Azrael ap Cwanderay – ZEITBEBEN Band 1 – Schattenspiele – Leseprobe

„Wir sind ja so was von am Arsch!“
Jesus Miguel Die Angeles Stimme vermochte kaum das Knistern der energetischen Entladungen zu übertönen, die jetzt im Sekundentakt in die schwarze Masse hieben und doch nicht mehr waren als Nadelstiche, die versuchten, eine gewaltige Flutwelle zu stoppen. 
Ihre Lage war hoffnungslos, sie waren am Arsch, wie es der Spanier so treffend formuliert hatte! „Wo bleibt deine positive Denkweise, Jesus?“ fragte Vanessa mit verkniffenem Gesicht. „Nur weil wir gerade von einer Tausendschaft mordlüsterner Schattenkreaturen überrollt werden und unsere Waffen bereits nur noch mit blindem Gottvertrauen und viel gutem Willen funktionieren? Also wirklich!“Wie zur Bestätigung ließ Crane neben ihr einen für ihn absolut untypischen Fluch erklingen, der sogar Jesus die Augenbrauen hochziehen ließ. „Energiezelle aufgebraucht!“ erklärte der Waffentycoon, während er das Gewehr am Lauf packte und es wie eine Keule der nächststehenden Schattengestalt in das rotglosende Auge drosch! Der Schädel der Kreatur zerplatzte mit einem satten Geräusch, dann fiel ein kopfloses Skelett zu Boden. Es verschwand jedoch sofort in der Masse der nachdrängenden Schattenleiber.

Ein heftiges Fluchen des Spaniers zeigt an, das auch sein Gewehr keine Energie mehr hatte. Anstatt es als Schlagwaffe zu missbrauchen, ließ er es jedoch einfach fallen und zog die Handfeuerwaffe, mit der Crane ihn und Vanessa ausgestattet hatte.
Verzweifelt jagte er Schuss um Schuss in die brodelnde Schattenmasse, aber für jede vernichtete Kreatur drangen drei neue nach. Ihr Vorkommen schien unerschöpflich zu sein und es mutete wir ein Wunder an, das die drei Menschen es bisher geschafft hatten, die Schattenkreaturen auf Distanz zu halten.

Lange würde dieser Zustand nicht mehr anhalten. Es war abzusehen, bis die Woge an Schattenwesen sie einfach überschwemmen und unter sich begraben würde. Mit grimmigem Gesichtsausdruck zog Crane den Phasendolch aus einer Scheide. „Sieht so aus, als wär‘s das gewesen. Aber ich nehme so viele von diesen Biestern mit, wie möglich! „Kann uns Monsieur Vandredi nicht mehr helfen?“
„Er würde es nicht rechtzeitig schaffen, Vanessa.“ Längst waren sie schon zum Du übergegangen. Zu einer solchen Situation verloren Anstandsformen an Wichtigkeit …
„Wenn nicht binnen der nächsten zehn Sekunden ein wahres Wunder geschieht… „
„Geht das nur mir so, oder hat da grad ein Pferd gewiehert?“, unterbrach Jesus den Waffentycoon. Er feuerte im Dauerfeuer blind in die schwarze Masse mit den rotglühenden Punkten, ein genaues Zielen war gar nicht notwendig. „Halluzinationen kurz vor dem Ende, Jesus?“ fragte Vanessa mit Galgenhumor. „Naht die Kavallerie?“ „Er hat recht, Vanessa, ich hab’s auch…“ Wieder kam Crane nicht dazu, den Satz zu Ende zu bringen.

Doch diesmal wurde er von dem erhofften Wunder unterbrochen! Ein Brausen erfüllte die Luft, und dann schlug nur wenige Meter von den drei Menschen etwas mit Urgewalt in die schwarze Masse an Schattenkreaturen ein! Der Aufprall war so stark, das Vanessa, Jesus und Crane von den Beinen gerissen wurden. Begleitet wurde das Ganze von einer Explosion grellen Lichtes, die so intensiv war, dass die drei verzweifelt die Augen zukniffen, um nicht geblendet zu werden.

Als der Lichtschein genauso schnell wieder der Dunkelheit wich, wie er sie zuvor vertrieben hatte, bot sich den dreien ein absolut bizarrer Anblick!

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