Autor: Harald Kobelt

Harald Kobelt kommt aus Bremerhaven und studierte Kunst & Kunstgeschichte in Köln und Amsterdam. Er arbeitet als Kurator, mobiler Galerist, schreibt gerade sein erstes Buch, welches im verlag . blaue ritter erscheinen wird. Seine letzten Stationen: Wien, Rotterdam, Frankfurt/Main, Hamburg und aktuell New York. Dort ist er für ein Jahr bei einem renommierten Auktionshaus beschäftigt.

Georges Seurat – Die Zirkusparade – Rhythmus

Georges Seurat - Die Zirkusparade - Eine Studie

Künstler: Georges Seurat
Entstehungsjahr: 1887/88 – Studie
Maße: 16,8 × 24,8 cm
Technik: Öl auf Holz
Aufbewahrungsort: Zürich
Sammlung: Stiftung Sammlung E.G. Bührle
Epoche: Neoimpressionismus
Land: Frankreich

Georges Seurat - Die Zirkusparade

 

Künstler: Georges Seurat
Entstehungsjahr: 1888
Maße: 99,7 × 149,9 cm
Technik: Öl auf Leinwand
Aufbewahrungsort: New York
Sammlung: Metropolitan Museum of Art
Epoche: Neoimpressionismus
Land: Frankreich

 

Albert Weisgerber – definitiv keine „Entartete Kunst“ – Eine Auswahl seiner Werke

Albert Weisgerber - Illustration zu Grimms Märchen
Albert Weisgerber – Illustration zu Grimms Märchen

trennlinie2Albert Weisgerber (* 21. April 1878 in St. Ingbert; † 10. Mai 1915 gefallen bei Fromelles in Französisch-Flandern) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Weisgerber hinterließ ein umfangreiches Werk, das nach seinem frühen Tod zunächst in Vergessenheit geriet. Weisgerbers Stil ist zwischen dem deutschen Impressionismus und dem beginnenden Expressionismus einzuordnen.
Seine Bilder wurden wie die vieler anderer moderner deutscher Künstler von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“ eingestuft und beschlagnahmt. Sie wurden jedoch nicht vernichtet, sondern in Auktionen verkauft.Weiterlesen

Das Schokoladenmädchen – Jean-Étienne Liotard

Das Schokoladenmädchen

Das Schokoladenmädchen (La Belle Chocolatière) – Jean-Étienne Liotard Pastell auf Pergament, 1743-45, 82,5 x 52,5 cm – Gemäldegalerie Alte Meister, Dresdentrennlinie2

Das adrett gekleidete Schokoladenmädchen besticht den Betrachter, dem sie sich mit keiner Geste zuwendet, durch ihre grazile Anmut. Ihr jugendliches Gesicht strahlt Frische und Natürlichkeit aus. Konzentriert trägt sie ein kleines Lacktablett mit einer Tasse Schokolade und einem Glas Wasser.
Das Bild entstand zwischen 1743 und 1745 am Hof der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. In dieser Zeit weilte der schweizer Künstler Jean-Étienne Liotard in Wien um Porträts von der Kaiserin und ihrem Gemahl anzufertigen.
Bei wem es bei der dargestellten Person handelt, ist bis heute nicht mit Sicherheit bekannt. Höchst wahrscheinlich war es eine junge Zofe am Hofe, deren Schönheit dem Maler besonders aufgefallen ist. Dass Liotard das Bild später in Venedig an den Grafen Francesco Algarotti verkaufte, der die Sammlungen der Könige August III. von Polen und Friedrich II. von Preußen belieferte, spricht nicht dafür, dass es sich bei dem Bild um die Auftragsarbeit für einen österreichischen Fürsten handelte.
In jener Zeit war es jedenfalls üblich, dass der kaiserlicher Hof in Wien, junge hübsche Mädchen aus dem niederen Adel rekrutierte um sie am Hofe zu Begleiterinnen und Zofen für die „hochgeborenen“ Damen des Hochadels auszubilden.
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Henri Rousseau – Die schlafende Zigeunerin

