Cat – Kolumnen & Interviews

Immer nach Vorschrift essen? Wie langweilig ,,,
Immer nach Vorschrift essen? Wie langweilig ,,,

Katherina ist die Erfinderin und Autorin der Kolumne „Cat’s Couch“. Hauptberuflich arbeitet sie bei einer mittelständischen Medienagentur, die verschiedene Lokal-, Wirtschafts- und PR-Publikationen in Umlauf bringt. Sie ist 28 Jahre alt und liebt es, zu schreiben und zu lesen – ob beruflich oder privat. Dabei versucht sie, das Besondere aus dem Kleinen, dem täglichen Leben, zu ziehen.

Ihr Spitzname „Cat“ rührt nicht nur vom Namen her, sondern auch, weil sie Tiere, vor allem Katzen, über alles liebt und alles sammelt, was mit Katzen zu tun hat. Sie lebt mit ihrem Freund und zwei Katzen eigentlich in NRW, ist aber beruflich die Woche über im Norden unterwegs. Für den „Blauen Ritter“ bereitet sie zudem Interviews und Kontakte zu Autoren von Moon House Publishing und Mondschein Corona Verlag vor, wo sie auch lektoriert. Cat ist als Mitglied und Lektorin in der Gruppe „Autoren stellen Leseproben“ präsent, solange noch Zeit dafür bleibt.

Ihre Artikel finden Sie hier. Die – selbst geschossenen – Fotos zu Ihren Kolumnen gibt es hier.

trennlinie2Katherina Ibelings Antworten auf den von Marcel Proust inspirierten Fragebogen:

Wo möchten Sie leben?
Ich mag Orte, wo die Sonne viel und oft scheint und ich keine Winterjacke brauche. Also: Irgendwo im Süden – zumindest zur Winterzeit. Vor allem aber dort, wo sich auch das Herz zu Hause fühlt.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Da ich „vollkommenes Glück“ eher als unerreichbare Utopie des Menschen erlebe, möchte ich einfach nur zufrieden sein. In einer idealen Welt gäbe es für mich aber keine Kriege, keine Tier- und Kinderquälerei und keine Hungersnöte mehr und viele Menschen wären weniger machtbesessen und überheblich.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Grundsätzlich viele, die ein Einsehen nach sich ziehen. Kein Mensch kann alles gleich gut – eine gewisse Fehlertoleranz ist ein Muss, wenn man nicht frühzeitig Sorgenfalten bekommen will. Viele nehmen Schüchternheit als Fehler wahr; aber zurückhaltende Menschen sind mir oft sympathisch. Weil sie nicht alles von sich preisgeben.

Was ist für Sie das größte Unglück?
Plötzlich alles zu verlieren, was ich liebe. Freunde, meinen Mann, meine Familie, meine Katzen. Es macht mich auch unglücklich, ständig das Leid von Mitwesen zu sehen und nicht immer etwas dagegen tun zu können.

Ihre liebsten Romanhelden?
Das ist eine schwere Frage, da kann ich mich nicht auf wenige „fiktive Personen“ eingrenzen. Allgemein bewundere ich starke Frauen, die sich einfach nicht unterkriegen lassen, egal, welche Steine man ihnen in den Weg legt. Und ich mag kontroverse Heldinnen und Helden. Solche, die nicht ganz „schwarz“ oder „weiß“ sind, sondern sich in den Grauzonen des Charakterschachbretts bewegen. Wesen eben, die etwas Geheimnisvolles umgibt, die einen starken Charakter, aber auch ihre Macken haben.

Ihre Helden in der Menschheitsgeschichte?
Ich finde Frauen wie Jeanne d’Arc oder Sophie Scholl faszinierend. Oder Menschenrechtler wie Martin Luther King. Eben jene Menschen, die ihr Leben im wahrsten Sinn einem Ideal widmen konnten und meist zu tragischen Helden wurden.

Ihre Lieblingsheldinnen/-helden in der Wirklichkeit?
Die großen Helden heute arbeiten meiner Auffassung nach im Kleinen. Das sind für mich die Menschen, die Hunde, Katzen und andere Tiere von unnötigem Leid befreien oder die verstärkt aktive Aufbauarbeit oder Flüchtlingshilfe leisten. Die Welt lässt sich – leider – nicht durch Facebook-Klicks retten. Zuletzt finde ich es super, was meine Eltern machen: Als Lehrer sorgen sie dafür, dass kein Kind in Sachen Bildung auf der Strecke bleiben muss und das ist ein Haufen Arbeit.

