Autor: Anton Hirschner

Anton Hirschner studierte Physik an der Uni Regensburg. Seine Lieblingsthemen: Quantenphysik und Astronomie. Derzeit ist er für das Technische Hilfswerk in den Krisengebieten der Welt unterwegs. Ende 2015 kehrt er nach Deutschland zurück. Er schreibt sporadisch für das Magazin zu seinen Favoriten.

Architektur | Der Markusplatz in Venedig | Über unsere Koordinationsfähigkeit im Raum

Für ein Raumwunder, das sich vielleicht auch anderswo wiederholen könnte, bietet der Markusplatz in Venedig ein unvergleichliches Experimentierfeld. Der Versuch ist dort oft genug angestellt worden, immer mit demselben – negativen – Erfolg.

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Man nimmt etwa am Punkt A Aufstellung, um den Platz mit geschlossenen Augen in gerader Linie zu durchschreiten.
Der Idealweg würde der punktierten Linie entsprechen; aber selbst wenn man vom Weg abkommt, müsste man doch die gegenüberliegende, die Domseite, erreichen können. Denn der Weg ist nicht all zu lang, er beansprucht etwa zwei Minuten, und so viel Orientierung in gerader Linie traut man sich zunächst auch mit geschlossenen Augen zu. Man hat ja gegenüber 82 Meter Breite zur Auswahl! Die ersten zehn, fünfzehn, auch zwanzig Schritte gelingen auch meistens ganz nach Programm. Allein plötzlich erfolgt eine kleine seitliche Schwenkung, die sich zügig weiter biegt; und wenn der Wanderer die Augen aufschlägt, so erblickt er sich zu seinem Erstaunen auf dem Weg zu den Neuen oder Alten Prokuratien, wo er beim Punkt B oder C landen würde. Ein auch nur annäherndes Überqueren des Platzes in vorgefasster Richtung ist noch niemals Irgendeinem geglückt.

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Aber der Versuch hat neben dem negativen Erfolg auch ein positives Ergebnis, nämlich eine Aufklärung über die Koordinationsfähigkeit des Menschen hinsichtlich seiner Bewegungen im Raum. Er zeigt, in wie hohem Grad wir geneigt sind, unsere Anpassung selbst an die elementarste geometrische Vorstellung zu überschätzen, sobald wir sie aus dem Gehirn auf eine Muskeltätigkeit projizieren. Die »absolute« Raumempfindung hat übrigens im Ohr ihren Sitz. Wussten Sie das? Zur »relativen« Orientierung indes ist, wenigstens beim normalen Menschen, selbst bei geringen Abmessungen die Mitwirkung des Gesichtssinns unerlässlich. Im Gehirn allein ist nichts vorhanden, was auch nur über wenige Schritte die Funktion eines Kompasses übernimmt.

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Otto Lilienthal – „Kleine Opfer müssen gebracht werden!“

Otto Lilienthal - Gleitexperiment - 1895

trennlinie2Schmerzen hatte er nicht, aber er war unfähig, sich zu bewegen. Regungslos lag er auf dem Bett des trostlos gleichgültigen Zimmers in dem kleinen Dorfwirtshaus, unweit der Stelle, an der er verunglückt war. „Grüßen Sie meine Frau und meine Kinder und sagen sie ihnen, dass ich morgen komme!“ sagte er zu seinem Mechaniker. Er kam nicht, denn am folgenden Tag war Otto Lilienthal tot. Der Arzt hatte zunächst keine Verletzung finden können. „Nichts gebrochen, alles ganz!“ hatte er beruhigend gesagt, aber da der Abgestürzte bald das Bewusstsein verloren hatte und nicht wieder aufwachen wollte, ließ er ihn ins Krankenhaus bringen. Am nächsten Nachmittag starb er, und erst nach seinem Tode stellte man fest, dass sein Rückgrat gebrochen war. Weiterlesen