Henri Rousseau - Die schlafende Zigeunerin - 1897
Henri Rousseau – Die schlafende Zigeunerin – 1897

trennlinie2Rousseau selbst beschreibt in einem Brief sein Gemälde folgendermaßen:

Eine umherziehende Negerin, des Mandolinenspiels kundig, ihren Krug (mit Wasser darin) nahe bei sich, ist vor Erschöpfung in Schlaf gefallen. Zufällig kommt ein Löwe des Wegs, beschnüffelt sie, aber verschlingt sie nicht. Die Wirkung des Mondes ist sehr poetisch. Die Szene spielt in einer ganz öden Wüste. Die Zigeunerin ist orientalisch gekleidet.

Da Rousseau glaubte, er müsse seine Bilder erklären, schrieb er auf den Rahmen dieses Bildes als er es zur Ausstellung gab:

Die Katze, obwohl wild, zögert, sich auf die Beute zu stürzen, die, vor Müdigkeit erschöpft, tief eingeschlafen ist.

Marriage a la mode – William Hogarth

William_Hogarth_Marriage-2-DetailNachdem die Malerei im England des 17. Jahrhunderts eher farblos war, erwachte sie im darauffolgenden wieder zum Leben und brachte einige grandiose Schätze hervor. Mein Favorit:

William Hogarth & die sechsteilige Serie von Ölgemälden mit dem Titel „Marriage a la mode“, welche sich in Londons National Gellery zu finden ist. Sie zeigt die Geschichte einer jungen, reichen Händlerstochter und ihrem Bräutigam, einem sehr geizigen jungen Adligen. Das bedeutet nichts Gutes, wie man der amüsanten Schilderung entnehmen kann.

William Hogarth war übrigens ein Außenseiter und ewiger Miesepeter, der sich quasi mit dem gesamten Kunstestablishment angelegt hatte. Als Maler war er schwer einzuordnen. Seine Satiren überdie Kleidung der Snobs und das Londoner Leben werden unvergessen bleiben.

Hier die einzelnen Gemälde der Serie „Marriage a la mode“:Weiterlesen

Neuere Griechische Kunst – Théodore Ralli & sein Bild von der Frau

Théodore Jacques Ralli - Der Kuss
Théodore Jacques Ralli – Der Kuss

Théodore Jacques Ralli (griechisch Θεόδωρος Ράλλης; * 16. Februar 1852 in Konstantinopel; † 2. Oktober 1909 in Lausanne; eigentlich Theodoros Jannis Rallis) war ein französischer Maler mit griechischen Wurzeln. Der Malstil seiner Genre- und Landschaftsbilder wird der französisch-akademischen Malschule des späten 19. Jahrhunderts zugeordnet. Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des Orientalismus.

In unserer Galerie zeigen wir wie Ralli Frauen sieht – mehr als ein Spiegel der Zeit:Weiterlesen

Künstler und Fabelwesen — Jacek Malczewski

Artist and Chimera — Jacek Malczewski
Artist and Chimera — Jacek Malczewski

Jacek Malczewski (* 15. Juli 1854 in Radom; † 8. Oktober 1929 in Krakau) war ein polnischer Maler des Modernismus und Symbolismus. Malczewski malte zunächst ländliche Genrebilder und realistische Historiengemälde im Stil der Romantik in überwiegend dunklen Farben unter dem Einfluss Arthur Grottgers. Um 1890 begann er sich dem Symbolismus zuzuwenden, blieb inhaltlich jedoch den historischen Themen treu. Zu seinen berühmtesten Bildern gehören Śmierć Ellenai (Der Tod Helenas, 1883), Wigilia na Syberii (Heiligabend in Sibirien, 1892), Melancholia (Melancholie, 1890–1894) und Błędne koło (Der Teufelskreis, 1895–1897). Außerdem malte er eine Reihe von Selbstporträts.

