Adolf Wölfli – Lea Tantaria (Lea Tant­taaria) – 1911

Adolf Wölfli
Adolf Wölfli – Lea Tantaria – 1911

Adolf Wölfli (1864-1930) gehört zu den bedeutendsten Vertretern der so genannten «Art Brut». In den 35 Jahren seines Aufenthalts in der Irrenanstalt Waldau bei Bern hat der als schizophren diagnostizierte Künstler ein faszinierendes Werk riesenhaften Ausmaßes geschaffen. Dessen Einzigartigkeit gründet in der Untrennbarkeit von Text, Bild und Musik, in der strukturellen Verschmelzung verschiedener künstlerischer Medien. 25.000 meist großformatige, zu Heften gebundene Seiten umfaßt dieses «kompliszierte Wärk», wie es Wölfli selbst genannt hat: Notationen, phantastische Erzähltexte, Illustrationen, Collagen, Gedichte, Bilder, Lautschriften und abstrakte Buchstaben- und Zahlenkompositionen verschlingen sich darin zu einer Weltkonstruktion, einem Netzwerk von Bezüglichkeiten, deren strenge Ordnungsprinzipien uns letztlich verschlossen bleiben. Der manische Gestaltungswille Wölflis richtete sich dabei konsequent auf ein Ziel: auf die Erschaffung einer einzigartigen Kopfwelt, der «Skt. Adolf-Riesen-Schöpfung». Im Kopf erfand sich Adolf Wölfli nicht nur seine Privatmythologie, sein eigenes Zahlensystem und Vokabular, seine Musik und eigene künstlerische Formen – was er sich miterfand, war eine neue, ruhmreiche und intakte Existenz. Nach zwanzig Jahren ruhelosen Arbeitens konnte sich der ehemalige Knecht und Landarbeiter als Herrscher über seine Kopfwelt, als «Skt. Adolf II.», inthronisieren.

Lea Tantaria – Aus: Von der Wiege bis zur Bahre, Buch 4, Seite 367
Malstift auf Rotationspapier
49.7 x 37.2 cm
A9243 – 60 (IV/p. 367)


Die Art brut (franz. [Aussprache: aʁ bʁyt] für ‚unverbildete, rohe Kunst‘) ist ein Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien, Kindern und Menschen mit geistiger Behinderung. Die Bezeichnung ging vom französischen Maler Jean Dubuffet aus, der sich eingehend mit einer naiven und antiakademischen Ästhetik beschäftigte. Art brut beschreibt eine Kunst jenseits etablierter Kunstformen und -strömungen.[1] Im anglo-amerikanischen Sprachraum ist stattdessen der Begriff Outsider Art („Außenseiter-Kunst“) gebräuchlich. (Quelle: Wikipedia)


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