Autor: Konrad Kollek

Geboren in München zu Ende der 1950er Jahre; studierter Historiker & Politikwissenschaftler, engagierter Hobbymusiker (Klavier) - jüdisch und seit 1998 aus beruflichen Gründen in Melbourne/Australien lebend. In seiner Kolumne erzählt Kollek von seiner Leidenschaft - der Musik - und dem Leben. Ein Part wird sein, dass ich Ihnen mein monatliches Hörprogramm vorstelle. Musikalben, die ich in dem vergangenen Monat gehört habe; egal ob aus meiner Sammlung oder frisch eingekauft. Der Schwerpunkte liegen dabei auf Klassik, Jazz & Weltmusik.

Mein Lebensentwurf zum Rentenalter | Und Ihrer?

«Ich bin nun bald 60 Jahre alt, aber trotzdem gibt es noch viel, das ich kennenlernen möchte, solange ich noch munter und — töricht bin. So gedenke ich, meine nächsten 20 Jahre mit Dingen auszufüllen, die zu sehen, zu hören, zu schmecken, zu riechen und zu wissen ich mir immer wünschte. Hier sind die wichtigsten Daten meiner Agenda für diese Zeit:

   Ich möchte in einer Hütte aus unzerbrechlichem Glas auf irgendeiner Bergspitze Westindiens sitzen und zuschauen, wie die Welt in einem grauen, nassen, wütenden Hurrikan zugrunde geht. Und möchte auf den wilden Klippen von Aran, abseits Irlands Westküste, stehen, während eine Riesenwelle von Grönland her an die erbebenden Felsen donnert, mit Wellen, die beim Aufschlagen und Niederbrechen 300 Fuß hoch in die Luft aufspritzen und aufsprühen. Und dann möchte ich eine Woche tief unter Wind und Sturm auf dem Grund des Meeres verbringen und mir die seltsamen Kreaturen der Tiefe betrachten.

   Ich möchte weitere 100 Sonnenuntergänge im einsamen Wattenmeer erleben, wo stets zur gleichen Stunde die Sonne langsam in vielfarbigem F’euer untergeht und Gewitterwolken über dem halben Himmel leuchten und blitzen, und schüchtern Sterne im ungetrübten Blau des Himmels funkeln.

   Meine Ohren können wenig mehr verlangen, als sie schon hörten. Ich hatte der Welt schönste Musik genossen; ich hörte die Lieder der Bantus und der Samoaner; ich hörte in den Alpen eine Lawine grollen, während sie sich ihren schneeigen Weg 2000 Fuß bergabwärts in den Abgrund brach; mein Rückgrat hat ein Frösteln durchlaufen, als ich das unterirdische Rascheln des Nordlichtes hörte, während es seine raumweiten Säume durch die fernen flimmernden Sterne hinter sich herschleppte. Ich hörte einen Waldbrand menschliche Rede zu Boden dröhnen — und wünsche das nicht nochmals zu erleben. Aber bevor ich 80 bin, möchte ich noch einen großen Vulkan bei einer Eruption hören und nicht zuletzt das Trommelkonzert von 500 Pavianen.

   Lasst mich noch viele Male zwischen dem Ende und heute den Duft spanischen Flieders eines Frühlings in Neu-England verspüren und schenkt mir noch eine stille Blütennacht in einem Orangenhain von Florida. Lasst mich wieder und wieder die erfrischende Sauberkeit salziger Meerluft einatmen. Für meine Zunge schenkt mir noch einige Tausend weiterer Dessertmelonen, die aufgelesen wurden, wie sie von den Stämmen fielen und vor Sonnenaufgang gegessen werden, so dass sich in ihnen noch die Kühle der Nacht verbirgt.

   Und für den Durst und Hunger meines Geistes schenkt mir das Erleben, wie es einem zukünftigen Astronomen beschieden sein wird, der den Mond mit einem 200zölligen Teleskop wird betrachten können. Gebt mir Zeit, die Geheimnisse von Ameise und Biene zu erforschen; und mit Hilfe besonderer Apparate lasst mich zu einem Zuhörer ihrer Unterhaltung werden.