Trotz seiner zahlreichen Auslandsaufenthalte (Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, Türkei) beeinflussten ihn am stärksten die polnische Kunst und Folklore. Durch sein Werk wurde er um die Jahrhundertwende zu einer zentralen Figur der Bewegung Junges Polen. – Quelle: wikipedia

August Macke – Großer Zoologischer Garten – 1913 – Triptychon & Studie

August Macke, 1913. Triptychon, Öl auf Leinwand 129,5 × 230,5 cm. August (Robert Ludwig) Macke, *3. Januar 1887 in Meschede, † 26. September 1914 in Frankreich
August Macke, 1913. Triptychon, Öl auf Leinwand 129,5 × 230,5 cm. August (Robert Ludwig) Macke, *3. Januar 1887 in Meschede, † 26. September 1914 in Frankreich
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Studie zum Triptychon „Großer Zoologischer Garten“ – August Macke 1912 – Museum Ostwall Dortmund

Mehr zum Erwerb der Studie durch das Museum erfahren Sie auf dieser Website (dortmund.de).

Hans Balluschek – Der Tod – 1895

Hans Baluschek - Der Tod - 1895
Hans Baluschek – Der Tod – 1895

Hans Baluschek (* 9. Mai 1870 in Breslau; † 28. September 1935 in Berlin) war ein deutscher Maler, Grafiker und Schriftsteller. Er gehörte zur Berliner Secession und war nach 1920 aktives Mitglied der SPD.
Baluschek war ein Hauptvertreter des deutschen kritischen Realismus, wobei Baluschek selbst jede Form des „-ismus“ für seine Kunst ablehnte, und stellte anklagend das Leben des Proletariats dar. Seine Bilder beschäftigten sich entsprechend vor allem mit den Menschen des Arbeiterstandes in Berlin.
Bekannt wurde er vor allem durch seine Gemälde und Illustrationen von Büchern wie Peterchens Mondfahrt und verschiedenen Zeitschriften. – Quelle_ Wikipedia

 

Fotografin Aenne Biermann – ein Porträt in Wort & Bild

Aenne Biermann - Selbstporträt
Aenne Biermann – Selbstporträt

Aenne Biermann, geb. Sternefeld lebte von 1898 bis 1933. In Goch am Niederrhein geboren, lebte sie in Gera (Thüringen). Durch ihren Ehemann, Herbert Biermann, kam die ausgebildete Pianistin in Kontakt zu zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens: Franz Werfel, Theodor Litt, Franz Roh, … Letzterer gab einige ihrer Fotobände heraus.
Bei einem Sanatoriumsaufenthalt begann sie sich autodidaktisch mit Fotografie zu befassen. Ab etwa 1925 hatte sie sich einen Namen als Vertreterin der „Neuen Fotografie“ gemacht.Weiterlesen

Anton Romako – Am Wasserfall – 1881

Am Wasserfall (Wien, Leopold Museum), 1881, Öl auf Leinwand, 89,3 × 63 cm
Am Wasserfall (Wien, Leopold Museum), 1881, Öl auf Leinwand, 89,3 × 63 cm

Anton Romako (* 20. Oktober 1832 in Atzgersdorf; † 8. März 1889 in Wien) war ein österreichischer Maler. Anton Romako war der uneheliche Sohn des Fabrikanten Josef Lepper und dessen Haushälterin Elisabeth Maria Anna Romako.
Neben seinen zahlreichen Landschaftsbildern (etwa aus dem Gasteinertal), die einen Einfluss der Schule von Barbizon verraten, ist er vor allem als Maler von Porträts und Historienbildern bekannt.
Seine Porträts sind in einem nervösen, fast früh-expressionistischen Stil gehalten, der die Zeitgenossen zutiefst verstörte. Gemälde von Anton Romako befinden sich vor allem in der Belvedere in Wien.

Jan Toorop – Niederländischer Maler & Zeichner

Jan-Toorop - Die Begierde und ihre Besänftigung - 1893 - Musée d'Orsay
Jan-Toorop – Die Begierde und ihre Besänftigung – 1893 – Musée d’Orsay

Johannes Theodor Toorop  – * 20. Dezember 1858 in Poerworedjo, (Java) – † 3. März 1928 in Den Haag) niederländischer Maler des Jugendstils und Symbolismus. Toorop war außergewöhnlich vielseitig, wechselte im Lauf seines Lebens mehrfach seine künstlerische Ausrichtung und schuf Werke in einer Reihe ganz unterschiedlicher Stilarten.