Unsere Weltwunder – Der Nilstaudamm von Assuan

Der Nilstaudamm von Assuan

Benjamin Franck, picture taken by myself on nov 2005- Quelle: wikipedia - Gemeinfrei
Benjamin Franck, picture taken by myself on nov 2005- Quelle: wikipedia – Gemeinfrei

trennlinie2Als die Pyramidenbauer vor tausenden von Jahren die Steinblöcke aus den Randgebirgen des Nils brachen, um ihre mächtigen heiligen Bauten daraus zu errichten, da mißglückte ihnen wohl auch einmal die Formung einer Quader; sie ließen sie dann halb bearbeitet am Fuß des Gebirges liegen. Manch einer dieser Blöcke, behauen von Händen, deren Zeitalter längst unter dem Horizont der Geschichte versunken ist, manche Quader, die das Grab eines Pharao beschützen sollte, hat nun bei einem hochmodernen Bauwerk Verwendung gefunden. Die altehrwürdigen Steine haben aber dabei keinen unangemessenen Platz erhalten, denn was da von neuzeitlichen Europäern im Tal des ägyptischen Stroms erbaut worden ist, darf sich an Großartigkeit mit den Pyramiden beinahe messen; man könnte auch sagen, daß es sie an Nützlichkeit weit übertrifft, wenn dieser Vergleichsmaßstab hier angebracht wäre.

Der Nil ist noch heute, wie in den biblischen Zeiten, der Spender des Reichtums für Ägypten. Die modernen Produkte des sonnendurchglühten Landes, wie Baumwolle, Weizen oder Zuckerrohr, gedeihen nur da, wo das Wasser des Stroms Schlamm und genügende Feuchtigkeit hinträgt. Nun ist der Wasserstand des Nils außerordentlich wechselnd. Wenn in den Gebirgen seines innerafrikanischen Quellgebiets der Schnee schmilzt, wälzt der Fluß ungeheure Wassermengen dahin. Er tritt weit über seine Ufer, aber es konnte früher durchaus nicht alles Wasser der guten Monate ausgenutzt werden, sondern ein großer Teil rann in diesen Zeiten des Überflusses ungenutzt ins Meer. Wenige Monate später lagen dann weite Strecken verdurstet da und vermochten keiner Pflanze Leben zu spenden.Weiterlesen

Erfindungen: Dynasphere – Einrad-Elektrofahrzeug von Dr. J.A. Purves

Die Dynasphere war ein Einrad-Elektrofahrzeug im Jahr 1932 – erfunden von Briten Dr. J. A. Purves aus Taunton, Somerset.
Ausgestattet mit 2,5 PS und erreichte einmalig die  eine Geschwindigkeit von 25mph.
Wenn sich, wie im Zeitungsartikel beschrieben, dieses Vehikel durchgesetzt hätte, Wie sähe es dann wohl auf unseren Straßen aus?! Im Anhang finden Sie ein Video zum Dynasphere.
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Richard P. Feynman – Was soll das alles? Gedanken eines Physikers

Cover- Piper
Cover- Piper – Hardcover-Ausgabe

Beschreibung:
Von einem großen Wissenschaftler kann man immer etwas lernen – und erst recht, wenn es sich dabei um den legendären Physiker und Nobelpreisträger Richard P. Feynman handelt. 1963 hielt er in Seattle drei Vorlesungen für ein allgemeines Publikum, in denen er sich Themen widmete, die alle Menschen etwas angehen. Diese Vorlesungen laden dazu ein, zusammen mit Feynman zu reflektieren und seine Denkanstöße aufzunehmen. Er wirbt um Verständnis dafür, daß wir nicht alles wissen werden, was wir wissen wollen, und diskutiert, wie Religion und Wissenschaft vereinbar sind. Außerdem hinterfragt er die beunruhigende Zunahme pseudowissenschaftlicher Ansätze und Dogmen in unserer Zeit und denkt über das gängige Misstrauen gegenüber Politikern nach. Das kluge Buch eines genialen Denkers.  

Über das Buch:
Feynmans Erkennungszeichen sind für viele eben nicht Kreide und Rechenschieber, sondern seine Bongotrommeln. Wahrscheinlich hat dieser Hauch des Unkonventionellen den Piper Verlag dazu bewogen, mit Was soll das alles? den Wortlaut dreier Vorträge, die Feynman im Jahre 1963 bestritten hat, nun auch in Deutsch zu veröffentlichen. Ich bin nicht sicher, ob man dem Vorzeigephysiker damit einen Gefallen getan hat.