   Aber alle diese Dinge würde ich mit Freuden hergeben, wenn ich vor meinem 80. Altersjahr einen neuen Einblick in die menschliche Natur gewinnen, Zeuge Tausender von Experimenten mit den Chemikalien sein könnte, mit denen wir den Charakter erforschen und die die Substanzen finden helfen, die verwirrte Geister wieder klären, den Sorglosen und Unbekümmerten Vorsicht bringen, den Trägen und Gleichgültigen Lebensatem einblasen, Fleiß den Drückebergern bescheren und Ehrlichkeit den Falschen und lügnerischen Seelen schenken. Für mich birgt das Leben kein größeres Abenteuer mehr, als zu sehen, wie der Mensch seine eigene Natur zu beherrschen lernt, gleich wie er heute die Atome beherrscht.

Haydn – Über seine Vorbilder und wen er verehrte

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Joseph Haydn, Schwerpunkt des diesjährigen SHMF, galt als Genie und Musikerneuerer. In loser Folge veröffentlichen wir Beiträge zu diesem musikalischen Vorbild.

Franz Joseph Haydn (Rufname: Joseph, * 31. März oder 1. April 1732 in Rohrau, Niederösterreich; † 31. Mai 1809 in Wien) war Komponist zur Zeit der Wiener Klassik. Er war Bruder des Komponisten Michael Haydn und des Tenors Johann Evangelist Haydn.

Den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte Haydn als Hofmusiker auf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Esterházy, wo er deren Orchester und Oper leitete. Die Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen beschrieb er mit dem bekannten Zitat: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“

1797 vertonte Haydn für den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Franz II. das hierzu bei Lorenz Leopold Haschka ebenfalls vom Hof bestellte Gedicht Gott! erhalte Franz, den Kaiser, Unsern guten Kaiser Franz!. Die Melodie war bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918 die der Österreichischen Kaiserhymnen und fand auch danach noch in der Ersten Republik Anwendung. Im Jahr 1841 wurde ihr das extra hierzu gedichtete Lied der Deutschen von Heinrich Hoffmann von Fallersleben unterlegt, das in dieser Form 1922 die Hymne des damaligen Deutschen Reiches wurde.

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Nicola Antonio Porpora - Maler unbekannt - 18. Jhrdt.
Nicola Antonio Porpora – Maler unbekannt – 18. Jhrdt.

Obgleich Haydn einmal scherzhaft äußerte, dass er von allen geliebt und geachtet werde, ausgenommen von Musikgelehrten , so waren doch gerade die größten Musiker stets bereit, der anderen Größe anzuerkennen. Haydn selbst scheint von Eifersucht gänzlich frei gewesen zu sein. Seine Bewunderung für den berühmten italienischen Komponisten und Gesangslehrer Nicola Antonio Porpora ging so weit, dass er sich entschloss, sich Zutritt zu seinem Hause zu verschaffen und sein Diener zu werden. Nachdem er die Bekanntschaft der Familie gemacht hatte, in der der „Virtuose der italienischen Arie“ lebte, betraute man ihn mit dieser Aufgabe. Jeden Morgen bürstete er jetzt den Rock des alten Herrn aus, putzte die Schuhe und brachte seine Perücke in Ordnung. Zuerst war Porpora über den Eindringling aufgebracht; aber sein Unwille besänftigte sich bald und ging in Zuneigung über. Er entdeckte das Genie seines Dieners und geleitete ihn durch entsprechenden Unterricht auf jene Bahn, auf welcher Haydn später solche Bedeutung erlangte.

