritischer englischer Maler und Grafiker. Er gilt neben Thomas Gainsborough und Joshua Reynolds als bedeutendster englischer Maler des 18. Jahrhunderts. Als Vorläufer der modernen Karikaturisten prangerte er in Gemälden und Kupferstichen, die oft als mehrteilige Bildergeschichten erschienen, die Sitten und Gebräuche seiner Zeit schonungslos und mit beißender Ironie an. Seine Arbeiten gelten heute als Vorläufer des Comics.