Die Themen, um die Feynman seine Gedanken kreisen lässt, wecken Neugierde: das Verhältnis von Physik und Religion, Ufos, die Wissenschaftsfeindlichkeit der Menschen & die Esoterik.
In seinem ersten Vortrag bleibt Feynman auch dicht an seinem Thema (Was ist Wissenschaft, und wie wirkt sie sich auf den Alltag aus), hier macht er auf mitreißende Weise greifbar, was Forscher in ihre Laboratorien treibt. Dieses Niveau kann Feynman aber leider nicht halten. Im zweiten Kapitel wirbeln seine Ideen zunächst mit gewohnter Brillianz um den Zwiespalt zwischen Religion und Wissenschaft, bevor er beim Stichwort Ethik abschweift und leider allzu diffus wird: Er spricht lange über Moral und den Glauben, um dann festzustellen, dass sich ein Physiker hier mit einem Urteil zurückhält — und sich besser nur über Fragestellungen streitet, die man experimentell klären kann. Schade, dass hier nicht mehr herumkommt. Über die nachfolgende Kommunistenschelte sieht man gerne hinweg… immerhin war damals „kalter Krieg“.
Der dritte Vortrag ist ein Potpourri von Ansichten zu diversen Themen: etwa Kritik an der NASA, Überlegungen zum Ursprung von Ideen, zu Risiken der Atomkraft, zum Humbug Psychoanalyse — leider oft nur angedacht und nicht zu Ende geführt. Vielleicht ist ja keine schlechte Idee, dies dem Leser zu überlassen – ein Anstoß quasi…
Lohnt sich das Lesen nun?
Was soll das alles? lässt sich mit Gewinn lesen, es sind immer noch viele wertvolle Denkanstöße darin. Letztlich aber machte sich Feynman hier zu Dingen Gedanken, von denen er wenig versteht. Was man aber von diesem sympathischen Ausnahmeforscher auf jeden Fall lernen kann, ist, „ich weiß es nicht“ zu sagen, wenn man sich mit einem Punkt nicht auskennt — vielleicht macht das manche seiner Ausführungen so unbestimmt. Also: Wer ergänzend mehr über Feynmans Gedankenwelt erfahren möchte, ist mit diesem Buch gut beraten, wer ihn aber erst kennen lernen will, sollte besser zu anderen Büchern des Autors greifen.

Der Autor:
Richard P. Feynman, geboren 1918 in New York, gestorben 1988 in Los Angeles, Studium der Physik am Massachusetts Institute of Technology, ab 1942 Mitarbeiter am ManhattanProjekt in Los Alamos, 1945 bis 1950 Professor für Theoretische Physik an der Cornell University/Ithaca, seit 1950 am California Institute of Technology in Pasadena. 1965 Nobelpreis für Physik.


Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 5., Aufl. (1. Mai 2001)
ISBN-10: 3492233163
ISBN-13: 978-3492233163
Originaltitel: The Meaning of it all

 

GEORGE STEPHENSON – Der Erfinder der Eisenbahn im Porträt

„Ich bin der Sohn eines Kohlenarbeiters!“

George Stephenson war ein englischer Ingenieur und Hauptbegründer des Eisenbahnwesens. Er war Autodidakt und erwarb sich umfangreiche technische Kenntnisse.
George Stephenson war ein englischer Ingenieur und Hauptbegründer des Eisenbahnwesens. Er war Autodidakt und erwarb sich umfangreiche technische Kenntnisse.

Am Eingang zu den Stollen der Kohlenwerke des Lords Ravensworth standen ein paar Arbeiter und sahen besorgt auf den Förderkorb. Die Maschine, die ihn betätigen sollte, war in Unordnung. Vergeblich versuchten die Leute, von denen sich jeder heimlich für einen Sachverständigen hielt, sie wieder zur Vernunft zu bringen. Schließlich sagte einer: „Man muß John holen, er ist der einzige, der etwas davon versteht. Er wird sich zwar wieder gebärden wie der Hahn auf dem Mist, der aufgeblasene Bursche, aber was sollen wir tun? Wir finden doch nicht heraus, wo der Schaden liegt.“ „Laßt mich’s nochmals versuchen“, schlug ein anderer vor, „vielleicht gelingt’s mir. Es ist sicher nichts! Man „braucht nur die Stelle herauszufinden, an der man das Ding streicheln muß.“ Aber alles Streicheln und Herumprobieren half nichts. Weiterlesen

Arnold Hanslmeier | Praktische Astronomie zum Anfassen

Im Rahmen meines Studiums habe ich bereits mehrere Veröffentlichungen des Autors gelesen. Prof. Hanslmeier schreibt routiniert und nachvollziehbar. Ich freue mich bereits auf dieses neue Werk, welches am 14.Juni 2015 erscheint. Wer sich für unseren Nachthimmel interessiert, kann mit diesem Autor eigentlich nichts falsch machen. [Kleine Anmerkung: dies soll keine wahllose Lobhudelei sein; es sind „Vorschusslorbeeren“ für einen sehr guten Lehrmeister.]