Hier einige Beispiele:Weiterlesen

Lovis Corinth – Salome – Fassung II 1900

Bildquelle: http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Corinth,+Lovis%3A+Salome
Salome, II. Fassung – Lovis Corinth – 1858 – 1925 – Museum der Bildenden Künste Leipzig

Lovis Corinth hat auf Salome II das Thema Verführung mit dem Tod verbunden. Alle Dargestellten sind identifizierbar. Das Gemälde zeichnet aus durch Morbidität und technische Meisterschaft. Das Bild ist eine Parodie des Lebens – kein Auszug aus der Geschichte. Corinth gilt als subversiver Maler auf Grund seiner provokatorischen und unkonventionellen Behandlung des Themas.

Seine Bilder kaufte niemand, aber sein Grab besucht jeder

Paul Gauguin: Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend (1888)[
Paul Gauguin – Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend  – 1888

Sonntag. Das Dorf ist nahezu menschenleer. Vincent verlässt sein Zimmer in der Pension Ravoux. In seiner Tasche befindet sich eine Pistole. Eine geladene. Er verbirgt sich hinter dem Misthaufen eines benachbarten Hofes. Der Künstler setzt sich die Pistole auf die Brust und drückt ab. Aber Vincent hat schlecht getroffen.  Der Lebensmüde wankt. Auf seine linke Brust tropft Blut. Er presst seine Hand auf die Wunde, schwankt und schleppt sich zurück in die Pension. Er verliert zwei Tage später völlig das Bewusstsein. Der Amtsarzt drückt ihm die Augen zu.  – So die Legende.Weiterlesen

Mann oh Mann – Der liegende männliche Akt

Porträt des Tänzers Alexej Sacharoff – Mein Lieblingsbild

Alexej von Jawlensky: Alexander Sacharoff, 1909 - Lenbachhaus München

Als ich dieses Bild zum ersten Mal sah, konnte ich mich davon lösen. ich konnte einfach nicht fassen, dass dies keine Frau sein sollte. Dieses Spiel des Malers fasziniert mich auch heute. Mich zieht dieser lüsterne, amüsierte Blick an. Ich schließe die Augen und stelle mir diese Figur auf der Bühne vor; die das Publikum in ihren Bann zieht. Das großartige ist, dass sich dieser Moment nie einfangen lässt, er verfliegt und im Gedächtnis bleibt dieses grell geschminkte Gesicht  und diese Augen….ich bewundere Jawlensky dafür, diesen Zauber festgehalten zu haben.

Markus Schütte, 58, Kaufmann, St. Georg, Hamburg

Sportstück – Xenia Hauser – Mein Lieblingsbild

XENIA HAUSNER, SPORTSTÜCK, 2005. Acryl auf Hartfaser * 190 x 230 cm. © VBK Wien/Xenia Hausner, 2006
XENIA HAUSNER, SPORTSTÜCK, 2005. Acryl auf Hartfaser * 190 x 230 cm. © VBK Wien/Xenia Hausner, 2006

Die Augen sind der Spiegel der Seele – Kraftvoll, konzentriert, offen, fokussiert. Den Kerl an Ihrer Seite habe ich lange nicht wahrgenommen. Er wirkt wie eines der Turngeräte – nutzen und wechseln. Daran trainieren, vielleicht bis zur Meisterschaft. Dieses Bild mag ich so, weil es mich daran erinnert, mich nicht ablenken zu lassen. Die Geräte haben einen Nutzwert,mehr nicht. Für die Erkenntnis habe ich lange gebraucht, jetzt kann ich mit den Geräten virtuos spielen. Auch meine Schüler profitieren davon.

Ruth Krüger, 38, Sportlehrerin, Köln.