Ihr Lieblingsmaler?
Ganz ehrlich, da habe ich keinen. Ich muss aber auch gestehen, in Kunstgeschichte nicht allzu bewandert zu sein. Mir gefallen aber oft Meeres- und Landschaftsmotive, klassische Fotografie oder auch Pop-Art wie von Keith Haring.

Ihr Lieblingsautor?
Fantasyautoren wie Marion Zimmer-Bradley oder Tolkien. Ich habe großen Respekt davor, wie sie bildlich unglaubliche Dinge beschreiben können, ohne dabei im Charaktergefüge den Überblick zu verlieren. Ältere Autoren wie die Brontë-Schwestern oder Poe; und schließlich Krimiautorinnen wie Patricia Highsmith oder Charlotte Link. Ich steh einfach auf Spannung beim Lesen!

Ihr Lieblingskomponist?
Ich finde die Musicals von Andrew Lloyd Webber einfach rührend und faszinierend. Außerdem mag ich „Weltmusik“ von keltisch bis afrikanisch, einfach um zu hören, was sich jenseits der Charts abspielt. Als Jugendliche habe ich viel klassische Musik auf dem Klavier und Cello gespielt – mit dem Abitur und dem Studium hörte das erst mal auf.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Wenn sie sich nicht nur über ihre äußere Weiblichkeit definiert und eine größere Vision vor Augen hat, als jeden Tag gestylt durchs Leben zu gehen und attraktiv zu wirken. Außerdem, wenn sie erst denken und dann reden kann. Ich kann nicht gut mit zu viel Oberflächlichkeit umgehen.

Welche Eigenschaften schätzen sie bei einem Mann am meisten?
Eigentlich das Gleiche wie bei Frauen auch. Taktvolle Ehrlichkeit, Respekt, Loyalität, ein ausgeglichenes Temperament ohne cholerische Auswüchse. Eben die Art Mensch, der ich auch Kinder und meine lieben Haustiere anvertrauen würde.

Ihre Lieblingstugend?
Respekt. Ehrlichkeit allein kann zum Beispiel sehr verletzend sein, wenn man das Gegenüber nicht für voll nimmt. Ich versuche, wann immer möglich, nur auf Augenhöhe zu verhandeln.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Schreiben, lesen, fremde Orte sehen und die Zeit mit meinen Lieben verbringen. Außerdem stöbere ich unheimlich gerne auf Flohmärkten und in Second-Hand-Läden.

Wer oder was hätten Sie gern sein mögen?
Manchmal hätte ich gerne einen anderen Körper, andere äußerliche Merkmale und fände es spannend zu wissen, wie es sich in anderen Epochen hat leben lassen. Aber das sind Phasen – eigentlich bin ich am liebsten ich. Nicht, weil ich sehr von mir eingenommen wäre. Aber Schwierigkeiten haben selbst die Schönen und Reichen und es gibt jeden Lebensweg nur einmal.

Ihr Hauptcharakterzug?
Ein langer Atem. Manchmal brauchen schwierige Ziele länger – da sind Geduld und ein fester Fokus notwendig, um nicht in Frust zu verfallen.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Dass sie mich auch in nicht so schönen Zeiten begleiten und wir uns auch verstehen, wenn wir mal längere Zeit keinen Kontakt hatten, was bei einem Leben zwischen mehreren Orten durchaus vorkommt.

Ihr größter Fehler?
Es gab diese eine Zeit im Leben, da habe ich mir zu viel gefallen lassen, ich habe einfach zu spät angefangen, mich gegen manche Menschen effektiv zu wehren. Vielleicht hätte mir das einigen Ärger erspart – aber erfahren werde ich das wohl nie. Derzeit ist wohl meine größte Macke, dass ich privat manchmal Zettel oder auch Schlüssel oder Kleinteile verlege. Das kann wirklich hinderlich sein, wenn man sie dann sucht! Außerdem brauche ich ewig, um mir fremde Strecken zu merken und mich ohne Navi zurechtzufinden. Irgendwann lande ich noch mal in München, wenn ich nach Berlin wollte.

Ihre Lieblingsfarbe?
Ich sehe Farben immer in ihrer Kombination – und nach Stimmung. Eine grüne Hose zum rosafarbenen Hemd fände ich zum Beispiel nicht stimmig. Farben, die immer positiv auf mich wirken, sind Weinrot, Türkis oder Hellblau. Manchmal aber auch Beige oder Hellgrün.