Haydn selbst war ein begeisterter Bewunderer Händels. »Er ist unser aller Vater,« sagte er einst. Scarlatti folgte voll Bewunderung Händel durch ganz Italien und wenn sein Name genannt wurde, bekreuzigte er sich zum Zeichen der Verehrung. Mozart zollte dem großen Komponisten nicht weniger herzliche Bewunderung. »Wenn Händel will,« sagte er, »so fährt er drein wie der Donnerkeil.« Beethoven pries ihn als den »König im Reiche der Musik.«

Als Beethoven auf dem Sterbebett lag, sandte ihm einer seiner Freunde Händels Werke in vierzig Bänden als Geschenk. Sie wurden in sein Zimmer gebracht und sie mit wieder erstrahltem Glanz in den Augen in sich aufsog. Dann rief er aus, mit dem Finger auf sie zeigend: »Hier – hier ist die Wahrheit!«

Joseph Haydn - KompositionHaydn erkannte nicht nur das Genie derer an, die vor ihm lebten, sondern auch seiner jungen Zeitgenossen wie Mozart und Beethoven. Engstirnige Menschen mögen auf ihre Genossen neidisch sein, aber wahrhaft große Männer suchen und lieben einander. Über Mozart schrieb Haydn: »Ich wünschte nur, ich könnte jedem Freunde der Musik und besonders großen Männern dieselbe Tiefe musikalischer Sympathie und die Wertschätzung der unnachahmlichen Musik Mozarts mitteilen, die ich empfinde und genieße; dann würden Nationen miteinander ringen, um solch ein Juwel in ihren Grenzen zu besitzen. Prag sollte sich nicht nur bemühen, diesen köstlichen Mann festzuhalten, sondern ihn auch gebührend zu belohnen; denn ohne dies ist die Geschichte eines großen Genies wahrhaft traurig …. Es bringt mich auf, dass der unvergleichliche Mozart noch nicht von einem kaiserlichen oder königlichen Hof engagiert worden ist. Vergebt mir meinen Zorn; aber mir ist der Mann so teuer.«
Mozart erkannte ebenfalls die Verdienste Haydns hochherzig an. »Mein Herr,« sagte er zu einem Kritiker, als sie von jenem redeten, wenn Sie und ich verschmolzen würden, so würden wir noch nicht genug Material für einen Haydn liefern.« Und als Mozart zum ersten mal Beethoven hörte, bemerkte er: »Hören Sie diesem jungen Manne zu, und seien Sie versichert, dass er sich in der Welt einen großen Namen erringen wird.«

Emanuel Moór • Serenade für Streich-Orchester • Op. 16

Emanuel Moór • Serenade für Streich-Orchester • Op. 16

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Pablo Casals, Jacques Thibaud und Emanuel Moór. Foto: Henrik und Emanuel Moor Stiftung

Emanuel Moór war meiner Meinung nach ein echtes Genie, einer der wirklich bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Dazu war er ein glänzender Pianist und bemerkenswerter Erfinder. – Pablo Casals.

Als Casals ihn in Lausanne kennen lernte, spürte er etwas Bedeutendes an diesem Mann. Die Intensität seines Wesens sprach bereits aus seinem Gesicht. Er lud Moór mit dem Wunsch zu sich ein, seine Partituren anschauen zu können. Kaum setzte sich der Komponist ans Klavier war dem Cellisten klar: Emanuel Moór war ein Künstler von außergewöhnlichem Format. Seine Musik überwältigte Casals.

Wir haben zum Kennenlernen die Serenade für Streich-Orchester ausgewählt. Viel Vergnügen beim Lauschen.