Den Nachthimmel erleben: Sonne, Mond und Sterne - Praktische Astronomie zum Anfassen - c Springer Spektrum Verlag
Den Nachthimmel erleben: Sonne, Mond und Sterne – Praktische Astronomie zum Anfassen – c Springer Spektrum Verlag

Buchdarstellung des Verlages | Dieses Buch zeigt, wie spannend Astronomie sein kann. Mit einfachen Beobachtungen kann man wichtige Fragen der Menschheit erörtern: Wie ist das Universum entstanden und wo ist unser Platz darin?
Der Leser erhält praktische Informationen, um die Faszination des Nachthimmels selbst zu erleben: Welches Teleskop ist geeignet, welche Details lassen sich damit auf den Himmelskörpern erkennen u.v.m.. Der Autor beschreibt die Planetenbewegungen und wann selbige zu beobachten sind. Tipps zur Fotografie der Himmelskörper mit Digitalkameras oder Webcams werden ebenfalls gegeben. Neben Anleitungen zu eigenen Beobachtungen erhält der Leser auch astrophysikalisches Hintergrundwissen zu den Fragen „Wie entstehen Sterne und Planeten?“, „Gibt es auf den neu gefundenen Exoplaneten Leben?“ und „Was ist Dunkle Materie?“.
Mit diesem Buch werden die Wunder des Universums rasch zu einer Freude. Aber Vorsicht: Sternegucken kann süchtig machen.
Buchrückseite
In diesem Buch zeigt Professor Hanslmeier wie spannend und zugänglich die Astronomie sein kann. Bereits mit einfachen Beobachtungen kann man viele Antworten auf die Grundfragen der Menschheit gewinnen: Wie ist alles entstanden? Wo ist unser Platz im Universum?
Der Leser erhält am Anfang des Buches praktische Informationen um die Faszination des Nachthimmels selbst zu erleben:
– Worauf kommt es beim Erwerb eines Teleskops an?
– Welche Details lassen sich damit auf dem Mond erkennen?
– Und wie können wir unsere Planeten entdecken?

Der Autor beschreibt dazu, wann Planeten günstig am Himmel zu finden sind und gibt praktische Tipps zur Fotografie des Mondes und der Planeten mit handelsübliche Digitalkameras – diese sind auch gerade für Amateurastronomen sehr wertvoll. Von dort geht die Beobachtungsreise in die Welt der Sterne und Galaxien. Bereits mit einfachen Digitalkameras kann man in diesem Bereich leuchtende Gasnebel fotografieren und vieles über die Entstehung von Sternen lernen.

Neben den Anleitungen zu eigenen Beobachtungen und kleinen Berechnungen, die für angehende Sternenbeobachter aber auch für Schulen sehr nützlich sind, findet der Leser in dem Buch auch astrophysikalisches Hintergrundwissen. Professor Hanslmeier beantwortet Fragen wie
– Wie entstehen Sterne und Planeten?
– Gibt es auf den neu gefundenen Exoplaneten Leben?
– Was ist Dunkle Materie?

Mit diesem Buch wird die Beobachtung der Wunder des Universums anhand vieler wertvoller Tipps zu einem besonderen Erlebnis. Und auch wer nicht eigene Beobachtungen macht, wird viel Neues über das Universum erfahren. Aber Vorsicht: Sterngucken kann süchtig machen!

Über den Autor | Professor Arnold Hanslmeier ist Astrophysiker am Institut für Physik an der Universität Graz. Neben mehr als 400 wissenschaftlichen Veröffentlichungen, mehreren Fachbüchern widmet er sich auch sehr gerne der verständlichen Verbreitung der faszinierenden Erkenntnisse der modernen Astrophysik.  Er hält Vorlesungen an der Universität Graz und ist oft Gastprofessor an den Universitäten Wien, Innsbruck, Toulouse, La Laguna, Teneriffa sowie dem Kiepenheuer Institut in Freiburg. Wegen seiner besonderen didaktischen Fähigkeiten komplizierte Dinge einfach und anschaulich darzustellen ist er ein international sehr gefragter Referent.


Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
Verlag: Springer Spektrum; Auflage: 2015 (14. Juni 2015)
ISBN-10: 3662460319
ISBN-13: 978-3662460313
Preis: 24,99 €

Pierre Basieux – Die Architektur der Mathematik – Denken in Strukturen

Was die Mathematik im Innern zusammen hält

Die Architektur der Mathematik - Denken in Strukturen - Pierre Basieux - c Verlag: rororo
Die Architektur der Mathematik – Denken in Strukturen – Pierre Basieux – c Verlag: rororo

Ein Buch für Leute, die wissen möchten, wie das Grundgerüst der Mathematik beschaffen ist und den Mut haben, sich von der vertrauten Schulmathematik zu lösen und auf eine herausfordernde Reise ins abstrakte Denken zu gehen: In das Denken in mathematischen Strukturen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, den Lesenden Schritt für Schritt mit komplexeren Gebilden bekannt zu machen, Verknüpfungen zu Vertrauterem zu weben und sich dennoch nicht in zu viele Details zu verlieren. Es werden Fakten aufgezeigt – wer Beweise sucht, geht leer aus. Ich halte diesen Entscheid für dreifach richtig, denn erstens hätten Beweise den Normalleser überfordert, zweitens wäre das Taschenbuchformat
unmöglich gewesen und drittens: Nur so bleibt der nötige Lesefluss erhalten.
Man ist erstaunt darüber, dass bloss drei Grundstrukturen und deren Kombinationen die ganze Mathematik im Innern zusammenzuhalten vermögen angesichts der Tatsache, dass Mathematik heute aus über 3000 Einzeldisziplinen besteht.Weiterlesen

Verblüfft! Mathematische Beweise unglaublicher Ideen – Julian Havil

“Verblüfft?! – Mathematische Beweise unglaublicher Ideen” von Julian Havil stellt in 14 Kapiteln fantastische Ideen und die dazugehörigen Beweise vor.
Havil wünscht dem Leser genauso viel Vergnügen beim Lesen wie er Genuss beim Schreiben hatte. Dieses Vergnügen stellt sich bereits beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses ein. Bereits die Überschriften lassen Grübeleien über ihren Inhalt zu.

Verblüfft?! Julian Havil - c Springer Verlag
Verblüfft?! Julian Havil – c Springer Verlag

Jedes Kapitel beginnt mit einem Bild und einem Zitat und einem „Sandbild“. Daran anschließend wird die Ursache für die Idee vorgestellt. Dieser Aufhänger kann auch ein Leserbrief in der Londoner Times sein wie beim Kapitel ““Freitag, der 13.”“ oder eine Buchreklame am Ende der Liste mit Todesurteilen im Old Bailey wie im Kapitel ““Der Aufwärtsroller”“.
Auf den Aufhänger folgt der Beweis. Dabei werden Nebenaspekte nicht vergessen, sondern einbezogen. Wo es möglich und sinnvoll ist, wird das angesprochene Problem zuerst verallgemeinert, oder nach einem Präzedenzfall die Verallgemeinerung gesucht. Gleichzeitig legt der Autor Wert darauf, die praktische Verwendung vorzustellen, wie z.B. beim Geburtstagsparadoxon.
Wer sich an die Mathematik aus Schulzeiten nicht mehr zu 100% erinnert, kann sich  eine Formelsammlung zur Seite legen. Diese ist nützlich um das Umformen der Formeln nach zu vollziehen. Grundlagen werden in diesem Buch weder erklärt, noch erhebt Havil den Anspruch das zu tun. Weiterlesen

Richard Buckminster Fuller – Das Dymaxion-Auto

Richard Buckminster Fuller - Das Dymaxion-Auto
Richard Buckminster Fuller – Das Dymaxion-Auto


1933 entwarf der amerikanische Ingenieur Richard Buckminster Fuller sein Dymaxion-Auto. Es konnte bis zu elf Passagiere transportieren, hatte den – für die USA – ungewöhnlich niedrigen Verbrauch von 7,8 Litern auf 100 Kilometer,  und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h.

Das Dymaxion-Auto fuhr auf drei Rädern und wurde über das einzeln stehende Hinterrad gesteuert. Dadurch konnte es innerhalb seiner eigenen Länge wenden. Auf der Weltausstellung – 1933 – in Chicago beschädigte ein Unfall das Auto schwer. Dabei kam der Fahrer ums Leben und mehrere Insassen wurden schwer verletzt wurden. Die Unfallursache wurde nie festgestellt, Fuller behauptet, dass der Unfall durch ein anderes Auto verursacht wurde, das dem Dymaxion-Auto in zu geringem Abstand gefolgt wäre. Nachweisen konnte er es aber nicht. Der Unfall hatte zur Folge, dass sich mögliche Investoren zurückzogen.Weiterlesen