Cat antwortet: Das nicht ganz so stille Örtchen

Hin und wieder flattert doch mal eine Leserfrage bei mir rein, hier oder über Facebook. Weiter so – und gerne mehr davon! In diesem Blogbeitrag geht es um eine Frage, die sich vermutlich viele Männer schon so oder so ähnlich gestellt haben …

Maiko fragt: Wie kommt es eigentlich, dass so viele Frauen mindestens zu zweit auf die Toilette gehen?

Hallo Maiko,

die Frage habe ich mir tatsächlich schon öfter selbst gestellt, wenn ich mit einer gemischten oder einer Mädelsclique unterwegs war. Genau, wie viele Frauen gerne mal im Rudel zu den Waschräumen pilgern, um dem Gott des Badporzellans zu huldigen, gibt es eben genau so viele, die das nicht oder ungerne tun. Ich gehöre normalerweise eher zur zweiten Sorte. Aber wenn mich eine Freundin erster Sorte fragt: „Kommst du mit aufs Klo?“, komme ich dann doch oft mit – und wenn nur, um sie nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich denke mir dann, sie wird schon ihre Gründe haben, und meist haben wir Mädels die auch. Sogar ganz schön viele und überraschend pragmatische.

  1. Alleine in der ellenlangen Kloschlange in der Disco, der Kneipe oder auf einem Festival stehen, ist einfach viel zu langweilig!

Dass die Schlange vor dem Damenklo gerne mal „etwas“ länger ist als die bei den Männern, ist eine Tatsache und eigentlich überall beobachtbar, wo es öffentliche Toiletten gibt. Wenn man also niemanden Bekanntes hinter oder vor sich in der „längsten Schlange der Welt“ (siehe mit Augenzwinkern auch dieses Video …) hat, kann das zu einem Unwohlsein und auch zu erheblicher Langeweile führen. Und ja, eine halbe Stunde und länger anstehen ist keine Seltenheit bei manchen Locations!

  1. Man muss später eh ewig anstehen, dann kann man ja jetzt schon gehen …

Gleiche Situation, ähnliches Tatmotiv. Die Erfahrung auf größeren öffentlichen Veranstaltungen lehrt uns eben, dass es, wenn man dann wirklich dringend muss, schon fast zu spät sein kann!

  1. Unter Mädels“ lassen sich gut Waren und Infos austauschen.

Nein, keine Drogen und auch keine vertraulichen Informationen aus der Weltpolitik oder von der NSA. Sondern solche basalen Dinge wie eine Haarbürste (mit der man ungerne direkt neben seinem Drink rumfuchtelt), Tampons (nein, definitiv kein Thema für eine gemischte Runde … ), oder den Namen des Typen an der Bar, der gerade so frech und sexy rübergelächelt hat …

  1. Peinliche oder anderweitig befremdliche Szenen lassen sich so verbergen.

Die Damentoilette ist ein intimer Schutzraum für Frauen, denen in irgendeiner Weise eine peinliche, zwiespältige oder anderweitig unangenehme Situation droht. Dort passieren die Dinge, die im Rest des Clubs oder der Partyräume nie jemand zu sehen bekommen soll. Es wird sich ausgekotzt (verbal über den Ex-Freund oder auch ähm … im wörtlichen Sinn), geheult wie ein Schlosshund und dann wieder getröstet. Frauen fetzen sich aus Eifersucht, werfen sich die schlimmsten Dinge an den Kopf, oder vertragen sich emotions- und tränenreich nach einem vorherigen Wortgefecht. Frei nach der Devise: Ein Raum der (fast) unbegrenzten Möglichkeiten … Böse Zungen könnten auch behaupten: Der Club ist ein Irrenhaus, und das Damenklo die Zentrale.

  1. Der gemeinsame Klogang ist ein soziales Ritual.

Die Waschräume sind eigentlich, alles in allem, viel mehr als ein reiner Nebenschauplatz. Sie sind ein Ort des sozialen Austausches, der Solidarisierung oder kleinerer Catfights. Sitzt ein Mädchen vor Liebeskummer heulend am Boden, wird sicher ein großer Teil der Kloschlange hilfreich mit Trost, Aufmunterung und Taschentüchern zu Hilfe springen. Nicht zu vergessen, das gemeinsame Schimpfen über unsensible Ex-Lover, Aufreißer und alle Gefühlslegastheniker dieser Welt. Auf der Toilette und im Vorraum gehört es auch zum guten Ton, schwesterlich Mascaras und Haarspraydosen auszutauschen, sich ehrliche Komplimente über Outfit und Styling zu geben oder einfach zu sagen. „Dein Lippenstift ist verschmiert“ oder: „Dein Schild hängt aus der Hose.“ Hier können Frauen auch das tun, was aus Korrektheit „draußen“ nie tun würden – zum Beispiel laut über die Neue des eigenen Ex lästern. Steht genau die zufällig auch in der Schlange, gibt es einen kleinen Catfight, mit oder ohne Einigung – ein bisschen Schwund ist eben immer.

Ich hoffe, deine Frage damit – wenn auch mit kleinem Augenzwinkern – ausreichend beantwortet zu haben und freue mich auf weitere spannende Leserfragen!

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Manchmal können Frauen auch im 21. Jahrhunderten noch ein Rätsel für Männer sein. Oder sogar für andere Frauen – ja, das gibt es auch. Dabei ist es meistens gar nicht so kompliziert, wie es aussieht. Ich sehe mich nicht als Beziehungsexpertin, Sex-Know-it-all oder Lebensratgeberin und das sollte auch niemand sonst. Allerdings bin ich eine Frau und habe die eine oder andere ernsthafte oder humoristische Antwort auf Verständnisfragen. Für alle Themen, die mit Geschlechtern nichts am Hut haben, gibt es die Kategorien "Cats Medienkommentar" und "Cats Gedankenwelt".

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