I. Moderato

II. Allegro con brio

III. Adagio religioso

IV. Allegro energico

Komponist: Emanuel Moór
Opus/Katalognummer: Op.16
Anzahl Sätze/Teile: 4
Jahr der Komposition: 1881
Interpreten: Steve’s Bedroom Band (Streicher) // Leitung: Steve Jones
Urheberrecht:Creative Commons Attribution 3.0
Anmerkung:Streichquartett plus „Bass“trennlinie2

Emánuel Moór - Selbstporträt
Emánuel Moór – Selbstporträt

Emánuel Moór [ˈɛmaːnuɛl ˈmoːr] (* 19. Februar 1863 in Kecskemét, Ungarn; † 20. Oktober 1931 in Chardonne, Schweiz) war ein ungarischer Komponist, Pianist und Erfinder.
Emanuel Moór wurde als Sohn des Opernsängers und Kantors Rafael Moór geboren, der ihm den ersten Unterricht gab. Er studierte Komposition in Budapest bei Robert Volkmann, in Wien bei Anton Door und Anton Bruckner. Mit 18 Jahren wurde er Lehrer für Klavier am Musikkonservatorium in Szeged. Er unternahm zwischen 1885 und 1897 Konzertreisen, die ihn bis in die USA führten, bei denen er auch mit der Sängerin Lilli Lehmann auftrat. 1888 heiratete er Anita Burke in England und wurde britischer Staatsbürger. George Henschel setzte sich für seine Orchestermusik ein. Von dort zog er 1901 in die Schweiz.

Seit einem Treffen mit dem Cellisten Pablo Casals 1905 förderte dieser entschieden seine Musik und deren Verbreitung bei seinen Kollegen. Das zweite Cellokonzert ist Pablo Casals gewidmet und das Cellodoppelkonzert, das von Casals und seiner damaligen Lebensgefährtin Guilhermina Suggia europaweit aufgeführt wurde. Für das Trio Casals, Alfred Cortot und Jacques Thibaud schrieb Moór ein Tripelkonzert. Casals, André Hekking, Joseph Salmon und Diran Alexanian bestritten die Uraufführung des Celloquartetts op. 95[1].

Nach dem Krieg widmete er sich dem Musikinstrumentenbau und erfand ein Doppelklavier, das Duplex-Coupler Grand Pianoforte, bei dem zwei übereinander liegende Manuale gekoppelt werden konnten, das unter anderem von Pleyel, Bechstein (1929) und Bösendorfer gebaut wurde. Nach dem Tod der ersten Frau Anita 1922 heiratete er 1923 die Pianistin Winifred Christie[2], die die eifrigste Verfechterin des Doppelmanualflügels wurde.

Neben fünf Opern und acht Sinfonien komponierte er vier Klavier-, vier Violin- und zwei Cellokonzerte, ein Bratschen- und ein Harfenkonzert, ein Tripelkonzert für Violine, Cello und Klavier, kammermusikalische Werke, ein Requiem und Lieder. – Quelle: wikipedia

Quelle der Aufnahmen: imslp.org/wiki/Serenade_for_String_Orchestra,_Op.16_(Mo%C3%B3r,_Emanuel)

Mili Alexejewitsch Balakirew – Mazurka No.1 – Klassik zum Hören

Mili Alexejewitsch Balakirew – Mazurka No.1

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Mili Alexejewitsch Balakirew – um 1900

Komponist: Mili Alexejewitsch Balakirew
Interpretation: Matthew Hughes – Gespielt auf zwei Klarinetten
Aufnahme vom 04.02.2015
Jahr der Erstveröffentlichung: 1864
Stil des Stückes: Romantik
Instrumentierung: Klavier
Urheberrecht: Creative Commons Attribution 4.0
Anmerkungen: arrangement by Matthew Hughes and dedicated to Louis Kaufman
Quelle: http://imslp.org/wiki/Mazurka_No.1_%28Balakirev,_Mily%29

