Ann-Charlott Settgast • Stanislaw Lem • Mahmud Teimur • Branko Copics • Kurze EinBlicke ins Buch

settgastAnn-Charlott Settgast hat in „Weisheit – Narrheit – Gold“, ihrem großartigen Roman um Johannes Kepler und seine Zeit,  das Leben des großen Astronauten nachgezeichnet. In plastischer, holzschnittartiger Darstellung fängt sie das Zeitalter Keplers ein, in dem wissenschaftliche Erkenntnis mit finsterem Aberglauben kämpfte. Sie vermeidet dabei naheliegende Anspielungen auf die Gegenwart und überlässt es dem reflektierten Leser Vergleiche und Parallelen zu ziehen. Ann-Charlott Settgast umgeht die im historischen Roman drohende Gefahr, ihren Helden als Ritter ohne Fehl und Tadel vorzuführen. Kepler bleibt trotz seiner Größe ein Mensch mit Schwächen und Leidenschaften. So entstand ein lesenwerter und lehrreicher Roman.trennlinie640

Sterntagebücher_LemStanislaw Lem, ein bei uns als Verfasser utopischer Romane bekannt gewordener polnischer Autor, hat eine heitere Kapriole verfasst, in der die wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten von damals (1966) grotesk übersteigert werden, um Allzumenschliches zu glossieren. Wie jede gute Satire haben auch Lem`s „Sterntagebücher“ einen realistischen Gehalt. Man liest das Büchlein zwischen Schmunzeln und Gelächter und legt es doch nachdenklich aus der Hand.trennlinie640

Der_gute_ScheichMahmud Teimur – der gute Scheich. Der Autor ist ein Repräsentant des zeitgenössischen  ägyptischen Romans. Der vorliegende (inzwischen antiquarisch fast selten erhältliche) Band bringt eine Reihe von fesselnden Kurzgeschichten aus der Kultur Ägyptens, die uns besonders wegen der darin skizzierten Frauengestalten interessiert. Teimur ist ein großer Schriftsteller, der mit seinem Werk das Gewissen der Zeit wecken hilft. Ohne Befreiung der Frau von den Fesseln einer traditionellen, in der Religion und den sozialen Verhältnissen wurzelnden „Sklaverei“ wird Ägypten seinen Weg, den es mit dem Kampf gegen den Kolonialismus begann, nie vollenden können.trennlinie640

Branke CopicsBranko Copics „Die ungewöhnlichen Abenteuer des Nikola Bursac“ ist eine kleine literarische Kostbarkeit aus dem ehemaligen Jugoslawien. Es geht um den Partisanenkommandeur Nikola, einen bosnischen Bauern. Man könnte ihn mit dem unsterblichen Schwejk vergleichen. Allerdings ist Nikola gewissermaßen ein positiver Schwejk, ein Mann des Volkes, der Mutterwitz und gesunden Menschenverstand nicht mehr wie sein Urbild gegen die feindliche Staatsmaschinerie einsetzen muss. Wer das Buch verschenken möchte, sollte es sich doppelt kaufen, damit er eines behalten kann, denn es ist toll.

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