Cat antwortet: Wie viele Bemühungen zahlen sich aus?

Kurz nach Veröffentlichung meines ersten Posts erreichte mich folgender Kommentar von Detlev:

Hallo Cat, ich bin in den goldenen 40ern und und in Deiner letzten Kolumne schreibst Du, dass der Mann sich schon anstrengen muss, um eine Frau heute überhaupt noch zu gewinnen. Ich versuchs immer wieder, Im Supermarkt, in Datingportalen, aber nur tote Hose. Nichts klappt. Also, weise Frau, was ist zu tun?!

Auch wenn ich natürlich nicht hellsehen kann, habe ich mir meine Gedanken zum Thema gemacht. Für Detlev – und alle anderen – hier meine Ideen.

Cat antwortet …

Hallo Detlev,

zunächst fürchte ich, du hast das mit „Anstrengen“ nicht ganz so verstanden, wie ich es gemeint habe. Worauf ich vor allem hinaus will, ist der Appell das „Ritter-Burgfräulein-Schema“ zu überwinden und eine Frau nicht vorrangig als schützenswertes und beeinflussbares Wesen, sondern als Individuum auf Augenhöhe zu betrachten. Ein Beispiel: Wenn ein Mann schon vorsorglich das Einparken übernimmt, wenn seine Frau es kurz danach auch selbst hinbekäme, ist das eine falsch angewandte Höflichkeit. Ach ja, als „weise“ möchte ich mich noch nicht bezeichnen, nur als kommunikativ und logisch denkend.

Nun zu deiner Frage …

Leider erfährt man recht wenig über die generelle Situation – bist du unglücklich verliebt, oder kannst du dich selbst nicht für eine der vielen Frauen erwärmen, die dir täglich über den Weg laufen? Hast du selbst einen bestimmten Typ, den du bevorzugst und bei dem du das Gefühl hast, einfach nicht zu landen? Welche Erwartungen stellst du selbst an die Frauen?

Meiner Erfahrung nach schätzen es viele Frauen, wenn sich ein Mann um sie bemüht – wobei eine allzu bemühte Annäherung auch wieder negativ aufgenommen wird. Klingt widersprüchlich, oder? So kompliziert ist es aber eigentlich gar nicht, wenn man es aus der Nähe betrachtet. Wie auch Männer wollen wir Frauen in unserer Einzigartigkeit respektiert und begehrt werden und das Gefühl haben, dass jemand genau und nur uns kennenlernen möchte. Leider habe ich oftmals den Eindruck, dass einige Langzeitsingles (männlich und weiblich) sich beinah zu sehr anstrengen, um mit aller Kraft einen Partner zu finden – und das leider dann auch nach außen hin ausstrahlen.

Um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich war auch mal so, wollte bereits Typen an mich binden, die gar keine feste Bindung wollten – einfach nicht mehr allein sein und jemanden „fest“ haben. Früher oder später habe ich dann einfach das Singleleben vorübergehend für mich akzeptiert – genau dann kam ich mit meinem Partner zusammen und bin es seit fast sieben Jahren. Unverhofft kommt oft und Partner kann man kaum suchen, nur finden.

Was ich dir damit sagen möchte: Wer jeden Tag mit der Erwartung das Haus verlässt, heute die große Liebe finden zu wollen, oder nur nach einem bestimmten „Beuteschema“ vorgeht, könne blind werden für Gelegenheiten, die sich „einfach so“ ergeben. Ich denke, niemand möchte als „verzweifelter Single“ oder „krampfhaft auf der Suche“ wahrgenommen werden.

Etwas, das ich gerne mache, um zu wissen, wie ich wirke, ist „Spiegeln“. Sprich, ich versetze mich in die Perspektive einer fremden Person und frage mich: Was hältst du von einem Outfit, einem Charakterzug, einer Verhaltensweise? Du kannst ja auch mal ehrliche Freunde fragen, wie du ihres Erachtens nach wirkst, was ihnen auffällt, positiv oder negativ. Manchmal hilft es auch, die eigenen Erwartungen zu prüfen. Sowas wie: Was will ich überhaupt? Ist das realistisch? Ist mein Fokus zu weit/ zu eng?

Du schreibst, dass du in den Vierzigern bist – manche Männer suchen instinktiv, sobald sie selbst älter werden, jüngere Frauen. Das hat auch ganz einfache, evolutionäre Gründe. Der Knackpunkt ist hier: Realistisch ist anders – willkommen im Tagträumerland. Die meisten jungen Damen gehen nämlich nach ähnlich evolutionären Schemata vor – vor allem auf den ersten Blick. Und während man(n) von der 28-jährigen blonden Schönheit aus dem Fitnessclub träumt, übersieht er dann die brünette, durchschnittlich aussehende Dame mit über 35 Jahren, mit der er eigentlich viele Gemeinsamkeiten hätte. Natürlich kann ich nicht beurteilen, ob du zu den Männern gehörst, die so von ihrer Biologie genatzt werden.

Ein Problem für viele Männer könnte sein, dass sie einfach nicht mehr sicher sind, wie sie nun handeln sollen – siehe auch Problematik der „Ritterlichkeit“. Normal könnten sie annehmen, dass Frauen ebenso aktiv Kontakt aufnehmen, wäre da nicht die fehlgeleitete Beeinflussung vieler durch Prinzessinnen und Hollywoodfilme, sodass sie sich kaum Eigeninitiative zutrauen und immer noch meinen, „der Mann muss den ersten Schritt machen“. Die, die aktiv an die Sache herangehen, wollen auch noch eine Herausforderung, selbst Fragen stellen, zum Kennenlernen beitragen.

Da ich keine Kristallkugel zu Hause habe und auch nicht die Datenüberwachung aus den USA bin, kann ich natürlich nicht sagen, welche Tipps hier für dich nützlich sind. Ich würde dir folgende geben:

– Erwarte nicht von jedem Flirt die große Liebe.
– „Spiegele“ dich selbst und vertraue dich guten Freunden an.
– Erweitere bzw. verenge deinen Fokus und trickse dein „Beuteschema“ aus.
– Rege die, denen zu begegnest, auch zur Eigeninitiative an – etwas, das „schnell zu kriegen“ ist, ist oft leider nicht von Interesse.
– Suche erst einmal freundschaftlichen Kontakt – daraus kann, aber muss sich keine Beziehung entwickeln.

Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute! 🙂

  1. Ach wie niedlich! Ich hoffe du konntest ihm damit helfen!

    Liebst
    Justine

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