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Mili Alexejewitsch Balakirew (russisch Ми́лий Алексе́евич Бала́кирев – * 21. Dezember 1836jul in Nischni Nowgorod; † 16. Maijul in Sankt Petersburg) war ein russischer Komponist, Pianist und Dirigent.
Balakirew hat eine große Bedeutung als Begründer einer ganzen Epoche. Der Komponist Balakirew ist heute kaum mehr in den Konzertsälen vertreten, obwohl seine Werke große Originalität und auch eine gute Technik aufweisen. Der Grund für diese Vernachlässigung ist historisch zu sehen: Balakirew wandte sich in den 1860er Jahren überwiegend der Förderung seiner Mitstreiter zu, komponierte aber selbst nur wenig und ließ seine Kompositionen meistens unvollendet liegen. In den folgenden Jahren geriet er in die o.g. Krise, und erst seit den 1880er Jahren komponierte er wieder. Nun befasste er sich wieder mit seinen unvollständigen Werken, doch sein Stil veränderte sich nicht. Von daher waren seine Werke, die nun erst vollendet und aufgeführt wurden, nicht mehr auf der Höhe ihrer Zeit. Hätte Balakirew sie bereits in den 1860er Jahren aufgeführt, wären sie als revolutionäre Pioniertaten in die Geschichte eingegangen. So aber blieb ihm nur das Los des zu spät Gekommenen. Leider sind daher die meisten seiner eigentlich bemerkenswerten Kompositionen bis heute kaum beachtet geblieben. – Quelle: wikipedia

Joachim Andersen ℵ Ballade et Danse des Sylphes, Op.5 ℵ Audio

Carl Joachim Andersen (* 29. April 1847 in Kopenhagen; † 7. Mai 1909 in Bagsværd bei Kopenhagen) war ein dänischer Flötist, Dirigent und Komponist.

Erstveröffentlichung: 1884
Interpreten: Paolo Dalmoro (Flöte) – Valentina Lombardo (piano)
Urheberrecht: Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0
Anmerkungen:Gespielt auf historischen Instrumenten – Flöte nach-Meyer 8-keyed (1880), Bluthner Grand Piano (1866)
Quelle: http://imslp.org/wiki/Ballade_et_Danse_des_Sylphes,_Op.5_%28Andersen,_Joachim%29

Nicolaus Bruhns ∴ De Profundis ∴ Audio ∴ Klassik

Nicolaus (Nikolaus) Bruhns (oder auch Bruhn/Bruns) * Dezember 1665 in Schwabstedt; † 29. Märzjul./ 8. April 1697greg. in Husum.
Bruhns war ein Komponist der norddeutschen Orgelschule sowie Orgel- und Geigenvirtuose. Sein überliefertes Werk umfasst vier vollständige Orgelwerke sowie zwölf geistliche Kantaten und enthält einige außergewöhnlich originelle Stücke. – Quelle: wikipedia

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Interpreten: Rebel Baroque Orchestra
Aufnahme: Boston – Isabella Stewart Gardner Museum – 2010
Lizenz: Creative Commons Attribution Non-commercial No Derivatives 3.0
Quelle der Aufnahme: http://imslp.org/wiki/De_Profundis_%28Bruhns,_Nicolaus%29

Frank Bridge – Lament H.117 ‰ Jean Dubé (Klavier – Liveaufnahme)

Frank Bridge (* 26. Februar 1879 in Brighton; † 10. Januar 1941 in Eastbourne) war ein englischer Komponist, Bratschist und Dirigent und gilt heute trotz eines nicht ausgesprochen umfangreichen Werks als einer der bedeutendsten Komponisten Großbritanniens.

Bridge schrieb hauptsächlich Kammermusik und einige groß angelegte Orchesterwerke, anfangs in konventionellem Stil, im Laufe der Zeit weisen seine Werke jedoch immer modernere Strukturen auf. Während sein Frühwerk The Sea (Tongedicht) die prachtvolle Darstellung des Meeres in allen möglichen Stimmungen und Facetten von tragisch bis idyllisch bietet, wartet sein Spätwerk Enter Spring (Tongedicht) mit deutlichen Anklängen an Arnold Schönbergs Zwölftonmusik auf.trennlinie640

Interpret: Jean Dubé (Klavier) – Website des Pianisten.
Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0
Live-Aufnahme – Januar 2014

Hugo Distler – Kleine Orgelchoral-Bearbeitungen, Op.8 No.3 – 1938

Hugo-Distler-1941Hugo Distler (* 24. Juni 1908 in Nürnberg; † 1. November 1942 in Berlin) war ein deutscher Komponist und evangelischer Kirchenmusiker. Er gilt als der bedeutendste Vertreter der Erneuerungsbewegung der evangelischen Kirchenmusik nach 1920.