Ihre Lieblingsblume?
Am alten Nachbarhaus nebenan wachsen wilde, rote Rosen im hohen Ranken. Dieser Anblick lässt mich im Sommer immer lächeln. Ansonsten mag ich auch gerne Gänseblümchen, Veilchen, Sonnenblumen, Margeriten … Wobei ich in der Wohnung keine habe, da ich keinen grünen Daumen besitze.

Ihr Lieblingsvogel?
Raben – ich mag ihr schwarzes Gefieder. Und Spatzen. Das sind herrlich bodenständige Vögel, wenn man so will, die jeder erst einmal unterschätzt und die dennoch durchs Leben kommen.

Ihre Lieblingsnamen?
Die Frage ist wirklich schwierig. Ich finde, ein Name muss zur Person passen. Manchmal sehe ich eine Susanne und hätte sie eher als eine Annika eingeschätzt. Oder einen Richard als Markus. Warum auch immer. Aber wenn ich jetzt ein Kind bekommen würde, würde ich einen Jungen Simon oder Stefan nennen – und ein Mädchen Sara, Jasmin oder Rebecca. Einfach so.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Grausamkeit auf jeder Ebene, gerade gegenüber denen, die sich aus irgendeinem Grund nicht wehren können. Ich möchte dazu nur sagen: Ich weiß, wie es ist, wenn Menschen wahre Befriedigung daraus ziehen, andere niederzumachen, und ich wünsche das keinem. Ich habe bis heute nicht verstanden, was es manchen Menschen gibt, auf den Gefühlen und dem Leben ihrer Mitwesen herumzutrampeln. Es erscheint mir sinnlos.

Welche geschichtlichen Gestalten verabscheuen Sie am meisten?
Hitler, Stalin und eigentlich alle Diktatoren der Neuzeit, die den Fortschritt nur genutzt haben, um auf menschlicher Ebene extreme Rückschritte einzuleiten. Und das ist noch dezent ausgedrückt. Einen Abscheu habe ich auch gegenüber Terroristen, wie diese Radikalislamisten, die vor nichts zurückschrecken und nebenbei den ganzen Islam mit in den Dreck ziehen.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Die Abschaffung der Sklaverei – das ist in meinen Augen eine der größten und wichtigsten Reformen der Menschheitsgeschichte gewesen. Außerdem das Frauenwahlrecht und die zunehmende Gleichberechtigung der Frau vor dem Gesetz.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Wo setzen Sie die Grenze zwischen natürlich und übernatürlich? Ich würde gerne die Gabe haben, Schmerzen, wenn ich sie habe, komplett auszublenden – oder komplett schmerzfrei durchs Leben gehen zu können. Was eher ins Übernatürliche ginge: Ich würde mich gerne mit Tieren unterhalten können und mit einer Handbewegung dafür sorgen, dass der Haushalt sich sonst von selbst erledigt. Haushaltsarbeit ist, wie ich finde, oft verschenkte Lebenszeit, die man auch auf interessantere Weise nutzen könnte. Was natürlich daran liegt, dass ich einfach keine „Putzfee aus Leidenschaft“ bin.

Wie möchten Sie gern sterben?
Vor allem – schmerzfrei. Am liebsten im Schlaf, wenn ich wüsste, ich habe alles Gewünschte im Leben erreicht und meinen Liebsten geht es gut. Ich hoffe natürlich, dass nach dem Tod irgendwas anderes kommt als ein schwarzes Loch von Nichts – aber sicher wissen kann man das nie!

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Wo sind meine Ginseng-Tabletten und wo habe ich noch meine To-do-Liste liegen gelassen? Nein, Spaß beiseite. Ich fühle mich geistig fit, nur manchmal ein wenig gestresst. Aber so ein Gehirn muss ja auch eine Menge leisten, ohne Urlaubstage!

Ihr Motto?
„Keine Begegnung, die du machst, ist umsonst. Manche Menschen sind eine Bereicherung, andere eine Prüfung.“

„Jeder Tag ohne ein Lachen ist ein verlorener Tag.“

  1. Heike Schmitz-Ibeling

    Ehrliche und faszinierende Antworten, die dazu anregen, auch einmal über sich selbst nachzudenken. Danke dafür!

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