Der deutsche Komponist gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten evangelischer Chor- und Orgelmusik im 20. Jahrhundert, die er aus ihrer barocken Fixierung löste. HIer können Sie vier Stück aus den kleinen Orgelchoral-Bearbeitungen, Op.8 No.3 lauschen:

  1. Wie schön leuchtet der Morgenstern.

2. Vorspiel „Das alte Jahr vergangen ist“ (Neujahr)

3. Drei Vorspiele „Christe, du Lamm Gottes“ (Passion)

4. Vorspiel „Mit Freuden zart“ (Ostern)

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Mykola Leontovych – Carol of the Bells – Komponist aus der Ukraine

Klassik, die es zu entdecken lohnt….

Mykola_leontovychMykola Dmytrowytsch Leontowytsch (* 1. Dezemberjul./ 13. Dezember 1877greg.; † 23. Januar 1921) war ein ukrainischer Komponist, Chorleiter und Lehrer. Seine internationale Bekanntheit geht heute vor allem auf sein Werk Schtschedryk zurück, das 1936 von Peter J. Wilhousky auf Englisch unter dem Titel Carol of the Bells adaptiert wurde. In dieser Version zählt es heute, vor allem im angloamerikanischen Raum, zu den bekanntesten Weihnachtsliedern.

Nach einem theologischen Studium arbeitete Mykola Leontowytsch zunächst als Lehrer in den Gouvernements Kiew, Jekaterinoslaw (heute Dnipropetrowsk) und Podolien. Bald entschloss er sich aber zu einem Musikstudium, für das er Kurse in Sankt Petersburg und Kiew besuchte. Dort erwarb er sich schnell den Ruf eines versierten Chorleiters. Ab 1918 lehrte er am Konservatorium von Kiew und am Lysenko Institut für Musik und Schauspiel.Weiterlesen

Tor Aulin – Akvareller – Vier Stücke für Violine & Klavier – Audio

Tor Aulin 1914
Tor Aulin 1914

Tor Aulin (* 10. September 1866 in Stockholm; † 1. März 1914 in Saltsjöbaden) war ein schwedischer Komponist.

Aulin studierte von 1877 bis 1883 am Stockholmer Konservatorium und von 1884 bis 1886 in Berlin bei Émile Sauret und Philipp Scharwenka. Von 1889 bis 1902 war er Konzertmeister an der Königlichen Oper in Stockholm, danach Dirigent des Stockholmer Konzertvereins und ab 1909 der Göteborger Symphoniker. Großes Ansehen genoss das von ihm 1887 begründete Streichquartett Aulin.
Aulin komponierte neben zahlreichen kleinen Werken für die Violine eine Violinsonate, drei Violinkonzerte und eine Orchester-Suite.

Wir stellen Ihnen hier folgende 4 Stücke aus Akvareller vor. Erstveröffentlichung: 1899

Idyll:

Humoresk:

Vaggsång (Berceuse):

Polska:

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Mládí ♠ Jugend – Leoš Janáček Nur eine Randfigur der „Neuen Musik“? – AUDIO

Klassik, die es zu entdecken gilt: Mládí / Jugend von Leoš Janáček

Leoš Janáček mit seiner Frau Zdeňka 1881
Leoš Janáček mit seiner Frau Zdeňka 1881

Leoš Janáček * 3. Juli 1854 in Hukvaldy; † 12. August 1928 in Mährisch Ostrau) war ein tschechischer Komponist, Musikpädagoge, Musikforscher und -schriftsteller.

Janáček ist nach Bedřich Smetana und Antonín Dvořák der dritte große tschechische Meister und einer der Wegbereiter der „Neuen Musik“.

Leos Janácek: Viele halten ihn für eine Randfigur der Musik des beginnenden 20. Jahrhunderts. Auf die Frage nach der Wirkung der Musik Leoš Janáčeks in den 1950er und ’60er Jahren bekennt der Dirigent Gerd Albrecht, man sei damals zu sehr mit dem traditionellen Repertoire und der Neuen Musik beschäftigt gewesen: „Der erste, der rehabilitiert wurde, war Gustav Mahler. (…) Dann arbeitete man die ‚Zweite Wiener Schule‘ wieder auf:  Schönberg, Berg, Webern. (…) Als man damit fertig war, haben die meisten Schluss gemacht.“

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Konrad Kollek – Meine Musikwelten – eine neue Kolumne

Konrad KollekRIch möchte mich Ihnen kurz vorstellen: Geboren in München zu Beginn der  1960er Jahre – studierter Historiker & Politikwissenschaftler –  engagierter Hobbymusiker (Klavier) – jüdisch und seit 1998 aus beruflichen Gründen in Melbourne/Australien lebend. In meiner Kolumne erzähle ich von meiner Leidenschaft, der Musik. Ein Part wird sein, dass ich Ihnen mein monatliches Hörprogramm vorstelle. Musikalben, die ich in dem vergangenen Monat gehört habe; egal ob aus meiner Sammlung oder frisch eingekauft. Der Schwerpunkte liegen dabei auf Klassik, Jazz & Weltmusik.

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Jansons - Oslo Philharmiker - Manfred-SinfonieAls Student habe ich mit Tschaikowskis Manfred-Sinfonie intensiv beschäftigt. Warum? Weil meine damalige Freundin ihre Diplomarbeit darüber schrieb und ich ihr bei den Recherchen zur Hand ging. Es hat mich von Anfang an beeindruckt, wie viel von Tschaikowskys wahrem Charakter in die Figur des Byron einfließt – große Passagen seiner eigenen Lebensgeschichte finden sich hier wieder. Ich habe mir jede Aufnahme die bisher erschienen ist angehört und finde es interessant zu sehen, wie die verschiedene Dirigenten das Stück zu interpretieren. Verliebt habe ich mich dabei in die Aufnahme der Oslo Philharmoniker unter Mariss Jansons. Seither lausche ich sowohl Jansons selbst mit besonderem Interesse als auch diesem Album. Ich besitze eine Aufnahme aus dem Jahr 1992. Wer das Werk nicht kennt:

Die Manfred-Sinfonie (opus 58) ist eine Sinfonie in vier Bildern von Pjotr Iljitsch Tschaikowski nach der dramatischen Dichtung Manfred von Lord Byron aus dem Jahre 1816. Die Uraufführung fand am 11. März 1886 unter Max Erdmannsdörfer in Moskau statt. Die vier Bilder sind die vier Sätze der Sinfonie.

Die Manfred-Sinfonie wurde nicht in die durchnummerierte Reihe von Tschaikowskis Sinfonien aufgenommen, vermutlich wegen seiner schwankenden Haltung dem Werk gegenüber. Erst bezeichnete er sie als „unter unaussprechlicher Mühe und Anstregung entstandene“ Partitur und als seine „beste Sinfonie“. Nach der wenig glücklichen Uraufführung verschmähte er sie aber als abstoßendes Werk
Tschaikowski wurde die Vertonung des Manfred 1882 von Mili Balakirew angetragen. Zuvor hatte Hector Berlioz (1803–1869) das Thema aus Gesundheits- und Altersgründen abgelehnt. Balakirew hatte sehr genaue Vorstellungen zum Inhalt und selbst zu den Tonarten. Auch Tschaikowski lehnte zunächst ab, da er nicht glaubte, der von ihm geliebten Manfred-Komposition Robert Schumanns etwas Neues hinzufügen zu können.
Die Dichtung von Lord Byron können Sie übrigens auch hier im Magazin lesen:

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